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20. November 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Propolis

Das stärkste natürliche Antibiotikum

Dass uns die Natur und die Tierwelt wohlgesonnen sind, präsentiert sich nicht zuletzt an einem sehr eindrucksvollen Beispiel, dessen Name ist Propolis, auch bekannt als Bienenharz oder Bienenleim. 

Bereits seit vielen Jahrhunderten wird Propolis als natürliches Heilmittel gegen verschiedene Beschwerden und Krankheitsbilder eingesetzt und findet nun auch in der Rassekaninchenzucht seine Verwendung.

Was ist Propolis?


Honig, Wachs, Gelee Royal - all das sind Bienenprodukte, die jeder kennt. Doch die fleißigen Bienen haben noch viel mehr zu bieten als z.B. leckeren Honig. „Propolis“ - noch nie gehört? Genau das geht vielen Menschen so. Nur sehr wenige wissen, dass es sich hierbei um eine „medikamentöse“ Allzweckwaffe der Bienen handelt, die laut diversen Studien wie ein Antibiotikum wirkt und aus diesem Grund genießt Propolis in der Naturheilkunde seit Langem große Anerkennung.

Bienen sind für unser Ökosystem von unschätzbarem Wert. Selbst Albert Einstein wusste die Biene sehr zu schätzen und prophezeite:
Die uns bekannte Honigbiene zählt zu den staatenbildenden Insekten. Ein Bienenvolk umfasst in der Regel zwischen 5.000 bis 50.000 Tiere, die auf engstem Raum zusammenleben. Um überhaupt flugtauglich zu sein, benötigt die Honigbiene eine Körpertemperatur von 35 Grad. Im Inneren eines Bienenstockes herrschen ebenfalls konstant 35 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40 Prozent.



Dieses Verhältnis zwischen Temperatur und Luftfeuchte sind natürlich ideale Bedingungen für schädliche Keime und Krankheitserreger! Um diese Gefahr zu bannen, nutzen Bienen ihr selbst produziertes Propolis. Sie dichten damit kleinste Einlassöffnungen im Bienenstock ab und benutzen es zudem, um Bakterien, Pilze und sonstige schädliche Keime in ihrer Entwicklung und Verbreitung zu hemmen. Dazu überziehen sie das Innere der Wabenzellen mit einer feinen Propolisschicht. Durch diesen Vorgang kann die Brut der Bienen gedeihen und sichert den Forbestand, da Keime und Erreger keine Chance mehr haben durch den zarten Film aus Propolis in den Bienenstock einzudringen.

Befindet sich beispielsweise ein Fremdkörper im Bienenstock, den die Insekten nicht selbst entfernen können, verwenden sie ebenfalls Propolis. Es kommt nicht selten vor, dass zum Beispiel eine Maus ins Innere des Bienenstockes vordringt. Die Bienen stechen zwar sofort zu, was zum Tod der Maus führt, jedoch sind die Bienen nicht in der Lage, den toten Körper aus dem Bienenstock zu entfernen. Um sich nun vor den Krankheitserregern des Kadavers zu schützen, benutzen die klugen Insekten Propolis. Der Körper der Maus wird eingeschmiert und somit sind die Insekten vor der Keimbelastung des toten Nagetieres geschützt.

Geschichtliches zu Propolis

Ganz genau kann niemand sagen, wann der Mensch auf die herausragenden Eigenschaften von Propolis aufmerksam wurde. Die Behandlung durch „Bienenmedizin reicht allerdings bis weit in die frühe Menschheitsgeschichte hinein. So wurde Bienennahrung bei Zahnbehandlungen und Operationen beispielsweise als Desinfektionsmittel genutzt. Bei den Inkas wurde Propolis bei fiebrigen Infektionen eingesetzt. Der berühmte Arzt der Antike „Hippokrates“ behandelte mit Propolis erfolgreich Geschwüre. Im römischen Reich wurde Propolis zudem bei kriegsbedingten Wunden eingesetzt. Und selbst die Ägypter bedienten sich am Bienenharz. So wurde die Leiche des Tutanchamun mit Propolis einbalsamiert.

So entsteht die heilende Substanz

Die Propolis ist ein Pflanzenprodukt, welches von den Bienen veredelt wird. Besonders im Spätsommer und im Herbst sammeln die Bienen das Kittharz von Pflanzen und Bäumen. Nicht selten werden die intelligenten Fluginsekten dafür belächelt, da sie anstatt der Blüten die Bäume anfliegen. Besonders bevorzugt werden Birken, Buchen, Pappeln, Weiden, Kiefern, Fichten, Erlen und Kastanien. Das gesammelte Harz transportieren sie in ihren Pollenkörbchen an den Hinterbeinen und befördern es in den Bienenstock. Dort angekommen helfen die Helferbienen die klebrige Masse aus dem Pollenkörbchen zu entnehmen und weiterzuverarbeiten. Die Helferin gibt ihrerseits Bienenspeichel, Pollenöl und Bienenwachs zu dem Harz hinzu und kaut das Ganze ordentlich durch. Danach wird die harzige Substanz verwendet um Löcher und Ritzen im Stock abzudichten.

Welche Inhaltsstoffe verbergen sich in Propolis?

Bisher konnten in Propolis zwischen 150 und 200 Inhaltsstoffe nachgewiesen werden. Die Kombination aus Harz, Bienenwachs, ätherischen Ölen, Pollen, organischen Stoffen des Baumes, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäure, Enzyme sowie Flavonoide ist in der Natur einzigartig und kann vom Menschen in dieser Form nicht hergestellt werden.

Besonders den Flavonoiden wird eine heilende Wirkung zugeschrieben. Neben den Flavonoiden werden chemischen Elementen wie Zink, Silizium, Kupfer und Vitaminen heilungsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Übrigens hängt es vom „Ursprungsharz“ ab, welche Farbe das spätere Propolis erhält. Die Farbpalette reicht von gelbbraun bis fast ins Schwarze hinein.

Die Wirkung von Propolis

Aufgrund der Inhaltsstoffe wirkt das harzartige Produkt antibakteriell, antimikrobiell, antifungal, schmerzstillend, entgiftend und antiallergisch und findet bei sehr vielen Beschwerden Anwendung.

Besondere Aufmerksamkeit kommt seiner antibiotischen Wirkung zu. Propolis gilt als das am stärksten wirksamste Antibiotikum aus der Naturapotheke. Und das Beste daran ist: Die Erreger werden nicht resistent, wie es bei chemisch hergestellten Antibiotika der Fall sein kann.

Die Anwendungsgebiete von Propolis


Propolis kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden. So ist beispielsweise erwiesen, dass Propolis zahlreiche Bakterienstämme eindämmen kann – etwa die der Staphylokokken oder Streptokokken. Genau jene Bakterien also, die beim Kaninchen für zahlreiche Krankheiten wie z.B. Kaninchenschnupfen verantwortlich sind.

Die äußeren Anwendungsgebiete von Propolis reichen beispielsweise von Juckreiz bis hin zur Wundbehandlung. Innerlich wird Propolis angewandt bei Erkältungskrankheiten, Blasen- und Nierenentzündung, Verdauungsbeschwerden, Entzündungen im Mund- und Zahnbereich, zur Linderung von Allergien – aber auch zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems eingesetzt, um nur einige Beispiele zu nennen.

Des Weiteren kann Propolis auch für die Stalldesinfektion eingesetzt werden.

Erfahrungsbericht

Bei den Imkern und auch bei Brieftaubenzüchtern schon seit längerer Zeit geschätzt und in der Anwendung sehr erfolgreich so habe ich Propolis kennengelernt.

Da es bei meinen Brieftauben sehr gute Erfolge erzielte, habe ich es auch bei meinen Kaninchen ausprobiert.

Ich gab es den Tieren nach großen Schauen, wenn die Tiere zurück in den Stall kamen. Sie fraßen manchmal nicht und hatten Verdauungsprobleme. Ein bis zwei  Tropfen den Tieren direkt ins Maul geträufelt wirkten Wunder. Die Fresslust stieg und die Verdauungsprobleme verschwanden.

Auch bei abgesetzten Jungtieren verwende ich Propolis mittlerweile sehr gerne und regelmäßig, um den gefürchteten Verdauungsproblemen zuvorzukommen.

Probiert es aus, es lohnt sich.

Stefan Simon

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