ZeitschriftE-Paper kleintiernewsSchnupperabo kleintiernews 3 Monate
deutschnederlandsenglish
19. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Rohprotein

Wichtig in der Kaninchenfütterung

rohprotein,kaninchenkrankheiten,kaninchenernährung,

Rohprotein umfasst die Summe aller im Futter vorhandenen Eiweiße (Proteine) und eiweißähnlicher Stoffe. Hochwertiges Futterprotein zeichnet sich durch eine gute Verdaulichkeit und eine für die jeweilige Tierart günstige Zusammensetzung aus.

Eiweiß geht in die Bildung von körpereigenen Proteinstoffen wie Haut, Haare, Milch, Muskulatur, Blut, Enzyme und viele weitere Substanzen des lebenden Organismus ein. Für die Bildung dieser Stoffe müssen dem Kaninchen die Eiweiße über das Futter zur Verfügung gestellt werden. Eiweiß kann durch keinen anderen Nährstoff des Futters ersetzt werden.

Proteine sind aus Aminosäuren aufgebaut, deren Menge die Eiweißqualität bestimmt. Ungefähr die Hälfte der Aminosäuren kann der Körper selbst produzieren (nicht-essentielle Aminosäuren). Jedoch sind andere Aminosäuren lebensnotwendig (essentiell), da sie vom Organismus nicht selbst gebildet werden können. Sie müssen daher mit der Nahrung aufgenommen werden. Entsprechend der verschiedenen Einsatzorte ist eine Proteinvielfalt im Futter anzustreben. Proteingehalte von schlechter Qualität führen zu einer Belastung des Stoffwechsels und auch zur Begünstigung von Verdauungsstörungen. Daher ist nicht nur die Menge an Protein die zur Verfügung steht entscheidend, sondern in welcher Qualität, d.h. mit welchem Gehalt an essentiellen Aminosäuren. Somit ist die Zusammensetzung an Aminosäuren ausschlaggebend für den Nährwert von Proteinen.
Da Eiweiß täglich verbraucht wird, muss es laufend durch das Futter ergänzt werden. Die Körpersubstanz wird nur erhalten und die Lebensvorgänge laufen nur dann normal ab, wenn für das verbrauchte Eiweiß der entsprechende Ersatz geliefert wird. Deshalb gehören zur richtigen Fütterung auch Kenntnisse über den Wert der Futterpflanzen. Da das gesamte Rohprotein nicht verdaulich, also wirksam ist, ist der Gehalt der Aminosäuren Lysin und Methionin des jeweiligen Futtermittels entscheidend für die Proteinqualität.
Eiweißüberschüsse in der Gesamtration sollten verhindert werden, da diese sonst zu Verdauungsstörungen beim Kaninchen führen können. Besonders bei Jungkaninchen führt eine Verabreichung eiweißreicher Futtermittel zu Durchfall.

rohprotein,kaninchenkrankheiten,kaninchenernährung,

Rohprotein, verdauliches Rohprotein und verdauliche Energie verschiedener Futtermittel (nach Schlolaut 2003) 

Futtermittel
Rohprotein
Verdaulich.
Verdaulich.
 
 
Rohprotein
Energie
 
%
%
MJ/ kg
Grünfutter
 
 
 
Futterkohl
2,2
1,5
2,1
Wiesengras
3,0
2,0
2,9
Luzerne v.d. Blüte
4,5
2,8
2,8
Grünfutter-Silage
 
 
 
Kleegras-Silage
3,6
1,8
2,3
Mais-Silage
2,0
1,3
2,5
Grünfutter, natürlich
 
 
 
u. künstlich getrocknet
 
 
 
Brennesselheu
22,6
16,4
9,9
Haferstroh
3,8
0,9
4,6
Luzerne- Heu v.d. Blüte
16,1
10,5
8,5
Wiesenheu, mittelgut
10,0
4,5
6,6
Wurzeln/ Knollen
 
 
 
Futterrüben
1,0
0,4
2,4
Möhren
1,4
1,2
2,0
Körner/ Samen
 
 
 
Gerste
9,9
7,1
13,6
Hafer
10,5
8,1
12,4
Mais
10,1
7,6
14,9
Weizen
12,1
9,1
14,5
Erbsen
24,3
20,8
15,1
Gewerbliche Nebenprodukte
 
 
 
Weizenkleie
16,7
13,9
10,5
Maiskleber
21,2
15,9
11,9
Haferschälkleie
5,3
1,3
2,7
Ölkuchen u. Extraktionsschrote
 
 
 
Rapsextraktionsschrot
36,0
27,7
11,4
Sojaextraktionsschrot
45,5
39,0
13,1
Sonnenblumenextraktionsschrot
38,1
32,6
10,7
Verschiedenes
 
 
 
Brot, getrocknet
15,8
15,0
17,5
Eicheln, getrocknet
4,3
2,6
10,7
Haushaltsabfälle
1,9
1,0
1,7
Trockenhefe
44,8
32,9
11,2
 
 
rohprotein,kaninchenkrankheiten,kaninchenernährung,
Die natürlichen Futtermittel wie Weizen, Mais, Soja oder Erbsen weisen alle Defizite an einer oder mehreren Aminosäuren auf. Um diese Lücken zu schließen und eine ausgewogene und damit gesunde Ernährung der Tiere zu gewährleisten, ist der Einsatz künstlich hergestellter Aminosäuren von Bedeutung. Synthetisch (künstlich hergestellte) Aminosäuren sind sehr hochwertig und zu 90 – 100 % verdaulich. Je vollständiger die essentiellen Aminosäuren in dem Eiweiß einer Ration enthalten sind, desto höher sind Wachstum der Jungtiere und Milchleistung der Häsinnen.

Den Eiweißbedarf kann man je nach den verschiedenen Leistungen und Nutzstadien der Tiere bemessen. Einen besonders großen Eiweißbedarf haben Zuchttiere, vor allem tragenden und säugende Häsinnen, Tiere im Haarwechsel und Jungtiere im Wachstum. Leistungsfutter muss daher mehr Eiweiß als Erhaltungsfutter enthalten.

Empfehlungen für den Energie- und Nährstoffgehalt von Alleinfutter
 
 
Verdauliche Energie
(MJ/kg)
Rohprotein
 
(%)
Lysin
 
(%)
 
Methionin
+ Cystin
(%)
 
 
Ausgewachsene
Tiere
8,5 - 9,0
13 - 14
0,65
0,45
 
Jungtiere
10,0 - 11
17 - 18
0,90
0,65
 
Hochtragende und
säugende Häsinnen
10,5 - 11,5
18 - 22
1,00
0,70
 

Fazit:

Die Proteinqualität spielt eine entscheidende Rolle in der Ernährung von Zucht- und Mastkaninchen. Die Menge des benötigten Proteins hängt nicht nur von dessen Verdaulichkeit, sondern auch vom Aminosäuremuster ab. Der Eiweißgehalt kann somit umso geringer sein, je höher die biologische Wertigkeit des Eiweiß ist.
Ungünstige Verhältnisse, zu hohe bzw. zu geringe Anteile oder schlechte Qualitäten des Proteins führen zu Verdauungsproblemen.
 
Maike Dedek
Muskator Werke GmbH, Mannheim

 

Zurück