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22. Januar 2021 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Rasse des Jahres 2021



Zehn interessante Kaninchenrassen stehen zur Wahl

In diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie alles etwas anders und so wurde neben vielen anderen Ausstellungen ja leider auch bereits vor einigen Wochen die 28. Bundes-Rammlerschau, die am 30./31. Januar 2021 in Ulm stattfinden sollte, abgesagt. Trotzdem wird es aber die schon traditionelle Wahl zur Rasse des Jahres geben. Allerdings können die Stimmkarten nicht wie üblich am ZDRK-Informationsstand während der beiden Schautage in Empfang genommen und abgegeben werden, sondern die Abstimmung kann diesmal nur per Internet oder per Post erfolgen.

Die Wahl läuft von Dienstag, 22. Dezember 2020 bis Mittwoch, 20. Januar 2021. Gewählt werden kann online über die Internetseite www.rassedesjahres.zdrk.de oder per Stimmkarte, die in den beiden Fachzeitungen abgedruckt ist. Die Stimmkarten müssen auf dem Postweg an den ZDRK-Referenten für Öffentlichkeitsarbeit Wolfgang Elias (Anschrift steht auf der Stimmkarte) geschickt werden.

Zur Wahl stehen folgende Rassen und Farbenschläge: Deutsche Riesen gelb, Deutsche Widder weiß Rotauge, Mecklenburger Schecken schwarz-weiß, Englische Widder chinchillafarbig, Kleinsilber havannafarbig, Englische Schecken dreifarbig, Farbenzwerge chinchillafarbig, Satin-Blau, Dalmatiner-Rexe blau-weiß und Fuchskaninchen havannafarbig. Hiermit werden erneut eine Vielzahl von Farben und Typen unserer Kaninchen und erfreulicherweise auch zwei Rassen aus den Erhaltungszuchten zur Auswahl gestellt.

Auf der oben genannten Homepage werden pünktlich zum Start der Aktion die Online-Formulare zur Wahl freigeschaltet. Nach dem Ende der Aktion werden die abgegebenen Stimmen (per Internet und per Post) jeweils ausgezählt und addiert und so die Siegerrasse ermittelt. Das Ergebnis der Wahl wird dann ab Mitte Februar 2021 in der Fachpresse sowie von den Internetplattformen veröffentlicht. Die Vereine und Verbände haben somit wieder genügend Zeit, entsprechende Werbemaßnahmen noch rechtzeitig vor dem Osterfest Anfang April durchzuführen, um mit der Siegerrasse als „Aufhänger“ die Rassekaninchenzucht in der lokalen Presse in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen.

Birgit Busse-Sander hat auch in diesem Jahr wieder die Kurzbeschreibungen der Rassen/Farbenschläge gefertigt. Die Stimmkarte und der Banner zur Wahl wurden wie in den Vorjahren vom Team des RKZ-Forums erarbeitet und zur Verfügung gestellt und die Fotos stammen auch wieder von den beiden Fachzeitungen „Kaninchenzeitung“ und „kleintiernews – Faszination Rassekaninchenzucht“. Allen Beteiligten hierfür herzlichen Dank!

Wolfgang Elias
Referent für Öffentlichkeitsarbeit im ZDRK

 

Kurzbeschreibungen der zur Wahl stehenden zehn Kaninchenrassen 

Deutsche Riesen gelb (Erbformel AbCDG/AbCDG)

Die Deutschen Riesen gelb sind ein typischer Vertreter der großen Kaninchenrassen. Ursprünglich stammt das Riesenkaninchen aus der belgischen Provinz Flandern. Nach Deutschland kam es erstmalig zwischen 1880 und 1890. Diese Tiere waren dem Farbenschlag hasengrau zu zuordnen. Diese Farbe blieb über Jahrzehnte der einzig anerkannte Farbenschlag. Die Anerkennung andersfarbiger Riesen erfolgte in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts.

Das Mindestgewicht des Deutschen Riesen gelb beträgt 6,00 kg, das Höchstgewicht liegt bei 11,5 kg. Das Riesenkaninchen verfügt über einen großen und gestreckten Körperbau. Der Rumpf ist tief und entsprechend breit. Der Körperbau ist stark. Seinen Typ entsprechend verfügt das Riesenkaninchen über eine freie Stellung auf breitgestellten Vorderläufen. Das Fellhaar der Riesenkaninchen ist etwa 4 cm lang. Es ist dicht und gut begrannt. Der Kopf ist groß mit starken, vollen Backen. Der Kopf soll in einem harmonischen Verhältnis zur Körpergröße stehen. Die Ohren sind sehr kräftig und entsprechen in ihrer Länge der Größe des Tieres. Die ideale Länge beträgt 19 cm und mehr. Die Deckfarbe des Deutschen Riesen ist intensiv gelb und besitzt einen guten Glanz. Die Deckfarbe an der Innenseite der Läufe, der Unterseite der Blume sowie am Bauch ist hingegen weiß bis cremefarbig. Dieses ist auch im Bereich der Wildfarbigkeitsabzeichen so. Die Unterfarbe ist etwas heller als die Deckfarbe. Sie ist rein und wird zum Haarboden hin heller bis weißlich. Die Bauchunterfarbe ist insgesamt heller und am Haarboden weiß.                                                                                    
 

Deutsche Widder weiß RA (= Rotauge) Erbformel a----/a----  

Restlos ist die Herkunft der Widderkaninchen nicht zu klären, erste Tiere dieser Rasse wurden aber sicherlich aus Frankreich nach Deutschland eingeführt. Der Deutsche Widder ist ein Vertreter der großen Rassen in unserem Standard.

Sein Mindestgewicht beträgt 5,00 kg, das Höchstgewicht beträgt 9,00 kg.
Der Körper des Widderkaninchens ist gedrungen, breit und massig. Die Zugehörigkeit zum Typ der großen Rassen kommt mehr durch die Breite des Rumpfes als durch dessen Länge zum Ausdruck. Beim Fellhaar ist auf das Vorhandensein eines besonders dichten Unterhaares zu achten. Die Haarlänge beträgt ca. 4 cm. Die Begrannung ist gut entwickelt aber insgesamt nicht zu hart. Auch die Ohren sollten über eine gute Behaarung verfügen. Der eindrucksvolle Kopf der Widderkaninchen ist charakteristisch und bei beiden Geschlechtern gut ausgeprägt. Stirn- und Schnauzpartie müssen breit, die Backenpartie gutentwickelt sein. Besonders wichtig ist die starkgebogene Ramsnase. Der Behang ist an den Ohrenansätzen mit einer ausgeprägten Krone versehen. Die Ohren sind kräftig und stabil. Die Behanglänge beträgt 38 bis 45 cm. Die weiße Farbe ist am ganzen Körper gleichmäßig und mit einem guten Glanz versehen. Die kürzer behaarten Körperteile erscheinen zumeist elfenbeinfarbig, dieses darf auf keinen Fall bestraft werden. Die Unterfarbe ist ebenfalls rein weiß und setzt sich gegenüber der Deckfarbe nicht ab.
                                                                                                                                             

Mecklenburger Schecken schwarz-weiß (Erbformel ABCDgK/ABCDgk)
     
Die Mecklenburger Schecke wurde ab 1973 von Rudolf Wulf aus Goldenbow in Mecklenburg herausgezüchtet, 1980 wurden in Wittenberge Mecklenburger Schecken erstmals gezeigt und in die „Bewertungsbestimmungen für Rassekaninchen in sozialistischen Ländern“ aufgenommen, 1990 erfolgte dann die Aufnahme der Rasse in den Deutschen Einheitsstandard. Die Mecklenburger Schecken waren bis zur Zulassung der Farbenzwerge gescheckt, die einzige stehohrige Kaninchenrasse mit Mantelscheckung.

Die Mecklenburger Schecke gehört zu den mittelgroßen Rassen im Standard. Ihr Mindestgewicht beträgt 4,00 kg, das Höchstgewicht 5,50 kg.
Der Körper ist walzenförmig und gedrungen, der Kopf ist kurz und kräftig. Die Ohren verfügen über eine kräftige Struktur und sin idealerweise zwischen 12,0 und 14,5 cm lang. Das Fell der Mecklenburger Schecke ist mittellang mit sehr dichtem Unterhaar. Die Begrannung ist gleichmäßig und kräftig. Bei der Kopfzeichnung wird der Kopf einschließlich der Ohren und des Ohrenansatzes überwiegend von der Zeichnungsfarbe erfasst. In der Mitte der Stirn soll ein weißer Stirnfleck vorhanden sein. Die Zeichnungsfarbe soll ebenso den Oberkiefer vollständig bedecken und beidseitig im Schnauzbereich den Unterkiefer erfassen. Die Kinnbackeneinfassung und der Unterkiefer von der Mundöffnung bis zur Kehle sollen weiß sein. Der Rumpf wird von der Mantelzeichnung erfasst, diese bedeckt gleichmäßig, in Form eines durchgehenden Mantels den Rücken vom Genick bis zum Blumenansatz, die Flanken sowie die Oberseite der Blume. Die Brust und die Vorderläufe im Vorderfußbereich sollen völlig weiß sein. Ebenso die Hinterläufe und die Blumenunterseite. Die Grundfarbe bei der Mecklenburger Schecke ist reinweiß. Die Zeichnungsfarbe ist intensiv und mit einem guten Glanz versehen. Die Krallen sind pigmentlos, eine einzelne farbige Kralle gilt als leichter Fehler.  

                                                         

Englische Widder chinchillafarbig (Erbformel achiBCDG/achiBCDG)                                                       
Die Englischen Widder chinchillafarbig gehören zu den Mittelgroßen Rassen im Standard. Das Mindestgewicht beträgt 3,75 kg, das Höchstgewicht 5,25 kg.
Die Zucht von Widderkaninchen erfolgte erstmals in Frankreich. Wurde der in Frankreich und später in Deutschland gezüchtete Widder als Nutztyp gezüchtet, entwickelte sich in England hingegen das Spiel mit der Behanglänge. Es entstand der Englische Widder, der zwischen 1880 und 1890 nach Deutschland eingeführt wurde. Unter den überwiegend sportlich eingestellten Züchtern galt der Englische Widder jahrelang als die „Königin der Rassen“. Im Gegensatz zu den Deutschen Widdern ist der Körperbau der Englischen Widder feingliedriger und schlanker. Die Proportionen der Vorder- und Hinterläufe verleihen dem Englischen Widder die rassetypische Stellung. Hierbei treten die Hüften und die Hinterpartie auffallend in Erscheinung. Der Kopf ist länglicher als bei anderen Widderrassen. In der Position Körperform, Typ und Bau werden auch die Tragweise der Ohren und deren anatomische Eigenschaften beurteilt. Die Ohren sollen stabil und kräftig sein. Die Ohrenansätze sind flach und möglichst ohne Kronenbildung. Das Fell soll dicht und mit einer nicht zu harten Granne versehen sein. Insgesamt ist das Fellhaar etwas feiner und kürzer als beim Deutschen Widder. Die Behanglänge beträgt 54 bis 60 cm, die Behangbreite 11 bis 14 cm. Die Deckfarbe der Englischen Widder chinchillafarbig soll den Vorgaben bei den Großchinchilla entsprechen. Die Deckfarbe am Bauch ist weiß, ebenso wie die Unterseite der Blume. Die Zwischenfarbe ist ca. 0,5 cm breit und soll sich von der Deck- und Unterfarbe scharf abgrenzen. Die Unterfarbe erfasst ca.2/3 der Haarlänge, sie ist dunkelblau. Die Bauchunterfarbe ist ebenfalls dunkelblau. Englische Widder bestechen, durch ihr freundliches und überaus zutrauliches Wesen.     
    

Kleinsilber havannafarbig (Erbformel ABcDgP/ABcDgP)
   
Das Silberkaninchen fand 1631 erstmalig Erwähnung in der englischen Fachliteratur. Gezielt wurde es zunächst in England gezüchtet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen die Silberkaninchen unter anderen auch nach Deutschland. In Deutschland wurde es als Kleinsilber geführt und es wurde eine der ersten Rassen, mit der sich Kaninchenliebhaber züchterisch betätigten. Kleinsilber havannafarbig sind nach den Vorgaben des Standards eine kleine Rasse. Das Mindestgewicht beträgt 2,00, das Höchstgewicht 3,25 kg. Der Rumpf der Kleinsilber soll kurz und gedrungen sein, die Rückenlinie verläuft ebenmäßig und ist hinten gut abgerundet. Der Kopf ist dicht am Körper angesetzt, verfügt über volle Backen und eine breite Stirn. Die kräftigen Ohren sind offen und gut abgerundet. Ihre Ideallänge liegt zwischen 8,5 und 10,5 cm. Das ca. 2,5 cm lange Fellhaar ist gut und gleichmäßig begrannt. Das Unterhaar ist entsprechend dicht. Die Silberung, der die Kleinsilber ihren Namen verdanken, wird durch einzelne, gleichmäßig verteilte, kurz gespitzte Deckhaare hervorgerufen, die silberfarbig erscheinen. Diese Silberung soll am ganzen Körper gleichmäßig vorhanden sein, sie soll wie ein reifartiger Überzug wirken. Je nach Intensität ergibt so eine unterschiedlich starke Ausprägung der Silberung. Die Deckfarbe ist intensiv dunkelbraun und muss sich gleichmäßig über den ganzen Körper erstrecken. Sie ist mit gutem Glanz versehen. Die Unterfarbe ist blau und reicht bis zum Haarboden.                                                                                             

Englische Schecken dreifarbig (Erbfolge AbjCDgK/AbjCDgk)

Die Englische Schecke soll aus gewöhnlichen grau-weißen Landkaninchen hervorgegangen sein. Nach Friedrich Karl Dorn sollen die ersten Scheckenkaninchen grau-weiß gewesen sein, der graue Farbenschlag ist auch heute noch in England zugelassen. 1887 zeigte A. Towsend in Leeds schwarzweiße englische Schecken, im gleichen Jahr wurde auch die madagaskar oder Thüringer-Farbe bekannt. Der erste Spezialclub für diese Rasse wurde am 28. Januar 1891 in Liverpool gegründet, die erste Spezialschau, bei der bereits mehrere Farbschläge gezeigt wurden, fand 1892 in Mytholmroyd statt. Der erste Export von Englischen Schecken nach Deutschland erfolgte in etwa ab 1900. Die Englische Schecke ist ein Vertreter der kleinen Rassen im Standard. Das Mindestgewicht beträgt 2,00 kg, das Höchstgewicht liegt bei 3,25 kg. Der Körper der Englischen Schecke ist leicht gestreckt, die Läufe sind fein und ermöglichen eine etwas höhere Stellung. Der Kopf ist nicht so dicht am Rumpf angesetzt, wie dieses bei den Rassen mit einer gedrungenen Körperform der Fall ist. Das Fellhaar der Englischen Schecke ist knapp mittellang und mit einem dichten Unterhaar versehen. Die Begrannung ist gleichmäßig und fein. Die Kopfzeichnung besteht aus insgesamt 4 Merkmalen. Dem Schmetterling mit einem gut abgerundeten Dorn. Den Augenringen die einen gleichmäßig breiten Ring um die Augen bilden. Den Backenpunkten die frei unter den Augenringen stehen und der Ohrenzeichnung, die die Ohren gänzlich mit der Zeichnungsfarbe bedeckt und an der Ohrenwurzel übergangslos abgegrenzt ist. Die Rumpfzeichnung besteht aus der Seitenzeichnung und dem Aalstrich. Der Aalstrich verläuft gleichmäßig, in etwa 2 cm breit, vom Genick bis zum Blumenansatz und bedeckt die gesamte Blumenoberseite. Die Seitenzeichnung besteht aus den beidseitig verlaufenden Ketten und den Seitenflecken. Gemeinsam ähneln sie der Darstellung eines Füllhornes. Die Zeichnungsfarbe bei der dreifarbigen Englischen Schecke ist schwarz-gelb. Dabei kann die gelbe Zeichnungsfarbe vom hellen Gelb bis zum intensiven Gelbrot variieren. Alle Zeichnungsmerkmale sollten, mit Ausnahme der Backenpunkte, zweifarbig sein. Der Anteil der Farben schwarz und gelb sollte möglichst gleich vorhanden sein.Die Zeichnungsfarben sollten nicht mit weißen oder andersfarbigen Haaren durchsetzt sein.
                                                                                                     

Farbenzwerge chinchillafarbig (Erbformel achiBCDGDW/
achiBCDGdw)


Farbenzwerge wurden etwa ab 1953 gezüchtet. Bereits 1957 wurden die Farbenzwerge in den deutschen Standard übernommen. Die Farbenzwerge gehören mit einem Mindestgewicht von 1,00 kg und einem Höchstgewicht von 1,35 kg zu den Zwergrassen im Standard. Im Typ weichen die Farbenzwerge als ausgesprochene Zwergrasse ganz erheblich von den übrigen Rassen ab.
Die Körperform ist kurz, gedrungen und walzenförmig. Sie ist vorne und hinten gleich breit. Die Rückenlinie verläuft ebenmäßig, die Hinterpartie ist gut abgerundet. Die gewünschte Bodenfreiheit wird durch die zum Zwergentyp passenden, kräftigen Läufe bewirkt. Auch in der Struktur des Fellhaares unterscheidet sich der Farbenzwerg von den anderen Normalhaarrassen. Das Fellhaar ist kurz und dicht. Aufgrund seiner feinen Struktur fühlt es sich weicher an. Die Begrannung ist gleichmäßig und fein, ohne deutlich überstehendes grobes Grannenhaar. Der Kopf des Farbenzwerges ist im Verhältnis zur Kleinheit des Tieres groß und tritt markant in Erscheinung. Stirn- und Schnauzpartie sind breit. Er sitzt dicht am Kopf. Charakteristisch sind auch die großen Augen, die etwas hervortreten Entsprechend der Zwergform sind die Ohren relativ kurz. Als ideal gilt eine Ohrenlänge zwischen 5,0 bis 6,0cm. Die Ohren sollen zusammenstehend, nach oben leicht v-förmig geöffnet getragen werden. Sie sollen fest und kräftig im Gewebe und oben abgerundet sein. Die Deckfarbe beim chinchillafarbigen Farbenschlag entspricht den Vorgaben bei der Ursprungsrasse. Die Decke erscheint als bläulich abgetöntes lichtes Aschgrau, mit einer flockigen, schwarzen Schattierung, hervorgerufen durch schwarz gespitzte Grannenhaare. Die Zwischenfarbe ist weiß und ist von der Deck- und Unterfarbe scharf abgegrenzt. Die am Haarboden beginnende Unterfarbe ist dunkelblau.                                                                                               

Satin-Blau (Erbformel ABCdgsa/ABCdgsa)

Erstmals 1930 traten Satinkaninchen in den USA in Würfen von Havannakaninchen auf. Erste Exporte nach Großbritannien erfolgten 1947. Die Rasse fand hier schnell große Verbreitung. Nach Deutschland kam das Satinkaninchen ca. 1970. In den späten 1970gern erfolgte dann die Anerkennung der Rasse. Das Satinkaninchen gehört zu den Haarstrukturrassen. Das Mindestgewicht beläuft sich auf 2,75 kg, das Höchstgewicht auf 4,00 kg. Der Körper der Satinkaninchen ist leicht gedrungen. Ein ausgesprochen blockiger Typ wie z.B. bei den Weißen Neuseeländer ist nicht anzustreben. Der Kopf ist kurz, breit und dicht am Körper angesetzt. Die Ohren sind stabil im Gewebe und gut abgerundet. Die ideale Ohrenlänge beträgt 10,0 bis 11,5 cm. Das Fellhaar des Satinkaninchen ist geschmeidig und dicht. Das entscheidende Typmerkmal der Satin ist die durch die Verdünnung des Haarschaftes hervorgerufene feine Fellstruktur. Sie muss daher eindeutig zu erkennen sein. Die Deckfarbe ist blau und soll sich gleichmäßig über den ganzen Körper erstrecken. Die Unterfarbe geht bis zum Haarboden in ein leicht helleres Blau über. Durch die Besonderheit der Haarstruktur hellt sie zum Haarboden etwas auf. Der Satinfaktor wird durch die Verdünnung des Haarschaftes hervorgerufen, dadurch tritt am ganzen Körper ein seidenartiger Glanz auf, durch den sich das Satinkaninchen deutlich von den Normalhaarrassen unterscheidet.                                                                                             

Dalmatiner-Rexe blau-weiß (Erbformel ABCdgKrex/ABCdgkrex)

Die ersten Rex Kaninchen kamen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts aus Frankreich nach Deutschland. Aufgrund der Einzigartigkeit des Felles wurden für Zuchttiere exorbitante Preise gezahlt. So berichtet Friedrich Karl Dorn von 1.000 Mark für den Erwerb eines einzelnen Tieres. Die Dalmatiner Rexe blau-weiß gehören zu den Kurzhaarrassen. Ihr Mindestgewicht liegt bei 2,75 kg, das Höchstgewicht bei 4,50 kg. Bei der Körperform wird der Rextyp gefordert, der dem Urtyp der Castor-Rexe entspricht. Der Körper ist leicht gestreckt, jedoch an Vorder- und Hinterpartie möglichst gleich breit. Der Kopf ist ein wenig länglich, Stirn und Schnauzpartie sind breit, die Backen kräftig. Die Ohren müssen der Körpergröße entsprechen, wirken aber aufgrund der kurzen Behaarung etwas länger als bei entsprechenden Normalhaarrassen. Das Fellhaar der Rex-Kaninchen fühlt sich in Folge der sehr feinen Begrannung weich und samtig an. Die Behaarung ist sehr dicht und muss auf dem Rücken eine Länge von 17-21 mm aufweisen. Die einzelnen Haare dürfen nicht lockig sein. Die Kopfzeichnung der Dalmatiner Rexe soll nicht, wie bei den Typenschecken, symmetrisch sein, sondern möglichst aufgelockert sein. Dieses gilt für alle Zeichnungsmerkmale, so auch für Schmetterling und Augenringe. Die ungleichmäßig über den Kopf verteilte Punktzeichnung soll auch die Ohren erfassen. Die weiße Grundfarbe soll mithin auch in die Ohren hinaufreichen. Bei der Rumpfzeichnung ist die typische Dalmatiner-Scheckung anzustreben. Der Aalstrich ist in unregelmäßige Punkte aufgelöst, er darf nicht durchgehen. Die unterschiedlichen Zeichnungspunkte sollen den ganzen Körper bedecken und nicht zu klein sein. Ideal ist ein Durchmesser von ca. 1,5 bis 3,5 cm. Die Punkte sollen möglichst freistehend sein. Auf jeder Körperseite sollten wenigsten 5 Zeichnungspunkte in Erscheinung treten, dabei ist auf eine gute Verteilung der Punkte zu achten. Die Grundfarbe bei den Dalmatiner Rex blau-weiß ist rein weiß. Es ist darauf zu achten, dass das Weiß mit einem guten Glanz versehen ist. Die farbigen Zeichnungspunkte sollen nicht mit weißen Haaren durchsetzt sein.
                                                                                                       

Fuchskaninchen havannafarbig (Erbformel ABcDgfu/ABcDgfu)

Die Fuchskaninchen wurden gemeinsam von Hermann Leifer aus Coburg und Müller aus Zug in der Schweiz unter Verwendung von Angorakaninchen gezüchtet. Das Ziel der Zucht war es, das halblange Blaufuchsfell zu imitieren, was allerdings nicht gelang. Ab ca. 1920 wurden Fuchskaninchen in Deutschland auf Ausstellungen gezeigt, seit 1962 ist die Rasse in Deutschland anerkannt. Das Fuchskaninchen gehört zu den Langhaarrassen. Das Fell der Fuchskaninchen unterliegt Gegensatz zu dem der Angorakaninchen dem normalen jahreszeitlichen Haarwechsel. Sie müssen deshalb nicht geschoren werden. Das Mindestgewicht der Fuchskaninchen liegt bei 2,50 kg, das Höchstgewicht bei 4,00 kg. Der Körper des Fuchskaninchen ist gedrungen, kompakt und gut bemuskelt. Durch die lange Behaarung treten die Umrisse des Körpers weniger scharf zutage als bei Normalhaarrassen. Das Fuchskaninchen hat im Gegensatz zum Angorakaninchen reichlich Deck- und Grannenhaar.    Dafür besitzt das Fuchskaninchen kein Wollvlies. Das Fell ist dicht und am ganzen Rumpf gleichmäßig lang. Am Bauch und an der Brust ist das Fell etwas kürzer. Die Begrannung ist gleichmäßig und kräftig. Die Haarlänge beträgt 5,0 bis 6,0 cm. Das Grannenhaar misst 7,0 bis 8,0 cm und steht somit deutlich über. Kopf, Ohren und Läufe sind kurz, also normal behaart. Der Kopf des Fuchskaninchen ist kräftig und kurz am Körper angesetzt. Die Ohren sind fest im Gewebe. Idealer Weise haben sie eine Länge zwischen 10,0 bis 11,5 cm. Die Deckfarbe des Fuchskaninchen havannafarbig ist dunkelbraun. Je satter dabei die Farbe ist desto besser. Die braunen Augen dürfen leicht rot durchleuchtend.

Verfasser: Birgit Busse-Sander
Quellen: Standard 2018, K. Dorn: Rassekaninchenzucht, wikipedia
 

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