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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Zwergwidder, lohfarbig schwarz

Ihren Ursprung haben die Zwergwidder, damals noch Widderzwerge genannt, in den Niederlanden. 1952 beschäftigte sich der holländische Züchter Adrian de Cock aus Tillburg erstmals mit der Herauszüchtung der Zwergwidder. Als Ausgangstiere dienten seinerzeit ein Farbenzwerg und ein Deutscher Widder. Es dauert allerdings viele Jahre und etliche Generationen bis die ersten ansprechenden Tiere ausgestellt werden konnten. Erstmals konnte man die Widder im Miniaturformat auf der holländischen Bundesschau 1964 bewundern. In Deutschland wurden die Zwergwidder 1972 in einer kleinen Zahl auf der Bundesschau in Essen durch den Zfr. Scholten aus Kleve als Neuzüchtung präsentiert. Schon ein Jahr später wurden die Zwergwidder in Deutschland anerkannt und auf der Bundesschau 1974 wurden  bereits rund 25 Tiere gezeigt. In  den nächsten rund  zwei Jahrzehnten  erfreuten  sich  die Zwergwidder stetig steigender Beliebtheit und ständig kamen neue Farbenschläge hinzu.
 

Die Entwicklung der Zwergwidder, lohfarbig schwarz

Im Jahr 1987 wurden die Zwergwidder lohfarbig als Neuzüchtung vom ZDK anerkannt. Es dauerte aber noch 10 weitere Jahre, bis 1997, bis die lohfarbigen Zwergwidder zugelassen wurden. Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden sie 1991 auf der  Bundesrammlerschau in Dortmund. Als Herauszüchter dieses Farbenschlages gilt ohne Zweifel Zfr. Christoph Joerges aus Lüdinghausen/Westfalen, der die ersten Tiere aus Zwergwiddern wildgrau und Lohkaninchen schwarz herauszüchtete. Der Ursprungsfarbenschlag war eigentlich schwarzlohfarbig, bei der Aufnahme in den ZDK-Standard wurden aber automatisch alle damals bestehenden Farbenschläge der Ursprungsrasse (blaulohfarbig und braunlohfarbig) mit aufgenommen.


Die gute Verbreitung und Verbesserung des Zuchtstandes ist nicht zuletzt auch der damals, im Jahr 1997, ins Leben gerufenen Interessengemeinschaft der Zwergwidder lohfarbig und weißgrannenfarbig zu verdanken. Zu den Gründungsmitgliedern zählten einst die Zfr. Chr. Joerges, Wolfgang Grübel,  W. Hartung und L. Woop sowie die Züchter J. Schmiedchen und Martin Plate.

Fachmännische Betrachtung

Herauszüchter dieses Farbenschlages Christoph Joerges aus Lüdinghausen
Die Pioniere der Zucht versuchten auf verschiedenen Wegen Ihre Zuchtziele zu erreichen. Wie bereits beschrieben, stammten die  ersten Tiere von Zuchtfreund Joerges aus Zwergwiddern wildgrau und Schwarzlohkaninchen. Die Tiere waren zwar schon recht ansprechend vom Typ, aber aufgrund der größeren Ursprungsrasse, der Lohkaninchen, noch viel zu groß vom Rahmen des Tieres. Auch der Versuch, Farbenzwerge lohfarbig einzukreuzen, um die Tiere zu verkleinern, war mit negativen Nebeneffekten behaftet. So wies die Nachzucht aufgrund der häufig zu kurzen Ohren oft schwebende Behänge auf. Durch die Einkreuzung von Deilenaarkaninchen und Zwergwiddern gelb wurde die Situation nicht gerade einfacher, denn hiermit wurde nun auch noch die Reinerbigkeit im Bezug auf Rassewerte und Farbe beeinträchtigt. Erst die Besinnung auf enge Linien- und Verwandtschaftszucht mit den bestmöglichen Ausgangstieren brachte die ersten sichtbaren Erfolge auf breiter Ebene. Ähnlich sollte es auch mir selber ergehen.

Im Jahr 2003 wurde ich auf der damaligen Bundesrammlerschau in Kassel erstmals auf diesen aparten Farbenschlag aufmerksam. Als langjähriger Züchter von Lohkaninchen und Farbenzwergen lohfarbig faszinierte mich schon damals das Zusammenspiel zwischen den markanten Eigenschaften des Zwergwidderkaninchens und den typischen Rassemerkmalen des Lohkaninchens. Ich entschloss mich spontan dazu, ein Zuchtpaar zu erwerben. Das Ergebnis meiner Nachzuchten in den ersten beiden Jahren war, trotz enger Linienzucht, alles andere als von Erfolg gekrönt. Die Tiere waren zwar vom Kopf, Behang und Typ schon sehr ansprechend, leider wogen viele Tiere jedoch schon recht schnell mehr als 2,5 kg. Trotzdem gelang es mir im Jahr 2005 durch Einkreuzen eines weiteren fremden, etwas kleineren Rammlers und engster Verwandtschaftszucht in einer zweiten Zuchtlinie, meine ersten Zwergwidder lohfarbig schwarz zu züchten, die Ihren Namen als „Zwergwidder“ auch wirklich verdient hatten.
 

  
Die Tiere waren vom Rahmen her endlich deutlich kürzer und hatten die guten Eigenschaften im Kopf und Behang nicht verloren. Hinzu kamen noch recht ansprechende Rassemerkmale in Kopf - und Rumpfzeichnung sowie Farbe. Meine züchterischen Fortschritte wurden als gleich auch auf den Ausstellungen mit ordentlichen Ergebnissen belohnt. Seither habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, diesen Zuchtstand zu festigen und möglichst noch weiter zu verbessern, denn für weitere Verbesserung bleibt noch immer reichlich Spielraum. Durch die stetigen Verbesserungen des Zuchtstandes wurde damals eine bereits steigende Beliebtheit unter den Züchtern und damit verbunden auch eine größere Verbreitung erreicht. Ein Beleg hierfür war die 27. Bundeskaninchenschau in Nürnberg. Hier wurden bei den Senioren bereits 14 Zuchtgruppen der lohfarbig-schwarzen Zwergwidder von 13 verschiedenen Züchtern aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands gezeigt. Den vorläufigen Höhepunkt des Anklanges erreichten die lohfarbigen Zwergwidder im Jahr 2009 auf der 29. Bundeskaninchenschau in Karlsruhe, als dort sage und schreibe 100 Tiere ausgestellt wurden. Inzwischen scheint die Verbreitung jedoch leider etwas zu stagnieren und leider sogar teils rückläufig zu sein, sofern man die Zahlen der 32. Bundeskaninchenschau zu Grunde legt. So wurden in Kassel lediglich noch 52 schwarzlohfarbige Zwergwidder aus 13 verschiedenen Zuchten bei den Senioren ausgestellt. Hierzu bleibt noch anzumerken, dass dies zum Teil auch an der vorgeschrieben Tierzahlbegrenzung lag, was sicherlich auch eine größere Zahl ausgestellter Tiere verhinderte und diese Einschränkung für die Verbreitung, insbesondere seltener Rassen, nicht gerade förderlich ist.

Die von mir aufgestellte These lässt sich ebenfalls durch die Zahlen des Zuchttierbestandes in Deutschland (TGRDEU)  belegen. Auch hier waren die höchsten Tierbestände in den Jahren 2009 und 2010 zu verzeichnen. Inzwischen sind auch hier die Zahlen leicht rückläufig. Im Jahr 2014 wurden bundesweit immerhin 65 Zuchten erfasst.

Tierzahl


Entwicklung der Zuchttierbestände bundesweit


Standardvorgaben und heutiger Zuchtstand

1. Gewicht

Das Normalgewicht des Zwergwidders liegt laut ZDRK-Standard seit Oktober 2006 zwischen 1,5 kg und 1,9 kg.  Das Höchstgewicht liegt bei 2,00 kg. Die Probleme beim Halten des vorgeschriebenen Normalgewichtes bzw. sogar des Höchstgewichtes bei vielen lohfarbigen Zwergwiddern haben in den letzten Jahren abgenommen. Die häufig zu langen Typen sieht man immer seltener. Die Einhaltung des Gewichtsrahmen, was damals das größte Problem darstellte, sollte in Zukunft ganz der Vergangenheit angehören. 

2. Körperform, Typ und Bau
 
Es wird ein kurzer gedrungener Körper mit einem kräftigen Nacken ohne sichtbaren Hals verlangt. Ferner sollte der Körper breitschultrig und mit  einer schönen Rückenlinie versehen sein. Auch die kurzen und recht kräftigen, besser gesagt, markanten Läufe sollten den Zwergwiddertyp unterstreichen. Jeglicher Wammenansatz ist unerwünscht.
 

Linkes Tier mit einer ansprechenden Körperform, rechts mit etwas verjüngter Form.
 
Durch den, bereits angesprochenen, teilweise noch zu  langen Rumpf kommt es zwangsläufig auch zu Gewichtsproblemen. Aus der Not heraus führt dann das knappe Füttern, zum Einhalten der Gewichtsgrenze, bei diesen Tieren zu eckigen Hinterpartien, losem Brustfell bis hin zu einer deutlich spürbaren Wirbelsäule, was zu Recht mit hohen Punktabzügen bestraft wird. Immer öfter  findet man aber inzwischen schon sehr schöne kurze und gedrungene Typen mit gut gerundetem Becken vor.
 
3. Fellhaar

Der Zwergwidder sollte ein verhältnismäßig kurzes und in der Unterwolle dichtes und fein strukturiertes Fellhaar aufweisen. Die Begrannung wird fein und gleichmäßig gewünscht. Die Ohren sollten selbstverständlich gut behaart sein. In den meisten Zuchten findet man nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen schon recht ansprechende Felle. Man sollte aber insbesondere die Felllänge im Auge behalten.

4. Kopfbildung

Typisch für den Zwergwidder ist, wie der Name schon sagt, der ausgeprägte Widderkopf. Ein Widderkopf sollte kurz und kräftig sein und zeichnet sich durch seine breite Schnauzpartie und Stirn aus. Abgerundet wird das Bild eines optimalen Widderkopfes durch starke Kinnbacken und einen stark gewölbten Nasenrücken, die sogenannten Ramsnase. Es ist dabei auf einen für beide Geschlechter typischen Kopf zu achten.
 
Auch bezüglich der Kopfbildung findet man heute immer weniger Tiere vor, die eben nicht den gewünschten Widderkopf mit der entsprechenden Ramsung aufweisen. Dieser Mangel entstand aus den eingekreuzten Lohkaninchen und ist immer weniger vorzufinden, so dass mittlerweile schon viele Tiere mit sehr ausgeprägten Widderkopf anzutreffen sind.
 Lohfarbige Flecken in der
 schwarzen Grundfarbe sind
 nicht erwünscht und führen zu
 Punktabzug.
 Ansprechend getragener Behang mit schöner Krone.
 
 
 

5. Behang

Vielleicht sollte man diese Position besser in Position „Behang und Krone“ umbenennen, denn die typischen Widderköpfe kommen erst so richtig durch eine schöne Krone zu Geltung. Auch ist die Ausprägung dieser wulstartigen Erhebungen ausschlaggebend für das richtige Tragen des Behanges. Der Behang selber sollte hufeisenförmig mit der Schalenöffnung nach innen getragen werden. Dabei sollte das Ohr offen getragen und nicht faltig am Kopf herabhängen. Schwebende Behänge sind unerwünscht. Der Behang sollte außerdem fest im Gewebe und gut abgerundet sein.

Die Behanglänge muss zwingend zwischen mindestens 22cm und maximal 28 cm liegen. Eine zum Kopf passende Behanglänge rundet das Gesamtbild des Kopfes ab.

Leider findet man zurzeit immer noch schwebende und schlecht getragene Behänge, was oft auf die recht kurzen Behanglängen zurückzuführen ist.  Auch Ohren, die nicht offen getragen werden, findet man immer wieder vor. Die Zahl der Rassevertreter, die diese Mängel aufweisen, ist aber dennoch stark zurückgegangen. Genau wie in der Position Kopfbildung findet man aber auch im Bezug auf den Behang schon einige prächtige lohfarbige Zwergwidder, die dem Ideal schon sehr nahe kommen. Zusammenfassend möchte ich behaupten, dass man in den Positionen Kopfbildung und Behang bisher die größten Fortschritte gemacht hat.

6. Farbe und Zeichnung

In der sechsten Position werden gleich alle drei rassespezifischen Merkmale des Lohkaninchens aus dem ZDRK-Standard zu einer Position zusammengefasst. Es handelt sich dabei um die Bewertungspositionen Kopfzeichnung, Rumpfzeichnung und Farbe. Ein sehr schwieriges Unterfangen, solch umfassende Rassewerte auf „nur“ zehn mögliche Punkte aufzuteilen. Hier wäre m.E. eine Verteilung der Rassewerte auf 15 Punkte, wie im Europastandard vorgegeben, oder wie bei den Farbenzwergen lohfarbig, eine Aufteilung in zwei Rassepositionen sinnvoller, um den Feinheiten der lohspezifischen Merkmale gerecht zu werden.

Schön durchgehender Augenring
Sauber abgegrenzte Einfassung der Nasenlöcher

Die Kopfzeichnung setzt sich nicht nur aus den Augenringen, sondern auch aus der Nasenloch- und Kinnbackeneinfassung sowie der lohfarbig eingefassten Ohrenränder und den Ohrenflecken vorn an den Ohrwurzeln zusammen. Hauptaugenmerk liegt hier sicherlich im Zusammenspiel zwischen sauberer Nasenlocheinfassung und den Augenringen. Die Einfassung der Nasenlöcher sollte scharf abgegrenzt und kräftig lohfarbig sein. Die Augenringe sollten weder zu breit noch zu schmal und gleichmäßig geschlossen sein, auch hier ist eine intensive Lohe gefragt. Die Augenringe unserer lohfarbigen Zwergwidder, speziell die der Schwarzlohfarbigen, sind  im  Vergleich  zu  denen der  Lohkaninchen erstaunlich gut ausgeprägt. Zu schmale oder gar unterbrochene Augenringe sind hier eine Seltenheit. Da gut ausgebildete Augenringe genetisch meist eine unsaubere Nasenlocheinfassung mit sich bringen, findet man daher noch verhältnismäßig viele melierte Schnauzpartien und viele Augenringe mit wenig lohfarbigem Farbpigment.

Zur Rumpfzeichnung gehören die Breite der Brustlohe und die gleichmäßig lohfarbige Begrannung bis ca. zwei Drittel der  Rumpfhöhe beschränkt sowie die Intensität der Lohe.


Hervorragende Rumpfzeichnung, die Seitenspitzen bedecken wie gewünscht etwa 2/3 der Rumpfhöhe
  
Die Lohe sollte feurig rot sein und sich von der Brust bis in die äußerste Blumenspitze erstrecken. Der Nackenkeil sollte lohfarbig und gut abgegrenzt sein. Auch die Größe und die Form spielen hier eine wichtige Rolle. Er sollte nicht zu groß, leicht abgerundet oder dreieckig sein. Auch die Zeichnung der Läufe sollte scharf und gerade abgegrenzt sein.  Auch bezüglich der Rumpfzeichnung werden die Anforderungen meist nur teilweise erfüllt. Zwar ist die Begrannung und die Brustlohe meist schon sehr gefällig, jedoch lässt die Intensität der Lohe fast durchweg noch zu wünschen übrig. Häufig findet man sogar noch Tiere die eher als cremefarbig anstatt als lohfarbig zu bezeichnen sind. Hinzu kommt oftmals eine fast weiße Blumenunterseite. Hier sollte man versuchen, möglichst die Tiere in die Zucht mit einzusetzen, die einen nachhaltigen Rotverstärker vererben. In diesem Bereich sehe ich zurzeit noch das größte Verbesserungspotential.

Vergleich Bauchlohe „cremefarbiger“ Zwergwidder, lohfarbig und feurig rote Bauchlohe eines Lohkaninchens (links)

Bei der Farbe wird ausschließlich die Deckfarbe, die  Augenfarbe, die Krallenfarbe und die Unterfarbe bewertet. Die Deckfarbe, also der schwarze Bereich des Fellhaares, soll  intensiv und  glänzend sein. Wichtig ist, dass die  Deckfarbe nicht von weißen oder lohfarbigen Haaren durchsetzt ist. Erst eine richtig satte Deckfarbe bringt den Farbkontrast zwischen Lohe und Schwarz richtig zur Geltung. Tiere mit durchsetzten Decken oder Ohrenrändern sollte man nicht zur Weiterzucht einsetzen. Häufig findet man noch Tiere mit lohfarbigen Haaren in der Decke.

Zu beachten ist auch die richtige Krallen- und Augenfarbe. Die Augenfarbe der lohfarbig-schwarzen Zwergwidder ist dunkelbraun. Die Krallenfarbe des Lohkaninchens wurde vor einigen Jahren generell durch der Standardkommission präzisiert. Die Krallenfarbe des Schwarzloh sollte dunkelhornfarbig bis schwarzbraun sein. Zweierlei oder pigmentlose (farblose) Krallenfarbe ist ein schwerer Fehler.

Die Unterfarbe ist blau. Die lohfarbige Unterfarbe am Bauch sollte bei allen Farbenschlägen möglichst intensiv sein.

Genetische Betrachtung in Bezug auf die Lohfarbigkeit

Grundlegend ist zu sagen, dass das Lohkaninchen und somit auch die der Zwergwidder lohfarbig alle aus sogenannten Kombinationstypen aus dem Lohfarbton g° mit den Gelbverstärkern (y-Faktoren) entstanden sind.

Der Loh-Faktor g° ist durch eine Mutation des Wildfarbigkeitsfaktors (G) entstanden. Dabei ist der Faktor g° eine Vorstufe zum Faktor g, wobei der Faktor g für die Auflösung der Farbzonen verantwortlich ist und somit für die  schwarze Fellfarbe steht. Der Faktor g° schließt aber nun eben diese Einfarbigkeit im Vergleich zum Faktor g aus,  der Faktor g° ist gegenüber dem Faktor g dominant. Die Besonderheit des Faktors g° ist, dass hierbei eine Körperzonierung der Fellfarbe genetisch erlaubt wird, so dass es zu einer festgelegten Trennung zwischen den Bereichen der Grundfarbe (schwarz) und denen der Lohfarbe kommt.

Die Intensität der Lohe basiert auf der Wirkung der Gelbverstärker y. Sie können farblich sehr abweichen. Die Spanne reicht vom matten cremefarbigen Gelbton bis hin zu einem feurigen  Rotbraun. Die Lohfarbe kann nur an den durch den Lohfaktor vorbestimmten Stellen auftreten. Die genaue Vererbungsweise des Gelbverstärkers konnte bis heute leider nicht abschließend und verlässlich geklärt werden, da die Vererbung durch eine Vielzahl von
Nebenerbanlagen beeinflusst wird.

Schlussbetrachtung

Christoph Schumacher
Die Zucht der schwarzlohfarbigen Zwergwidder ist sehr anspruchsvoll und man braucht viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und auch Ausdauer, um diesen Farbenschlag zu züchten. Die Zwergwidder lohfarbig sind eine optimale Rasse für Züchter, die eine besondere Herausforderung suchen und auch bei züchterischen Rückschlägen nicht direkt den Mut verlieren.

Unsere lohfarbigen „Schlappohren“ geben dem Züchter aber auch vieles zurück. Das prächtige Zusammenspiel zwischen dem markanten Widdertyp und der eleganten Zeichnung der Lohkaninchen ist schon beeindruckend und immer wieder ein Blickfang. Besonders reizvoll an der Zucht der lohfarbigen Zwergwidder ist es, die qualitativen Entwicklungen der Nachzuchten zu beobachten. Aber auch der ruhige und gutmütige Charakter der Tiere trägt zur Beliebtheit dieses interessanten Rassekaninchens bei.

Zuletzt bleibt mir noch, allen Züchtern  dieses noch immer viel zu seltenen Farbenschlages, viel Erfolg und Ausdauer in der Weiterzucht zu wünschen. Besonders freuen würde mich, wenn in den nächsten Jahren noch viele neue Zuchtfreunde ihre Liebe für diesen außergewöhnlichen Farbenschlag der Zwergwidder entdecken.  

Christoph Schumacher, Langerwehe
Quellen: „Zwergwidder“ von Walter Hornung erschienen
im Oertel & Spoerer Verlag und ZDRK Standard 2004.

 

Wahl zum „Rassekaninchen des Jahres“ 2016

Die Wähler haben entschieden und den Sieger der diesjährigen Aktion „Rassekaninchen des Jahres“ bestimmt: Mit hauchdünnem Vorsprung (16,81 Prozent der gültigen abgegebenen Stimmen) wurden die Zwergwidder, lohfarbig schwarz auf Platz 1 gewählt.

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