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19. September 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Jamora harlekinfarbig

Jamora harlekinfarbig

Eine kleine Rasse mit Seltenheitswert

Es sollte eine Kaninchenrasse für seine Kinder werden

Mit der Züchtung der Jamora wollten die Herauszüchter, unter ihnen federführend der Tierarzt Dr. Bernhard Thimm, eine zutrauliche "Spielrasse" erzüchten, die eine angoraähnliche Wollstruktur mit der Japanerfarbe und Japanerzeichnung kombiniert und von sehr kleinwüchsigen Kaninchen gezeigt wird. Diese wurden aus den Rassen Japaner, Angora und Hermelin herrausgezüchtet. Aber der Weg war länger als man denkt.

Es begann mit Ameline und Jameline

Die Jamora starteten mit einer Zwischenrasse. Der Tierarzt Dr. Bernhard Thimm erzüchtete zuerst im Laufe von 2 Jahren mit 4 Generationen eine Zwischenrasse aus Angora und Hermelin. Mit Glück entstand schon nach zwei Würfen, die erste neue Rasse: weiß, langhaarig mit einem Gewicht von nur 2 kg im Alter von 5 Monaten (Zuchtreife). Sie wurden von ihm Ameline-Rasse genannt. Der erste Schritt war getan. Diese Zwischenrasse galt es nun für 2 weitere Jahre in Wartestellung reinerbig zu züchten und zu erhalten. Das zweite Ziel war schon deutlich schwieriger. Die neue Rasse sollte leicht (2,0 kg) und japanerfarbig (gelb-schwarz gestreift) sein. Es musste also nur nach Farbe und Gewicht sortiert werden. Das Haarkleid sollte sicherlich ein dichtes Normalhaar sein. Tatsächlich musste die Zahl der Zuchthäsinnen und Rammler stark erhöht werden, um die neue Zwischenrasse mit den erwünschten Merkmalen zu finden. Die zweitrasse wurde Jameline benannt. Nach insgesamt 2 Jahren und 4 Generationen war auch die Rasse der Jameline genetisch stabilisiert.

Dann war die Zeit der Jamora gekommen

Jamora harlekinfarbig

Es wurden 64 Kombinationsmöglichkeiten von weiß-Langhaar der Ameline mit japanerfarbig-Normalhaar der Jameline gezüchtet. In diesem Jahr waren es insgesamt 300 Jungkaninchen. Und alles klappte vorzüglich. Im Mai 1985 saßen plötzlich die beiden ersten Jamoras im Nest: japanerfarbige Miniangoras.

Der Weg zur Anerkennung der neuen Rasse

Es war keine leichte Aufgabe aus den nun herausgezüchteten Jamora eine anerkannte Rasse des ZDRK zu erhalten. Jetzt musste erst die eigentliche Arbeit der genetischen Stabilisierung geleistet werden. Das mindestens sechsmalige Ausstellen auf nationalen oder internationalen Kaninchenausstellungen, die Werbung um Zuchtfreunde, damit es mindestens 6 Züchter mit zusammen mindestens 20 ausgestellten Tieren waren, musste erreicht werden. Doch weitere Steine wurden den Jamora-Kaninchen in den Weg gelegt. Die enge Inzucht brachte auch ihre Nachteile. So war plötzlich bei wenigen Anpaarungen der sogenannte Pelgerfaktor aufgetreten, eine harmlose Störung der Vitalität, die jedoch wesentlich leichtere Jungtiere hervorbrachte. Es wurde deshalb beschlossen, mit diesen Elternpaaren nicht weiter zu züchten und eine ganz neue zweite Linie von Jamoras aufzubauen. Im Jahr 1993 wurde das Jamora-Kaninchen dann als Rassekaninchen in den Standard des ZDK aufgenommen.

Der Rassestandard

1. Gewicht 20 Punkte.
Normalgewicht über 2,00 kg, Mindestgewicht 1,50 kg, Höchstgewicht 2,50 kg.

2. Körperform und Bau 20 Punkte.
Die Körperform ist gedrungen, walzenförmig, gut bemuskelt, vorne und hinten gleich breit, hinten gut abgerundet, die Rückenlinie ebenmäßig. Der Kopf ist breit und kräftig, kurz am Körper angesetzt. Die Ohren sind fleischig und entsprechen in ihrer Länge dem Körper. Häsin und Rammler unterscheiden sich nicht wesentlich. Die Häsin ist von jeglichem Wammenansatz frei.

3. Fell 15 Punkte.
Das Fell ist lang, mindestens 5 bis 6 cm am ganzen Körper. Die Haarlänge ist zu schätzen. Die Bauchhaare sind immer etwas kürzer; Kopf, Ohren und Läufe sind normal lang, gut behaart. Die Unterwolle ist dicht, die Begrannung angoraähnlich fein und nicht zur Filzbildung neigend. Gewünscht wird ein mittelfeines, seidenweiches, regelmäßig und kurz gewelltes Wollhaar mit seidigem Glanz.

4. Kopf- und Ohrenzeichnung 15 Punkte.
Für die Kopf- und Ohrenzeichnung des harlekinfarbigen Jamorakaninchens ist charakteristisch der Kontrast der Farben schwarz und gelb bzw. schwarzgeblümt und gelbgeblümt. Als ideal gilt eine kreuzweise geteilte Zeichnungsanlage.

Jamora harlekinfarbig

5. Rumpfzeichnung 15 Punkte.
Die Farben schwarz und gelb sind über den ganzen Körper unregelmäßig verteilt; sie sollen aber trotz des Langhaartypus noch als Steifen bzw. Farbfelder erkennbar sein. Mindestens 2 schwarze Streifen bzw. Farbfelder auf jeder Seite des Rumpfes sind erforderlich. Gefordert wird eine durchgehende oder seitlich gegeneinander versetzte Streifenzeichnung. Die Zeichnung ist um so wertvoller, je abwechslungsreicher die Streifung an beiden Körperseiten ist. Tiere mit einer unterschiedlichen Anzahl von Streifen- bzw. von Farbfeldern auf beiden Seiten können bewertet werden. Die Zeichnung von Brust und Vorderläufen soll mit der Kopf- und Ohrenzeichnung übereinstimmen, wobei schwarz bzw. schwarzgeblümt und gelb bzw. gelbgeblümt kreuzweise versetzt seien. Am Bauch, an der Innenseite der Läufe, an der Unterseite des Kinns und der Blume sind weiße Stellen gestattet.

6. Farbe 10 Punkte.
Das harlekinfarbige Jamora-Kaninchen ist zweifarbig: schwarz und gelb. Die beiden Farben sollen sich trotz des Langhaares noch in Streifen oder Farbfeldern voneinander abgrenzen lassen. Durch das angoraähnliche Längenwachstum der Haare ist die für das Japanerkaninchen typische kontrastreiche Abgrenzung der Farbfelder nun jedoch rassetypisch an den Farbgrenzen zueinander verwischt. Dies gibt einen aparten Farbeffekt, der zusammen mit der völlig unregelmäßigen Verteilung der Streifen und Farbmuster zur Namensgebung "harlekinfarbig" geführt hat. Die gelbe Farbe darf in ihrer Intensität variieren, doch ist eine satte Farbe vorzuziehen. Die Farbe des Bauches ist insgesamt etwas matter und glanzloser. Die Farben verlieren bei mehrjährigen und zu langhaarigen Tieren ihre Leuchtkraft. Die Augen sind braun. Die Krallenfarbe entspricht der Zehenfarbe der Läufe.

7. Pflegezustand 5 Punkte.

Leichte Fehler
Allgemeine Formfehler. Geringgradige Anlage zu Ohrbüscheln, Backenbart und Fußbehang. Leichte Filzbildung. Nicht kreuzweise verteilte, gefleckte oder geblümte Kopf- und Ohrenzeichnung einschließlich der Vorderläufe und der Brust. Große Farbfelder, auf beiden Körperseiten gleichmäßige Zeichnung; einfarbige Vorderläufe und/oder Brustpartie; Haarlänge unter 5 cm; watteähnliche, überfeine Wolle, zu kräftige Begrannung.

Schwere Fehler
Allgemeine Formfehler. Weniger als 2 angedeutete schwarze Farbfelder auf jeder Seite; große Kahlstellen (Wollwachstumsstörungen), die bei der natürlichen Stellung des Tieres von der umgebenden Wolle nicht bedeckt werden. Haarlänge unter 4 cm; starke Filzbildung. Weiße Flecken an den sichtbaren oberen Körperteilen, weiße Abzeichen an Nase, Zehen oder Pfoten. Einfarbiger Kopf mit beidseitig gleichfarbigen Ohren. Andere als die geforderte Augen- bzw. Krallenfarbe.

Erbformel

Die angestrebte Erbformel der Jamora harlekin sieht folgendermaßen aus:

AbjCDgv/AbjCDgv
A: Farb- bzw. Pigmentfaktor
bj: Japanerfaktor, er bewirkt die flecken- und flächenartige Aufteilung von Gelb und Schwarz im Haarkleid
C: Faktor für Schwarz
D: bewirkt eine dichte Schwarzeinlagerung im Haar
g: Faktor für Einfarbigkeit
v: Langhaarfaktor


Die Rasse sollte die Jugend ansprechen

Hendrik Feilitz Jamora harlekinfarbig
Hendrik Feilitz mit seinem
Jamora Kaninchen

Hendrik Feilitz ist 14 Jahre alt und ganz neu bei den Rassekaninchenzüchtern.
Er hat zwei Rassen bei sich Zuhause, wobei einer seiner Jamora jetzt ein Spitzenergbnis erzielt hat. Sein Zuchtrammler „ Amore“ errang auf der Kreisrammlerschau in Itzehoe 97,0 Punkte. Das war der erste V - Rammler von Hendrik Feilitz. Somit ist er jetzt sein ganzer Stolz.

Hendrik ist richtig glücklich, dass er jetzt ein Rassekaninchenzüchter ist und will fest bei der Sache bleiben. Seine ersten Jungtiere liegen bereits im Nest, natürlich von seinem V-Rammler „Amore“.

Informationen und Textquelle: Standard des ZDRK, Interessengemeinschaft Jamora-Harlekin KZV H532 Niederweimar, Fam. Feilitz

Nicole Storjohann

 

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