ZeitschriftE-Paper kleintiernewsSchnupperabo kleintiernews 3 Monate
deutschnederlandsenglish
16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Zwergwidder-Angora (ZwWA), weiß Blauaugen

Musterbeschreibung

Bewertung nach folgender Skala
Gewicht  20,0
Körperform, Typ und Bau 20,0
Wolldichte und -länge 15,0
Kopfbildung und Behang 15,0
Ausgeglichenheit der Wolle und
Wollstruktur, Rassemerkmale
15,0
Farbe und Gleichmäßigkeit 10,0
Pflegezustand 5,0
   100,0

Hinweis zur Bewertung der Körperform: Wie bei der Rasse Angora ist die Körperform auch durch Abtasten zu ermitteln.

Gewichtsbewertung

1,30
bis 1,40
bis 1,50
über 1,50 bis 1,90
bis 2,00
Höchstgewicht
17
18
19
20
19
2,00

1. Gewicht
Normalgewicht 1,50 bis 1,90 kg. Mindestgewicht 1,30 kg. Höchstgewicht 2,00kg

2. Körperform, Typ und Bau
Der Körper ist kurz gedrungen, breitschultrig und mit einer ebenmäßigen Rückenlinie, einem breiten, gut abgerundeten Becken und einem kurzen, kräftigen Nacken ohne sichtbaren Hals versehen. Die Läufe sind kurz und mittelstark. Die Häsin ist etwas feiner als der Rammler und frei von jeglichem Wammenansatz.
 
Leichte und schwere Fehler: Siehe "Allgemeines"

3. Wolldichte und -länge
Das Wollhaar muss sehr dicht entwickelt sein, der Haarboden (Fellhaut) soll bedeckt sein. Den Wert der Wolle bestimmt die Dichte der Wolle. Je dichter das Wollvlies, desto wertvoller das Tier. Die Wolllänge soll, im Stapel beurteilt, etwa 6 cm betragen; die Mindestlänge beträgt bei Ausstellungstieren 3,5 cm. Die Wolllänge wird geschätzt.
 
Leichte Fehler: Etwas dünne Wolle; etwas kurzes Wollhaar; wenig Spürhaare
Schwere Fehler: Zu dünne Wolle; zu wenig Unterwolle; Wolllänge unter 3,5 cm; gänzlich fehlende Spürhaare.

4. Kopfbildung und Behang
Für beide Geschlechter typisch ist der ausgeprägte Widderkopf, der kurz und kräftig zu sein hat, eine breite, gut entwickelte Schnauzpartie und starke Kinnbacken sowie eine breite Stirn und eine schöne Ramsnase aufweist. Der Behang besitzt an den Ohrenansätzen ausgeprägte Wulste (Krone); die Ohren werden hufeisenförmig, mit der Schallöffnung nach innen zum Kopf getragen. Der Behang ist stabil im Gewebe und an den Enden gut abgerundet. Die Länge des Behanges beträgt 22-28 cm.

Leichte Fehler: Wenig entsprechend dem Rasse- und Geschlechtstyp ausgeprägte Kopfbildung. Schwach entwickelte, flache Krone; schwache, dünne, faltige Ohren; schlecht getragener oder abstehender (schwebender) Behang; etwas kurzer oder langer, nicht zur Körpermasse passender Behang.
 
Schwere Fehler: Völliges Fehlen des Widderkopftyps; Häsinnenkopf beim Rammler; ausgeprägter Rammlerkopf bei der Häsin; zeitweiliges Aufrechttragen eines oder beider Ohren; weniger als 22 cm oder mehr als 28 cm Behanglänge.

5. Ausgeglichenheit der Wolle, Wollstruktur, Rassemerkmale
Die Wolle muss am ganzen Körper des Tieres gleichmäßig entwickelt sein. Die Ohren sind gut behaart. Das mischwollige Vlies, das aus den nachstehenden drei Haartypen besteht, muss eine gesunde, kräftige, nicht zur Filzbildung neigende Struktur besitzen.
 
 
a) Die Unterwolle besteht aus dem fein gekräuselten, seidenweichen Wollhaar, das sich durch ein gutes Längenwachstum auszeichnen soll. Gewünscht wird ein mittelfeines gleichmäßiges Wollhaar, das regelmäßig und kurz gewellt ist und einen seidigen Glanz besitzt.
 
b) Der Grannenflaum vermittelt in seiner Qualität zwischen der Unterwolle und dem Grannenhaar. Er ist Iänger und grober gewellt und endet in einer feinen, grannenartigen Spitze.
 
c) Das Grannenhaar überragt als ein etwas stärkeres, gerade durchgehendes Haar das Wollvlies. Die Grannenspitze ist kräftig. In der Regel besitzen die Häsinnen eine stärkere Grannenbildung als die Rammler, in besonderem Maße die älteren Häsinnen.
Den Wert der Wollstruktur bestimmt die mittelfeine Unterwolle in Verbindung mit einem gut ausgebildeten Grannenflaum und dem längeren und stärkeren Grannenhaar.


 
Als Rassemerkmale gelten der Kopfbehang (Stirnbüschel und Backenbart), die Ohrbüschel und der Behang der Läufe. Der Stirnbüschel soll schön ausgebildet sein, soll aber nicht die Augen des Tieres verdecken. Der Backenbart soll gut ausgebildet sein. Die Ohrbüschel sollen sich an der Rundung am Behangende erstrecken, sind allerdings nicht so ausgeprägt wie beim Angorakaninchen. Wollbildung am gesamten Ohr ist nicht erforderlich. Der Behang an den Läufen soll gut ausgebildet sein.
 
Leichte Fehler: Kleinere Wachstumsstörungen, ungleiches Wollwachstum; etwas schwache Wollstruktur; wenig Grannenhaar; verworrene oder watteähnliche Wolle; kleinere Filzstellen; schwach ausgeprägte Rassemerkmale; durch übervollen Kopfschmuck verdeckte Augen.
 
Schwere Fehler: Starke Wollwachstumsstörungen. Große Kahlstellen, die bei natürlicher Stellung des Tieres von der umgebenden Wolle nicht mehr bedeckt werden; gänzliches Fehlen der Kräuselung, fehlendes Grannenhaar oder abgeschnittene Grannen, starke Filzbildung, vollständiges Fehlen eines der Rassemerkmale.

6. Farbe und Gleichmäßigkeit
Die Deckfarbe ist mit einem seidigen Glanz versehen, rein weiß und erstreckt sich ohne jede farbliche Abweichung über den ganzen Körper einschließlich Kopf und Behang, Bauchseite und Läufe. Ebenso weiß ist die Unterfarbe, die sich von der Deckfarbe nicht unterscheidet. Die Augen sind blau, die Krallen sind pigmentlos.
 
Leichte Fehler: Leichte Farbabweichungen am Körper, leicht gelblicher oder grauer Anflug, schwacher Glanz.
 
Schwere Fehler: Stark gelblicher oder grauer Anflug in der Deckfarbe, gänzlich fehlender Glanz; andere als geforderte Augen- oder Krallenfarbe.

7.Pflegezustand
Siehe "Allgemeines"

 ZDRK Standardkommission
Bilder Kai Sander

 

Das erste Ausstellungsjahr

Unser erstes Ausstellungsjahr 2014 haben wir nun beendet. Mit großen Erwartungen und auch viele Fragen sind wir in das erste Jahr nach der Zulassung der Neuzucht angegangen. Ausgangstiere stammten aus den Nachbarländern Belgien und den Niederlanden. Die dortigen Anforderungen an die Tiere stellten uns vor einige Herausforderungen, die Tiere unseren deutschen Vorstellungen anzupassen. Trotz kürzer geforderten Behanglängen im Ausland, stellten uns diese bei den Nachzuchttieren kaum vor Probleme. Größere erwartete Probleme waren das Gewicht und die Kopfbehaarung. Da die meisten der Tiere aus den Niederlanden stammen, wo ein Gewicht von bis zu 2500gr zulässig sind, erwarteten wir mit Bangen, wie groß unsere Nachzuchttiere sein werden. In einigen Fällen waren diese Tiere leider weit über die 2kg hinausgeschossen. Einen größeren Teil der Tiere konnten knapp unter 2kg gehalten werden und führten zu einer entsprechenden negativen Bemerkung in Position1.Es waren aber auch erste Tiere im geforderten Gewichtsrahmen zu sehen. Sowohl in Belgien als auch in den Niederlanden werden die ZwwA mit „voller Kopfbehaarung“ gezüchtet, diese wird dadurch hervorgerufen, dass diese Tiere neben dem Angoragen (vv) auch noch das Löwengen(M) tragen. Da wir in Deutschland bei der Behaarung die deutschen Angora zum Vorbilde genommen haben und auch aus Tierschutzgründenden „freien“ Kopf in den Anforderungen haben, ist hier noch einiges zu tun.
  
Erfreulich ist, dass aber hier schon erste Erfolge zu sehen sind. Die einzelnen Bewertungen sprechen dafür dass wir Züchter der ZwW Angora auf dem richtigen Weg sind mit unserer Neuzüchtung. Da Neuzüchtungen nur ab der Landesschau und den Bundesschauen mit einer Prädikatsbewertung bewertet werden dürfen, haben einige Züchter auch ihre Tiere auf verschiedenen Schauen vorgestellt und präsentiert.

Ausgestellt und bewertet wurden auf folgenden Landesschauen:

Landesverband Sachsen in Leipzig Dezember 2014. 2 Tiere wurden von Ina Krebs und Jörg Greve ausgestellt, dies ist besonders bemerkenswert, da sie ihre ersten Zuchttiere erst im Frühjahr bekamen.
1,0 mit 8/5
0,1 mit 8/4

Landesverband Weser-Ems in Leer Januar 2015. 2 Tiere wurden von Kerstin Rump ausgestellt.
1,0 mit 6/2
1,0 mit 8/3

Landesverband Westfalen in Hamm Januar 2015. 8 Tiere wurden von Susanne Zwonar, Kai Sander und der ZGM Kruse gemeldet  und ausgestellt.
1,0 mit 6/1
1,0 mit 6/2
1,0 mit 4/0
0,1 mit 6/2
1,0 mit 8/4
0,1 mit nb, zu schwer
2 Tiere fehlten

Mit großen Erwartungen schauten wir nun nach der Bundesrammlerschau in Ulm am 31.01.+ 01.02.2015. Als großes Finale des Zuchtjahres erwarteten wir dort ein recht großes Feld an Tieren unsere Rasse zu sehen zu bekommen und hier einmal die Tiere der verschiedenen Züchter vergleichen zu können!
Leider wurden nur 8 Tiere durch Kerstin Rump, Sven Bültemeyer und Kai Sander gemeldet, die 3 auf der angeschlossenen Landesschau gemeldeten Tiere fehlten leider.

Ergenisse der BRS:
0,1 mit 8/3
0,1 mit 6/0
0,1 mit nb Kahlstelle im Nacken
1,0 mit nb Filzbildung
0,1 mit nb Filzbildung
0,1 mit 8/3
2 Tiere fehlten

Es war ein schönes und lehrreiches erstes Zuchtjahr für unsere Neuzüchtung, wir haben sehr viele Erfahrungen sammeln können. Auch wenn die Bewertungsnoten nicht sehr hoch aussehen, müssen wir den amtierenden Preisrichtern sehr dankbar sein. In vielen Positionen waren sowohl positive und auch negative Hinweise zu finden, die uns wertvolle Hinweise gegeben haben. Es ist schon eine Herausforderung mit dem Angora-Wollkleid in Zwergwidder Form zu züchten.

Als einen großen Fehler von unserer Seite stellte sich heraus, dass wir davon ausgegangen sind, dass die Schurinterwalle unserer ZwwA mit den Angora gleichzusetzen wären. Über die warmen Monate hatten wir die Tiere in kurzen Intervallen geschoren und diese vor Überhitzung zu schützen. Darum war es uns nicht aufgefallen, was sich dann zu den Landes- und der Bundesrammlerschau erst herausstellte: Die ZwwA benötigen einen kürzeren Schurintervall!
 
Nach ca. 8 -9 Wochen ist das Wollvlies in voller Blüte. Da wir von anderen Intervallen ausgegangen waren, kam es zu den Problemen mit den Verfilzungen und dass die Tiere teilweise die Haare abgestoßen haben und Kahlstellen zu finden waren. Hierdurch blieben einige Ausstellungsgehege leer und bei den ausgestellten Tieren die quasi „über Nacht“ verfilzten mussten wir einige NB und Punktabzüge berechtigter Weise einstecken.

Zu den Bewertungen auf den Schauen, konnten wir schon sehr schöne Typen der ZwW in Körper und Form, sehr schöne Köpfe und Behänge zeige auch die Wolllänge und Strukturen sind schon bei einigen Tieren vorhanden.

Was wir als nächstes Ziel sehen müssen ist, dass wir das Gewicht in vielen Zuchtlinien reduzieren müssen und den Schwerpunkt auf Zuchttiere mit freien Köpfen legen. Einzelne Tiere zeigten auch Wollwachstumsstörungen, dies muss aus der Zucht im kommenden Jahr verdrängt werden!
 
Die allerwichtigste Erfahrung die wir alle gemacht haben ist, das wir die Schur Intervalle wie bei den großen Angora alle 84 Tage nicht halten können. Wir haben die Erfahrung gemacht, das bei unseren ZwW Angora die Wolle schneller wächst und aher abgestoßen wird. So das die beste Wolllänge+ Struktur in der 8. Woche nach der Schur haben. Zum Wohle unserer Tiere sollten die Schur Intervalle auf ca. 60 Tage reduziert werden.

 Vor der Schur  Nach der Schur

Hierdurch dürfen dann die Probleme von Verfilzungen und Kahlstellen im Nacken größtenteils behoben werden können. Im Laufe des Jahres EINS nach dem Neuzuchtantrag haben wir weitere Zuchtfreunde für die Rasse begeistern können. Leider sind aber auch schon Zuchtfreunde am überlegen, ob sie den Arbeitsaufwand von Landhaarkaninchen gerecht werden können. Wir stehen gerne weiteren Interessenten an der Zucht diese Rasse zur Verfügung und weisen auf unsere Homepage www.zwergwidder-angora.de zur Kontaktaufnahme hin.
 
Für das kommende Zuchtjahr 2015 werden wohl auf vielen weiteren Landesverbandsschauen die ZwwA zu sehen sein, auch ist zu erwarten dass mehr und hoffentlich auch bessere Tiere den Preisrichtern und Besuchern präsentiert werden.

Viele weitere Infos findet Ihr unter www.zwergwidder-angora.de


Kai Sander + Kerstin Rump

Zurück