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30. September 2020 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Japanerkaninchen

Mit großer Leidenschaft züchtete Hans-Joachim Knillmann aus Minden diese Rasse über 50 Jahre lang

Japaner
LV-Schau Weser-Ems 2007 Emden,
1,0 Japaner 96,5 Pkt., Rudolf Bruns, Weener

Das Japaner-Kaninchen ist eines der interessantesten, wenn nicht das interessanteste Rassekaninchen.
 
Charakteristisches Wertzeichen ist seine auffallende Buntheit in den Farben Schwarz und Gelb. Schon deshalb ist es eine Ausnahmeerscheinung unter den Rassekaninchen: außergewöhnlich ist seine Zeichnung, außergewöhnlich sind seine züchterischen Schwierigkeiten, nicht völlig geklärt ist selbst die Definition dieser Zeichnung. Denn der passionierte Züchter hat keine geringere Absicht, als auf genetischem Wege die Aufgabe eines Malers zu vollbringen. In den Farben Schwarz und Gelb eine Reihe von Zeichnungsmuster zu schaffen. Die Aufgabe, die sich der Japanerzüchter stellt gilt häufig als unlösbar. Dennoch sind es gerade die erfahrenen Züchter, die sich meist ein Leben lang mit einem echten züchterischen Rätsel beschäftigen und auf dem besten Wege sind, ein Eckchen dieses Geheimnisses zu lüften.
 

Dass dem Japaner-Züchter ein ungewöhnliches Maß an Idealismus, Ausdauer und Können abverlangt wird, steht außer Frage. Der Reiz des Erscheinungsbildes dieser temperamentvollen Rasse ist schlechthin unüberbietbar, sofern das Ideal in Sicht ist. Gerade lustig zu nenne ist ihre Zeichnung: Ohren-Kopf-Brusthälfte und Vorderläufe prangen im Schwarz-Gelb Kontrast. Es ist sicher kein Zufall, dass die englischen Züchter der Rasse den Namen Harlequin-Hanswurst gegeben haben. Natürlich kommt das Japaner-Kaninchen nicht aus Japan und ebenso wenig hat sein Name mit der Buntheit der Japanischen Nationaltracht zu tun, noch ist er eine Analogie auf die gelbe Haut und das schwarze Haar der japanischen Bevölkerung, Man wollte die neue Rasse mit dem Flair der Exotik umgeben, nicht mehr, nicht weniger und Japaner schien den Erfinder des Namens exotisch genug, wie anderen Havanna-Alaska-Siamese oder Russe.
 
Das Japaner-Kaninchen gilt allgemein als französische Züchtung. Sie sei in Bellerwille bzw. in Montmartre wahrscheinlich aus einer Kreuzung von wildfarbigen hasengrauen Schlachtkaninchen und Holländer-Kaninchen, d. h. wohl Gehegekaninchen mit Holländerscheckung entstanden. Im Jahre 1887 wurde es bei einer Ausstellung im Jardin dÁcclimation in Paris zum ersten Mal gezeigt, anlässlich der Pariser Weltausstellung, 1889 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Im Jahre 1896 wurde sie im ersten Standart der Genossenschaft der schweizerischen Kaninchenzüchter veröffentlicht. 1898 kamen die ersten Tiere von Paris nach England: von da nach Holland und um 1900 von England und Holland nach Freiburg/Sa. 1903 wurde die Rase in den deutschen Standart aufgenommen.

Gedanken zur Genetik,Zeichnung und Bewertung



Jedes einzelne Japaner-Kaninchen ist ein Unikat, was rassespezifisch beim Japaner-Kaninchen bedingt ist und bei keiner anderen Kaninchenrasse so deutlich zum Ausdruck kommt.
 
Alle anderen Zeichnungsrassen besitzen in ihren Erbanlagen Gene die ein erwünschtes Zeichnungsmuster entsprechen lassen, z. B. Aalstrich, Augenring und Schmetterling bei den Schecken Rassen.
 
Ebenso die Pigmentverdrängung an den Spitzen der Extremitäten.
 
In der Genetik nennt man die hier für zuständigen Gene Polymerien.
 
Japaner-Kaninchen haben kein Schema für ihre Zeichnung, diese ist allein auf die Teilung der Gene für Pigmentierung, hier die der Wildfarbigkeit zurück zuführen.
 
Die Teilung der Anlagen für Wildfarbe ist in Zweifacher Form vorhanden.
 
1. Das Haar das bei der Wildfarbe in Deck-Zwischenfarbe und Unterfarbe unterschiedlich ist, sondert sich bei der Japanerfarbe in Phäomelanine, für die gelben und in Euelanine für die Schwarzfärbung von einander ab.
 
2. Zusätzlich erfolgt eine in Zonen gefasste Teilung, als Zeichnung bezeichnet, welche nicht dominant ist und daher auch nicht züchterisch zu beeinflussen ist.
 
Bei der Beurteilung von Japaner-Kaninchen ist unbedingt Rücksicht auf diese Eigenschaften zu nehmen.
 
Der Ausdruck „Ideal“ in unseren Bewertungs-Richtlinien, benachteiligt 99 % der Japaner-Kaninchen in ihrer Bewertung.
 
Mein Rat für eine adäquate Bewertung in Anlehnung an den Einheitsstandart ist Beachten sie die Ansätze für die vorgeschriebene Zeichnung, auch wenn diese noch so schwach sind.
 
Auch die Reinheit der Farbenfelder ist abhängig von der Aufteilung der Wildfarbe.

Hans-Joachim Knillmann
 

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