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22. September 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Wirkung der Petersilie

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Die Fütterung von Petersilie und ihr Einfluss auf die Gesundheit der Kaninchen

Die Petersilie (Petroselinum crispum Mill.) ist wohl das bekannteste unter den bei uns verbreiteten Kräutern. Ursprünglich stammt die Petersilie wahrscheinlich aus Sardinien. Und obwohl sie schon seit mehreren Jahrtausenden hauptsächlich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet war und als Würzkraut geschätzt wurde, trifft man sie in unseren Küchen erst seit etwa 400 Jahren an. Die Petersilie gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) wie z. B. auch Wiesenkerbel, Echter Kümmel, Bärwurz und Koriander. Bekannt sind der aromatisch, frische Geruch und Geschmack besonders der Glatten Petersilie. Im Altertum wurde die Petersilie als heiliges Kraut verehrt, und - zu Petersilienkränzen gebunden – spielte sie eine ähnlich ehrende Rolle wie später der sprichwörtliche Lorbeerkranz.

Inhaltsstoffe und Wirkung
Petersilie ist reich an Vitamin A, C und E sowie den B-Vitaminen. Außerdem enthält sie viele Mineralien, vor allem Kalium. Kalium ist besonders für die Funktion der Nerven- und Muskelzellen wichtig. Darüber hinaus enthält Petersilie einen sekundären Pflanzenstoff, das Apigenin, aus der Gruppe der Flavone. Diese gelten u. a. als entzündungshemmend und antiallergisch. Apiol, ein weiterer Wirkstoff der Petersilie, wirkt stimulierend und, allerdings erst in sehr hoher Konzentration, abortiv. Für den Humanbereich hat das Bundes- gesundheitsamt am 06.05.1993 eine Aufstellung traditioneller Anwendungsgebiete für Kräuter veröffentlicht. Hier wird die Petersilie nach den Anwendungsgebieten (Indikationen) „A“ und „O“ eingestuft. „A“ steht dabei für: „Stärkung und Förderung der Verdauungs-funktion“ und „O“ für: „Unterstützung der Ausscheidungsfunktion der Niere“. Diese Wirkung lässt sich auch bei Kaninchen beobachten. Immer wieder berichten Züchter davon, dass nach Einsatz von Petersilie Blähungen und Durchfälle zurückgehen.

Einsatz
Frische Petersilie findet man bei uns praktisch in allen Gärten, nicht nur eines jeden Kaninchenzüchters. Doch auch, wer über keinen Garten verfügt, oder in der vegetationsarmen Winterzeit, braucht auf den Einsatz des beliebten Krautes nicht zu verzichten. Getrocknete Petersilienstengel bieten einen adäquaten Ersatz. Diese werden aus frischen Pflanzen gewonnen, die für die Lebensmittelindustrie oder zu heilpflanzlichen Zwecken angebaut werden. An dieser Tatsache lässt sich schon das hohe Qualitätsniveau der getrockneten Ware erkennen. Nach der Ernte erfolgt eine schonende Trocknung der frischen Pflanzen. Anschließend werden die getrockneten Pflanzen nach Blättern und Stengeln getrennt. Die Blätter finden sich aufbereitet wieder in Kräuter- und Würzmischungen, auf der tiefgefrorenen Pizza u.v.m. Bei den getrockneten Stengeln für den Kaninchenzüchter genießt die grobe, rohfaserreiche Ware den Vorzug vor einer feinen Ware. Zum einen unterstützen die groben Stengel den Nagetrieb der Tiere. Und andererseits sind die Bröckelverluste bei grober Ware deutlich geringer. Meist genügt der Einsatz von wenigen Stengeln an einigen Tagen in der Woche, um die Verdauung deutlich zu verbessern. Geschwächten Tieren können Petersilienstengel auch alleine verfüttert werden. Die Akzeptanz ist dann oft ein untrügliches Zeichen für die weitere Erholung der Tiere.

Wolfgang Herzog, AGRAVIS Raiffeisen AG

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