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27. März 2017 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Kaninchenhaltung

Voraussetzungen für gesunde Kaninchen

Die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass unsere Hauskaninchen gesund bleiben und sich insgesamt gut entwickeln sind die jeweilige Haltungsform und die Beschaffenheit des Stalles. Hierzu gibt es bestimmte, festgelegte Mindestanforderungen an eine gesunde und zweckmäßige Unterkunft. Die Zeiten, in denen Kaninchen in einfachsten Verschlägen und notdürftigen Holzkisten untergebracht wurden, gehören zum Glück meist der Vergangenheit an. Gleichgültig für welche Form der Kaninchenhaltung man sich entscheidet und welches Stallsystem man dabei wählt, in jedem Fall sollte das Wohl der eigenen Tiere in den Vordergrund gestellt werden. Dies bedeutet, dass man immerzu die bestmöglichen Bedingungen für die Gesunderhaltung der Tiere sicherstellen sollte.

Stallklima

Zu den wichtigsten Kriterien für eine ordnungsgemäße Kaninchenhaltung gehört vor allem ein „gesundes“ Stallklima mit reichlich frischer Luft und ausreichenden Lichtverhältnissen. Dabei sollte die optimale Luftfeuchtigkeit bei rund 50 bis 60 % liegen und 70 % nicht dauerhaft überschreiten. Natürlich sollten Kaninchen generell vor Feuchtigkeit und Nässe geschützt werden. Zur Luftqualität zählen neben der Luftfeuchtigkeit auch die Luftzirkulation, also die Luftgeschwindigkeit, sowie die Höhe der Schadgaskonzentration. Ammoniak, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff sind ungünstig für die Atemwege der Kaninchen. Ständige Erneuerung durch ein gutes Lüftungssystem kann der Anreicherung von Schadgasen entgegenwirken. Bei der Installation einer Belüftungseinrichtung ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Tiere anschließend nicht im Durchzug sitzen, da sie gegen Zugluft besonders empfindlich sind.

Temperatur

Kaninchenhaltung

Kaninchen fühlen sich bei einer Temperatur von 15 bis 20 Grad Celsius am wohlsten. Zu hohe und zu niedrige Temperaturen werden zwar von den Kaninchen toleriert, können aber auf Dauer einen negativen Einfluss auf ihre Gesundheit und Entwicklung haben. Als niedrige Temperaturen in der Kaninchenhaltung gelten solche unter 10 Grad Celsius. Wie gut die Kaninchen damit zurechtkommen, hängt vom jeweiligen Haltungssystem und den Tieren selbst ab. Bei niedrigen Temperaturen sind Jungtiere im ersten Lebensmonat weitaus anfälliger als ältere und besonders in den ersten Tagen nach der Geburt kann Frost für die noch kaum behaarten Nestlinge sogar den Tod bedeuten.

Licht
 
Ein weiterer unentbehrlicher Faktor für die Entwicklung der Kaninchen ist das Licht. Am günstigsten wirkt sich Sonnenlicht auf die Gesunderhaltung und Vitalität der Tiere aus, durch welches im Körper Vitamin D gebildet wird. Eine ausreichende Menge an Tageslicht beeinflusst zudem das Fortpflanzungsverhalten positiv. Direkte Sonneneinstrahlung hingegen sollte jedoch unbedingt vermieden werden, weil sie nicht nur das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigt, sondern auf Dauer auch die Fellfarbe verändern kann. Da Kaninchen Dämmerungstiere sind, braucht die Lichtintensität in ihrer Umgebung im Prinzip nur gering zu sein. Dabei gilt, dass Zuchttiere eine deutlich höhere Beleuchtungsintensität benötigen als Masttiere. Man sollte eine optimale tägliche Beleuchtungsdauer von zwölf bis maximal 16 Stunden und einer Lichtstärke von mindestens 20 Lux einhalten, das heißt einer Lichtstärke, bei der man man problemlos Zeitung lesen können muss.

Hygiene

Zur Gesunderhaltung der Kaninchen müssen auch die hygienischen Vorraussetzungen erfüllt werden. Mit anderen Worten, Kaninchenställe und Stallanlage müssen stets rein gehalten werden, denn durch mangelnde Hygiene stehen Parasiten und Infektionserregern Tür und Tor offen. Bereits stallbauliche Voraussetzungen wie Urinabläufe und Ähnliches tragen zur leichteren Reinhaltung der Ställe bei. Bestimmte Stallsysteme, beispielsweise Buchten mit Kotschubladen bieten von vornherein bessere Möglichkeiten zur Stalldesinfektion. Nach der Routinesäuberung des Stalles empfiehlt sich in regelmäßigen Abständen eine Desinfektion der Stallbuchten und der Gerätschaften wie Trink- und Futtergefäße. Nach meiner Erfahrung zeigen hier verschiedene Stalldesinfektionsmittel erwiesene Wirkung gegen Bakterien, Viren, Sporen und Pilze (zum Beispiel Rhodasept ® oder Intersporol ®). Eine weitere gute Maßnahme gegen Krankheitserreger ist das Abflammen der Buchten, natürlich mit der nötigen Vorsicht! Die Ställe und Vorräte sollte man möglichst gut gegen Ungeziefer wie Fliegen und Mücken und vor allem auch unliebsame Gäste wie Ratten und Mäuse schützen, da diese Krankheiten übertragen können und zudem unter Umständen auch die Futtervorräte vernichten.

Quarantäne
 
Als Züchter sollte man darauf achten, dass man über die eigenen Kaninchen nicht zum direkten oder indirekten Krankheitsüberträger wird. Erreger können wir oder Besucher durch unsere Kleidung und Schuhe mit in unsere Anlagen bringen. Ebenso gelangen sie durch das Mitbringen fremder Tiere oder durch unsere direkte Berührung möglicherweise von einer Anlage in die andere. Kleidung sollte man grundsätzlich vor Betreten der Stallanlagen wechseln, sofern man zuvor mit anderen Kaninchen in Kontakt gekommen ist. Weiterhin zu empfehlen ist dann eine gründliche Händedesinfektion. Solchen unnötigen Risiken beugt man am besten durch entsprechende Maßnahmen vor. Für neu erworbene Tiere hält man einen abseits der übrigen Ställe gelegenen Quarantänestall bereit, bevor man sie nach einer gewissen Zeit der Beobachtung in den eigenen Bestand integriert. Bei Bedarf kann ein solcher separater Stall vorübergehend auch als Krankenstation für eigene Tiere verwendet werden.

Aus: Schumacher, Rassekaninchen züchten

 

 

Rassekaninchen züchten. Christoph Schumacher. 2010.
152 S., 71 Farbf., 5 Zeichn., geb.
ISBN 978-3-8001-6713-5.
Preis inkl. MwSt. € 19,90

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