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29. Januar 2022 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Rasse des Jahres 2022

Nachdem aufgrund der Corona-Pandemie die Wahl zur Rasse des Jahres im letzten Jahr lediglich per Post oder Internet möglich war, sollten eigentlich die Stimmkarten in diesem Jahr bei der Bundesausstellung am 18./19. Dezember 2021 in Karlsruhe wieder wie in den Vorjahren üblich direkt am ZDRK-Informationsstand abgegeben werden dürfen. Dies ist jedoch aufgrund der Absage der Bundesausstellung nun leider doch nicht möglich und es bleiben wie im Vorjahr nur die Möglichkeiten der Wahl per Post (die Stimmkarten befinden sich in den beiden Fachzeitschriften „kleintiernews - Faszination Rassekaninchenzucht“ in der Dezember-Ausgabe und „Kaninchenzeitung“ in der Januar-Ausgabe) und per Internet.



 
Diesmal stehen folgende Rassen und Farbenschläge zur Wahl: Deutsche Widder wildfarben-weiß, hasen-, wildgrau-weiß, Große Marderkaninchen blau, Weißgrannen schwarz, Englische Schecken blau-weiß, Holländer gelb-weiß, Zwergwidder weißgrannenfarbig schwarz, Farbenzwerge luxfarbig, Satin kalifornierfarbig havannafarbig-elfenbein, Schwarz-Rexe und Angora weiß RA. Somit wird auch in diesem Jahr wieder ein breites Spektrum von wählbaren Farben und Typen unserer Kaninchen angeboten. Sehr positiv ist die Tatsache, dass auch Rassen aus den Erhaltungszuchten  zur Auswahl stehen.

Die Kurzbeschreibungen der Rassen/Farbenschläge wurden auch in diesem Jahr wieder von Birgit Busse-Sander und Banner und Stimmkarte zur Wahl wie in den Vorjahren vom Team des RKZ-Forums gefertigt und zur Verfügung gestellt. Die Fotos stammen auch wieder von den beiden Fachzeitungen „Kaninchenzeitung“ (HK-Verlag) und „kleintiernews – Faszination Rassekaninchenzucht“ sowie vom RKZ-Forum. Allen Beteiligten hierfür herzlichen Dank!

In diesem Jahr beginnt die Wahl mit dem ersten Ausstellungstag der Bundesausstellung in Karlsruhe, also am Samstag, 18. Dezember 2021, und läuft bis Sonntag, 23. Januar 2022 (diesmal somit fünf Wochen!). Die Stimmkarten können entweder in Karlsruhe bis zum Schauende am Sonntag abgegeben oder per Post an den ZDRK-Referenten für Öffentlichkeitsarbeit Wolfgang Elias (Anschrift steht auf der Stimmkarte) geschickt werden. Eine weitere Möglichkeit der Wahl besteht online über die Internetseite „www.rassedesjahres.zdrk.de“. Auf dieser Homepage werden dann auch pünktlich zum Start der Aktion die Online-Formulare zur Wahl freigeschaltet. Die abgegebenen Stimmen (per Internet, per Post und Wahl am ZDRK-Informationsstand) werden nach dem Ende der Aktion jeweils ausgezählt, addiert und so die Siegerrasse ermittelt. Das Ergebnis der Wahl wird dann ab Februar 2022 in der Fachpresse sowie von den Internetplattformen veröffentlicht. Somit haben die örtlichen Vereine und Verbände wieder ausreichend Zeit, noch rechtzeitig vor dem Osterfest Mitte April - hier sind die lokalen Medien erfahrungsgemäß noch eher bereit, in Verbindung mit dem „Osterhasen“ über die Rassekaninchenzucht zu berichten - entsprechende Werbemaßnahmen mit der Siegerrasse als „Aufhänger“ durchzuführen.

Wolfgang Elias
Referent für Öffentlichkeitsarbeit im ZDRK
 

Kurzbeschreibungen der zur Wahl stehenden zehn Kaninchenrassen


Deutsche Widder wildfarben-weiß, hasen-, wildgrau-weiß
ABCDGK/ABCDGk

Die Herkunft der Widderkaninchen lässt sich nicht zur Gänze klären, erste Tiere dieser Rasse wurden aber sicherlich aus Frankreich nach Deutschland ein-geführt. Der Deutsche Widder ist ein Vertreter der großen Rassen in unserem Standard. Sein Höchstgewicht beträgt 9,00 kg.

Der Körper des Widderkaninchens ist gedrungen, breit und massig. Der eindrucksvolle Kopf der Widderkaninchen ist charakteristisch und bei beiden Geschlechtern gut ausgeprägt. Besonders wichtig ist die starkgebogene Ramsnase.

Der Behang ist an den Ohrenansätzen mit einer ausgeprägten Krone versehen. Die Ohren sind kräftig und stabil. Die Behanglänge beträgt 38 bis 45 cm.
Durch die Mantelscheckung gehört dieser Farbenschlag in die Klasse III Abzeichenrassen. Sie sind genetisch spalterbig. Die Merkmale der Mantelzeichnung sowie die Grund- und Zeichnungsfarbe orientieren sich an der Ursprungsrasse, der Mecklenburger Schecke.


Große Marderkaninchen blau
amBCdg/anBCdg

Die Herauszüchtung des großen Marderkaninchens begann an vielen Standorten gleichzeitig. In Deutschland entstand die Rasse um 1925 in Hamburg. Sie sind ebenfalls spalterbig.
Sie gehören im Standard zu den mittelgroßen Rassen. Die blaue Deckfarbe verläuft zu den Seiten etwas heller, über den Rücken verläuft ein dunklerer Streifen, der sogenannte Rückenstreifen.

Die Abzeichen am Kopf bestehen aus der Maske, der Augeneinfassung dem charakteristischen Marderkreuz sowie dem Backenpunkt und den dunklen Ohren.


Weißgrannen schwarz
achiBCDgo/achiBCDgo

 Die Weißgrannen gehören ebenfalls zu den mittelgroßen Rassen im Standard. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts waren erste Vertreter dieser Rasse als Deutsche Silberfuchskaninchen auf den Pelztierschauen zusehen. Die Weißgrannen betraten dann in den 1960ger Jahren die Bühne der Ausstellungen.

Die Weißgrannen schwarz gehören zu den Abzeichenrassen. Als Abzeichen gelten hier unteranderem die weiße Nasen- und Augeneinfassung, die Kinnbackeneinfassung, sowie die weiße Rumpfbegrannung.

Die Deckfarbe ist am Rumpf, am Kopf, den Ohren und den Läufen tiefschwarz und glänzend. Die Bauchdecke, die Innenseite der Läufe sowie die Blumenunterseite sind hingegen weiß.


Englische Schecken blau-weiß
ABCdgK/ABCdgk

Die Englischen Schecken gehören zu den kleinen Rassen im Standard. Erste, den Englischen Schecken ähnliche Kaninchen, gab es bereits um 1890. Die Englischen Schecken haben eine leicht gestreckte Körperform mit feinen Läufen und einer etwas höheren Stellung. Charakteristisch für die Englischen Schecken sind die Kopf- und die Rumpfzeichnung.

Die Kopfzeichnung besteht aus dem Schmetterling, den Augenringen, den Backenpunkten sowie der Ohrenzeichnung.

Die Rumpfzeichnung wird durch den Aalstrich und der einem Füllhorn ähnlichen Seitenzeichnung gebildet.

Die blaue Zeichnungsfarbe soll farbrein und mit einem guten Glanz versehen sein.


Holländer gelb-weiß
AbCDGs/AbCDGs

Bei den Holländerkaninchen handelt es sich ebenfalls um einen Vertreter der kleinen Rassen. Nach vorliegenden Bildquellen kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei den Holländern um eine der ältesten Kaninchenrassen handelt. Die Holländer gehören zu den Zeichnungsrassen, sie haben eine sogenannte Plattenscheckung.

Ihre Zeichnungsmerkmale setzen sich aus der Kopf- und der Rumpfzeichnung zusammen. Bei der farbigen Kopfzeichnung entsteht auf der Stirn eine weiße Blesse, die nach beiden Seiten breiter wird und in einem deutlichen Abstand an den Augen vorbeiführt.

Bei dem gelb-weißen Farbenschlag ist die gelbe Zeichnungsfarbe in unterschiedlicher Intensität zugelassen. Die Bauchdeckfarbe dieses Farbenschlages ist weiß. Der Verlauf des Ringes am Bauch des Tieres ist nur anhand der Unterfarbe zu ermitteln.
 

Zwergwidder weißgrannenf. schwarz
achiBCDgo/achiBCDgo

Die Zwergwidder gehören, wie der Name schon vermuten lässt, zu den Zwergrassen im Standard.

Wie bei den Deutschen Widdern und den Deutschen Kleinwiddern sind auch hier der ausgeprägte Kopf mit der Ramsnase und der Behang, der bei Zwergwiddern eine Länge von 22 bis 28 cm aufweisen sollte, die bestimmenden Rassemerkmale.

Die Zwergwidder weißgrannenfarbig schwarz müssen genau wie die Ursprungsrasse über sauber abgegrenzte Abzeichen verfügen. Das gefällige Zusammenspiel von schwarzer Grundfarbe und weißer Abzeichenfarbe in Verbindung mit den typischen Rassemerkmalen eines Zwergwidders ergeben einen attraktiven und beliebten Farbenschlag.


Farbenzwerge luxfarbig
ABcdGDW/ABcdGdw

Der Farbenzwerg wurde 1956 in den deutschen Standard aufgenommen. Mittlerweile sind zahlreiche Farbenschläge anerkannt.

Die wichtigsten Attribute der Farbenzwerge sind das kurze Ohr und ein im Verhältnis zur Größe des Tieres großer und markanter Kopf.

Das Fellhaar der Farbenzwerge ist kurz und dicht. Es besitzt eine feine Struktur, aufgrund dessen es sich weicher anfühlt als das Fellhaar anderer Normalhaarassen.

Die Deckfarbe der Farbenzwerge luxfarbig lässt sich als lichtes Blau mit einem silbrigen Glanz beschreiben. Hervor gerufen durch die fuchsige, rotbraune Zwischenfarbe entsteht eine durchscheinende Tönung in braunrot. Die reinweiße Unterfarbe ist scharf abgegrenzt.


Satin kalifornierfarbig havannafarbig-elfenbein
anBcDgsa/anBcDgsa

Die Satin Kalifornier havannafarbig-elfenbein gehören zu den Haarstrukturrassen in unserem Standard.

Durch die Verdünnung des Haarschaftes erhält das Satinkaninchen seine feine Fellhaarstruktur und einen seidenartigen Glanz. Hierbei handelt es sich um „die“ Typmerkmale des Satinkaninchens. Dieses in Kombination mit den Abzeichen des Kalifornier-Kaninchens ergibt ein interessantes Zusammenspiel. Die Farbe der Abzeichen soll möglichst intensiv und kräftig sein. Die Abzeichen selbst sollen scharf von der Grundfarbe abgegrenzt sein.

Genau wie die Kalifornier sind auch die Satin kalifornierfarbig Teilalbinos und unterliegen ebenso der Kälteschwärzung.


Schwarz-Rexe
ABCDgrex/ABCDgrex

Die Herauszüchtung der Rex-Kaninchen begann ca. 1925. Die Tiere mit dem kurzen, weichen Fell waren „die“ Sensation in Züchterkreisen.

Die Schwarz-Rexe sind Vertreter der Kurzhaarrassen. Das typische Fellhaar des Rex-Kaninchens ist weich und fühlt sich samtig an. Auf der Rückenmitte hat das Fellhaar idealerweise eine Länge von 17 bis 22 mm.

Das Schwarz der Deckfarbe ist intensiv schwarz und glänzend. Die Unterfarbe ist dunkelblau und reicht bis auf den Haarboden.


Angora weiß RA
a----v/a----v

Bereits in den Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts versuchte man das Angorakaninchen in Deutschland zu etablieren.

Als Langhaarrasse werden sie typischer Weise auf Wollleistung gezüchtet. Das Wollhaar ist sehr dicht, durch die Dichte seiner Unterwolle wird der Wert der Wolle bestimmt. Das Wollhaar sollte eine Länge von mindestens 6 cm aufweisen. Da das Wollhaar ständig wächst ist eine regelmäßige Schur unabdingbar.

Diese früher sehr verbreitete Rasse gehört mittlerweile zu den gefährdeten Haustierrassen der Kategorie II, also stark gefährdet.

Text:
Birgit Busse-Sander

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