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15. August 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Lars Herrmann, Zschorlau

Heute möchten wir Euch die Familie Herrmann aus Zschorlau in Sachsen vorstellen. Die Gemeinde Zschorlau liegt am westlichen Rand des schönen Erzgebirges und ist ein Ort, welcher vom dörflichen Leben geprägt ist. Die Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Besucher-bergwerk „St. Anna am Freuden-stein“, der Türkschacht und die Pyramide im Ortskern, locken jährlich zahlreiche Besucher. Aber auch sportliche Freizeitaktivitäten sind aufgrund des großen Vereins-aufkommens in Zschorlau  möglich. 

Lars und seine Familie leben seit einigen Jahren im selbst erbauten Eigenheim – einem großen Haus mit ausreichendem Platz im angrenz-enden Garten sowie einer Wiese direkt hinter dem Haus. Nach seiner Ausbildung zum Zimmermann hat er sich über den damaligen Grundwehr-dienst der Bundeswehr dazu ent-schieden, fortan als Berufssoldat tätig zu sein. Hier ist er  im Bereich der Karriereentwicklung bzw. Nachwuchsgewinnung zuständig.

Exoten oder Kanarienvögel sollten es nicht sein


Lars ist bei seinen Eltern in Zschorlau aufgewachsen und ist diesem Ort bis heute treu geblieben. Die Schule lag ebenfalls im gleichen Ort und war somit leicht zu Fuß zu erreichen. Sein Vater ist Züchter von exotischen Vögeln (Exoten) und konnte damit das Verlangen nach eigenen Tieren bei seinem Sohn Lars wecken, jedoch keineswegs in die Richtung von Exoten oder Kanarienvögeln. „Man konnte bzw. kann diese Tier nicht wirklich anfassen. Das störte mich zu Kinderzeiten daran.“ Obwohl keiner in der Familie je Kaninchenzüchter war, entstand die Liebe zu diesen Tieren. „Als kleiner Junge wollte ich schon immer ein Kaninchen haben“, betont Lars. Im Jahr 1981 war es dann soweit und im jungen Alter von fünf Jahren erhielt Lars sein erstes Kaninchen – ein Zwergwidder. Sein Vater hatte es ihm gekauft und die Freude bei seinem Sohn war riesig. Um natürlich auch eine geeignete Unterkunft für den neuen „Familienzuwachs“ bereitzustellen, erbaute ein Bekannter der Familie den ersten Kaninchenstall.

Und wie es sich dann oft im Laufe der Zeit ergibt, folgte nach den Zwergwiddern eine neue Rasse – die Rexkaninchen havannafarbig. Diese hielt er für ca. zwei Jahre und stellte schnell fest, dass ihm die Zwergrassen irgendwie besser gefielen. Daher startete er Anfang der 90er Jahre mit den Farbenzwergen, weißgrannenfarbig schwarz und Hermelin Rotauge und konnte erste Erfahrungen im Bezug auf die Zucht von Farbenzwergen bzw. Zwergkaninchen sammeln.

Doch wie ist er zur organisierten Rassekaninchenzucht gekommen? In der Nachbarschaft seines Elternhauses fand regelmäßig im Volkshaus die Versammlung des Vogelzuchtvereins seines Vaters statt. In den gleichen Räumlichkeiten war auch der Rassekaninchenzuchtverein S 558 Zschorlau Zuhause und hielt des Öfteren parallel seine Versammlung nebenan ab. Und so nahm der Vater seinen Sohn Lars eines Tages einfach mal mit. Lars gefiel dies sehr und trat daher mit sieben Jahren in die Jugendgruppe des S 558 ein. In seinen Anfangsjahren als organisierter Rassekaninchenzüchter stellt er zu Beginn nur auf der alljährlichen Ortsschau aus, welche auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Volkshauses stattfand.

Lars und seine Farbenzwerge, dunkel-/eisengrau

Als Lars dann mit 18 Jahren die Jugendabteilung seines Vereins verlassen musste und sich fortan mit all den Senioren messen durfte, zog auch eine neue Rasse in seinen Stallungen ein, welche bis heute – also seit über 20 Jahren – seine Stallungen beheimatet. Von dem bis heute eng befreundeten Züchter Hans Sämann aus Zeulenroda (T 215) erhielt er damals seine ersten Zuchttiere der Rasse Farbenzwerge, dunkel-/eisengrau. Diesen Farbenschlag der Farbenzwerge hat Lars das erste Mal auf einer Bundesschau entdeckt und sich sofort verliebt. „Sie haben mir einfach gefallen – ganz besonders diese Farbe.“ Allgemein betonte Lars in diesem Zusammenhang, dass ihn bei dem Vorbeilaufen an den Stallungen oder Käfigreihen das Tier bereits von weitem ansprechen muss. Nur dann besitzt es für ihn eine gewisse Attraktivität – unabhängig von dem Bewertungsresultat. „Das Tier muss mir einfach gefallen, wenn du dran vorbei läufst“, schildert Lars. Sein Hauptaugenmerk legt er bei seinen Farbenzwergen auf die Körperformen sowie den Kopf und das Ohr. „Ich mag keine eckigen Hinterpartien“, erwähnt er hier. Auch in Anbetracht des bereits qualitativ sehr hohen Levels der Farbenzwerge dunkel-/eisengrau allgemein in Deutschland, sollte dies durchaus der Vergangenheit angehören.

Seit 2010 beheimaten zusätzlich als Zweitrasse die Zwergwidder, dunkel-/eisengrau-weiß seine Stallungen. Die Farbkombination aus dunkel-/eisengrau und weiß sowie der Widdertyp machen diese Rasse für ihn so attraktiv. Den Ursprung hat diese Farbkombination aus den schwarz-weißen und den wildfarben-weißen Zwergwiddern, da durch eine Verpaarung dieser beiden Farben-schläge die Farbe dunkel-/eisengrau hervorgebracht wurde. Wie auch bei seinen Farbenzwergen achtet Lars bei den Zwergwiddern vor der Position Fellhaar auf die Körperformen und die Kopfbildung und den Behang.

Lars Herrmann präsentiert stolz seine Bundessieger von der 33. Bundes-Kaninchenschau Leipizg 2017.

Züchterisch festigen möchte er bei seinen Farbenzwergen gerne noch die Farbe. „Ich möchte, dass sie wirklich alle eisengrau sind und nicht mal etwas dunkler oder mal etwas heller“, bringt Lars hierbei zum Ausdruck. Dies hängt natürlich mit der Spalterbigkeit der Rasse zusammen, welches ihm sehr wohl bewusst ist. Bei seinen Zwergwiddern hat er sich als Ziel gesetzt, die Dichte des Fellhaars noch zu verbessern. Dabei sollen Kopf und Ohr jedoch gleichermaßen an Beachtung finden, sodass die Ausprägung der Krone nicht stagniert.


Auf dem Hof seines Schwiegervaters stand längere Zeit ein größerer Kaninchenstall, welcher nicht genutzt wurde. Da dieser nicht unbewohnt bleiben sollte  und auch keine Zwerg einziehen sollten, nutzt er diese Stallungen, um sich etwas an Englischen Schecken zu versuchen.
Gerne spreche ich mit den Züchtern während meines Interviews auch über andere Rassen, an denen man ebenfalls Gefallen findet. Hier zögert Lars nicht lange und erzählt mir freudig, dass er auf jeder größeren Ausstellungen bei den Deutschen Riesen in dem Farbenschlag dunkel-/eisengrau vorbei schaut. „Diese Rasse ist schon imposant. Und dann noch in meinem Lieblings-Farbenschlag – wirklich stark.“ Als weiteres sprechen ihn sämtliche Scheckenrassen an – von den Deutschen Riesenschecken bis hin zu den Zwergschecken.

Die züchterische Laufbahn


Wie zuvor bereits erwähnt, startete Lars seine Laufbahn in der Jugendabteilung des RKZV S 558 Zschorlau. Ein wenig „Starthilfe“ erhielt er zu Beginn durch einen alt bekannten Preisrichter und guten Freund von Lars, dem Harry Mühlmann aus Ortmannsdorf. Als er dann in die Seniorenabteilung übernommen wurde, bemerkte man recht schnell, dass auch gewisse Führungskapazitäten in ihm stecken und er für jedermann ein offenes Ohr hat. Daher leitete er als erster Vorsitzender diesen Verein von 1999 bis 2009 und wurde allzeit durch alle Mitglieder unterstützt. Durch eine berufliche Versetzung und dem Auslandseinsatz in Afghanistan übergab er 2009 den ersten Vorsitz an seinen Nachfolger und guten Freund Jürgen Gläser und ist jetzt als Stellvertreter und Zuchtbuchführer im Verein tätig.

Neben dem aktiven und immer mit viel Spaß verbundenen Vereinsleben ist Lars ebenso die Mitgliedschaft und Arbeit in den Clubs wichtig. Seit mehreren Jahren bereits ist er im Hermelin und Farbenzwerg-Club im Landesverband Sächsischer Rassekaninchenzüchter Mitglied sowie im gleichnamigen Club in Landesverband Rheinland-Pfalz. Mit seinen Zwergwiddern dunkel-/eisengrau-weiß ist er zudem Mitglied im Widderclub West-Erzgebirge. Die Bildung einer Gemeinschaft, teilweise über die Ländergrenzen hinaus, ist ihm hierbei sehr wichtig. Das Highlight sind dann die regelmäßig stattfindenden Clubvergleichsschauen, welche für ihn mit zu den schönsten Schauen in unserem ZDRK zählen – züchterisch wie auch im Bezug auf das Ambiente. Denn gerne sucht man sich auf der Clubvergleichsschau im Oktober bereits ein neues Zuchttier aus, welches unter Umständen schon direkt nach dieser Schau oder aber erst nach vollständigem Abschluss der Schausaison in die heimische Zuchtanlage einzieht.

Die Zucht


Seine Stallanlage umfasst insgesamt rund 104 Buchten. Hierzu zählt eine Innenstallanlage mit 90 Buchten sowie 14 Buchten im Außenbereich. Des Weiteren bietet er seinen Häsinnen nach der Zuchtphase einen großen Auslauf an, um sich hier in einer großen Gemeinschaft etwas zu erholen und den wohlverdienten „Sommerurlaub“ antreten zu können. Für seine Farbenzwerge liegt die Buchtengröße bei 60 x 60 cm und für seine Zwergwidder sogar bei 80 x 80 cm, welche allesamt auf Stroh gehalten werden und eine Ruhebrett als Zusatzeinrichtung haben. Als Vorderwand seiner Stallanlage hat er eine große Glaswand verbaut, da ihm helle und besonders natürliches Licht sehr wichtig sind.

Die Stallanlage von der Familie Herrmann Geräumige und helle Buchten stehen den Lieblingen zur Verfügung

Die Anzahl der Zuchttiere beträgt bei den Farbenzwergen rund sechs Rammler und 12 bis 14 Häsinnen. Bei seinen Widdern kommen zwei Rammler und vier bis fünf Häsinnen zum Einsatz. Einige Jahre bot er seinen Zuchthäsinnen während der Zuchtphase eine Wurfkiste an. Auf diese verzichtet er nun jedoch bereits seit einiger Zeit, da ihm die Handhabung mit den Wurfkisten nicht so gefiel. Seitdem er Ruhebretter verbaut hat, wird in den meisten Fällen das Nest unmittelbar darunter platziert und die Häsinnen ziehen ohne jegliche Probleme ihre Jungen groß.

Beim Heranwachsen der Jungtiere und der stetigen Zunahme an Gewicht stellt Lars recht frühzeitig fest, welches Tier an Halter abgegeben werden kann oder fortan einem Kind als treuer Wegbegleiter dienen darf. Denn auch bei ihm können nicht alle Tiere einen Platz in der weiteren Ausstellungs- und Zuchtsaison finden. Hierbei schaut er selbstverständlich auf die Länge der Ohren sowie die Farbe des Tieres. Denn hier erkennt man recht früh Abweichungen vom Standard-Ideal.

„Abwechslung“ und „viel Frisches“ auf dem gedeckten Tisch

In Verbindung mit der Fütterung legt Lars sehr großen Wert auf gesunde und vor allen Dingen robuste Tiere. Er reicht seinen Tieren fast jeden Tag etwas anderes – mal sind es Rübenschnitzel, Pellets, Möhren, Futterrüben oder Ähnliches. Frisches Grünfutter ist neben Heu und Wasser sein „Grundnahrungsmittel“ für seine Lieblinge. Sobald Gras, Löwenzahn, Klee, Spitzwegerich und Co. sprießen, ist Lars auf der Wiese zu finden und mäht seinen Tieren jeden Tag eine Schubkarre voll frischem Grün. Alle weiteren Futtermittel, welche zum Einsatz kommen, sollen eine möglichst hohe Abwechslung bieten. Um selbstverständlich den Häsinnen während der Aufzucht ihrer Jungtiere genügend Energie bereitzustellen, füttert Lars in dieser Zeit eine spezielle Pelletmischung in Verbindung mit einem Strukturmüsli. Erst wenn die Schausaison näher rückt füttert er wieder zusätzlich Pellets. Bei Verdauungsschwierigkeiten greift Lars auf frische Brennessel, Strukturmüsli und gutes Heu zurück. Der Tierarzt sollte nach Möglichkeit gar nicht zum Einsatz kommen müssen – ausgenommen natürlich die vorzunehmenden Impfungen. Denn auch die Tiere der Herrmanns sind selbstverständlich alle gegen RHDV-1 und RHDV-2 geimpft.

Lenas Lieblinge sind die Farbenzwerge, wildfarben

Lars älteste Tochter Lena hat sich bereits in sehr jungen Jahren für Tiere und speziell die Kaninchen interessiert – ganz wie der Papa. Sicherlich spielt hierbei die Begeisterung für die Kaninchen und die heutige Rassekaninchenzucht ihres Vaters eine Rolle – muss aber auch nicht zwingend ausschlag-gebend dafür gewesen sein. Im Alter von sechs Jahren trat sie als junges Mädchen in die Jugendgruppe des RKZV ihres Vaters ein. An den Farbenzwergen in der Farbvariante wildfarben fand Lars in früherer Zeit gefallen und schaffte sich hiervon ein Zuchtpaar an. Auch Lena gefielen diese Tiere sehr und so wechselten die Tiere innerhalb des Hauses Herrmanns den Besitzer.

Fortan beschäftigte Lena sich intensiv mit ihren Schützlingen.

In der Zucht finden aktuell rund vier Rammler und sechs Häsinnen Platz. Innerhalb der Innenstallanlage hat Lena ihre eigenen Buchten zur freien Verfügung, in denen sie ihre Zucht ausleben kann. Sicherlich unterstützt Vater Lars bei spezielleren Themen, wie der geeigneten Verpaarung, dem Schaufertigmachen oder anderen Dingen, aber grundsätzlich versorgt und pflegt Lena ihre Tiere selber.

Ihre bisherigen züchterischen Erfolge spiegeln diesen uner-müdlichen Einsatz wider. Denn eigentlich könnte sie sich bereits in den „züchterischen Ruhestand“ begeben, da sie bereits alle Tro-phäen auf den großen Schauen eingefahren hat. Vom 13. bis zum 15. November 2015 nahm sie an der Europaschau in Metz (FR) teil und konnte sich den Titel der „Jugend-Europameisterin“ sichern. Besonders stolz machte sie die Tatsache, dass sie auch noch den Europachampion mit ihrer Rasse stellen konnte. Im Jahr 2013 , auf der Bundes-Kaninchenschau in Karlsruhe, wurde sie mit ihren vier Farbenzwergen, wildfarben Deutsche Jugendmeisterin und präsentierte gleichzeitig den Bundessiegerramler, welcher mit 97,5 Pkt. bewertet wurde. Auf der Bundes-Rammlerschau 2017 in Erfurt zeigte sie fünf Farbenzwerge ihres Farbenschlags und freute sich sehr darüber, dass ein Tier mit 97,5 Pkt. zum Bundessieger gekürt wurde. Im gleichen Jahr setzte sie dann auf der Bundes-Kaninchenschau in Leipzig noch einen drauf und wurde mit 385,0 Pkt. Deutsche Vize-Jugendmeisterin mit ihren Farbenzwergen, wildfarben und parallel mit ihren Farbenzwergen, dunkel-/eisengrau Deutsche Jugendmeisterin (386,5 Pkt.). Denn seit dem Zuchtjahr 2017 beschäftigt sie sich zusätzlich auch noch mit diesem Farbenschlag und möchte ihrem Vater damit ein wenig Konkurrenz machen.

Annas Herz schlägt für die Zwergwidder dunkel-/eisengrau

Der zweite Sprössling der Familie Herrmann, die Anna, interessiert sich ebenfalls sehr für die Kaninchen. Da ihr jedoch die „Schlappohren“ etwas besser gefallen, beheimaten ihre Stallungen die Zwergwidder in der Farbe dunkel-/eisengrau. Auch sie ist selbstverständlich Mitglied in der Jugendgruppe des RKZV S 558 Zschorlau und somit eine sehr junge, aber fleißige Jungzüchterin. Bei der Fütterung und dem Misten ihrer Tiere unterstützt sie ihr Vater noch etwas häufiger, denn in Anbetracht ihres jungen Alters kann sie dies selbstverständlich noch nicht zu 100 Prozent eigenständig und kontinuierlich umsetzen.

Aber auch ihre Tiere finden den eigens dafür vorgesehenen Buchten Platz, sodass sie jederzeit ihre Tiere am gleichen Ort vorfindet. Zur Zucht werden ein Stammrammler und drei Häsinnen eingesetzt, sodass sie jedes Jahr über ausreichend Jungtiere verfügt.

Auch Anna macht es ihrer großen Schwester bereits sehr gut nach und konnte sich bereits einige der „großen“ Preise sichern. Im Landesverband Kurhessen fand am 19. und 20. Dezember 2015 die 32. Bundes-Kaninchenschau statt. Hier zeigte Anna vier ihrer Zwergwidder, dunkel-eisengrau, welche mit 385,5 Pkt. ihr den ersten Deutschen Jugendmeister-Titel bescherten. Auf der kürzlich stattgefunden Bundes-Kaninchenschau in Leipzig verteidigte sie ihren Titel und wurde erneut Deutsche Jugendmeisterin. Gleichzeitig zeigte sie in einer weiteren Kollektion eine Klassensieger-Häsin, welche 97,0 Pkt. erreichte. Weitere Auszeichnungen, wie Landes-Jugendmeister sowie Kreis-Jugendmeister, konnte sie sich ebenfalls bereits sichern.

Lena und Anna sind zwei junge, lebensfrohe, freundliche und engagierte Jungzüchterinnen, die das Hobby „Rassekaninchenzucht“ zusammen mit ihrem Vater leben. Sollte ihr Vater arbeitsbedingt oder auch aus anderen Gründen mal nicht rechtzeitig Zuhause sein, so übernehmen sie das Zepter im Kaninchenstall und versorgen alle Tiere. Macht weiter so ihr Zwei!

Immer präsent


Die Familie Herrmann ist sehr aktiv im Bezug auf das Ausstellen von ihren Tieren, aber auch als Besucher lassen sie kaum eine Schau aus. „Das Wohl der Tiere steht hierbei immer im Vordergrund“, merkt Lars an. Denn er möchte nicht auf Biegen und Brechen seine Tiere auf Ausstellungen präsentieren. Des Weiteren freut Lars sich, wenn er nicht alleine mit seiner Rasse auf einer Ausstellung um den Titel kämpfen muss. „Ein wenig Konkurrenz macht das Ganze schon spannender.“ Präsent sind die drei mit ihren Tieren beginnend mit der Vereinsschau, über die Kreisschau und Landesschau bis hin zu den Bundesschauen und Europaschauen. Hierbei pflegen Lars und seine beiden Töchter stets das gute Miteinander und freundschaftliche Verhältnis zu Jedermann. Auch kennt man den Lars als einen immer gut gelaunten Rassekaninchenzüchter und Freund. 

Zu den schönsten Ausstellungen zählen für Lars die Club-Vergleichsschauen. Hier sind alle Experten der Zwergenzucht vertreten und man tauscht wichtige Erfahrungen aus, welche für die züchterische Weiterentwicklung von hoher Bedeutung sind. Aber auch auf die alle zwei Jahre stattfindenden Bundes-Kaninchenschauen und Bundes-Rammlerschauen freuen sich Lars und seine Töchter sehr.    

Qualität wird belohnt


Die Errungenschaften seiner Töchter sind – wie bereits genannt – beachtlich und machen Papa Lars und auch Mama Kati zu Recht stolz. Doch auch Lars hat in seinen rund 35 Jahren Rassekaninchenzucht manch tolle Preise und Ehrungen mit nach Hause nehmen dürfen und befindet sich aktuell mit der Qualität seiner Tiere auf einem sehr hohen Niveau. Neben vielen Vereinsmeister-, Kreismeister-, Landesmeister-, Clubmeister- sowie Landesclubmeister-Titeln durfte er sich auch schon oft über Siegertiere auf diesen Ausstellungen freuen. Besonders hervorzuheben sind jedoch die züchterischen Leistungen auf Bundes-Kaninchenschauen und Bundes-Rammlerschauen. Im Jahr 2007 konnte Lars sich auf der BS in Bremen das erste Mal über einen Bundessieger freuen, welcher mit 96,5 Pkt. bewertet wurde. 2009 rundete diese Leistung sicherlich ab und so konnte er sich auf der BS in Karlsruhe den ersten Deutschen Meister-Titel mit seinen Farbenzwergen dunkel-/eisengrau sichern (386,5 Pkt.). Auf der BS 2015 in Kassel konnte er mit seinen Farbenzwergen den Titel des Deutschen Vizemeisters mit nach Hause nehmen und wurde mit den Zwergwiddern dunkel-/eisengrau-weiß zum zweiten Mal Deutscher Meister (386,5 Pkt.). Seine bislang beste Zuchtgruppe auf Bundesschauen präsentierte er auf der kürzlich stattgefundenen BS in Leipzig. Hier wurde er mit seinen Farbenzwergen mit 388,0 Pkt. Deutscher Meister und zeigte gleichzeitig den Bundessiegerrammler mit 97,5 Pkt. Parallel bescherten ihm seine Zwergwidder dunkel-/eisengrau-weiß ebenfalls ein tolles Ergebnis von 387,5 Pkt., welches ebenso zum Deutschen Meister reichte. Auch in dieser Kollektion saß der Bundessiegerrammler, welcher mit 97,5 Pkt. bewertet wurde.


Auf internationalen Schauen können sich seine Erfolge ebenfalls sehen lassen. Die im Jahre 2012 in Leipzig stattgefundene Europaschau brachte ihm seinen ersten Europameister-Titel mit seinen Zwergwidder, dunkel-/eisengrau-weiß. Eine mit 96,5 Pkt. bewertete Häsin wurde außerdem noch zum Champion gekürt. 2015 auf der Europaschau in Metz (FR) wiederholte sich dieses Glück und er konnte sich erneut die Titel „Europameister“ und „Europachampion“ holen, worüber er verständlicherweise mächtig stolz ist. Getoppt wurde dieses Resultat noch durch die Leistung seiner Farbenzwerge, dunkel-/eisengrau. Denn auch mit dieser Rasse wurde er hier Europameister. Gerne ist Lars auch auf der Ausstellung „Tag der Zwerge“ in den Niederlanden vertreten. Hier zeigte er 2017 das beste Tier in der Kategorie „einfarbige Farbenzwerge“ – einen Farbenzwerg dunkel-/eisengrau mit 97,0 Pkt.

Lars weiß also sprichwörtlich „wie der Hase läuft“ und erfreut sich jeden Tag an seinen Tieren. Um sein Glück noch zu vervollständigen, würde es sich in den nächsten Jahren noch sehr über einen Bundessieger auf einer Bundes-Rammlerschau freuen. Denn hierzu hat es in all den Jahren noch nicht gereicht. Wir drücken die Daumen.

Kaninchenauktion auf der Bundes-Kaninchenschau in Leipzig

Im Rahmen der Bundes-Kaninchenschau in Leipzig wurde auch hier wieder ein Beitrag zur Unterstützung regionaler Organisationen, welche sich um schwer erkrankte Kinder kümmern, geleistet. Jörg Petersheim, Vorsitzender des Landesverbandes Sächsischer Rassekaninchenzüchter und Ausstellungsleiter der BS in Leipzig, hatte hier natürlich im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt. Hierbei fühlte auch Lars sich angesprochen und es war für ihn selbstverständlich, hieran teilzunehmen. Nur wie erklärte er es seinen beiden Töchtern, dass wohlmöglich auch eines ihrer Tiere zur Versteigerung herangezogen werden würde? Lars erzählte seinen Töchtern den Hintergrund dieser Kaninchenauktion und sie waren sofort hell auf begeistert. Gesagt, getan. Seine älteste Tochter Lena erklärte sich bereit mit einem Tier (Bundessieger von der BRS in Erfurt) die Auktion zu unterstützen. Zu aller großen Verwunderung erzielte dieser wildfarbende Farbenzwerg ein sensationelles Ergebnis von 1.120,00 Euro, was die Familie Herrmann zu Beginn schlichtweg sprachlos machte.

Lenas Farbenzwerg wurde für 1.120,00 € für einen guten Zweck versteigert. Dieser Farbenzwerg aus der Zucht von Lars Herrmann erzielte 1.020,00 € auf der Auktion.

Aus diesem Grunde entschied man sich ein weiteres Tier aus der Zucht von Lars für die Auktion bereitzustellen, in der Hoffnung mit einem ebenfalls sehr guten Ergebnis solch wichtige Organisationen unterstützen zu können. Doch dass dann dieses zweite Tier ebenfalls einen vierstelligen Betrag erzielte, ist schon kaum zu glauben. Für 1.010,00 Euro wechselte dieser dunkel-/eisengraue Farbenzwerg den Besitzer. Lars betonte in diesem Zusammenhang, dass die vor einigen Jahren ins Leben gerufene Kaninchenauktion eine super Aktion ist. „Es ergibt sich daraus halt eine „Win-win-Situation“, denn sowohl der neue Besitzer ist glücklich, dass er dieses Tier erworben hat, sowie selbstverständlich auch die begünstige Organisation“, betont Lars. Es wird hier somit aktiv etwas für unser Hobby, die Rassekaninchenzucht, getan. Als Dankeschön erhielten seine Töchter von der begünstigen Organisation ein Schreiben, in dem sie ihren herzlichsten Dank aussprachen sowie von bis dahin unbekannten Züchtern sogar Geschenke.

Lars brachte des Weiteren zum Ausdruck, dass er eine Hochachtung vor der Leistung von Kai Sander und seinem Team hat, welche diese tolle Aktion immer wieder auf die Beine stellen.

Unser Hobby soll Spaß machen

Lars ist es wichtig, dass ein Hobby grundsätzlich Spaß machen sollte. Eine aktive und mit viel Leben gefüllte Vereinsarbeit unterstreicht dieses dabei und ist ihm sehr wichtig. Das starke Dreigespann mit Unterstützung der Mutter lebt das Hobby „Rassekaninchenzucht“ sehr intensiv und steckt hier viel Herzblut hinein. Einen Dank möchte Lars an dieser Stelle seinen Eltern entgegenbringen, die im Falle eines Urlaubs oder aus anderen Gründen die Versorgung der Kaninchen übernehmen.

Das kleintiernews-Team wünscht euch weiterhin viel Spaß und Erfolg in der Rassekaninchenzucht und für die Zukunft viel Gesundheit.

 

Ralf Adams

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