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23. März 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Infotagung des Landesverbandes Weser-Ems 2017

Am 09. September 2017 fand die Lehr- und Informationstagung des LV Weser-Ems statt. Erstmals fand man sich hierzu wieder im Tagungslokal „Gasthof Sieger“ in Thüle ein, da die in der Vergangenheit genutzten Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der erste Vorsitzende Johann Vrielink eröffnete gegen 9.30 Uhr die Versammlung und begrüßte die Teilnehmer. Ganz besonders hieß er den Ehrenvorsitzenden des LV sowie des DPV Günter Rektor willkommen. Es konnte die fristgerechte Einladung zu dieser Infotagung festgestellt werden. Die Tagesordnung wurde verlesen und ohne Einwände genehmigt.

Unter dem zweiten Tagesordnungspunkt gab Johann einen Bericht von der ZDRK-Tagung in Isernhagen (15. bis 18. Juni 2017). Vom LV Weser-Ems nahmen Michael Gerker, Melanie Kleber, Michael Böschemeier, Franz Vogel, Rolf Frerichs sowie Johann Vrielink teil. Man sei dort mit hohen Erwartungen angereist, jedoch schien das Tagungs-Hotel mit der Anzahl der Teilnehmer etwas überfordert zu sein. Bei der erweiterten Präsidiumssitzung wurde der Zuchtfreund Dieter Rosenau als neuer Vorsitzender des LV Bremen vorgestellt. Ein weiteres Thema waren die spalterbigen Rassen. Aufgrund des bei der Staatsanwaltschaft in Karlsruhe liegenden Verfahrens bezüglich der Tiermanipulations-Anzeige eines Züchters aus dem LV Baden stellte Johann den Antrag, diesen Züchter momentan von den Ausstellungen auszuschließen und sein Preisrichteramt ruhen zu lassen. Dieser Antrag wurde abgelehnt – man wolle die aktuellen Untersuchungen abwarten.

Bernd Graf gab einen Bericht über den Stand zu den Arbeiten an dem neuen Standard 2018. Die Standard-Fachkommission wurde mit Hubert Bürling (LV Rheinland), Jörg Hess (LV Baden) und Johann Vrielink (LV Weser-Ems) um 3 Mitglieder erweitert. Als Weiteres wurde das Konsumieren von Alkohol auf Ausstellungen thematisiert. Der Alkoholkonsum zwischen den Käfigreihen auf Bundesschauen belastet unser Ansehen in der Öffentlichkeit enorm und schadet somit der Rassekaninchenzucht.

Johann erwähnte des Weiteren, dass von vielen LV-Vorsitzenden die JHV des ZDRK hinsichtlich ihrer recht schnellen Durchführung kritisiert wurde, welche um 9.00 Uhr begann und bereits gegen 11.00 Uhr endete. „Man hätte sich ruhig etwas mehr Zeit nehmen dürfen“, so Johann.

Bei den Wahlen wurden Jörg Hess als Vizepräsident und Wolfgang Elias als Referent für Öffentlichkeitsarbeit für jeweils vier Jahre wiedergewählt. Der Obmann für Clubs, Detlef Beckers wurde von den Clubmitgliedern wiedergewählt und auf der JHV bestätigt. Wolfgang Wüst (Obmann für Herdbuchzucht, LV Rheinland) wurde zum Ehrenmeister im ZDRK ernannt.

Vier Wochen nach der ZDRK-Tagung verstarb plötzlich und unerwartet unser ZDRK-Präsident Erwin Leowsky. Zu einer Gedenkminute erhob sich die Versammlung von ihren Plätzen.

Fachvortrag Tierschutz und Sachkunde bei Rassekaninchen

Hier gab Michael Gerker einen Bericht über die in Isernhagen erstmals durchgeführte Sitzung der Tierschutzbeauftragten der Landesverbände. Unter der Leitung von Dr. Michael Berger erörterte man unter Anderem die Bedeutung des Tierschutzes und dass die Rassekaninchenzüchter hier eine Vorbildfunktion einnehmen. Als Weiteres ging man auf das Thema Sachkundenachweis ein und konnte aufzeigen, dass die Handhabung in den einzelnen Landesverbänden sehr unterschiedlich ist. Mit Bezug zu dieser Thematik stellte Michael Gerker den Unterschied zwischen gewerblicher und nicht gewerblicher Kaninchenhaltung heraus. Ziel sollte es sein, den neuen Züchtern diese Broschüre zur Verfügung zu stellen, denn sie beinhaltet wichtige Fragen aus den Bereichen Versorgung der Kaninchen, Anatomie, Verhalten, tierschutzrechtliche Vorschriften, Gesundheits- und Verhaltensstörung, Notschlachtung und Tötung, Gesundheitsprophylaxe und zur Kennzeichnung von Rassekaninchen. „Es ist wichtig, die neu gewonnenen Mitglieder zu begleiten, zu unterstützen und zu schulen“, betonte Michael während seines Vortrags. Man könne beispielsweise in den Kreisverbänden Schulungen für neue Mitglieder anbieten.

Auf die Beantwortung der Frage wie man mit den an RHD verstorbenen Tieren umzugehen hat antwortete Michael, diese fachgerecht über eine Tierkörperbeseitigungsfirma zu entsorgen.

Vortrag über die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit

Anhand einer PowerPoint-Präsentation präsentierte Ralf Adams die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit. „Die Öffentlichkeitsarbeit ist das wichtigste Instrument, das wir als Vereine zur Verfügung haben, um uns in der Öffentlichkeit zu präsentieren“, unterstrich Ralf. Wichtig ist es seine Offenheit gegenüber der Bevölkerung darzustellen und sich nicht zu verschließen. Des Weiteren wird durch die Öffentlichkeit nicht nur beispielsweise der erste Vorsitzende wahrgenommen, sondern jedes einzelne Vereinsmitglied. Somit ist jedes Mitglied ein Akteur der Öffentlichkeitsarbeit und handelt für den Verein. Im Anschluss zeigte Ralf die Aufgaben und Ziele der Öffentlichkeitsarbeit auf und welche Möglichkeiten der Verein hat, sich zu präsentieren. Danach präsentierte er einige „No-Go‘s“ – sprich welche Handlungen oder Ausdrücke wir in der Öffentlichkeit nicht nutzen sollten. Zum Abschluss wies Ralf darauf hin, dass kleintiernews sich im Sommer intensiv mit der Thematik „Öffentlichkeitsarbeit“ befasst hat und eine vierzigseitige Sonderausgabe ausgearbeitet hat, die viele wichtige und interessante Fragen und Themen rund um die Öffentlichkeitsarbeit präsentiert. Diese steht als Download auf der Homepage von kleintiernews bereit.

Fachvortrag zum Umgang mit der Presse

Aufbauend auf den vorherigen Vortrag referierte Michael Böschemeier über den Umgang mit der Presse. Er hob hierbei hervor, dass es wichtig ist, Pressevertreter möglichst schriftlich einzuladen und ihnen vor Ort auf der Ausstellung/Veranstaltung einen festen Ansprechpartner zu nennen. Diese Person sollte dann für das Gespräch mit den Pressevertretern gut vorbereitet sein und Fragen wie beispielsweise „Wie viele Tier wurden ausgestellt?“, „Wie viele Züchter haben sich an dieser Ausstellung beteiligt?“, „Welche Rassen- und Farbenschläge gibt es zu sehen?“ oder „Wie wird eine solche Ausstellung logistisch umgesetzt? Welcher Organisationsaufwand steckt dahinter?“ problemlos beantworten können. Zudem sollten Kamerateams und Fotografen immer begleitet werden. Zum Abschluss stellte Michael einen Fragenkatalog mit häufig gestellten Reporterfragen vor und wies darauf hin, welche Möglichkeiten und Rechte man im Umgang mit unangemeldeten Reporterteams hat.

Aktueller Stand zum neuen Rasse-Standard 2018

Rolf Frerichs, Vorsitzender der Preisrichtervereinigung Weser-Ems, gab einen kurzen und groben Einblick über den neuen Standard, welcher ab dem 01.10.2018 erscheinen soll. Er appellierte an die Versammlung, dass sich bitte jeder Verein einen neuen Standard zulegen sollte. Dann hat man in den Monatsversammlungen die Möglichkeit die Änderungen der im Verein gezüchteten Rassen durchzusprechen. Des Weiteren teilte Rolf mit, dass man sich frühzeitig in den Vereinen bzw. Kreisverbänden darüber Gedanken macht, wie viele Standards benötigt werden. So kann sichergestellt werden, dass über die Drucksachenverteilerstelle fristgerecht und in ausreichender Stückzahl Standards bestellt werden können. Rolf erklärte weiterhin den Grund, warum ein neuer deutscher Standard benötigt wird und nicht der Europastandard genutzt werden kann. Das nicht Vorhandensein der Bewertung von Jungtieren, aber auch von Exponaten im Europastandard sind nur zwei von vielen Gründen. Das neue Punkteschema wird dann zukünftig folgendermaßen gestalten: Pos. 1 = 10 Pkt., Pos. 2 = 20 Pkt., Pos. 3 = 20 Pkt., Pos. 4 bis 6 = jeweils 15 Pkt. und Pos. 7 = 5 Pkt. Abschließend teilte Rolf mit, dass ab dem 01.10.2017 die Rasse Klein-Rexe in den Farbenschlägen castorfarbig, luxfarbig und dalmatinerfarbig schwarz-weiß als offizielle Rassen anerkannt sind.

Unter Punkt „Bundesschau in Leipzig“ wies Johann Vrielink nochmals darauf hin, dass hier die Tierzahlbegrenzung entfällt. Am 16. und 17.12.2017 findet in den Messehallen in Leipzig die 33. Bundeskaninchenschau statt. Die Online-Anmeldung ist derzeit möglich und muss bis zum 01.11.2017 erfolgt sein. Auch die B-Bögen werden nun erstmalig per E-Mail zurückgesandt. Mitarbeiter konnten sich bis zum 31.08.2017 melden – man suche aber aktuell noch Helfer.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand die Landesverbandsschau des LV Weser-Ems im Fokus. Johann erklärte, dass es in der Vergangenheit immer mehrere Bewerber für die Durchführung dieser LV-Schau gab. Dem ist gegenwärtig nicht mehr so und daher wird es aktuell dem LV-Vorstand fast auferlegt, sich um diese Schau zu kümmern. Er appellierte an die Züchter die kommende 70. Landesverbandsschau wie gewohnt zu einem Erfolg werden zu lassen und fleißig Werbung zu machen. Unter der Schirmherrschaft von Frau Gitta Connemann findet am 20. und 21.01.2018 die LV-Schau in Leer statt. Träger der Schau ist eine Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus dem LV-Vorstand sowie den ostfriesischen Vereinen I 43, I 47, I 51 und I 57. Meldeschluss ist am 15.12.2017 und die offizielle Eröffnung findet am Samstag, den 20.01.2018 um 11 Uhr statt.

Unter „Verschiedenes“ sprach Johann die kürzlich stattgefundene Landesjugendjungtierschau in Nordhorn an. Er stellte die Frage in den Raum, wie es bei über 700 gemeldeten Jungendlichen im LV Weser-Ems sein kann, dass nur rund 80 Tiere auf der Landesjugendjungtierschau zu sehen waren. Des Weiteren fehlten während der Eröffnung dieser Schau einige Kreisverbandsjugendleiter, obwohl sie schriftlich eingeladen wurden. „Wo soll das hinführen?“, betont Johann. Ohne das Anschließen der Landesjugendjungtierschau an die 1. Offene Grenzland-Jungtierschau wäre die Durchführung nicht möglich gewesen. Er appellierte an die Kreisverbandsjugendleiter und Kreisvorsitzenden diese Entwicklung zu hinterfragen.

Auch auf das Thema „RHD-Impfung“ ging Johann nochmals ein. Wir als Züchter sind zugleich Tierschützer und haben somit die Verpflichtung unsere Tiere gegen diese Seuche zu schützen. Somit sind Impfungen notwendig und die Vereine sollten hierbei unterstützen. Zu guter Letzt machte Johann darauf aufmerksam, Ehrlichkeit und die Einhaltung unseren ZDRK-Richtlinien bei den Tätowierungen zu beachten – denn es könne nicht sein, dass ein Züchter seinen eigenen Tätokasten Zuhause habe.

In seinen abschließenden Worten wünschte Johann für die bevorstehende Ausstellungssaison viel Erfolg und allen gesunde Tiere und beendete die Versammlung um 11.30 Uhr.

 

Ralf Adams

 

 

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