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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Jugendarbeit im Verein

Sehr wichtiger Bestandteil in den Rassekaninchenzuchtvereinen des ZDRK

In unserer Organisation wird über das ganze Jahr hinweg sehr viel über Jugendarbeit gesprochen. Dies sollte aber nicht nur daraus bestehen, recht viele Tiere auf die Kinder und Jugendlichen zu tätowieren, um die Statistiker bei Laune zu halten. Viel wichtiger ist es, den Kindern die Rassekaninchenzucht in spielerischer Art und Weise näher zu bringen.
Doch um überhaupt Jugendarbeit betreiben zu können, müssen erst einmal Jugendliche vorhanden sein. In einigen Vereinen ist dies schon seit je her so, andere Vereine hingegen haben leider keine eigene Jugendabteilung.

Was also tun, um überhaupt eine Jugendgruppe gründen zu können bzw. um Jugendliche an das Hobby Rassekaninchenzucht heranzuführen? Um Kinder und Jugendliche an den Umgang mit den Tieren heranzuführen, ist es wichtig das Interesse an der Kaninchenzucht zu wecken bzw. zu fördern. Das dies in der heutigen Zeit, wo es Playstation, Internet und Co. gibt, bestimmt nicht leicht ist Jugendliche für die Tierzucht zu begeistern ist klar, doch einen Versuch ist es allemal wert. Sicherlich gibt es verschiedene Arten der „Jugendgewinnung“.


Kaninchen-AG mit dem W346 Oelde
an der Albert-Schweitzer-Schule

Eine Möglichkeit bietet da zum Beispiel ein Besuch in einer Schule oder Kindergarten. Dort kann man den Jugendlichen die unterschiedlichen Rassen vorstellen, ihnen die verschiedenen Körperformen unserer Kaninchen zeigen und erklären. Auch kann man Tipps für die heimischen Schmusetiere geben und auf Fragen zur Haltung, Pflege und der Kaninchenzucht im Allgemeinen eingehen.

Meine persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass sich auch Kindergarten Kinder schon sehr für das Tier interessieren, und mit viel Interesse die verschiedenen Rassen bestaunen. Natürlich ist ein solcher Besuch kein Garant dafür Kinder bzw. Jugendliche für die Rassezucht zu gewinnen, doch wenn auch nur 1 oder 2 Jugendliche durch solche Besuche gewonnen werden können, ist dies ein voller Erfolg.

Ist eine Jugendgruppe im Verein vorhanden, muss man den Jugendlichen auch sorgfältig und fachlich zur Seite stehen. Dies bedeutet dass man den Jugendlichen bei allem zur Seite steht, was mit der Rassekaninchenzucht zusammen hängt. Angefangen bei dem Bau einer Stallanlage, wo man neben der tatkräftigen Unterstützung, dem Jugendlichen auch verständlich erklärt, dass neben den Tierschutz und Baurechtlichen Vorgaben auch auf den Standort und die Größe der Stallungen geachtet werden muss. Man erklärt den Jugendlichen, dass die Tiere gut gegen direkte Sonneneinstrahlung, aber auch gegen Zugluft geschützt sein müssen. Selbstverständlich ist auch, dass wir dem Jugendlichen bei der Rassewahl, die auch beim Bau einer Zuchtanlage zu berücksichtigen ist, sowie bei der Zuchttierbeschaffung behilflich sind.
Da es in der heutigen Zeit leider nicht mehr überall möglich ist, Stallanlagen zu bauen, bzw. Kaninchen zu halten, sollten wir auch hier eine Möglichkeit finden, den Jugendlichen den Einstieg in die Rassezucht zu ermöglichen. Dies kann zum Beispiel durch einen „Paten“ geschehen, der dem Jugendlichen die Möglichkeit gibt, einen Teil seiner eigenen Stallungen zu benutzen. Dies hätte auch den Vorteil, dass immer ein erfahrener Züchter in der Nähe wäre, der dem Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.

Tierbesprechung
Tierbesprechung des I 62 Melle

In eigens, für die Jugend angesetzten Versammlungen, sollte man auch Tierbesprechungen abhalten in denen man auf die Rasse der Jugendlichen eingeht. Aber auch Themen wie zum Beispiel das Schaufertig machen unserer Tiere sollte auf diesen Versammlungen besprochen und in der Praxis, sprich am Tier, gezeigt und geübt werden. Doch egal welches Thema eine solche Jugendversammlung hat, man sollte auf jeden Fall das Alter der Jugendlichen berücksichtigen und die Versammlung demensprechend „Locker“ abhalten. Den bei zu viel „grauer“ Theorie kann der Jugendliche schnell die Lust an der Tierzucht verlieren.

Je nach Alter der Jugendlichen kann man auch einen Wandertag organisieren, bei dem den Jugendlichen die verschiedenen Pflanzen und Kräuter gezeigt und erklärt werden, die unsere Kaninchen fressen dürfen. Auf diese Art kann man mit viel Spaß noch Wissen vermitteln. Der Abschluss eines solchen Wandertages kann beispielsweise ein Grillfest oder ein gemeinsamer Schaubesuch sein, auf der man dann noch die Fehler, der dort zur Schau gestellten Tiere, bespricht und auch dadurch den Wissensstand der Jugendlichen wieder steigern kann.

Wo wir gerade bei Schaubesuchen sind, die heimischen Lokal,- Club,- und Kreisschauen, bieten sich, auf Grund der Nähe, natürlich sehr für gemeinsamen Besuche mit den Jugendlichen, an. Doch sollte man mit den Jugendlichen auch überregionale Veranstaltungen wie zum Beispiel Landes,- und Bundesschauen besuchen. Den auf diesen Schauen kann man viel besser die Rassevielfalt unserer Tiere sehen und bestaunen. Um den Wissenstand der Jugendlichen zu erhöhen kann man aber auch Spiele benutzen, bei denen das Wissen der Jugendlichen gefragt ist und gesteigert wird.

Es bietet sich auch an etwas mit den Jugendlichen zu unternehmen, was nichts mit der Rassekaninchenzucht zu tun hat. Beispiele für solche Unternehmungen könnten ein Schwimmbad Besuch, ein Zeltlager oder auch ein Kinobesuch sein. 

 Jugendzeltlage LV Westfalen 2010  

Durch solche, nichts mit der Rassekaninchenzucht zu tun habenden, Aktivitäten wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Jugendlichen gefördert und gestärkt. Eine Bereicherung der Jugendarbeit sind auch die durch Landesverbände und Zentralverband angebotene Zeltlager oder Treffen.


Kaninhop beim I 62 Melle

Unser Hobby, die Rassekaninchenzucht, bietet aber auch den Jugendlichen, die aus Platzgründen zum Beispiel keine Rassekaninchen züchten können, eine Möglichkeit bei uns in den Vereinen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu finden. Denn mit nur einem Kaninchen schon kann man die in unseren Jugendgruppen immer beliebter werdenden Kaninchen bezogene Beschäftigung mit dem Tier, Kaninhop, praktizieren.

Doch ganz egal ob mit mehreren Tieren als Züchter oder mit einem Tier für Kaninhop, gestaltet man den Jugendlichen das Vereinsleben abwechslungsreich und Interessant, so kann man hoffen, dass sie der Rassekaninchenzucht treu bleiben und eventuell in die Senioren Abteilung wechsel.

Holger Jeschke
 

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