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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Matthias Fritzsche, Zwergfuchskaninchen

Sein Spezialgebiet sind die Zwergfuchskaninchen

kn/Stein. Einer unser Züchterbesuche in diesem Jahr führte uns zu Matthias
Fritzsche nach Stein in der Gemeinde Königshain-Wiederau im Landesverband Sachsen. Der Ort liegt im idyllischen Chemnitztal. Bei Zuchtfreund Fritzsche ist man an der richtigen Adresse, wenn man sich die Feinheiten der Zwerg-Fuchskaninchen einmal zeigen lassen möchte. Diese hat er seit 30 Jahren im Stall.
 
Seine Zuchtanlage mit 70 Buchten liegt direkt am Waldrand und wird im Sommer durch die umliegenden Bäume vor der Sonne geschützt. Auf dem großen Grundstück, auf dem früher eine Gärtnerei betrieben wurde, sind auch heute noch viele Blumen und Gemüsesorten zu finden. Der Stall ist so aufgebaut, dass die Frontseite im Winter geschlossen werden kann. In den wärmeren Monaten ist der Stall offen. Die einzelnen Buchten sind mit Nippeltränken, Heuraufen und Kotschubladen ausgestattet. Die Kaninchen sitzen direkt in den Schubladen auf Stroh. Hiermit hat Zuchtfreund Fritzsche gute Erfahrungen gemacht.

   

Während die meisten Züchter Heu und Stroh in kleinen Ballen einlagern und im Allgemeinen darüber klagen, dass immer weniger Landwirte diese produzieren, hat sich Matthias Fritzsche auf diese Situation passend eingestellt. Er hat entsprechend Platz, um Rundballen unterzubringen und schneidet diese an Ort und Stelle auf. So benötigt er über das Jahr „nur“ eineinhalb Ballen Heu und drei Ballen Stroh. Bei der Fütterung schwört Zuchtfreund Fritzsche auf Pellets, die er mit getrockneten Petersilien- und Selleriestängeln mischt. Dieses Futter wird von den Kaninchen besonders gern gefressen. Während der Haarung bekommen die „Zwergfüchse“ ein Spezialfutter, das den Haarungsprozess beschleunigt.

Mit Beginn seiner Laufbahn als Rassekaninchenzüchter hat sich Matthias Fritzsche den Zwerg-Fuchskaninchen verschrieben. Sein Interesse an der Kaninchenzucht wurde geweckt als er 1982 in einer Tombola einen Farbenzwerg in marderfarbig-blau gewann. In der Fachliteratur informierte er sich, welche Rassen es sonst noch gibt und legte sich dann auf die Zwergfuchskaninchen fest. Ab 1984 hatte er den weißen Farbenschlag mit roten Augen im Stall und 1993 kamen die Blauaugen dazu. Die Zwergfuchskaninchen in fehfarbig, die früher in der DDR schon anerkannt waren, jedoch nicht in den Standard des ZDRK übernommen wurden, besiedelten dann ab 1995 die Ställe. In 10-jähriger Zuchtarbeit brachte er diesen Farbenschlag mit Hilfe mehrerer Mitstreiter zur Anerkennung. Heute züchtet er die Rasse in den Farbenschlägen fehfarbig und in weiß mit blauen Augen. In seinen Ausführungen erwähnt er, dass die Fehfarbigen wesentlich ruhiger sind als die Weißen.
 
Jährlich werden etwa 50 Jungtiere gezogen. Wobei man in diesem Sommer noch einige leere Buchten vorfinden konnte. Dazu erklärte Zuchtfreund Fritzsche, dass in erster Linie die Großschauen für ihn interessant sind. Auf allen anderen Schauen hat er kaum Mitbewerber und stellt dann meistens die einzige Zuchtgruppe bei den Fuchszwergen. Da in dieser Zuchtsaison die Bundesrammlerschau in Ulm als einziges Großereignis im Kalender steht, hat er mehr die Europa und die Bundesschau im kommenden Jahr im Blick. Für die Schauen werden dann mehr Jungtiere gezogen, um auch wieder mehr Auswahl zu haben.

In der Zucht wird in erster Linie auf die Körperformen und auf eine gute Ohrstruktur geachtet. Die Körperform der Zwergfuchskaninchen soll walzenförmig sowie vorne und hinten möglichst gleichmäßig breit sein. Die Hinterpartie ist gut abgerundet. Was bei den Zwergfuchskaninchen und auch bei den großen Fuchskaninchen oft fehlt ist eine leichte Bodenfreiheit.
Bei den Ohren achtet Zuchtfreund Fritzsche auf eine möglichst gute Struktur. Faltige Ohren sind unerwünscht. Für die Zucht werden in erster Linie typische Häsinnen mit einer idealen Ohrenlänge eingesetzt. Seine Erfahrung hat gezeigt, dass es nichts bringt, etwas größere Häsinnen einzusetzen, die zwar mehr Junge werfen aber im Endeffekt die gleiche Anzahl an Jungtieren mit kurzen Ohren haben wie die typischen Häsinnen. Außerdem hat sich gezeigt, dass vor allem ein guter Bestand an alten Zuchttieren zum Erfolg führt. Hier weiß man als Züchter, was diese an Nachkommen bringen können und verzettelt sich nicht mit jungen Tieren, die neu in die Zucht kommen. Die Mischung aus beiden bildet das Fundament für eine Zucht mit konstanter Qualität.
Bei den Zwergfuchskaninchen zeigen einige Zuchten ein sehr weiches, fast angoraähnliches Fell. Dieses kann verstärkt auftreten, wenn die Züchter Farbenzwerge eingekreuzt haben. Wichtig ist, so Matthias Fritzsche, dass die Felle über eine stabile Granne und ein nicht zu wolliges Fell verfügen. In der Zucht seiner beiden Farbenschläge arbeitet er unter anderem mit der Züchterin Elke Weiss aus Kärnten zusammen. Wenn neue Tiere benötigt werden, hilft man sich gegenseitig.

  Auf der Bundesschau 2009 wurde
 Zuchtfreund Fritzsche bei den
 Zwergfuchskaninchen weiß Blauauge mit
 384,0 Punkten Deutscher Meister

Mit seinen Zwergfüchsen war Zuchtfreund Fritzsche ab 1984 Mitglied im Fuchskaninchen-Club Sachsen und dort bis 1997 mehr als 10 Jahre Schriftführer. Von 1997 bis 2010 hat er den Club als 1. Vorsitzender geführt. In der Abteilung Clubs im Landesverband Sächsischer Kaninchenzüchter war er von 2002 bis 2008 Schriftführer und von 2005 bis 2008 2. Vorsitzender.Heute betreut er die Homepage seines Vereins S 785 Frankenhain und ist dort zudem für die Ehrungen zuständig. Außerdem ist er Mitglied im Schweizer Fuchskaninchen-Club, der über 100 Mitglieder zählt. Dort werden zwar nur die großen Fuchskaninchen gezüchtet, doch die Zwergfuchskaninchen befinden sich im Anerkennungsverfahren.

 Auf der Bundesschau 2013 in Karlsruhe
 stellte Matthias Fritzsche mit 97,0 
 Punkten die Bundessieger-Häsin bei
 den Zwergfuchskaninchen

Im Laufe der Jahre ist Matthias Fritzsche zweifelsohne zu einem Spezialisten bei den Zwergfuchskaninchen geworden. Die Erfolge blieben dabei nicht aus.
 
Insgesamt 4 Mal wurde er Europameister und stellte 3 Europachampions. Den Deutschen Meistertitel holte er 2 Mal und zeigte in Summe 5 Bundessieger. Einen großen Teil des Erfolgs schreibt er vor allem seiner Ehefrau Heike zu, die sich um die Kaninchen kümmert, wenn er innerhalb der Woche beruflich auf Montage ist.
 
Wir bedanken uns für die Einblicke in die Zucht der Zwergfuchskaninchen und wünschen der Familie Fritzsche noch viele weitere Erfolge mit der Rasse.

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