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22. September 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Zwerg-Rex, lohfarbig schwarz

Aparte Seltenheit

Die Zwerg-Rexe wurden nach wechselvollen Anfängen seit den späten 1960ern im Jahre 1980 in den Rasse-Kaninchenstandard des ZDRK aufgenommen. Ursprünglich war seitens der Verbandsführung die Weiterentwicklung der – mit vermeintlich geringem Nutzwert behafteten – heute aber so weit verbreiteten und in vielen Farben gezüchteten Zwerg-Rexe kaum gewünscht.
 
Erst Ende der 90er Jahre erschienen Zwerg-Rexe schließlich auch in größerer Zahl auf Großschauen, aber erst nach der Jahrtausendwende auch in deutlich mehr Farbenschlägen. Seitdem nimmt die Entwicklung der Zwerg-Rexe eine deutlich steigende Tendenz in den Farbenschlägen. Aus vormals seltenen Spezialitäten sind mitunter heute – und das gegen den Trend allgemein rückläufiger Zahlen – weit verbreitete und züchterisch nicht nur anspruchsvolle sondern auch er-folgreiche Zuchten entstanden.
 
Insofern gehören die Zwerg-Rexe noch immer zu den jungen Züchtungen, die zwar schon seit mehr als drei Jahrzehnten „in Arbeit“ sind, aber erst in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Verbreitung erfahren haben, sicherlich nicht zuletzt auch aufgrund der grundsätzlich steigenden Zahl an Zuchten von kleinen und Zwergrassen.
 
Die lohfarbigen Zwerg-Rexe zählen zweifelsohne erst recht zu den eher selteneren Farbenschlägen. Es gibt sie in den Farbenschlägen schwarz-loh, havanna-loh, blau-loh. So waren im Jahr 2009 deutschlandweit in 9 Zuchten immerhin 270 schwarz-lohfarbige sowie in jeweils 2 Zuchten 23 blau-lohfarbige und 27 havanna-lohfarbige Tiere zu verzeichnen. Anerkannt wurden seit Anerkennung der fehfarbigen Lohkaninchen - entgegen der zwischenzeitlich vom ZDRK verfolgten Anerkennungspolitik - automatisch auch die Zwerg-Rex, feh-lohfarbig. Damit ist die schwarz-lohfarbige Variante – gewissermaßen noch als Vorreiter für die anderen Farbenschläge – bislang die vorherrschende.
 

Entwicklung im Schaugeschehen der letzten großen Schauen

Die Entwicklung ist seit der 26. Bundeskaninchenschau in Stuttgart 2003 mit gerade einer Sammlung und 371,5 Punkten in der Wertung eine – zwar nicht stets kontinuierliche doch – in Quantität und züchterischer Qualität eindeutig positive. Zur 27. BS in Nürnberg, 2005, wurden vier Sammlungen mit Ergebnissen von 374 bis 377 Punkten ausgestellt. Es gab im Stall von Monika und Gerhard Wilpert, Schwanfeld, erstmals einen Deutschen Meister sowie Klassensieger zu verbuchen. Zur 25. Europaschau in Leipzig Ende 2006 lag das Bewertungsniveau bereits bei 383 Punk-ten für die beste Sammlung.
Schließlich waren zur 28. BS in Bremen Ende 2007 über 30 schwarz-lohfarbige Zwerg-Rexe mit Ergebnissen zwischen 376 bis 381 Punkten zu sehen. Gerhard Wilpert erreichte den 2. Deutschen Meistertitel und Andreas Hutzler stellte einen Bundessieger.
 
Zur 22. Bundesrammlerschau in Kassel belegten die Ergebnisse einen deutlichen Qualitätssprung. Die Ergebnisse lagen zwischen 376,5 und beachtlichen 385,5 Punkten. Erstmals konnte es schließlich sogar ein schwarz-lohfarbiger Zwerg-Rex mit bis dahin unerreichten 97,5 Punkten schaffen als bester Zwerg-Rex der gesamten Bundesrammlerschau zu punkten. Das Ergebnis erwirkte sowohl dem Bundessiegertier – zwischenzeitlich „Tommy“ genannt – wie dessen Züchter schließlich gar zwei Fernsehauftritte beim WDR in Bielefeld und Düsseldorf.
 
Gerhard Wilpert errang im November 2009 in Nitra mit 382,5 Punkten nicht nur den ersten Europameistertitel für die Rasse, sondern stellte überdies auch einen Europachampion.
 
Sozusagen vervollständigt wurde im Dezember 2009 bei der 29. BS in Karlsruhe das erfolgreiche Jahr 2009 mit einem weiteren Deutschen Meister, diesmal mit 382 Punkten an Wolfgang Schmidt. Besonders erfreulich – und dies scheint sich nunmehr fortzusetzen – steigt seit dem nicht nur die Qualität in den Zuchten der bis dahin an einer Hand abzählbaren Züchter deutlich an, sondern insbesondere auch die Zahl der Interessenten und Zuchten rascher an.
 
Es wurden auf der 23. BRS in Rheinberg 2011 immerhin Ergebnisse zwischen 381,5 und 384 Punkten pro vier Tiere eines Züchters erzielt.
 
Den Deutschen Meister auf der 30. Bundes-Kaninchenschau in Erfurt 2011 bei den Senioren gewann Wolfgang Schmidt mit 379,5 Punkten sowie Andreas Hutzler mit 377,5 Punkten für ihre Zwerg-Rexe lohfarbig schwarz.

Auf der 27. EE-Europaschau Leipzig 2012 wurden Ergebnisse zwischen 378,5 und 382,5 Punkten erzielt.
  
Auch auf der 31. Bundes-Kaninchenschau 2013 errangen die Zwerg-Rexe lohfarbig schwarz hier von Adamek P.- Jacek einen Deutschen Meister mit 381,0 Punkten.
  

Standardanforderungen und züchterische Erfahrungen

Zuchtziel ist ein intensiv lohfarbiges Zwerg-Rex-Kaninchen, wobei die intensiv lohfarbigen Abzei-chen wohl als augenscheinlichstes Merkmal hervorzuheben sind.
 
Das Mindestgewicht der Zwerg-Rexe (allgemein) liegt bei 1,0 kg, das Höchstgewicht bei 1,6 kg. Beim Normalgewicht zwischen 1,2 und 1,4 kg erhalten die Tiere die volle Punktzahl. In der Regel lassen sich die Vorgaben bislang leicht einhalten. Bei der Auswahl der Zuchttiere – Rammler wie Häsinnen – ist jedoch in erster Linie auf gesunde und vitale Tiere zu achten. So werden bei mir - wie im Übrigen in vielen Zwergzuchten – regelmäßig Häsinnen, die zum Teil auch bis an die oder gar oberhalb der Gewichtsgrenze liegen, erfolgreich in der Zucht eingesetzt. Seltener, aber auch das ist ohne Probleme möglich, kann der umgekehrte Fall eines größeren Rammlers, d.h. nicht Typzwerg, Verwendung finden.

Der Körper ist gedrungen (walzenförmig), vorn u. hinten gleichmäßig breit; die Rückenlinie ist kurz und hinten gut abgerundet. Häsin – wie Rammler – sind frei von jeglichem Wammenansatz. Dementsprechend gilt eine leicht verjüngte oder leicht gestreckte Form als leichter Fehler. Die extrem schmale wie auch extrem lang gestreckte Form ist als schwerer Fehler zu werten.
 

Das Fellhaar ist sehr dicht und besitzt ein auf dem Haarboden fast senkrecht stehendes Haar mit einer Länge von ca. 14-17mm auf der Rückenmitte. Dabei soll weder Wellen- noch Lockenbildung auftreten. Die feinen, nicht gekrümmten Grannenhaare sollen mit dem Unterhaar etwa in gleicher Höhe abschließen. Hier besteht schließlich auch die Besonderheit der lohfarbigen Rexkaninchen zu den übrigen Rex-rassen. Dazu ist im Rahmen der Rassemerkmale Weiteres zu lesen. Die Behaarung im Bereich des Nackenkeils sei möglichst lockenfrei, jedoch sind leicht wellige Haarpartien im Nackenkeil sowie auch am Bauch und im Bereich der Geschlechtspartie oft nicht ganz zu vermeiden. Allgemein kann gelten, dass die Haarstruktur umso besser erwartet werden kann, je glatter und gleichmäßiger die Nackenpartie ist. Die Ohren sollen gut behaart sein.
 
Als leichte Fehler werden leichte Wirbel- oder Lockenbildung – ausgenommen im Nackenkeil, eine leicht überstehende Granne, dünnes Fellhaar, wenig Unterwolldichte, wenig behaarte Ohren wie auch (zu) wenig Spürhaare eingestuft. Wirbel- oder leichte Lockenbildung ist oft bei älteren Nestlingen wie auch noch bei heranwachsenden Tieren zu beobachten. Diese bildet sich erfahrungsgemäß bei den meisten Tieren im Zuge der Haarwechsel zurück. Allerdings und insbesondere entwickeln mitunter auch überjährige und ältere Rammler entsprechend welliges, leicht verwirbeltes Bauchhaar. Hier sollte insbesondere bei deren Bewertung – bei ansonsten passenden Rassemerkmalen – Sensibilität im Vordergrund stehen.
 
Entsprechend als schwere Fehler sind deren stärkere Ausprägungen sowie auch Kahlstellen an den Läufen, z.B. bei ausgestrecktem Hinterlauf, zu nennen.
 

Die Rassemerkmale im Einzelnen

Kopf und Ohren 
Der Kopf tritt entsprechend dem Zwergentyp markant in Erscheinung; er hat eine breite Stirn- und Schnauzpartie, wirkt aber infolge der Kurzhaarigkeit nicht so kräftig wie bei Hermelin oder Farbenzwergen und sitzt dicht am Rumpf. Bei den Häsinnen ist der Kopf feiner und an der Stirnpartie weniger breit.
 
Die Ohren sind entsprechend der Zwergenform, relativ kurz, jedoch – das wird gelegentlich immer noch bei der Bewertung der Zwerg-Rexe übersehen - länger als bei Hermelin und Farbenzwergen. Sie sollten eng bis leicht v-förmig getragen werden, oben schön abgerundet und von feiner – aber fester – Struktur sein. Sie erscheinen nicht zuletzt aufgrund der Kurzhaarigkeit etwas länger und feiner als bei normalhaarigen Tieren. Als ideal gilt bei den Ohren eine Länge von 6 cm und sie darf zwischen mindestens 5 cm und 7,5 cm variieren.
 
Leichte Fehler
sind z.B. tief liegende Augen, etwas lange Ohren über 6,5 cm bis 7,5 cm, wobei je nach Grad der Abweichung und nach Gesamterscheinungsbild in der Regel je halbem Zentimeter Abweichung ein halber Punkt abzuziehen ist. Ebenso werden etwas breit getragene Ohren oder zu dünne oder faltige wie auch spitze Ohren mit Abzügen leicht gestraft.
Demgegenüber gelten zu kurze Ohren unter 5 cm wie zu lange über 7,5 cm als schwere Fehler. Zudem sind zu dünne oder gar zu grobe Ohren ebenfalls nicht erwünscht.

Kopf- und Rumpfzeichnung 
Die Kopfzeichnung umfasst die lohfarbigen Nasenlöcher, welche gut lohfarbig ausgeprägt und scharf abgegrenzt sein sollen, die Kinnbackeneinfassung und die lohfarbig eingefassten Ohren mit ihren gleichfarbigen Flecken vorn am Ohransatz. Ein weiteres auffälliges Merkmal sind die nicht zu breiten, gleichmäßigen Augenringe, welche gut geschlossen und schmal sein sollen.

Die Rumpfzeichnung besticht zunächst durch eine breite, intensiv lohfarbige Brust - diese beginnt unter dem Kinn und geht zwischen den Vorderläufen hindurch in die Bauchlohe über. Während im Brustbereich noch die blaue Unterfarbe gegeben ist, geht diese etwa zwischen den Vorderläufen in eine lohfarbige Unterfarbe über.
 
Züchterisch problematisch sind oftmals – insbesondere gehäuft bei Tieren mit ausgeprägter und breiter Brustlohe – unklar abgegrenzte bzw. verwaschene Nasen- bzw. Schnauzpartien. Demgegenüber zeigen zumeist Tiere mit klar und kontrastreich gezeichneten Nasenpartien eine schmalere Brustlohe. Hier gilt es u.a. – m.E. – in den nächsten Jahren unter anderem darauf zu achten, dass Tiere, die beiden Idealen am nächsten kommen, verstärkt in der Zucht bleiben.
 
Die Bauchlohe soll kräftig und feurig sein und – aufgrund des rezessiv ausgebildeten Breitband-faktors (ww) – bis auf den Haarboden reichen. Sie wird von einer intensiv lohfarbigen Seiteneinfassung im Übergang zu den Flanken begrenzt.
Die Zucht mit breitem Band, d.h. lohfarbigen Haaren bis auf den Haarboden reichend, ließ sich bisher nicht immer wie gefordert umsetzen. Zudem sprach und spricht m.E. auch weiterhin einiges dafür, auch mit vorhandener bläulicher Bauchunterfarbe zu züchten, auch wenn dies nicht dem Standardideal entspricht. Mitunter sind lohfarbige Tiere mit fehlender Breitbandausprägung (Ww oder WW) und damit einhergehend bläulicher Bauchunterfarbe etwas kontrastreicher in der grundsätzlichen Farbausprägung.
 
Verblüffend erscheint, dass sich die Bauchunterfarbe bei einigen Ww-veranlagten Tieren, d.h. solchen mit (zunächst) bläulicher Bauchunterfarbe, im Laufe mehrerer Haarwechsel aufzuhellen vermag bis hin zu einer fast makellosen, lohfarbigen Bauchunterfarbe, so dass erwachsene Tiere mitunter von reinerbigen Tieren (ww) im Phänotyp nicht mehr zu unterscheiden sind.

 Die Fotos zeigen ein und dasselbe Tier, links als Jungtier mit bläulicher Bauchunterfarbe
 und noch leicht welliger Struktur, rechts ausgewachsen.

Insofern sollte meines Erachtens jedoch zwingend darauf geachtet werden, die einzusetzenden Tiere züchterisch auf deren individuelle genetische Basis zum Breitband zu testen und weder Tiere mit Ww- noch mit WW-Ausprägung miteinander zu verpaaren, um den züchterischen Schwerpunkt nicht auf dessen Problembeseitigung abgleiten zu lassen, denn - wie auch immer – im Rahmen der Bewertung unserer lohfarbigen Zwerg-Rexe wird eine blaue Bauchunterfarbe mittlerweile auch konsequent als schwerer Fehler geahndet.
Die nochmals intensiver gewünschten lohfarbigen Schoßflecken heben sich kräftig von der Bauch-farbe ab. Im Gegensatz zur geforderten, lohfarbenen Unterfarbe im übrigen Bauchbereich tritt im Bereich der Schoßflecken eine legitime blaue Unterfarbe auf.
 
Züchterisch wohl schwierigstes, aber dennoch gefordertes Merkmal sind die ebenfalls lohfarbigen Seitenspitzen, die etwa 2/3 der Rumpfhöhe erreichen sollen. Diese leicht überstehenden lohfarbigen Grannenhaare zählen gleichsam zu den Markenzeichen der Lohka-ninchen, bringen jedoch bei den Loh-Rexen und Zwerg-Loh-Rexen mindestens eine gröber wirkende Fellstruktur mit sich.
 
Diesem Umstand ist es schließlich zu zollen, dass die lohfarbigen Rexkaninchen im Allgemeinen in dieser Hinsicht mit besonderer Ausdauer zu züchten, insbesondere aber im Hinblick auf die Bewertung von Fellqualität und Rumpfzeichnung mit ausgeprägtem Fingerspitzengefühl zu be-werten sind. Der scheinbare Widerspruch zwischen der Erwartung an ein gutes Rexfell und den geforderten, hervorstehenden Grannenhaaren an den Flanken bereitet indes nach wie vor zum Teil erhebliche Schwierigkeiten, ist erfahrungsgemäß meiner Ansicht nach jedoch züchterisch durchaus auf ein Minimum reduzierbar, so dass sowohl ein ansprechendes Rexfell mit dennoch ausgeprägtem Ras-semerkmal „lohfarbige Seitenspitzen“ zu kombinieren ist. Ferner sind im Rahmen der Rumpfzeichnung die lohfarbigen Innenseiten der Vorder- wie auch Hinterläufe sowie die lohfarbigen Zehenpunkte an den Vorderläufen zu beachten.
 
Der lohfarbige Genickkeil soll nicht zu groß, leicht abgerundet oder dreieckig und gut abgegrenzt und meines Erachtens farblich möglichst rein sein.
Als leichte – bzw. in stärkerer Ausprägung schwere – Fehler sind eine zu schmale Brustzeichnung, schwache Brustlohe und Seiteneinfassungen und Seitenspitzen oder sonstige schwache oder verschwommene Zeichnungsmerkmale zu werten.

Farbe
Die Deckfarbe ist intensiv ausgeprägt und mit gutem Glanz versehen sowie rein und nicht mit andersfarbigen Haaren durchsetzt. Am Bauch ist die Unterfarbe – wie bereits festgestellt – bei allen Farbenschlägen zwingend lohfarbig. Wie bei der nebenstehenden Junghäsin sichtbar muss sich vielfach bei heranwachsenden Zwerg-Loh-Rexen die klare und scharfe Abgrenzung der Deckfarbe an den Flanken bis ins Erwachsenenalter erst noch herausbilden und ist daher auch regelmäßig nicht als bleibender Makel zu werten.

Die Augenfarbe ist bei den Schwarz-Loh-Zwerg-Rexen braun, die Krallenfarbe ist dunkel bis schwarzbraun.

Farblich bestechen wohl bislang wie auch bei den anderen lohfarbigen Rassen nicht zuletzt aufgrund des stärksten Kontrasts die schwarz-lohfarbigen Zwerg-Rexe am meisten. Die geltende genetische Erbformel lautet vereinfacht ABCDgoyrex/ ABCDgoyrex. Allerdings hat meine konkrete züchterische Erfahrung einiges an Farbausprägungen gebracht, die immer wieder eine Rückkehr auf vorhergehende, teilweise noch weniger weit entwickelte Generationen mit sich gebracht haben. So sind in von mir gezogenen Generationen seit 2003 blau-lohfarbige (ABCdgoyrex/ ABCdgoyrex), havanna-lohfarbige (ABcDgoyrex/ ABcDgoyrex) wie auch einfarbig schwarze Tiere gefallen, wobei letzteres auf die Verwendung von einfarbigen Tieren, wie z.B. schwarzen oder vermutlich eher gelben Zwerg-Rexen zur Verbesserung der Lohfarbe sowie Lohabzeichen schließen lässt.
 
Züchterisch besonders ärgerlich sind derartige „Fehlfarben“ daher, da sie rezessiv vererbt, mitunter über Generationen mitgetragen und immer wieder auf’s Neue auftreten können. Leider lässt sich dieses Problem nur durch konsequente, gelegentlich höchst bedauerliche Selektion auf die danach noch einzusetzenden Zuchttiere verringern und ausmerzen. Ich habe über einen gewissen Zeitraum zur Prüfung meiner Zuchttiere separatorfarbene Kaninchen eingesetzt, um teils langwierigere Tests zu vermeiden. Aber auch daran vorbei waren die oben genannten Fehlfarben zwar herausgezüchtet, doch traten – die genetischen Wahrscheinlichkeiten machen es möglich – gar noch gold-lohfarbige Jungtiere, teils auch sehr ansprechende, schöne Tiere auf. Allerdings werfen solche niedlichen Überraschungen den farbreinbestrebten Züchter rasch um Generationen zurück.
 
Alles in allem bleibt zu hoffen, dass das Wissen in der Züchterschaft um die genetischen Farbzusammenhänge – da tendenziell heute höher als je zuvor – ausreichen sollte, um derartiges künftig zu vermeiden.


Fazit
Zweifelsohne sind die schwarz-loh wie auch anders-lohfarbigen Zwerg-Rexe trotz steigender Tendenz noch selten. Sie wussten sich jedoch im Laufe der letzten Jahre vom gelegentlich in Frage gestellten Mauerblümchendasein hin zu einer ernst zu nehmenden Gruppe innerhalb der Zwerg-Rexe im Allgemeinen weiter zu entwickeln. Wesentlich für die Zucht der lohfarbigen Zwerg-Rexe sind neben dem Willen zur züchterischen Fortentwicklung der Rasse insbesondere Erfahrung in der Zucht und besonders in der Zuchtaus-wahl von Zwergkaninchen, überdies ausgeprägte Geduld und vor allem Durchhaltevermögen. Selbstläufer sind die mittlerweile auch großen Erfolge, insbesondere der letzten Jahre, bei dieser seltenen Rasse nämlich keineswegs.
Wie bei vielen anderen Zuchten auch müssen immer wieder auch Rückschläge unterschiedlichster Ursachen – wie oben genannt hinsichtlich der Farbreinheit, aber auch in Sachen Tiergesundheit verkraftet und züchterisch ausgeglichen werden. Aber – und da sei vielen erfahreneren Züchtern durchaus bewusst widersprochen – auch ein New-comer in der Rassekaninchenzucht kann sich mit dem erwähnten ernsthaften Willen und entspre-chendem Stehvermögen und der Bereitschaft, sich einer solche Leidenschaft zu widmen, erfolg-reich auch mit einer so genannten schwierigen Rasse wie den lohfarbigen Zwerg-Rexen etablieren. Grundsätzlich ist – wie ich abschließend betonen möchte – dabei eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit unter den Züchtern unabdinglich, auch und insbesondere, wenn Probleme in der ein oder anderen Linie oder Zucht auftreten. Nur so kann und wird die Fortentwicklung dieser so aparten Rasse auch weiterhin unter guten Vorzeichen bleiben.
 

Wolfgang Schmidt


Quellen:
ZDRK-Rasse-Kaninchen-Standard 2004
Scholz, Hans-Peter: Kaninchen-Kompass, 3. Aufl. 2002
Gerger, Franz: Artikel „Unsere Rexzwerge“, Mai 2004
Div. Schaukataloge seit BS 2003 Stuttgart, ff.

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