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22. Oktober 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Organisation der Kaninchenzucht

Geschichte des Vereinswesens

Die planmäßige Zucht von Rassekaninchen setzt eine züchterische Organisation voraus. Die Ursprünge der organisierten Zucht reichen in Deutschland fast 130 Jahre zurück. Der erste deutsche Rassekaninchenverein wurde am 12. April 1880 von Karl-Julius Lohr und sieben weiteren Züchtern in Chemnitz unter dem Leitgedanken „Kaninchenfleisch muss Volksnahrung werden“ gegründet. Hier wurde 1881 auch die erste Ausstellung als Werbeschau für Kaninchen in der Gaststätte „Zur Linde“ durchgeführt, an der die Bevölkerung im Raum Chemnitz großen Anteil nahm. Im Rahmen der Vorbereitungen zur 1. Deutschen Bewertungsschau für Kaninchen wurden von Karl-Julius Lohr als erstem Preisrichter in Deutschland auch die ersten Bewertungsrichtlinien verfasst, die – wie auch heute noch – auf einem 100-Punkte-Bewertungssytem beruhten. Als Basis der Bewertung dienten die auch von Karl-Julius Lohr formulierten Rassebeschreibungen für die ersten fünf Kaninchenrassen (Angora, Belgische Riesen, Russen, Silberkaninchen und Französische Widder). Die 1. Bewertungsschau im Jahre 1885 hatte großen Einfluss auf die Züchter von Kaninchen und führte vorrangig im mitteldeutschen Raum zu weiteren Vereinsgründungen. Chemnitz entwickelte sich zum Zentrum der deutschen Rassekaninchenzucht, so dass bereits 1903 der „Deutsche Widderzüchter-Club“ und 1906 der „Riesenschecken-Club“ in Chemnitz gegründet wurden. Als erste Dachorganisation der deutschen Kaninchenzüchter wurde am 27. März 1892 in Leipzig der Bund Deutscher Kaninchenzüchter gebildet.

Während in den Anfängen rein wirtschaftliche Sachzwänge ausschlaggebend waren, ist seit den Sechziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts eine Verstärkung der sozialen Komponenten in den Vereinen feststellbar. Der Dachverband Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter e.V. (ZDRK) ging 1990 aus dem Zusammenschluss des Zentralverbands Deutscher Kaninchenzüchter e.V. (ZDK, gegründet 1948 in Westdeutschland) und dem Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK, gegründet 1959 in Ostdeutschland) zunächst als Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter (ZDK). Im Jahr 2006 erfolgte die Umbenennung in Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter e.V. (ZDRK). Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V. (ZDRK) ist die Dachorganisation der Rassekaninchenzüchter in Deutschland und verfolgt ausschließlich und unmittelbar die Erhaltung, Förderung, Verbreitung und Verbesserung der Rassekaninchenzucht unter Berücksichtigung und Einbindung des Tier- und Artenschutzes sowie des Natur- und Umweltschutzes als wertvolle Freizeitgestaltung und –beschäftigung. Dem Verband gehören als unmittelbare Mitglieder zwanzig Landesverbände (LV) und der Deutsche Preisrichter-Verband e.V. (DPV) an. Die Landesverbände gliedern sich in Bezirks- und ca. 550 Kreisverbände, denen wiederum ca. 4.600 Vereine, 410 Clubs, 605 Handarbeits- und Kreativgruppen und 2.600 Jugendgruppen angeschlossen sind. Weiterhin sind in allen Landesverbänden Herdbuchvereinigungen eingerichtet.
  

Der ZDRK wird von folgenden Organen verwaltet:

a) Dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten obliegt die Leitung des Verbandes.
 
b) Das Geschäftsführende Präsidium hat die Aufgabe die Leitlinien des Verbandes festzulegen. Ihm gehören außer den unter a) benannten Personen der Schatzmeister und der Schriftführer des Verbandes an.
 
c) Das Präsidium leitet mit den Präsidenten den Verband. Außer den unter a+b) benannten Personen sind Mitglied dieses Gremiums: Referent für Schulungs- und Zuchtwesen, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Abteilungsleiter für Herdbuch, Abteilungsleiter für Angorazucht, Abteilungsleiter für Clubs, Jugendleiter, Vorsitzender des DPV und die Abteilungsleiterin der Handarbeits- und Kreativ-Gruppen.
 
d) Das Erweiterte Präsidium unterstützt die Landesverbände bei der Erarbeitung von Satzungen und Richtlinien. Außer den unter a-c) benannten Personen sind hier die Vorsitzenden der LV Mitglied.
 
e) Die Standardkommission hat die Aufgabe Bewertungsrichtlinien, Standardfragen und die Genehmigung von Neuzüchtungen zu erstellen, bearbeiten oder zu ergänzen.
 
f) Die höchste Instanz des ZDRK ist die Mitgliederversammlung. Alle grundsätzlichen Angelegenheiten und Entscheidungen unterliegen der Beschlussfassung dieses Gremiums. Die Mitgliederversammlung ist jährlich zumindest einmal einzuberufen und dient der Entlastung des Präsidiums sowie der Durchführung von Neuwahlen.

 
Die Organisation des ZDRK

Die Standardkommission hat die Aufgabe Bewertungsrichtlinien, Standardfragen und die Genehmigung von Neuzüchtungen zu erstellen, bearbeiten oder zu ergänzen.

Die höchste Instanz des ZDRK ist die Mitgliederversammlung. Alle grundsätzlichen Angelegenheiten und Entscheidungen unterliegen der Beschlussfassung dieses Gremiums. Die Mitgliederversammlung ist jährlich zumindest einmal einzuberufen und dient der Entlastung des Präsidiums sowie der Durchführung von Neuwahlen.

Bundesweit werden Fortbildungsveranstaltungen vom ZDRK organisiert, um das Fachwissen der Preisrichter, Zuchtwarte und Züchter zu fördern und zu schulen. Die jährlich im Wechsel stattfindenden Bundes-Kaninchenschauen und Bundes-Rammlerschauen für Rassekaninchen werden vom ZDRK ausgeschrieben und auf die Landesverbände übertragen, auf denen die Deutschen Meister der Kaninchenzüchter innerhalb der jeweiligen Rassen und Farbschläge ermittelt werden. Ein Organ des ZDRK ist die Kaninchenzeitung von der Hobby- und Kleintierzüchter Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Sitz Berlin, die einzige deutsche Zeitschrift für Kaninchenzucht. Das jährlich erscheinende „Blaue Jahrbuch“ (Oertel + Spröher Verlags-GmbH & Co KG, Reutlingen) enthält den organisatorischen Aufbau des ZDRK und die aktuellen Anschriften der Vorstandsmitglieder von Zentralverband und Landesverbänden sowie von Bezirks-, Kreis- und Ortsvereinen, den Spezialclubs und des Deutschen Preisrichterverbands. Der ZDRK ist Mitglied im Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht (Entente Européenne d’Aviculture et de Cuniculture, EE) in der Sparte Kaninchen. Im Rhythmus von drei Jahren werden Europaschauen durchgeführt. Die Ausrichtung dieser Schauen wird den Mitgleidsländern wechselweise übertragen.
 
Der Ausschuss für Kaninchenzucht und -haltung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) als übergeordnetes Diskussionsforum für alle Belange der Kaninchenzucht und –haltung setzt sich zusammen aus Wissenschaftlern, Beratern, Industrievertretern und Praktikern aus ganz Deutschland. Die Arbeit des DLG-Ausschusses für Kaninchenproduktion beinhaltet die Fachgebiete Zucht, Mast, Rassekaninchen und Haltungsmethoden. Durch die Leitlinien des DLG-Ausschusses für Kaninchenzucht und -haltung und der Deutschen Gruppe der World Rabbit Science Association (WRSA-Deutsche Gruppe) wurden die Mindeststandards bei der Haltung von Hauskaninchen maßgeblich formuliert. In der WRSA-Deutsche Gruppe sind die an der Förderung der Forschung über das Kaninchen interessierte Personenkreis organisiert. Die World Rabbit Science Association (WRSA) selbst ist eine internationale Gemeinschaft, deren Hauptaufgaben in der Förderung und Verbreitung des Wissens über Kaninchen in Kooperation mit der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) liegt.
 

Expertenteam Kaninchen
Muskator Werke GmbH
c/o Jürgen Vedder
Otto-Hahn-Straße 40
68169 Mannheim
Tel: 0621-3224560
www.ovator.de
 

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