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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Thomas Happel, Marburger Feh


Thomas Happel aus dem Verein K4 züchtet seit
mehr als 30 Jahren Marburger Feh. Hier im
Hintergrund ein schöner Zuchtrammler

9 Mal Deutscher Meister

kn./Haina
Seit mehr als 30 Jahren hat sich Thomas Happel der Zucht der Marburger Feh verschrieben. Und er ist ein Spezialist in der Rasse. Dieses bestätigen die Erfolge der letzen Jahre.
 
Seine Laufbahn als Kaninchenzüchter begann er 1981, als er in die Jugendgruppe eintrat. Bereits einige Jahre zuvor hatte er als Sechsjähriger ein Kaninchen von seinem Großvater geschenkt bekommen, um das er sich selber kümmern musste. Das Kaninchen wurde groß gefüttert und später geschlachtet. Er hat dann jedoch nicht locker gelassen, bis er wieder ein neues Kaninchen hatte.  
 
Als Jungzüchter hatte er anfangs Deutsche Riesen grau im Stall. Doch schon ein halbes Jahr später hat er sich auf die Marburger Feh festgelegt, denen er bis heute treu geblieben ist. Neben der Hauptrasse bevölkern Zwergwidder in fehfarbig und havannafarbig die Zuchtanlage.

Die Zuchtanlage ist ein wahres Schmuckstück und ein absolutes Vorzeigeobjekt innerhalb des ZDRK! 

Als im Jahr 2005 das Wohnhaus gebaut wurde, entstand daneben ein eigenes, kleineres Haus für die Kaninchen. Ausgestattet ist die Zuchtanlage mit 97 Einzelbuchten, die der gelernte Tischler in Zusammenarbeit mit der Firma Kirschstein erstellt hat. Der geflieste Boden und die hell gestrichenen Wände hinterlassen einen professionellen Eindruck.
 
Alle Ställe sind mit Kunststoffschubladen ausgestattet. Bei der Einstreu schwört Thomas Happel auf reines Weizenstroh. Dieses wird auch nicht um weitere Komponenten ergänzt.

Gezüchtet wird bei den Marburger Feh jährlich mit etwa 12 Häsinnen und zwei bis drei Rammlern. Bei den Zwergwiddern kommen je Farbenschlag fünf bis sechs Häsinnen und zwei Rammler zum Einsatz. Bei den Marburger Feh legt Zuchtfreund Happel großes Augenmerk auf die Position 4 Kopf und Ohren sowie Position 2 Körperform, Typ und Bau. Ebenfalls wichtig sind die Felle, die eine große Beachtung finden.

 
Ein Großteil einer erfolgreichen Zucht macht die Zuchtbuchführung aus. Thomas Happel verwaltet diesen Bereich per Software über seinen PC. Eine gut dokumentierte Abstammung kann so die geplanten Verpaarungen unterstreichen oder auch mal eine Zusammenstellung überdenken lassen. Weitere wichtige Punkte sind natürlich die Erfahrung in der Zucht und manchmal auch einfach das Bauchgefühl. Die Marburger Feh werden hauptsächlich von Februar bis April gezogen. Bei den Zwergwiddern hingegen hat man die besten Erfahrungen mit Würfen aus März bis Juni gemacht. Ältere Tiere können unter Umständen zum Ende des Jahres sonst „verblüht“ sein.


Seine Marburger Feh lieben nicht nur das
Heu,sondern auch Ihren Züchter

Bei der Fütterung hat Thomas Happel seine eigene „Spezialmischung“, die kontinuierlich das ganze Jahr gefüttert wird. Hier werden auch keine besonderen Komponenten vor den Schauen hinzugefügt. Lediglich die tragenden oder säugenden Häsinnen bekommen eine größere Ration.

Die Mischung besteht aus Getreide (Hafer), Pelletfutter, Nager-Müsli, etwas Taubenfutter, Sonnenblumenkerne und Haferflocken. Dazu wird regelmäßig Heu gefüttert.

Vor der Schausaison wird meistens eine Kokzidienkur gemacht. Thomas Happel hat die Erfahrung gemacht, dass die Tiere dann auch besser durch die Haarung kommen. Die Ausstellungstiere schickt Zuchtfreund Happel auf maximal drei Schauen pro Jahr. So haben die Kaninchen zwischen den Schauen genügend Zeit, wieder in Topform zu kommen. 

Einen hohen Stellenwert nimmt die Clubarbeit bei Thomas Happel ein. So ist er auch stellvertretender LV-Clubobmann und stellvertretender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Feh- und Lux-Clubs in Deutschland. Im Feh- und Luxkaninchen-Club Kurhessen ist er Zuchtbuchführer. Die jährlich stattfindenden Clubvergleichsschauen gehören zu den Höhepunkten. Besonders die Schauen der Feh- und Luxkaninchen-Züchter finden in einem kleineren Rahmen statt und haben einen gewissen familiären Charakter.

Im Laufe der Jahre hat sich zu einigen Züchtern ein freundschaftliches Verhältnis, sodass man sich auch zu Geburtstagen einlädt.

In der Zucht der Marburger Feh arbeitet er mit fünf bis sechs Züchtern enger zusammen. Das sind unter anderem Jürgen Berstecher, Klaus Stumm, Eckhard Gelfert und Andreas Malzanini. Bei den fehfarbigen Zwergwiddern ist auf Grund der noch geringen Verbreitung ein enger Austausch unter den Züchtern unerlässlich.
 
Wenn man Thomas Happel nach seinen Erfolgen fragt, ist er recht bescheiden – doch er ist mittlerweile in verschiedenen Rassen 9 Mal Deutscher Meister geworden.

Der erste Deutscher-Meister-Titel 1999 mit Marburger Feh war eine absolute Überraschung für ihn und hat ihn regelrecht vom Hocker gehauen. Damit hatte er damals noch nicht gerechnet, da er nicht davon ausgegangen war, dass er mit seiner Zucht schon soweit ist. Den Grundstein für diesen Erfolg legt unter anderem der Rammler 4.7.15, der 1997 auf der Bundesschau in Nürnberg mit 97,5 Punkten einen Klassensieger stellte. Dieses Tier stach damals besonders hervor und hat sich in der Zucht positiv vererbt. Der größte Erfolg war die Bundesschau 2007 in Bremen. Dort wurde Zuchtfreund Happel mit den Marburger Feh und 388,5 Punkten Deutscher Meister und stellte neben dem Bundessieger drei Klassensieger. Außerdem errang er den Meistertitel bei beiden Farbenschlägen der Zwergwidder.

Der Besuch bei Thomas Happel war beeindruckend und er ist nach all den Jahren als Züchter noch immer heiß auf das Hobby. Für ihn gibt es auch auf dem hohen Niveau immer noch viele Kleinigkeiten, die man verbessern kann. Neben der Vielzahl an hervorragenden Tieren ist seine Zuchtanlage ein wirkliches Aushängeschild für unser Hobby.

Für die weiteren Herausforderungen der Zucht wünschen wir Zuchtfreund Happel ein glückliches Händchen und viel Erfolg.

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