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19. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Wahl der Rasse, Stallbau und Fütterung

Tipps für Anfänger

Für Neulinge in der Kaninchenzucht stellt sich oft die Frage: „wie fange ich jetzt eigentlich an...?“.

Viele Fragen beantworten wir im Internet in der Rubrik „Tipps für Anfänger“. Züchter, Buchautoren und Fütterungsexperten geben wertvolle Anleitungen für einen erfolgreichen Start in die Zucht.

Wenn man mit der Kaninchenzucht beginnen möchte, helfen einem oft die Vereine vor Ort weiter. Der Vorsitzende oder andere Züchter des Vereins leisten gerne Starthilfe.

Die Wahl der Rasse

Zu Anfang sollte man sich Gedanken darüber machen, mit welcher Kaninchenrasse man beginnen möchte und ob die örtlichen Gegebenheiten entsprechend verfügbar sind. Hier ist es sinnvoll ein oder mehrere Ausstellungen zu besuchen und sich über die verschiedenen Rassen und Farbenschläge zu informieren. Man kann zwar viele Rassen mit Foto in der Fachliteratur oder im Internet finden, doch dieses kann einen Ausstellungsbesuch nicht ersetzen.

Viel wichtiger ist es, die Kaninchen in natura zu betrachten und die Eigenheiten zu sehen. Meistens kann ein Foto die Farbe auch nicht hundertprozentig wiedergeben. Zudem hat man auf den Schauen auch die Möglichkeit, Züchter der Rassen kennenzulernen und sich persönlich informieren zu lassen. Die meisten Züchter sind dann nach Absprache auch gerne bereit, ihre Stallanlage zu präsentieren.
  
Bei der Wahl der Rasse sollte vorrangig der persönliche Geschmack  entscheiden. Man sollte sich nicht eine „einfach zu züchtende Rasse“ einreden lassen.

Stallgrößen

Ein entscheidender Punkt sollte natürlich auch der zur Verfügung stehende Platz sein. Wenn ich mir vornehme, Deutsche Riesen zu züchten, sollte ich mir im Klaren sein, dass ich bei zwei erfolgreichen Würfen mindestens 20 Buchten in einer Mindestgröße von 110 x 80 cm benötige (siehe Tabelle).

  Fläche in cm² Höhe in cm*
> 5,5 kg
Große Rassen
8.800
(B x T 110 x 80 cm)
70
 
> 3,25 kg
Mittelgroße Rassen
6.800
(B x T 85 x 80 cm)
60
 
> 2,0 kg
Kleine Rassen
5.250
(B x T 70 x 75 cm)
60
 
< 2,0 kg
Zwergrassen
4.500
(B x T 65 x 70 cm)
50
 

* Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. TVT empfiehlt in ihrem Merkblatt 78 diese Stallgrößen (*sollte auf 70% der Fläche gegeben sein)
 
Dieser Hinweis soll den Neuanfänger keineswegs von der Zucht einer großen Rasse abhalten. Doch die Größe des Grundstücks und der Verbleib des Mistes spielen schon eine gewisse Rolle. Wer nur verhältnismäßig wenig Platz zur Verfügung hat, sollte sich nicht unbedingt eine spalterbige Rasse aussuchen. Bei z. B. gescheckten Kaninchenrassen hat man den Nachteil, dass auch einfarbige Nachkommen fallen, die nicht ausgestellt werden können. In diesem Fall würde eine einfarbige Rasse sicherlich mehr Freude bereiten, da man für die Ausstellung eine größere Auswahl an Tieren zur Verfügung hätte.

Stroh zählt nicht nur zu den beliebtesten Einstreuarten, sondern ist zudem neben gutem Heu als Rauhfutter unverzichtbar.

Als Untergrund der Einstreu wird auch Späne wegen der guten Saugfähigkeit verwendet. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Späne staubfrei sind.

Ein ebenfalls bewährter Untergrund der Einstreu sind Strohpellets, die aus zerkleinertem Stroh gepresst werden. Strohpellets haben ebenfalls eine gute Saugfähigkeit.

Stallbau und Einstreu

Nachdem die Entscheidung für eine Rasse gefallen ist, kann es an die Planung des Stalles gehen. Soll es ein Außen- oder Innenstall werden?

Bei Innenställen ist zu beachten, dass die Tiere genügend Tageslicht bekommen und die Stallanlage ausreichend belüftet werden kann. Dazu sind entsprechende Fenster- und Türflächen oder ein Lüftungssystem erforderlich. Eine anhaltende Belastung mit Ammoniak oder Kohlendioxid ist für die Kaninchen schädlich und kann zur Erkrankung der Atemwege führen. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 50 bis 60 % liegen. Außerdem sollte vermieden werden, dass die Tiere zu starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Die ideale Temperatur für Kaninchen liegt bei 15 bis 20 Grad Celsius.
 
Bei Außenställen hingegen können Wind und Regen ein Problem darstellen. Die Kaninchen dürfen nur nicht ständig Zugluft ausgesetzt sein.

Bei der Wahl der Buchten bieten verschiedene Hersteller bewährte Systeme an.

Bei der Konstruktion aus Holz sollte darauf geachtet werden, dass es keine Kanten gibt, denn diese bieten „Angriffspunkte“ zum Nagen.
 
Insgesamt durchgesetzt haben sich Ställe mit Kotschubladen aus Kunststoff. Diese schützen das weitere Material gegen den Urin und vereinfachen bei entsprechender Konstruktion das regelmäßige Misten der Ställe.

Die Ställe können mit Kunststoff überzogenen Rosten oder mit Kunststoffgittern versehen sein. Diese Haltungsmethode verursacht insgesamt weniger Mist. Viele Züchter setzen die Tiere jedoch direkt in die Schublade. Als Einstreu dient dann Stroh. Als saugfähiges Material kann man darunter Späne oder Strohpellets einstreuen.

Die Fütterung

Für die Kaninchen ist eine regelmäßige Versorgung mit frischem Wasser unerläßlich. Hierzu eignen sich Wandnäpfe oder Wasserflaschen. Diese werden von den Fachhändlern in verschiedenen Ausführungen angeboten. Die Wassergefäße müssen auch für die Jungkaninchen gut zugänglich sein.
 

Kaninchen benötigen Rohfaser in grober Struktur.
Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört ein gutes Heu.

Grünfutter wird von den Kaninchen gern gefressen. Dieses sollte möglichst frisch sein.
Jungtiere müssen langsam daran gewöhnt werden.

Bei Tränkflaschen sollte man darauf achten, dass diese nicht zu tief angebracht werden. Die Tiere müssen dann zu sehr den Kopf drehen. Eine höhere Positionierung vereinfacht die Flüssigkeitsaufnahme.
 
Die Kaninchen müssen ständig die Möglichkeit haben, Heu oder Stroh aufzunehmen. Sie benötigen Rohfaser in grober Struktur. Ein gutes Heu – idealerweise mit verschiedenen Kräutern und Gräsern – kann somit über den ganzen Tag in vielen kleinen Rationen gefressen werden und trägt zur Gesunderhaltung der Tiere bei.

Eine vitaminreiche Fütterung kann man u. a. mit Grünfutter gewährleisten. Im Sommer stehen Gras, Löwenzahn, Luzerne, Blätter und Kräuter zur Verfügung.
 
Es sollte darauf geachtet werden, dass das Grünfutter möglichst frisch ist und gegebenenfalls in dünnen Schichten gelagert wird. Andernfalls kann es im Sommer zu Gärungsprozessen kommen. Besonders im Frühjahr muss man die Kaninchen langsam an das Grünfutter gewöhnen.

Bei Jungtieren sollte man langsam mit der Fütterung beginnen und reichlich Rauhfutter dazu reichen.
  
Bei den Heuraufen ist darauf zu achten, dass die Tiere nicht hineinspringen können. So kann man dem Erhitzen des Futters und einer Verletzungsgefahr vorbeugen.


Quellnachweis:
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. TVT, Merkblatt 78, 2009.
Kaninchen-Fibel, Muskator-Werke GmbH, 8. Auflage.
Rassekaninchen züchten, Christoph Schumacher, Eugen Ulmer KG, 2010.

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