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19. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Förderung der Jugendarbeit

Kaninhop, Förderung der Jugendarbeit

Kaninhop im ZDRK

Kaninhop hat sich heute, als eine von Jungs und vor allem Mädchen begeisternde Art der Beschäftigung mit dem Kaninchen, in den Jugendgruppen des ZDRK platziert. Auch steht, mit den ersten ausgebildeten Schiedsrichtern und den Bestimmungen des ZDRK, alles zur wettbewerbsmäßigen Durchführung von Kaninhop zur Verfügung.

Somit fördert Kaninhop die Jugendarbeit und ist eine interessantere Gestaltung unserer Ausstellungen sowie weiteren Veranstaltungen für das allgemeine Publikum und den Medien geworden.

Geschichte von Kaninhop

Von Schleswig-Holstein aus, dem nördlichsten Landesverband des ZDRK und Grenzregion nach Dänemark, haben Kaninchenzüchter über die Grenze geschaut und dort Kaninhop entdeckt. Sowohl in Dänemark als auch in Schweden wird Kaninhop schon seit Jahren mit Begeisterung betrieben und wurde durch den Kaninchenzuchtverein U31 Eutin nach Deutschland geholt. Wie in den Ursprungsländern, wo es schon seit Jahren Meisterschaften in den verschiedenen Disziplinen bei Kaninhop gibt, so gibt es auch in Deutschland ein großes Interesse der Öffentlichkeit sowie der Presse an dieser Art der Beschäftigung mit dem Kaninchen. Diese Möglichkeit erkannte der Kaninchenzuchtverein U31 und nutzte mit Kaninhop neue Wege, um die Attraktivität des Kaninchens und damit nicht zuletzt den eigenen Verein in der Öffentlichkeit besser darstellen zu können.

Bei Kaninhop geht es darum, die Eigenarten der natürlichen angeborenen Bewegung des Kaninchens – das Springen und Hüpfen – weiter auszubauen. Diese Art der Beschäftigung mit dem Kaninchen, von Sportart sollte man meiner Auffassung nach hier nicht sprechen, ist für das Tier kein Stress oder Überforderung, sondern lediglich die gesteuerte Ausnutzung der natürlichen Bewegungsform des Kaninchen – der Bewegungsform, die das Wildkaninchen in freier Wildbahn ohnehin praktiziert.

Letzteres, die gesteuerte Ausnutzung des natürlichen Bewegungsverhaltens eines Kaninchens, ist die Ursprungsidee von Kaninhop. Da somit bei Kaninhop vom Kaninchen nichts verlangt wird, was es aus dem natürlichen Bewegungsablauf heraus auch machen würde, ist diese Art der Beschäftigung mit dem Kaninchen, unter Einhaltung gewisser Bedingungen, auch Tierschutz konform. Auf die einzuhaltenden Bedingungen werde ich im weiteren Verlauf des Referates noch zu sprechen kommen.

Wie fange ich mit Kaninhop an?

Bevor es jetzt aber richtig losgehen kann, muss nach einem möglichst vom Wetter unabhängigen Übungsraum gesucht werden. Hierbei ist zu bedenken, dass nicht in allen Räumlichkeiten Kaninchen geduldet werden. Die derzeit bestehenden Gruppen trainieren von 1x wöchentlich bis 1x im Monat. In der Regel, wenn man nicht gerade sich auf einer gemähten Wiese befindet, einen Teppich als Unterlage für den Parcour auf dem die Hindernisse stehen. Diese Unterlagen ist, besonders auf glattem und sehr hartem Untergrund, sehr wichtig, damit die Kaninchen nicht ausrutschen oder sich verletzen.

Kaninhop, Förderung der Jugendarbeit


Was wir jetzt noch brauchen sind Hindernisse, wobei für die Ausführung dem Einfallsreichtum der Erbauer kaum Grenzen gesetzt sind. Zu beachten ist hierbei nur, dass das Hindernisselbst einen festen Stand hat und die in verschiedenen Höhen anzubringenden Stangen oder Brettchen leicht sind und sich bei Berührung auch leicht vom Hindernis lösen. Bei öffentlichen Vorführungen kommt es nicht nur auf das springende Kaninchen sondern auch auf den Gesamteindruck des Geschehens an. Daher sind mit Fantasie gebaute Hindernisse die halbe Miete für ein gutes Gelingen der Veranstaltung.

Das Kaninchen beim Kaninhop

Bei unseren Rassekaninchen gibt keine spezielle Rasse, welche sich besonders für Kaninhop eignet, doch sollten die ausgesuchten Tiere, von Natur aus eine besondere Lebhaftigkeit haben. Neben unseren Rassekaninchen sind auch alle weiteren Heimtier-Kaninchen (Kreuzungen) für Kaninhop zugelassen. Die Identität des Kaninchens muss aber eindeutig durch Tätowierung in Übereinstimmung mit den Richtlinien des ZDRK und/oder Foto mit Beschreibung besonderer Kennzeichen sichergestellt werden. Gleichfalls muss für alle Kaninchen ein RHD Impfnachweis vorliegen.

Da die Kaninchen bei Kaninhop an der Leine geführt werden, muss ein entsprechendes Geschirr beschafft werden. Das Geschirr muss aus einem Hals- und einem Brustband bestehen und sich leicht anlegen und in der Größe verstellen lassen. Sehr bewehrt haben sich entsprechende Geschirre aus Leder. Nachdem einem Kaninchen das erste Mal ein Geschirr angelegt wurde, muss es sich erst daran gewöhnen und man sollte es auch dahin laufen lassen, wo es hin möchte und nicht treiben oder zerren. Wenn obiges alles erfüllt ist, dann kann in der neu gegründeten Kaninhopgruppe mit dem Training, dem Springen über die Hürden, begonnen werden. Auch hierbei ist es wichtig, das Kaninchen nicht durch Zerren an der Leine zum Sprung zu zwingen, sondern es muss dies freiwillig und mit Freude machen. In den ersten Trainingstagen kann man dem natürlichen Bewegungsdrang durch leichtes Schupsen etwas nachhelfen.

Kaninhop – Wettbewerbe

Immer wenn Menschen sich mit gleichem Beschäftigen, in diesem Fall die Jugendmitglieder/innen unserer Kaninhopgruppen, so entsteht der Wunsch nach dem Vergleichen, dem Wettbewerb. Wer sich aber im Wettbewerb vergleichen möchte, der braucht hierzu einheitliche Regeln und Personen, die während des Wettkampfes die Einhaltung dieser Regeln überwachen. Dieser Wunsch war so groß, dass man im Vorfeld zur 27. Bundes-Kaninchenschau 2005 in Nürnberg schon über Deutsche Meisterschaften für Kaninhop diskutierte. In dieser Diskussion wurden aber Fragen wie z.B. nach welchen Regeln soll diese Meisterschaft durchgeführt werden, wie werden die Kaninchen gekennzeichnet, wo werden die Teilnehmer/innen unter-gebracht oder auch wer zahlt die Kosten für Unterbringung und Anreise aufgeworfen, die in so kurzer Zeit nicht geklärt werden konnten. Aus diesem Grund wurde dann in Nürnberg auf Meisterschaften verzichtet und es gab in der Jugendecke nur Vorführungen durch eine Kaninhopgruppe aus Bayern.
 
Kaninhop, Förderung der Jugendarbeit
 
Die angefangene Diskussion über die Durchführung von Meisterschaften für Kaninhop veranlasste den ZDRK dem damaligen Jugendleiter Klaus Zimmermann die Ausarbeitung von Regeln hierfür zu übertragen. Dieses Regelwerk wurde unter dem Arbeitstitel „Bestimmungen des ZDRK für die Durchführung von Kaninhop-Wettbewerben“ auf der ZDRK Bundestagung in Schöneck den LV Jugendleitern vorgestellt und die Broschüre an Sie verteilt. Hierin ist all das aufgeführt, was zur Durchführung von Kaninhop unter Wettbewerbsbedingungen zu beachten und einzuhalten ist. Enthalten sind Umgang mit den Kaninchen, Wettbewerbsbedingungen und Wertungs-bestimmungen, Klasseneinteilung, Startklassen, Bahnen und Hindernisse, Zulassung und Genehmigung der Wettbewerbe, Mitwirkende bei Wettbe-werben sowie Einführungs- und Übergangsbestimmungen. Das Regelwerk ist erstmal für eine Erprobungsphase von drei Jahren festgelegt. Nach Ablauf der Erprobungsphase, diese wird von der ZDRK Standardkommission festgelegt, werden abschließend formulierte Bestimmungen verabschiedet und damit verbindlicher Bestandteil der ZDRK-Bestimmungen.

Für die Erprobungsphase mit Kaninhop-Wettbewerben fehlen jetzt eigentlich nur noch, wie oben aufgeführt, Personen, welche die Einhaltung dieser Regeln überwachen, kurz die Schiedsrichter. Aus diesem Grund wurden, anlässlich der ZDRK Bundestagung in Schöneck, alle LV Jugendleiter ganz-
tägig praktisch und theoretisch mit anschließender Prüfung als Schieds-
richter ausgebildet. Der praktische Teil dieser Ausbildung enthielt die Abnahme eines aufgebauten Parcours sowie das Führen von Kaninchen an der Leine. Im theoretischen Teil wurden die Durchführungsbestimmungen ausführlich durchgesprochen. Hiermit steht jetzt der Durchführung von Kaninhop-Wettbewerben nichts mehr im Wege.

Ulrich Hinrichsmeyer
 

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