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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Meißner Widder, havannafarbig

Rassekaninchen des Jahres 2013

Der Meißner Widder wurde vom Kaufmann und Buchhalter Friedrich-Karl-Leopold Reck Ende des 19. Jahrhunderts in der Porzellanstadt Meißen/ Sachsen erzüchtet und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Somit gehört dieses Kaninchen also zu einer der ältesten deutschen Kaninchenrassen. Zunächst handelte es sich um einen schwarzen Farbschlag. Der Grund für die Erzüchtung dieser Rasse lag am Modetrend der damaligen Zeit, denn von der Pelzindustrie wurden große Kaninchenfelle in der Silberfarbe nachgefragt. Deshalb wollte Reck ein großes Kaninchen mit Silberfarbe züchten und hat als Ausgangstiere vermutlich Französische und Englische Widder mit Kleinsilberkaninchen gekreuzt.

Nach einigen Versuchsjahren konnte Reck im Januar 1900 die ersten Tiere in Widdertyp mit Silberung vorweisen, was die Geburtsstunde der Meißner Widder war. Es gab natürlich einige Rückschläge, weil es nur schwer und schrittweise gelang, die Silberung mit dem Widdertyp zu vereinigen. Es konnte jedoch das Zuchtziel, einen größeren Pelzlieferanten mit Silberfell zu schaffen, erreicht werden. Damit war das typische Rassemerkmal, die Kombination des Widdertyps mit der Farbe der Silberkaninchen, gelungen. Die Meißner Widder sind die einzige Kaninchenrasse, die den Widdertyp und die Silberung vereinen. Zunächst gab es die Farbschläge schwarz und blau und erst später kamen weitere Farbschläge hinzu.

Die Havannafarbe in Verbindung mit der Silberung machen den Reiz dieses Farbenschlages aus. Die Verbreitung ist derzeit zwar nicht sehr gut, jedoch ist zumindest auf den großen Ausstellungen ein Aufwärtstrend festzustellen. Auch bei den Zuchttieren ist in den letzten Jahren eine kontinuierliche Zunahme zu verzeichnen. Bei der letzten Zuchttierbestandserfassung konnten über 100 Zuchttiere registriert werden.

Der Meißner Widder ist ein mittelgroßes Kaninchen mit einem Normalgewicht von über 4,50 kg, einem Mindestgewicht von 3,50 kg und einem Höchstgewicht von 5,50 kg. Die schönsten Tiere befinden sich im Bereich zwischen 5,0 bis 5,5 kg. Die Form dieses Kaninchens unterscheidet sich gegenüber dem Deutschen Widder dadurch, dass sie weniger gedrungen und massig ist. Das Tier soll sich leicht gestreckt, mit gewölbter Rückenlinie, breiter Brust und breiter, gut abgerundeter Hinterpartie präsentieren.

Die Läufe sind kräftig und breit gestellt sowie gerade aufgesetzt, wodurch sich eine mittelhohe Stellung des Körpers ergibt. Das Fell ist dicht mit einer guten und gleichmäßigen Begrannung und weist eine Haarlänge von etwa 3 cm auf. Der Kopf ist widderartig. Die Behanglänge beträgt 36 bis 42 cm. Als Farbschläge kommen schwarz, blau, havannafarbig, gelb und graubraun vor. Der Farbenschlag havannafarbig ist nach schwarz der am meisten gezüchtete Farbschlag beim Meißner Widder. Die Deckfarbe ist am ganzen Körper gleichmäßig gesilbert mit reichlichem Glanz.

Der Meißner Widder ist ein sehr frohwüchsiges Kaninchen, ein guter Futterverwerter und liefert ein sehr schmackhaftes Fleisch. 
 

Bericht Wolfgang Elias, ZDRK-Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Quellen: RKZ-Forum und Manfred Frahling
Bilder kleintiernews und Yvonne & Sebastian Ostroga

 

Wahl zum „Rassekaninchen des Jahres“ 2013

Die Wahl zum Rassekaninchen des Jahres 2013 ist gelaufen. Die Meißner Widder havannafarbig sind die belibteste Rasse des Jahres 2013.
 

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