ZeitschriftE-Paper kleintiernewsSchnupperabo kleintiernews 3 Monate
deutschnederlandsenglish
23. März 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Farbenzwerge separatorfarbig

Farbenzwerg separatorfarbig

Bisher nur wenige Züchter in Deutschland

kn/ Esterwegen. Die Zahl der Züchter der separatorfarbigen Farbenzwerge in Deutschland kann man an ein bis zwei Händen abzählen. Auf Bundesschauen sind sie in kleiner Anzahl vertreten und auf Lokalschauen wird man sie nur mit großem Zufall mal sehen.


Dieser Zufall passierte uns im Herbst 2006 auf der Lokalschau des KZV I 140 Esterwegen. Dort wurden ein paar sehr schöne Vertreter dieses noch nicht sehr lange zugelassenen Farbenschlages gezeigt. Sofort war natürlich unser Interesse sehr groß, den Züchter kennen zu lernen und diese Kaninchen bei kleintiernews vorzustellen. Über den Vorsitzenden des Vereins wurde der Kontakt zu Familie Böckmann hergestellt, die sich dieser nicht ganz einfachen Zucht verschrieben hat.
Im Sommer wurde dann ein Fototermin vereinbart und es ging ins Emsland, um die Farbenzwerge zu begutachten.

Wir wurden herzlich von Maria und Engelbert Böckmann empfangen und bekamen im Laufe des Vormittags viele Informationen zu den „Separatorzwergen“.

Erstmals als Neuzüchtung vorgestellt wurde dieser Farbenschlag auf der 22. Bundes-Kaninchenschau 1995 in Stuttgart. Familie Böckmann entdeckte die ersten Tiere auf der Landesverbandsschau in Sachsen-Anhalt und kaufte die Ausgangstiere dann in 2005. Der Hang zu den separatorfarbigen Kaninchen ist schon länger vorhanden. Seit dem Jahr 2000 werden bereits die „großen“ Separator gezüchtet.

Der Zuchtstamm ist nur sehr klein.Gezüchtet wird zur Zeit nur mit wenigen Häsinnen, da auch Mecklenburger Schecken und die bereits erwähnten Separator die Stallanlage besiedeln. Der derzeitige Zuchtstand ist bereits sehr ansprechend. Engelbert Böckmann zeigte uns einige sehr schöne Tiere aus dem Vorjahr. In diesem Zuchtjahr war der Erfolg mit der Nachzucht nicht sehr groß. Aber auch bei dieser kleinen Auswahl an Tieren war ein beachtliche Qualität erkennbar. Die Farbvererbung ist rein. Diese kann im Prinzip auch nicht anders sein, da es sich hier um den rezessivsten Farbenschlag handelt.

Engelbert Böckmann
 

Sowohl die Farbenzwerge als auch die anderen Rassen werden in geräumigen Buchten auf Stroh gehalten.

Der Größenrahmen von 1100 bis 1350g wird bei den Typenzwergen recht gut erreicht. Es gibt natürlich, wie auch bei anderen Farbenzwergen, immer wieder größere Tiere in den Würfen. Gerade etwas größere Häsinnen, verpaart mit einem kleinen typischen Rammler, können wieder sehr schöne Jungtiere bekommen. Vorteil hierbei ist einfach, dass diese Häsinnen meistens etwas größere Würfe bringen.

Einige der separatorfarbigen Zwerge hatten bereits einen sehr schönen Typ und zeigten sich mit feinem Stand. Die Körperform, die gedrungen, walzenförmig, vorne und hinten gleichmäßig breit sein soll, wurde hier gut vertreten. Auch die Hinterpartien waren schon sehr gut.

Im Garten von Ehepaar Böckmann konnte man bei Tageslicht alles gut unter die Lupe nehmen. Die Tiere waren leider zu dem Zeitpunkt größtenteils in Haarung. Es waren aber bereits gute Ansätze erkennbar. Der Standard fordert bei den Farbenzwergen ein kurzes und dichtes Fellhaar, das sich infolge seiner feinen Struktur etwas weicher anfühlt als bei den größeren Rassen. Gewünscht wird eine feine Begrannung, die gleichmäßig und ohne deutlich überstehendes grobes Grannenhaar ist. Die Ohren sind ebenfalls gut behaart.

Der Kopf soll im Verhältnis zum Körper groß und markant in Erscheinung treten. Er ist kurz und kräftig., Stirn und Schnauzpartie sind breit. Bei einem ausgewachsenen Rammler soll die Stirn in Augenhöhe etwa 5,5 breit sein, bei der Häsin ca. 5 cm. Die Augen bei den Farbenzwergen sind groß und treten etwas hervor.

Die Ohren werden der Zwergform entsprechend relativ kurz und im harmonischen Verhältnis zum Körper gewünscht. Als Ideal gilt eine Ohrenlänge von ca. 5,5 cm.

Die Farbe „Separator“ wird gebildet aus einem hellen, sandfarbigen Gelbbraun mit einem feinen, fehblauen Anflug. An den kürzer behaarten Körperstellen wie Kopf, Ohren, Läufe und Unterseite der Blume tritt hauptsächlich der fehblaue Farbton in Erscheinung. Die Bauchfarbe ist ebenfalls bläulich.

Engelbert Böckmann



Michael Gerker und Engelbert Böckmann bei der gemeinsamen Begutachtung der Farbenzwerge 

Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass die Tiere mit zunehmenden Alter dunkler werden. Der Blauschleier wird dann intensiver. Die Linie von Familie Böckmann neigt noch dazu, etwas zu dunkel zu werden. Es konnten aber schon ein paar sehr schöne Vertreter des Farbenschlages begutachtet werden.

Familie Böckmann

Die Unterfarbe wir gelblich bis cremefarbig ohne scharfe Abgrenzung zur Deckfarbe gewünscht. Dieses bereitet im Großen und Ganzen keine Probleme.

Die Farbenzwerge separatorfarbig dürften bestimmt in den nächsten Jahren einen kleinen Aufschwung erleben. Das Interesse der Züchter ist vorhanden. Es fehlt zur Zeit nur leider oft an ausreichend Zuchttieren.

Für die Zukunft bleibt zu wünschen, dass sich die Qualität dieses Farbenschlages kontinuierlich weiter verbessert und Schritt für Schritt weitere Züchter dazu gewonnen werden können.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei Maria und Engelbert Böckmann für den Einblick in die Zucht dieses noch seltenen Farbenschlages.

Weitere interessante Artikel:

» Martin Gropper, Farbenzwerge

Zurück