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19. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Marderkaninchen braun

Eine interessante Kaninchenrasse

Aussehen

Marderkaninchen braun
1 Backenpunkt
2 Marderkreuz

Die Deckfarbe der Marderkaninchen (Typmarder) ist je nach Farbschlag braun oder blau in heller bis mittlerer Tönung. Über den Rücken zieht sich ein etwa 8 cm (Kleinmarder), beim Großmarder 8-10 cm breiter, nicht scharf abgegrenzter dunkler Streifen. Dieser Streifen beginnt nicht im Genick, sondern etwa dort, wo die auf den Rücken gelegten Ohren des Tieres enden. Auch Läufe und Blume der Marderkaninchen sind dunkel gefärbt, dabei soll die dunkle Farbe der Läufe über das Sprunggelenk reichen. Die Kopfzeichnung umfasst die Maske, die die Schnauze dunkel färbt und nicht über die Augenhöhe reicht, die Augen sind dunkel eingefasst. Die Ohren sind ebenfalls dunkel gefärbt, der Ansatz ist gut sichtbar. Unterhalb der Augen befindet sich der Backenpunkt, aus dem immer ein Tasthaar hervorgeht. Durch die Maske, Augeneinfassung und die Ohrenfärbung bildet sich auf der Stirn der Tiere das so genannte Marderkreuz, zwei sich kreuzende helle Streifen, die sich zwischen Augeneinfassung und Ohrensätzen quer über die Stirn und von der Maske bis in das Genick ziehen. Marderkaninchen werden bronzefarbig geboren, mit dem Fellwechsel erfolgt die Umfärbung zur rassetypischen Färbung, die bei späteren Fellwechseln wieder verwaschener wird, was die Zucht von Marderkaninchen für Ausstellungszwecke schwierig macht.

Geschwister - 3.0

Die im Standard beschriebenen so genannten Typmarder sind spalterbig, d.h. Verpaarungen untereinander führen nur zu 50 % typgerecht gezeichneter Tiere, je 25 % sind so genannte Dunkelmarder und 25 % Russenmarder (in manchen Zuchtlinien auch Albinos). Diese prozentuale Aufteilung versteht sich jedoch als Theorie – Häsin mit ~ 100 Nachkommen bei gleicher Verpaarung. Die Färbung der Marderkaninchen wird durch den zur Albinoserie gehörenden Marderfaktor hervorgerufen. Das deutsche Symbol für diesen Faktor ist am. Beim braunen Farbschlag ist der Marderfaktor kombiniert mit dem Einfarbigkeitsfaktor g (a) beim blauen Marder ist zusätzlich der Faktor d für die Verdünnung des schwarzen Pigments vorhanden. Marderkaninchen sind in den Farbschlägen braun und blau zugelassen, die entsprechenden Erbformeln der Typmarder sind:

Braun: amBCDg/ anBCDg
Blau: amBCdg/ anBCdg

Der (nicht anerkannte) chinchillafarbene (korrekter: wildfarbene, da ja eine andere Mutation als der Chinchillafaktor vorliegt) Typ hat die Erbformel:amBCDG/ anBCDG (Deutsche Symbolik) bzw. ABcchi3DE/ABch3DE (Englische Symbolik) Bei allen Farbschlägen kann anstelle des Russenfaktors auch der Albinofaktor vorliegen, diese Kombination führt lediglich zu einer etwas helleren Unterfarbe. Diesen Farbenschlag hatte Ende der 80-er Jahre bereits Siegfied Elschner aus Schleiz in ansprechender Qualität gezüchtet. Zugelassen hat er diese aber auch schon nicht zu VKSK-Zeiten bekommen.


1 Fleischfarben: Russenmarder o. Albino

2 Bronzefarben: Typmarder

3 Dunkelfarben: Dunkelmarder

 

Jungtiere Marderkaninchen braun

0.1 Typmarder

1 x Russenmarder, braun
1 x Typmarder, blau
2 x Typmarder, braun
3 x Dunkelmarder, braun


Die Geschichte der Rasse

Das Marderkaninchen entstand, wie andere Kaninchenrassen auch, mehrmals an verschiedenen Stellen, immer jedoch unter Beteiligung von Chinchillakaninchen, was unter Berücksichtigung seiner Genetik auch naheliegend ist.
In der Literatur sind folgende Züchter erwähnt:

David W. Irving, Freshfield bei Liverpool, Großbritannien, 1923 als Siamese Sables.
O. Brock, Kalifornien als American Sables, 1924.
M. Fraineau, Cognac in der Charente in Frankreich, 1925 erstmals in Paris als Zibelines gezeigt.

In Deutschland wurden Marderkaninchen von Emil Thomsen in Hamburg-Stellingen durch Zufall erhalten. Das Ziel von Thomsen war eigentlich, ein Opossum-Kaninchen zu züchten. Er paarte dazu Blaue Wiener, Hasenkaninchen, Havanna, Thüringer und weiße Angorakaninchen miteinander. Auf Anraten von Joppich kreuzte er Kleinchinchilla ein und erhielt bronzefarbene Jungtiere, die sich später zur beschriebenen Marderfarbe umfärbten. Thomsen gab einen Rammler an Hans Nachtsheim weiter, der die genetische Stellung dieser Rasse aufklärte. Ein weiterer Rammler gelangte auf Umwegen und ohne Wissen Thomsens zu Ziemer nach Halle. Auf der Grundlage mit diesem Tier bauten weitere Züchter Bestände von Marderkaninchen auf. Nach Thomsens Tod übernahm Joppich seinen Tierbestand und Zuchtunterlagen und entwickelte die Rasse weiter. Die neue Rasse wurde 1924 erstmals in Hamburg-Altona gezeigt. Der Name Marderkaninchen wurde in Anlehnung an die Farbe der Edelmarder und Steinmarder gewählt, neben denen sie auch auf der ersten Ausstellung für Edelpelztiere 1928 in Berlin gezeigt wurden. Unklar bleibt in der Literatur, wie es zur Kombination mit dem Russenfaktor kam.

 

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Marderkaninchen braun

Ebenfalls auf die Wirkung des Marderfaktors geht die Färbung des Siamesenkaninchens zurück. Bereits Joppich erwähnt, dass ihm aus den von Thomsen übernommenen Beständen wiederholt Tiere mit der Färbung der Siamkatze fielen. Zur Geschichte und Besonderheiten des Siamesenkaninchens verweise ich auf die zahlreichen Artikel und die Fachfibel unseres Clubobmanns Joachim Kapp aus dem thüringischem Triebes. Die Marderfarbe ist auch beim Farben- und Widderzwerg als Farbschlag anerkannt.

Standardbeschreibung

Position 1: Gewicht
Normalgewicht über 2,50 kg. Mindgewicht 2,00 kg. Höchstgewicht 3,25 kg.

Position 2: Körperform, Typ und Bau
Der Körper ist leicht gedrungen und wird von kurzen, mittelstarken Läufen getragen. Die Rückenlinie verläuft ebenmäßig und ist hinten gut abgerundet. Der kurze Kopf ist dicht am Körper angesetzt. Die Ohren sind stabil im Gewebe und entsprechen in ihrer Länge dem Körper (Ideallänge lt. Standart der soz. Länder 9,0 bis 10,0 cm). Die Häsin ist wammenfrei.
Leichte und schwere Fehler:
Siehe „Allgemeines“ (siehe Standart S. 22 ff).

Position 3: Fellhaar
Das Fellhaar ist dicht, von feiner Struktur und gleichmäßig gut, jedoch nicht zu hart begrannt. Die Ohren sind gut behaart.
Leichte und schwere Fehler:
Siehe „Allgemeines“ (siehe Standart S. 31 bis 33).

Position 4: Deckfarbe
Anerkannt sind der braune und blaue Farbenschlag in heller bis mittlerer Abtönung. Nicht zugelassen sind die dunklen, fast einfarbigen Tiere (Homozygoten). Die Deckfarbe ist von einem lichten Braun bzw. Blau, das nach den Seiten und Flanken zu heller verläuft. Hinterschenkel und Schulterpartie sind etwas dunkler angedeutet. Backen, Brust und Bauch sind hellbraun bzw. hellblau. Die Augen sind braun bzw. graublau, je nach Lichteinfall rötlich durchleuchtend, die Krallen hornfarbig.
Leichte Fehler: Etwas dunkle Deckfarbe; fleckige Deckfarbe. Leichte Durchsetzung mit weißen Haaren. Zweierlei Krallenfarbe, d.h. unterschiedlich intensiv hornfarbig pigmentierte Krallen.
Schwere Fehler: Siehe Völlig dunkle Deckfarbe. Stark weiß durchsetzte Deckfarbe oder sichtbare weiße Flecken. Gänzlich dunkler Kopf und Ohren. Andere als die geforderte Augenfarbe, pigmentlose Krallen.

Position 5: Abzeichen
Die Maske ist dunkel und verläuft, nicht scharf abgegrenzt, etwa bis in Augenhöhe. Die Ohren sind dunkel; in dunkler Abtönung tritt die Augeneinfassung in Erscheinung. Über den Rücken zieht sich ein ca. 8 cm breiter dunkler Streifen, der seitlich nicht scharf abgegrenzt ist. Läufe und Blume sind ebenfalls dunkel abgetönt.
Leichte Fehler: Große Maske, schwache, verschwommene Abzeichen. Unvollständiger Rückenstreifen.
Schwere Fehler: Fehlen der dunklen Abzeichen.

Position 6: Pflegezustand
Nur in hervorragendem Pflegezustand werden die Tiere zur Bewertung zugelassen. Es obliegt deshalb dem Züchter, seine Tiere mit Fleiß und Geschick gebührend vorzubereiten. Hierzu gehören saubere Läufe, Ohren und Geschlechtspartie, gut beschnittene und reinliche Krallen usw.
Leichte Fehler: Leichter Stallschmutz, geringfügig unsaubere Ohren oder Geschlechtsteile; lange Krallen. Leichte Filzbildung.
Schwere Fehler: Stark verschmutze Tiere. Starke Filzbildung.

Thomas Seidewitz

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