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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Kaninchenausstellungen im Sommer

Sommerhitze, Kaninchenausstellungen

Sommerhitze

Am Montagabend rief mich ein aufgeregter Zuchtfreund an: „Haben Sie den Wetterbericht gesehen? Am Wochenende wird es wieder so heiß. Und wir haben doch unsere Jungtiervergleichschau am Sonntag. Ich mache mir solche Sorgen, dass meine Tiere in der Hitze leiden werden. Sie wissen doch wie unsere Riesen sind… Was soll ich nur tun? Werden Sie mit Ihren Tieren kommen?“

Das ist das leidige Problem der Sommerausstellungen, die bei uns in England als Teil von Landwirtschafts- und Traditionsmessen oder Sommerfesten landauf- und abwärts auf Wiesen in großen Zelten durchgeführt werden. Auch hier in Deutschland sind die überhöhten Temperaturen für jede Ausstellung ein Wagnis.

Planung ist alles

Ich plädiere immer dafür, dass für unsere Ausstellungen die Sommertermine an Klubs vergeben werden, die feste Gebäude bereitstellen können. Ausstellungen unter der Plane sind wegen möglicher Schlammschlachten bzw. Saunazelten zu riskant.

Anmeldungen müssen normalerweise mindestens 5 Tage vor der Ausstellung eingereicht werden. Im Sommer ist es dabei für mich besonders wichtig, dass ich nur 100% gesunde, fitte Tiere anmelde, die auch mit Hitze und Ausstellungsstress klarkommen.

Da mir die traditionellen Holzkisten mit Riesen zu schwer sind, verwende ich seit Beginn meiner Züchterkarriere Transportkisten für kleine Hunde oder Katzen. Diese Plastik-Container haben eine bessere Ventilation als die Holzkisten. Darüber hinaus habe ich den Boden mit Rosten ausgelegt, so dass ich keine Einstreu brauche. Das erspart Dreck im Auto und hält die Tiere kühler.

Vor der Fahrt durchlüfte ich mein Auto. Die Tiere kommen erst im letzten Moment in ihre Kisten und dann ins Auto. Als Fahrtverpflegung erhalten sie eine Klopapierrolle mit Heu und etwas Frischfutter. In meinem Berlingo gibt es leider keine Klimaanlage, dafür klappe ich mindestens die hinteren Fenster auf.

Auf der Ausstellung angekommen, öffne ich sofort die Heckklappe und stelle die Kisten in den Schatten des Autos. Danach kommen die Tiere so schnell wie möglich in ihre Käfige. Als Kühlung hat jeder Züchter seine eigenen Mittel: Weniger Einstreu, frisches Futter, Dachziegel, Fliesen, Eisflaschen, Kühlakkus, Ventilatoren, die man an den Käfig anbringen kann. Ein Napf oder eine Flasche mit Wasser ist natürlich Pflicht. All diese Mittel können auch für die Transportkisten verwendet werden. Nothilfen vor Ort sind frisches Gras, mit feuchten Tüchern die Ohren kühlen oder gar die Käfige auf ein schattiges Stück Wiese verlegen. Oft können auch die Seiten der Festzelten geöffnet oder ganz entfernt werden.

Das Auto stelle ich, soweit möglich, in den Schatten – nicht den Schatten zu Beginn der Schau, sondern wo es nach Mittag schattig wird. Ein weißes Bettlaken auf der Hutablage reflektiert die Sonne besser und bietet extra Schatten während der Fahrt. Vor der Rückfahrt lüfte ich das Auto noch einmal gründlich durch und fahre dann mit offenen Fenstern zur Autobahn.

Und wenn es doch zu heiß ist, sollte man allerdings doch besser absagen und die Anmeldegebühr per Post einsenden. Denn was nützt einem ein „Best in Show“, wenn man sein Tier verliert?

Dorit Powell

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