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19. Januar 2020 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Heinz Enge - Preisrichter und Kaninchenzüchter durch und durch

Ein kleiner Tisch, darauf eine Waage, daneben Bewertungskarten – so sieht es aus, wenn Heinz Enge aus Mackenrode auf Kaninchenausstellungen seiner Arbeit als Preisrichter nachgeht. Und dies schon seit 1985. Drei Jahre zuvor begann der heute 79-Jährige mit der Ausbildung. „Ich bin ein harter Hund“, sagt Enge über sich und lacht. Vor allem auf Tischbewertungen würde er einen hohen Maßstab anlegen. „Was nutzt es dem Züchter, wenn ich das Tier hoch bewerte und er dann auf den Ausstellungen enttäuscht wird.

Mit Leib und Seele ist er nicht nur Preisrichter. Selbst züchtet er seit 1969 die Rasse Castor-Rexe, und auch der Geflügelzucht hat sich Enge verschrieben. 1968 habe er mit Lohkaninchen schwarz begonnen. "Die habe ich ein Jahr später Kurt Schmeltzer gegeben“, blickt Enge auf die Anfänge zurück. 1968 war er auch einer der Mackenröder, der die Gründung des Kleintierzuchtvereins im Ort Mackenrode initiierten. „Im Versammlungsraum der ehemaligen Gaststätte trafen wir uns am 5. März 1968 und gründeten den Verein.“ Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Fritz Schmeltzer, der damals als 1. Vorsitzender fungierte, Otto Schmeltzer, Heinz Riechel, Horst Gundloch, Rudi Drews, Walter Menge sowie Gerhard und Heinz Koch. Heinz Enge übernahm den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden und des Tätowiermeisters.

Ab 1971 leitete der heute 79-Jährige bis 1983 den Verein als Vorsitzender. Es sei nicht einfach gewesen zu DDR-Zeiten, da Mackenrode ja im Grenzgebiet lag. „Ich habe mit Hans Gorges, er war Vorsitzender in Nordhausen, Zuchttiere für die Mitglieder besorgt.“ Gern erinnert sich Enge an die Zeit zurück, denn trotz der Schwierigkeiten haben die Mackenröder schon gleich im Gründungsjahr eine Ortsschau auf die Beine gestellt. „Da hatten wir 35 Zuschauer. Es durfte ja keinerins Grenzgebiet.“ Dass die Bauern des Ortes bei der Gründung sagten: „Wir geben euch ein Jahr“, habe dann für einen zusätzlichen Motivationsschub gesorgt. Über die vielen Jahre sei eine große Gemeinschaft entstanden. Es haben sich auch Traditionen entwickelt. So erzählt Enge von der ersten Kreisrammlerschau 1978 in Mackenrode, den vielen Ortsschauen und auch Kreisschauen, die durch die Mitglieder des Vereins organisiert wurden. „In den vergangenen vier Jahren haben wir die Kaninchenschau in Mackenrode ausgerichtet. In diesem Jahr wird es die Kreisgeflügelschau sein.“

Nicht mehr wegzudenken aus dem Veranstaltungskalender in Mackenrode ist das Hähnekrähen zu Pfingsten. „Im Birkenbusch haben wir 1973 das erste Hähnekrähen veranstaltet, immer mit einem Tanzabend auf dem Saal.“ 1978 hätten dieses 200 Zuschauer verfolgt, als auch erstmals die von den Vereinsmitgliedern gebaute Blockhütte genutzt wurde. „37 Hähne waren da am Start. Der Spitzenhahn hat 121 Mal gekräht“, kann sich Heinz Enge noch genau erinnern. Dieser Rekord habe bis in das vergangene Jahr gehalten. Mittlerweile liege der Rekord bei 126 Tönen. Auch an die Tanzveranstaltung 1978 erinnert sichEnge mit einem Leuchten in den Augen zurück: „Da war das GerdBusch-Sextett aus Nordhausen bei uns.Im Saal haben die Plätze nicht gereicht.

Mit etwas Wehmut erzählt der passionierte Kaninchenzüchter, dass die letzte Ortsschau 1989 organisiert wurde, um aber gleich zu ergänzen, dass man dafür dann ab 1990 alle zwei Jahre eine Kreisschau in Mackenrode veranstaltete. „Damals waren es 650 Tiere, die ausgestellt wurden. Aber mit den Jahren ist die Tierzahl rapide zurückgegangen“, so Heinz Enge, der zwar im Verein aus privaten Gründen etwas kürzer treten will, aber noch lange nicht ans Aufhören als Preisrichter und mit seiner geliebten Zucht denkt.
 

Sebastian Grimm
Pressewart
Kreisverband Eichsfelder Rassekaninchenzüchter

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