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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Karl-Friedrich (Kafi) Biermann, Zwerg-Rexe dalmatiner dreifarbig und japanerfarbig

Prominenter Musiker der Kultband "Bläck Fööss" ist ein erfolgreicher Rassekaninchenzüchter

Die Kölner Kultband „Bläck Fööss“ („Mer losse der Dom in Kölle“), die seit 1970 nicht nur zur Karnevalszeit Hallen und Stadien füllt und über ein sehr vielseitiges Repertoire verfügt, ist weit über Deutschland hinaus bekannt. Was aber sicher überwiegend unbekannt ist: Der prominente Sänger der „Bläck-Fööss“, Karl-Friedrich (Kafi) Biermann, ist seit mehreren Jahrzehnten aktiver Rassekaninchenzüchter. Seit 2010 gehört er dem KZV R130
Frechen-Altstadt an und züchtet dort die Rasse Zwerg-Rexe dalmatiner dreifarbig und als genehmigte Neuzüchtung die Zwerg-Rexe japanerfarbig.

Bevor Kafi Biermann 1995 als Nachfolger des damaligen Frontmannes Tommy Engel zu den „Bläck Fööss“ kam, arbeitete der diplomierte Sportlehrer als Konditionstrainer in der Winterpause der Saison 1990/1991 unter Trainer Christoph Daum beim 1. FC Köln. Vorher war er von 1986 bis 1991 bei den Eishockey-Profis der Kölner Haie tätig und arbeitete von 1971 bis 1995 als Dozent an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Seit dem Jahr 2000 engagiert sich Kafi mit den Bandkollegen Bömmel Lückerath und Hartmut Priess u.a. auch in der Lehrerfortbildung. Sie haben eine CD mit Kölschen Heimatliedern aufgenommen, die jedem Kind von Kölner Gemeinschaftsgrundschulen mit einem Textheft zur Verfügung gestellt werden. In gemeinsamen Auftritten der Schüler mit den Pädagogen und den Bandmitgliedern soll über die Musik die Gemeinschaft der Schüler integrativ gefördert und Kölsches Brauchtum sowie die Kölsche Sprache vermittelt werden.

Mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn lebt er mit seinen Schwiegereltern und der Familie des Schwagers in einem Mehrgenerationenhaus in Frechen. „Ich bin in einem Haushalt mit mehreren Generationen aufgewachsen und für mich ist das die beste Lebensform“, erzählt der erfolgreiche Sänger. „Das Zusammenleben klappt sehr gut und jeder ist jederzeit für jeden da.“

 Kafi Biermann mit seinem Schwiegervater Achim Weber und dem Vereinsvorsitzenden
 Wolfgang Wüst (links)

Das ist auch wichtig, denn Kafi ist mit seiner Band natürlich viel unterwegs. Bei mehrtägigen Auftritten der „Bläck Fööss“ und insbesondere während seiner Urlaube – Kafi liebt die Urlaubsinsel Mallorca und hat dort eine Finca – versorgt sein Schwiegervater Joachim „Achim“ Weber seine Tiere in der Gemeinschaftszuchtanlage des R 130 oberhalb von Frechen. Daneben ist er „Mädchen für alles“, schneidet die Bäume, repariert das Dach der Zuchtanlage oder reinigt auch schon einmal die Buchten. Der Bauernsohn, der 1946 als ältester Sohn in einem kleinen Dorf in Westfalen geboren wurde und dort mit Tieren aufwuchs, kam schon früh mit Kaninchen in Berührung. Er hatte zwar keine reinrassigen Tiere, lernte aber bereits als Kind die Zucht und Haltung von Kaninchen kennen und lieben.

In der großzügigen Zuchtanlage auf dem Vereinsgelände des KZV 130 Frechen-Altstadt zieht Kafi bis zu 70 Jungtiere pro Jahr auf.

Seit den 70er-Jahren war Kafi Mitglied im KZV R 236 Colonia Nippes-Zollstock und danach im KZV R 444 Pulheim. In diesen beiden Vereinen züchtete er die Rasse Dalmatiner-Rexe dreifarbig. „Bereits zu meiner Pulheimer Zeit kannte ich den Verein R 130 Frechen-Altstadt und deren Zuchtanlage, denn zu unseren Ausstellungen haben wir uns dort Käfige ausgeliehen“, erinnert sich Kafi.

Wolfgang Wüst, ZDRK-Abteilungsleiter für Herdbuch und Vorsitzender des KZV R 130 Frechen-Altstadt, erinnert sich an die ersten Begegnungen mit Kafi: „Die „Bläck Fööss“ kenne ich schon von Beginn an, als sie u.a. auch im Saal in meinem Lokal auftraten. Kafi kam ja erst später zur Band und er war dann vor ein paar Jahren ganz privat Gast bei unseren Ausstellungen.“ Dann wurde er nach kurzer Zeit Mitglied im Verein und pachtete eine Parzelle in der Gemeinschaftszuchtanlage des Vereins. Seine ersten Zuchttiere, zwei Rammler und drei Häsinnen, bekam er von der Züchterin Anja Rose.

Seit Frühjahr 2011 zieht Kafi von seinen Zwerg-Rexen dalmatiner dreifarbig mit vier Rammlern, davon zwei Rammlern als Ersatz, und sechs Häsinnen als Zuchttiere pro Jahr etwa 70 Jungtiere auf. Bei den Verpaarungen bringt eine Zuchthäsin im Wurf von vier bis sieben Jungen nicht nur die Zwerg-Rexe dalmatiner dreifarbig sondern auch Zwerg-Rexe mit einem schwarz-gelben Fell, die sich zur Züchtung der Zwerg-Rexe japanerfarbig eignen, die von der ZDRK-Standard-Kommission als Neuzüchtung genehmigt wurde.

 Kafi Biermann mit seinen Zwerg-Rexen dalmatiner dreifarbig und japanerfarbig

Seine Tiere hält Kafi ausschließlich auf Stroh und füttert Pellets und hin und wieder auch Strukturfutter. Daneben stehen den Tieren natürlich ständig Heu und Wasser zur Verfügung. Die tragenden Häsinnen bekommen zusätzlich noch Grünfutter. Die Versorgung der Tiere erfolgt überwiegend einmal am Tag zur Mittagszeit.
 
Wie bei jedem Züchter stellt sich natürlich insbesondere zum Ende des Zuchtjahres auch hier die Frage, was mit den Kaninchen, die nicht zur Zucht eingesetzt werden können, geschehen soll. Diese Frage beantwortet Kafi klar und deutlich: „Ich schlachte meine Tiere selbst und esse sehr gern Kaninchenbraten. Am liebsten mag ich die Zubereitung des Fleisches im Römertopf mit Gemüse und Kräutern“, verrät Kafi. Er hat sich aber auch das ZDRK-Kochheft mit zahlreichen Rezepten rund um das gesunde Kaninchenfleisch zugelegt, um Abwechslung in seine Küche zu bekommen. Das Kochen und Braten der Kaninchen übernimmt dann hauptsächlich seine Ehefrau.

 Eine 0,1 Zwerg-Rexe dalmatiner dreifarbig mit einem Wurf Jungtiere sind wie alle Tiere
 im Bestand an die Züchterhand von Kafi Biermann gewöhnt.

Vereinsvorsitzender Wolfgang Wüst lobt das züchterische Engagement von Kafi und hält ihn für einen Spitzenzüchter seiner Rasse, der sicherlich noch den einen oder anderen Erfolg bei großen Schauen nach Hause bringen wird. Aber auch innerhalb des Vereins ist Kafi stets zur Stelle, wenn Veranstaltungen anstehen. So betätigt er sich als Zuträger bei der Bewertung oder Kafi und seine Ehefrau backen auch bei der Vereinsschau leckere Waffeln und dabei wird Kafi von den Ausstellungsbesuchern, die zum Teil auch nur wegen ihm zum Vereinsgelände kommen, auch um das eine oder andere Foto oder Autogramm gebeten.

Der populäre Musiker ist sich auch nicht zu schade, ein Amt innerhalb des Vereins auszuüben. So war er bereits in seinem ehemaligen Verein in Nippes-Zollstück Schriftführer und hat diese Funktion inzwischen auch im R 130 übernommen.

Bodenständig und Mensch geblieben: Kafi Biermann ist bei den Vereinsschauen immer mit dabei. Hier bei der Siegerehrung mit der stellvertretenden Bürgermeisterin von Frechen, Susanne Stupp, und dem Vereinsvorsitzendem Wolfgang Wüst

Die Liebe zur Natur und zum Tier sowie die Ruhe, die er in seiner Zuchtanlage auf dem zweieinhalbtausend Quadratmeter großen Vereinsgelände findet, sind die Motive, warum sich Kafi der Rassekaninchenzucht verschrieben hat. Mit diesem Hobby hat er einen idealen Ausgleich zu seinem teilweise doch stressigen Musikerberuf gefunden. „Daneben liegt natürlich ein besonderer Reiz in der Herauszüchtung von guten Tieren dieser nicht ganz einfach zu züchtenden Rasse, die auch für Ausstellungen und die weitere Zucht geeignet sind“, erklärt Kafi.

Neben der Rassekaninchenzucht treibt Kafi in seiner Freizeit Sport und legt auch viele Wege mit seinem Fahrrad zurück. Daneben trainiert er die Junioren-Mannschaft der Spielvereinigung 1920 Frechen, in der auch sein siebenjähriger Sohn Fynn spielt.

Auf die Frage, was Kafi früher an den berühmten Nagel hängen wird, die Musik mit den „Bläck Fööss“ oder die Rassekaninchenzucht hat er eine klare Antwort parat: „Ich möchte beides immer weiter machen!“ Da kann man nur hoffen, dass dieser Wunsch von Kafi in Erfüllung gehen wird!
 

Wolfgang Elias, ZDRK-Referent für Öffentlichkeitsarbeit

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