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18. September 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Enterocolitis

Theodor Ulpts: „So können wir die Enterocolitis besiegen.“

Bereits Anfang 2007 sagte uns der Zuchtfreund und Herdbuchzüchter Theodor Ulpts zu, dass wir seine Erfahrungen und Testreihen zur Aufzucht und Fütterung bei Kanichen veröffentlichen dürfen. Da dieser Vortrag parallel auch in der Lehrschrift des ZDRK veröffentlicht werden sollte, stimmten wir uns ab, bis zum Herbst zu warten.

Die so gefürchteten Erkrankungen des Verdauungstraktes bei unseren Kaninchen sind allgemein bekannt unter dem Namen Enterocolitis, obwohl die Wissenschaft inzwischen von dieser Bezeichnung etwas abgerückt ist.
Diese Erkrankung kann nun einmal auftreten als schleim­artiger Durchfall, oder aber, und das ist noch gefährlicher, als Darmlähmung. Dann geht nichts mehr, und die Tiere sterben oftmals in kurzer Zeit einen qualvollen Tod.

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Theodor Ulpts

Es ist nun schon über 5 Jahre her, als ich auf einer Landesverbandslehrtagung des LV Weser-Ems über die Seuche vorgetragen habe. Schon damals war diese Darmerkrankung in vollem Gang. Es war keine Seltenheit, dass ein Züchter bis zu 80 % seiner Jungtiere verlor. Seit dieser Zeit ist in der Züchterzeitung viel geschrieben worden. Die Wissenschaft hat sich mit der Sache befasst, die Züchter haben viel diskutiert und ausprobiert. Manchmal schien es auch so, als hätte man das Ei des Columbus entdeckt. Aber dann gab es immer wieder Rückschläge, und das ist trotz aller Anstrengungen weitgehend bis heute so geblie­ben. Anfangs war man der Meinung, ein bestimmter Erreger, man sprach von einem Virus, sei schuld an dieser Misere. Später stellte sich dann heraus, das Ganze war ein Irrtum, man war auf dem falschen Weg.

Jetzt ist man sich darüber im Klaren, dass viele Erreger­typen, wie z.B. Coli-Bakterien, Kokzidien und Clostridien, und die wiederum auch noch in verschiedenen Formen, die Krankheit auslösen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass in nicht allzu ferner Zeit ein Impfmittel zur Verfügung steht, welches dann helfen soll, das Problem zu lösen. Vielleicht wird es ja ein vergleichbarer Impfstoff sein wie bei der RHD und der Myxomatose, also mit abgeschwächten Erregern oder ähnlich, um das Immunsystem unserer Tiere anzu­regen, Antikörper zu bilden, und so der Erkrankung entgegenzuwirken. Das wäre dann zumindest im Krank­heitsfall eine für die Gesundung der Tiere unterstützende Maßnahme.
Dagegen kann der Einsatz von Antibiotika nicht der richtige Weg sein, denn wir haben über Jahre Industriefutter ­einge­setzt, das mit Medikamenten, u.a. auch mit Antibiotika, angereichert war. Mit diesem "Dopingverfahren" konnten wir unsere Tiere einigermaßen gesund erhalten.
Darmerkrankungen wurden nicht übermäßig festgestellt und das Immunsystem unserer Kaninchen wurde gar nicht mehr so sehr gefordert. Aber dann hat der Gesetzgeber viele dieser Wunderwaffen verboten, und genau zu dieser Zeit kam es zu der seuchenhaften Erkrankung unserer Tiere. Angefangen hat es in den Mastbetrieben. Eigentlich selbst­verständlich. Hier sollen ja die Tiere in möglichst kurzer Zeit das gewünschte Schlachtgewicht erreichen, und das ist nur möglich mit einem energiereichen und somit schwer verdaulichen Industriefutter.
Als nun die Medikamente aus dem Futter herausgenommen wurden, musste unweigerlich das Malheur seinen Lauf nehmen.

Auch mit einer Impfung alleine ist uns nicht geholfen und kann auch nicht der richtige Weg sein. Alles hat eine oder gleich mehrere Ursachen, und diese müssen wir finden. Es muss doch möglich sein, dass wir unsere Tiere durch richtige Fütterung, also durch Futterumstellung und gleichzeitiger Stärkung des Immunsystems diesbezüg­lich gesund erhalten können. Ich bin überzeugt, so sind wir bestimmt auf dem richtigen Weg!

Es mehren sich die Züchter, die nicht mehr bereit sind, gegen alle möglichen Kaninchenkrankheiten vorbeugend zu impfen. Nur dort, wo es unbedingt erforderlich ist, wie bei der RHD und notfalls noch bei der Myxomathose.
Diese Einstellung hat den großen Vorteil, dass alle Schwächlinge schon auf biologischem Weg vorab weitgehend aussortiert werden und somit gar nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden können. Anstelle von vielen Medikamenten sollten wir Ursachenforschung betreiben. Ich bin auch der Meinung, die Ursachen zu finden, ist gar nicht so schwer. Eigentlich sind diese alle bekannt, aber wir müssen dabei nur konsequent sein und oftmals einen steinigen Weg gehen, dann werden wir auch die Erfolge sehen.

Was sollten wir Züchter nun tun, um der Erkrankung Herr zu werden? Welche Wege müssen wir gehen? Ein erster wichtiger Punkt wäre, die Häsinnen vor dem Zuchteinsatz kokzidienfrei zu machen durch ein anerkanntes Kokzi­diosemittel, dann haben wir zumindest schon einen Erregertyp vorerst ausgeschaltet. Ich sprach von dem energiereichen, schwer verdaulichen Industriefutter. Hier werden wir wohl erheblich umdenken müssen, und ich habe auch festgestellt, viele Züchter sind schon dabei, hier einiges umzustellen. Aber wir müssen noch mehr tun! Auch das sogenannte Diätfutter mit reichlich Rohfasern und weniger Nährstoffen gibt nicht ausreichend Gewähr für die Gesunderhaltung unserer Tiere.

Untersuchungen in Neuullrichstein haben gezeigt, dass durch die Begrenzung – und das ist ganz wichtig – durch die Begrenzung der Futteraufnahme und außerdem durch ein Futter niedriger Nährstoffkonzentration gerade in der 4.-7. Lebenswoche die Darmerkrankungen erheblich verringert werden können. Es gibt Hinweise darauf, dass die Reduzie­rung der Nährstoffaufnahme auch die Verluste infolge der sogenannten Enterocolitis verringern kann, so Dr. Schlolaut. Und das ist von ihm noch sehr vorsichtig ausgedrückt. Sobald die Jungtiere das Nest verlassen, beginnen sie zu fressen. Schon jetzt müssen wir ansetzen, die Futterauf­nahme zu begrenzen. Viel unverdauliche Faser sollte das Futter enthalten. Quetschgerste ist hier sehr geeignet. Gutes Heu sollte den Tieren immer zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen, so dass die Tiere trotz Futterreduzierung nicht zu hungern brauchen.
Kompetente Fachleute halten oftmals nicht viel von der Verfütterung von Quetschgerste. Hierzu wäre jedoch zu sagen, dass bei der von mir in meinem Bericht später noch beschriebenen Futterreduzierung, Begrenzung der Fütterungszeiten und Fütterungsmethode es zu einem Stärkeüberschuss bei der Verwendung von Quetschgerste gar nicht kommen kann.
Bei meinen Versuchen an weit über 100 Jungtieren wurde auch kein Vitaminmangel festgestellt. Zusätzliche Vitamingaben sind nicht erforderlich. Quetschgerste ist grundsätzlich ein wertvolles Futter, man darf nur die
Menge nicht überziehen, sonst gibt es immer Probleme, ebenso wie bei zu hohen Gaben an sehr wertvollem Grünfutter. Letzteres dürfte den Züchtern sehr wohl bekannt sein.

Wird das Heu in Raufen gegeben, so hat diese Methode auch Nachteile. Oftmals fressen die Tiere nur das Schmack­hafte in der äußeren Schicht, und mehr tut sich nicht. Klügere Tiere allerdings kratzen solange an dem Heu, bis immer wieder schmackhafte Teile erreicht werden können. Ich persönlich habe schon bald die Raufen wieder abge­schafft. Das Heu muss so schmackhaft sein, dass die Tiere oftmals gierig davon fressen und sogar das gereichte Futter in dem Futternapf erst einmal stehen lassen.

Was verstehen wir nun unter erstklassigem Heu? Wir Züchter verlassen uns gerne auf unseren Geruchssinn, um die Qualität zu beurteilen. Das reicht aber grundsätzlich nicht aus. Sehr junges, oftmals schon im Mai gemähtes Gras kann hervorragend riechen, taugt aber für unsere Tiere nicht viel, denn hier finden wir nur wenig unverdauliche Faser, und gerade diese sind so wertvoll für unsere Tiere.
Das Gras sollte spät, eventuell sogar erst nach der Blüte gemäht werden. Wenn wir jetzt noch Heu z.B. aus still­gelegten Flächen erwerben können, dann wissen wir, hier ist nicht gedüngt worden und gemäht werden darf nicht vor dem 15. Juli. Dieses Heu ist hervorragend für unsere Kaninchen geeignet und trägt sehr viel zur Gesunderhaltung unserer Tiere bei. Es ist oftmals sehr schwer, dieses den Züchtern begreiflich zu machen. Wenn sich Züchter dieses Heu nicht beschaffen können, dann gibt es noch eine andere Möglichkeit, und dabei denke ich an sogenannte Randballen von Getreidefeldern. Das Getreide wird mehrmals gespritzt, um es frei zu halten von jeglichem Unkraut. Aber am Rand des Feldes sieht es oft anders aus. Hier wird aus tech­nischen Gründen oftmals nicht so intensiv gespritzt.

Die Folge ist, dass am Rande des Feldes viele Gräser und Wildgräser in dem Getreide verbleiben. Getreide wird deutlich später als Gras gemäht, und somit ergibt es sich zwangsläufig, dass diese Gräser auch erst nach der Blüte gemäht werden können. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dieses Heu-Stroh-Gemisch von unseren Kaninchen sehr gerne gefressen wird und sehr bekömmlich ist.

Also, eine deutliche Reduzierung des Industriefutters, dazu etwas Quetschgerste, eventuell auch ein bisschen Hafer und dazu das beste Heu mit sehr viel unverdaulichen Fasern.

Fütterungsfehler in der Absetzphase sind besonders gefähr­lich. Gerade jetzt besteht höchste Gefahr der Erkrankung. Eine deutliche Reduzierung von energiereichem Futter ist auch weiterhin angesagt. Quetschgerste, eventuell etwas Hafer, ist auch in dieser Zeit besonders geeignet. Die Absetzphase bleibt für die Jungtiere ein großer Stressfaktor, und zuviel Stress macht krank, das müssen auch wir Menschen oftmals erfahren.
Aber in dieser Zeit trifft bei unseren Kaninchen alles zusammen, z.B. die Muttermilch fehlt, das Absetzen und das Umsetzen in Einzelboxen ist eine weitere Belastung, und kurz vor dem Absetzen werden dann die Jungtiere noch tätowiert. Wir sollten in dieser Zeit besonders behutsam mit unseren Tieren umgehen. Es mehren sich die Stimmen mit der Vermutung, dass die Kaninchen auch infolge des Tätowierens erkranken können. Hier muss aber eindeutig festgestellt werden, dass die Seuche nicht über das Blut, wie bei der Myxomathose von einem Tier zum anderen übertragen werden kann. Aber wie gesagt, in der Absetz­phase treffen viele Stressfaktoren zusammen, und dazu gehört auch das Tätowieren. Wir sollten versuchen, den Stress bei unseren Tieren so gering wie möglich zu halten.

Gesundsein ist nicht gleich fett sein. Nein, die Jungtiere sollten zu den Fütterungszeiten nicht fett und faul in der Ecke liegen, nein, sie sollten vorn am Draht stehen und auf Futter warten. Wir Züchter tun uns mit der von mir empfohlenen Fütterungsreduzierung sicherlich etwas schwer, weil wir befürchten, wenn die Tiere nicht mit einem energiereichen Leistungsfutter vollgestopft werden, dass die Körperform darunter leidet. Aber keine Sorge, gesunde Tiere werden die uns vorschwebende Form bald wieder ausgeglichen haben, wenn wir bei den Tieren im Alter von 3-4 Monaten die Futtermenge und auch die Nährstoffe ganz langsam wieder hochfahren. Und letztlich sollte die Gesundheit unserer Tiere immer im Vordergrund stehen!

Wir haben es in der Hand und können in Bezug auf die Fütterung noch sehr viel tun, um der Seuche Herr zu werden. Nur das Forschen nach einer Medizin reicht nicht aus. Wir müssen intensive Ursachen­bekämpfung betreiben, und dazu gehört zuerst die richtige Fütterung. Wenn Dr. Schlolaut nun schreibt, dass man durch Futterreduzierung, wie ich sie beschrieben habe, die Darm­erkrankungen erheblich mindern kann, dann wäre das doch schon ein enormer Fortschritt.

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Wenn ich an meine Züchterzeit zurückdenke, dann muss ich mir im Nachhinein auch große Fütterungsfehler eingestehen und habe wohl damit damals der Seuche in meinem Stall die beste Grundlage geboten. Ich hatte mir ein Gewichts­diagramm angefertigt und konnte so versuchen, die von mir angestrebten Gewichtsvorgaben zu erreichen oder, wenn möglich, noch zu überschreiten. Heute ist mir klar, dass diese Gewichtsvorgaben deutlich überzogen waren. Aber ich kannte damals nicht die damit verbundenen Gefahren. Die Fütterung der Jungtiere bestand aus energiereichem Industriefutter, hinzu kam Ferkelmastfutter, sogenannter Ferkelstarter. Er wurde von den Tieren gerne gefressen.
Wie ich heute weiß, waren in diesem Futter u.a. auch sogenannte Leistungsförderer, wohl auch ein Antibiotikum, enthalten. Darmerkrankungen traten nicht, oder zumindest nicht seuchenartig auf. Aber dann wurde diese Medizin im Futter weitgehend verboten und das Schicksal nahm seinen Lauf, d.h. die Seuche konnte sich in kurzer Zeit mit verheerenden Folgen, die uns alle bekannt sind, ausbreiten. Nach Rücksprache mit meinem Futtermittelhersteller erklärte mir dieser, dass vom Gesetz her gewisse Zusatz­stoffe im Futter nicht mehr zugelassen wären.

Nicht nur die Darmerkrankungen konnten sich jetzt regel­recht festsetzen, auch die Milben fühlten sich bei diesen fetten Tieren besonders wohl.

Gut zu wissen ist auch, dass Freunde aus den neuen Bundesländern mir schon damals erklärten, dass Züchter, die überwiegend Industriefutter einsetzten, erheblich mehr mit der Seuche bei ihren Jungtieren zu kämpfen hätten als die Züchter, die noch nach der alten DDR-Methode ihre Tiere versorgten. Das gibt zu denken!

Ich möchte nun auf keinen Fall das Industriefutter grundsätzlich abwerten oder ihm die Schuld an der ganzen Misere geben. Gerade mit diesem Futter konnten wir in den letzten 20-30 Jahren die Qualität unserer Tiere, wie z.B. die Körperform und damit das Bewertungsniveau, erheblich verbessern, und das muss auch bleiben. Ich spreche von der Aufzucht der Jungtiere in den ersten 3-4 Lebensmonaten.

Und hier sehe ich die Futtermittelhersteller noch ganz besonders in der Pflicht. Das sogenannte Aufzucht- oder Diätfutter, und dann auch noch als Alleinfutter, reicht zur Gesunderhaltung unserer Jungtiere nicht aus. Das Futter muss noch weit besser auf die Jungtiere umgestellt werden. Wir sind keine Mastkaninchenzüchter, die ihre Tiere aus wirtschaftlichen Gründen in 3-4 Monaten auf das höchst­mögliche Schlachtgewicht bringen müssen.
Wir Hobby-Züchter aber wollen unsere Tiere erst zur Aus­stellungszeit in Hochform bringen. Aber mit einer Futterum­stellung und Futterreduzierung alleine können wir die Seuche auch noch nicht aus der Welt schaffen. Da ist noch ein zweiter Faktor, der noch eine ganz erhebliche Beachtung verdient. Und damit kommen wir jetzt zu dem Immunsystem, also zu den Abwehrkräften unserer Tiere. Das natürliche Immunsystem unserer Kaninchen war wegen der Zusatzstoffe im Futter hinsichtlich der Darmerkrankun­gen jahrelang gar nicht mehr gefordert. Die Tiere wurden künstlich gesund erhalten, bis diese Zusatzstoffe vom Gesetzgeber verboten wurden, und die Kaninchen hatten der Seuche nichts mehr entgegen zu setzen.

Die Umstellung der Fütterung, wie ich sie beschrieben habe, dürfte uns Züchtern nicht mehr so schwer fallen, wenn wir einen Erfolg feststellen können. Aber die Wiederherstellung eines schwer geschädigten Immunsystems kann ein zweites Problem sein. Hier bedarf es längerfristig erhöhter Anstren­gungen, um die Sache wieder in den Griff zu bekommen.

Und was ist hier nun zu tun?

Ob nun ein gut funktionierendes oder ein schwaches Immunsystem, es gehört zum Erbgut unserer Tiere. Und wenn ich nun feststellen muss, dass die Vorfahren eines bestimmten Tieres auf diesem Gebiet schon Probleme hatten, dann kann es in der Regel auch mit der Nachzucht diesbezüglich nicht weit her sein. Herdbuchzüchter sind in diesem Fall erheblich im Vorteil, denn Aufzeichnungen im Zuchtbuch können uns sehr behilflich sein. Tiere oder auch Linien mit einem schwachen Immunsystem müssen von der Zucht ausgeschlossen werden. Auch wenn es uns sehr schwer fällt, sollten wir hier hart durchgreifen. Wir sollten unsere Zucht sehr genau beobachten, dann werden uns schon bald Geschehnisse zeigen, wo die Gefahren zu finden sind.

Ein Beispiel: einer Häsin mit einem kleinen Wurf von eventuell drei Jungtieren werden weitere drei Jungtiere untergelegt. Zeigt sich jetzt z.B., dass ihre eigenen Nach­kommen schon bald an der Seuche erkranken, dagegen die fremden Tiere keine Krankheitssymptome aufweisen, obwohl sie ja mit der Seuche direkt in Berührung gekommen sind, dann wäre hier der Beweis erbracht, dass die fremden Jungtiere über ein funktionierendes Immun­system verfügen. Bestens geeignet für die eigene Zucht.

Ein anderes Beispiel: ein Wurf Absetzkaninchen wird in eine andere Zuchtanlage umgesetzt. In diesem Stall ist die Darmerkrankung bereits seuchenhaft aufgetreten.

Jetzt haben es die fremden Jungtiere sehr schwer, und sie müssten schon über ein besonders positives Widerstands­vermögen verfügen, wenn sie nicht erkranken sollten, denn diese Tiere sind vorher noch nicht mit den stallspezifischen Erregern in Berührung gekommen.
Oftmals überstehen diese Tiere die ersten Wochen nicht, anderenfalls aber wären sie für die Zucht sehr wertvoll, denn sie hätten dann bewiesen, dass sie über ein ganz besonders intaktes Abwehrsystem verfügen. Ich denke, eine ganz wichtige Erkenntnis. Ebenso sind auch ältere Tiere aus fremden Zuchten in solch einem Fall sehr gefährdet. Wenn diese Tiere erkranken, wird oftmals ange­nommen, dass sie die Krankheit mitgebracht haben. In der Regel aber wurden sie erst nach der Umsetzung in die für sie fremde Stallanlage infiziert durch stallspezifische Erreger.

Der umgekehrte Fall wäre: ein gesundes zuchtreifes Tier wird aus einer belasteten Zuchtanlage erworben. Wie gesagt, das Tier zeigt keinerlei Krankheitserscheinungen und war vorher auch nicht erkrankt. Dieses Tier verfügt also mit ziemlicher Sicherheit über ein intaktes Immunsystem. Der Körper ist also gesund und nicht vollgestopft mit Erregern, wie oft angenommen wird. Namhafte Autoren behaupten – und das ist durchaus nachvollziehbar – dass gerade diese Tiere zur Festigung des Immunsystems bei der Nachzucht in der neuen Stallanlage beitragen können.

Grundsätzlich sollte man ein fremdes Tier jedoch nicht gleich als Stammvater für die gesamte Nachzucht einsetzen, das ist auch aus vielen züchterischen Gründen nicht zu empfehlen.

Oft wird angenommen, dass Kaninchen, die schon einmal an der Seuche erkrankt waren, aber wieder gesundeten, besondern für die Zucht geeignet sind. Aber hier ist Vorsicht geboten! Diese Tiere haben gezeigt, dass sie von der Vererbung her wohl nicht über ein besonders positives Abwehrsystem verfügen, denn sonst wären sie ja nicht krank geworden, auch wenn im Kampf mit der Seuche später dann eine sehr gute Widerstandskraft aufgebaut wurde.
Es ist aber zu befürchten, dass die negativen Erbanlagen bleiben und dann an die Nachzucht weitergegeben werden.

Ich habe Züchter kennen gelernt, bei denen die Stallanlage eigentlich überbesetzt war. Obwohl hier die Gefahr der Übertragung von Krankheiten besonders groß ist, waren alle Tiere kerngesund. Ein Zeichen dafür, dass hier das Immunsystem noch bestens funktioniert.

Dann sind mir Züchter bekannt, die zwei Rassen in einer Stallanlage untergebracht haben, die eine ist kerngesund, und die andere wird von der Seuche befallen. Hier ist eindeutig der Beweis erbracht, dass bei der einen Rasse die Widerstandskraft der Tiere ausreicht, um der Seuche Herr zu bleiben, während die andere Rasse diesbezüglich erheb­liche Schäden aufweist.

Ist die Seuche erst einmal im Stall, so werden wir die Erreger so schnell nicht wieder los, es handelt sich dabei um hartnäckige Krankmacher. Auch mit einer intensiven Stall­desinfektion ist ihnen nicht immer beizukommen. Sie können Jahre überleben. In solch einer Situation kommen Züchter manchmal auf den Gedanken, die gesamte Stall­anlage abzureißen und alle vorhandenen Tiere abzu­schaffen, um dann wieder ganz von vorne anzufangen.
Das kann mit Sicherheit nicht der richtige Weg sein, weil die große Gefahr besteht, dass die ganze Misere trotz allem schon bald wieder losgeht.

Dann sollten wir uns auch noch über einen ganz besonders wichtigen Punkt Gedanken machen. Die Verwandtschafts­zucht ist für den Erfolg in der Kaninchenzucht von ganz erheblicher Bedeutung. Wir haben bei dieser Methode die Möglichkeit, die Erbanlagen von Vorfahren zu fördern, aber auch zu verdrängen. Eine ganz wichtige Erkenntnis, und darauf können wir auch nicht verzichten.
Aber mit dem erhöhten Grad der Inzucht steigt auch die Gefahr der Immunschwäche bei unseren Tieren, das ist ein­deutig erwiesen. Wer unkontrolliert Inzucht betreibt, also diesbezüglich die Übersicht verliert und die Grenzen über­schreitet, die die Natur uns vorgegeben hat, muss sich nicht wundern, wenn er Schiffbruch erleidet.

Wir Herdbuchzüchter sind da im Vorteil, und diesen Vorteil sollten wir nutzen. Denn wir sind verpflichtet, ein Zucht­buch zu führen. In diesem Zuchtbuch, und hier speziell im Abstammungsnachweis, sind die Vorfahren, und zwar in dem Programm, welches wir Herdbuchzüchter nutzen, über 5 Generationen nachzuverfolgen. Wo sich Tiere wiederholen, werden diese farblich unterschiedlich ausge­druckt.
Wenn sich die Vorfahren also im Abstammungsnachweis wiederholen, also mehrmals vorkommen, dann haben wir es mit einer Verwandtschaftszucht, d.h. mit einem bestimmten Inzuchtgrad zu tun, und wir werden oftmals überrascht sein von der so sichtbar werdenden Enge der Linien, also von dem hohen Verwandtschaftsgrad der Vorfahren unterein­ander. Also, ein kompletter Abstammungsnachweis und weitere wertvolle Aufzeichnungen im Zuchtbuch geben uns Aufschluss über den Wert der Vorfahren, und in unserem Fall sehen wir auch, wo bereits Darmerkrankungen aufge­treten sind. So ist es uns möglich, bestimmte Linien von der Zucht auszuschließen oder zumindest zu verdrängen.

Ich habe nun versucht, verschiedene Wege aufzuzeichnen, wie wir die sogenannte Enterocolitis in den Griff bekommen. Wir Kaninchenzüchter werden uns mit unserem Wissen und unserer praktischen Erfahrung in erster Linie selber helfen müssen. Ich sprach von einer erheblichen Futterreduzierung und auch Futterumstellung und dazu Heu von bester Qualität wie von mir beschrieben unter Zugabe von weiterer Grundnahrung mit vielen unver­daulichen Fasern wie z.B. Quetschgerste und etwas Hafer. Weizen ist nicht so sehr geeignet. Gesunde Tiere werden die Gewichtsverluste, die sie in den ersten 3-4 Monaten ihres Lebens durch Aufnahme von nährstoffarmer und reduzierter Nahrung in Kauf nehmen mussten, bald wieder ausge­glichen haben.

Dann sprach ich von der Wiederherstellung des bei unseren Tieren in der Vergangenheit stark lädierten Immunsystems. Eine schwierige und längerfristige Aufgabe. Wir müssen die immunschwachen, also die anfälligen Tiere, auch wenn es sich von der Bewertung her um Spitzentiere handelt, grund­sätzlich aus der Zucht nehmen. Es ist eine strenge Selektion erforderlich. Eine Verwandtschaftszucht kann proble­matisch sein, denn rezessive negative Erbanlagen der Vor­fahren können sich so potenzieren, und auch die Immun­schwäche kann dadurch erheblich gefördert werden.

Ich bin davon überzeugt, wenn wir die von mir beschrie­benen Wege gehen, dann wird es wieder aufwärts gehen, und wir werden die Darmerkrankungen so unter Kontrolle halten können, auch wenn der eine oder andere Züchter­freund vielleicht nicht alle meine Ausführungen so ganz akzeptieren möchte.

Eines aber steht fest: Futterreduzierung, Futterumstellung und energiearmes Futter bei der Jungtieraufzucht und gleichzeitige Stärkung der Widerstandskraft durch konsequente Auslese der immunschwachen Tiere, das ist der Schlüssel zum Erfolg. Und noch eines: die Gesundheit unserer Tiere muss in den Vordergrund gestellt werden, um dann daraus wieder Spitzentiere zu ziehen!

Wenn ich diesen Vortrag nun schon vor über 5 Jahren und dann noch einmal am 17. September des vergangenen Jahres auf Lehrtagungen des Landesverbandes Weser-Ems in ähnlicher Form gehalten habe, dann zeigt das wohl, dass ich von der Richtigkeit meiner Behauptungen wirklich über­zeugt war. Aber der endgültige Beweis stand noch aus.

Ich denke, ich war es mir, aber auch uns schuldig, den endgültigen Nachweis in der Praxis hierfür anzutreten. Und damit ergab sich schon die erste große Schwierigkeit, denn ich kann aus familiären Gründen seit über zwei Jahren keine Kaninchen mehr halten. Ich musste also Züchter finden, die bereit waren, genau nach meinen Vorgaben zu arbeiten. Denn nur so konnte ich die Richtigkeit meiner jahrelangen Behauptungen beweisen.

Ich hatte Glück, es gab bei mir im Ort einen Züchter, der hervorragend für mein Vorhaben geeignet war. Dieser Züchter konnte in der Vergangenheit immer wieder mit großen züchterischen Erfolgen aufweisen. Diese Erfolge wären sicher noch eindeutiger ausgefallen, wäre die Enterocolitis nicht gewesen.

Die Stallanlage des Züchters war mustergültig. Die Licht- und Luftverhältnisse waren optimal. Auch an Sauberkeit fehlte es keineswegs. Die Wurfboxen der Zuchthäsinnen waren zweiteilig und konnten durch eine verschließbare Luke voneinander getrennt werden. Diese Möglichkeit war für mein Vorhaben von besonderer Bedeutung.

Bereits im November ging es los mit der Beschaffung von erstklassigem Heu. Gar nicht so einfach, denn es sollte ja meinen Vorstellungen entsprechen. Aber letztendlich wurden wir fündig. Es gelang uns, bei einem Zuchtfreund Heu von stillgelegten Flächen, sogenannten Brachflächen auf saurem, anmoorigem Boden zu beschaffen. Auf diesen Flächen darf wegen der Brut- und Aufzuchtzeit vieler Wild­tiere erst nach dem 15. Juli gemäht werden. Mehrere Vorteile sind bei diesem Heu festzustellen. Einmal werden diese Flächen nicht gedüngt. Dann gibt es auf diesen Naturfeldern noch sehr viele Wildgräser, die auf intensiv genutzten Flächen so gut wie verschwunden sind.
Als ganz besonders wertvoll ist zu vermerken, dass durch das späte Mähen die Wachstums- und Blütezeit bereits weitgehend vorbei ist, und somit enthalten die Gräser viele unverdauliche Fasern, also Ballaststoffe, die für die Verdau­ung unserer Tiere besonders wertvoll sind. Dieses Heu wird von den Tieren bevorzugt gefressen. Es wurde festgestellt, dass bei gleichzeitig reduzierter Gabe anderer Futtermittel oftmals die doppelte Menge an Heu verzehrt wurde. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt für die Gesunderhaltung unserer Kaninchen.
Voraussetzung ist natürlich, dass das Heu in einem ein­wandfreien, trockenen Zustand eingebracht wurde. Auch sollte die Lagerung des Heus bis zum Verbrauch ca. 2-3 Monate betragen. Vor Zuchtbeginn wurde mit den Zucht­häsinnen eine Kokzidiosekur durchgeführt.
Somit war gewährleistet, dass die Tiere, fürs erste zumindest, einigermaßen kokzidienfrei waren.
Das Trinkwasser wurde mit Apfelessig angereichert, und zwar bis zu ½ ltr. auf 10 ltr. Wasser. Apfelessig ist nicht schädlich und kann bedenkenlos in dieser hohen Konzen­tration gegeben werden. Die Tiere müssen sich jedoch erst einmal an den Geschmack gewöhnen, deshalb beginnt man zweckmäßiger Weise zuerst mit einer geringeren Dosis. Die Auswahl der Zuchttiere erfolgte nicht nur nach Qualität, sondern es wurden auch besonders Tiere aus Linien ausge­wählt, die im vorangegangenen Zuchtjahr zumindest weit­gehend von der Enterocolitis verschont geblieben waren. Mehr konnte man in dieser ersten Versuchsperiode bezüg­lich Stabilisierung des Immunsystems nicht tun.

Dann hat der Züchter seine Häsinnen belegen lassen, und auch das Werfen verlief ziemlich problemlos, bis auf einen Wurf, hier hatte die Häsin kein Nest gebaut und die Jung­tiere verendeten gleich nach der Geburt. Darmerkrankun­gen spielten dabei keine Rolle. Die Zuchttiere wurden ganz normal wie gewohnt mit Pellets, Heu und anderen kleinen Zugaben gefüttert.

Sobald die Jungtiere das Nest verlassen, beginnen diese zu fressen. Jetzt muss Vorsorge getroffen werden, und zwar wurde der Futternapf der Häsin so hoch angebracht, dass er für die Jungtiere nicht zu erreichen war.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: entweder stellt und befestigt man den Napf auf einen Holzklotz oder man hängt ihn in ausreichender Höhe am Stallgitter auf. Das von mir beschriebene Heu sowie Wasser, hochdosiert mit Apfel­essig, stand immer in freier Aufnahme zur Verfügung. Bis zu einem Alter von 25 Tagen wurde den Jungtieren weiter kein Futter gereicht. Das Heu wurde so besonders gut ange­nommen. Die Jungtiere waren zu diesem Zeitpunkt ausge­sprochen lebhaft und machten einen sehr vitalen Eindruck. Ab einem Alter von 25 Tagen erhalten die Jungtiere 2 x am Tag Quetschgerste und evtl. etwas Quetschhafer. Sie wurden während der Futteraufnahme, die ca. ½ Stunde dauern sollte, von der Mutter getrennt.

Hier war jetzt die Doppelbox mit der verschließbaren Luke sehr zum Vorteil. In der Quetschgerste bzw. zu dem Quetschhafer wäre noch zu sagen, dass dieses Futter entweder leicht angefeuchtet bzw. mittels eines Siebes entstaubt werden sollte, es besteht sonst die Gefahr, dass die Jungtiere den Staub einatmen, und so kann es zu Nasenschleimhautentzündungen kommen. Es entsteht dann der Eindruck, die Kaninchen hätten sich einen Schnupfen eingefangen. Auch sollte die Gerste immer frisch und möglichst nicht älter als zwei Wochen sein. Gelagert wird die Gerste in einem verschließbaren Behälter.

In der 5. Lebenswoche wurde noch einmal eine Kokzidiose­kur durchgeführt. Jetzt kann man auch vorsichtig zu der Quetschgerste und Quetschhafer in geringen Mengen Pellets verabreichen. Anfangs nur 10 % und dann steigern auf 30 %. Die Fütterungszeiten betragen 2 x ½-1 Std. täglich. Es sollte darauf geachtet werden, dass bei der Fütterung die Pellets immer unten im Futternapf liegen, weil die Jungtiere in der Regel die Quetschgerste den Pellets vorziehen, und so kommt es nicht zu dem Versuch, das Futter aus dem Napf zu kratzen. Zu den Fütterungs­zeiten blieben die Jungtiere von der Mutter getrennt.

In der 6. Lebenswoche wurden die Fütterungszeiten auf 2 x 1,0-1,5 Std. verlängert und der Anteil der Pellets auf ca. 40 % erhöht. Jetzt wurden auch schon kleine Zugaben wie Apfelstücke, Löwenzahn oder Grünkohl usw., aber nur in kleinen Mengen, gereicht.

Nach den Richtlinien sollten die Jungtiere tätowiert werden, solange sie noch bei der Mutter sind. Also wurden die Jung­tiere im Alter von 6 Wochen tätowiert. Die Fütterungszeiten von 2 x 1,0-1,5 Std. wurden nicht überschritten. Um Stress zu vermeiden, sollte das Tätowieren und das Absetzen der Jungtiere nicht zeitgleich erfolgen. Ist der Tätowiermeister aus zeitlichen Gründen verhindert, dann muss das Tätowie­ren nach dem Absetzen, aber deutlich später erfolgen. Stress kann sonst auch sehr wohl zu einer Erkrankung unserer Tiere beitragen. Im Alter von 7 Wochen wurden die Jungtiere von der Mutter abgesetzt. Die Tiere bleiben aber noch in kleinen Gruppen zusammen.

Die Absetzzeit ist Krisenzeit, und deshalb blieben wir auch weiterhin bei reduziertem Futter und reduzierten Fütterungszeiten von bis zu 2 x 2 Std. tgl. sowie Heu und Wasser mit hochdosiertem Apfelessig zur freien Aufnahme. Das Futter bestand immer noch zu 40-50 % aus Pellets und 50-60 % aus Quetschgerste und Quetschhafer. Die Fütterungszeiten wurden bis zur 12. Woche langsam auf 2 x 2,5 Std. verlängert. Erst nach Vollendung des 4. Lebens­monats wurde zur normalen Fütterung – wie der Züchter es gewohnt war – übergegangen. Jetzt nochmals eine Kokzidi­osekur durchzuführen, wäre nicht zum Nachteil.

Bis dahin, also bis ca. Ende Mai, dauerte meine Begleitung bei dem besagten Züchter, und ich darf dazu abschließend sagen: Nicht ein einziges Tier ging infolge Darmerkrankun­gen, also Enterocolitis, verloren. Die Tiere waren bis zu diesem Zeitpunkt kerngesund und durch die Futterreduzie­rung und Futterumstellung auch keineswegs abgemagert.
Wenn ca. 60 Jungtiere gezogen wurden, kann man hier sehr wohl von einem großen Erfolg sprechen, worauf der Züchter und ich sehr stolz sind.

Ich hatte noch weitere Züchter bei meinen Erprobungen mit einbezogen. Auch hier handelte es sich um bekannte und erfolgreiche Züchter, die in der Vergangenheit erhebliche Probleme mit der Enterocolitis hatten. Sie wohnen aller­dings nicht bei mir am Ort, wodurch die Begleitung erheb­lich erschwert wurde und somit auch nicht bis ins letzte Detail durchgeführt werden konnte. Aber ich kam auch hier zu der eindeutigen Erkenntnis, je genauer nach meinen Vorgaben gearbeitet wurde, desto eindeutiger waren positive Ergebnisse zu verzeichnen.

Abschließend darf ich zu meinen Untersuchungen sagen: das Ergebnis ist so eindeutig, dass ich es als erwiesen betrachten kann, dass bei einer reduzierten Fütterung der Jungtiere bei gleichzeitiger Futterumstellung, wie beschrie­ben, sowie bestes Heu mit viel unverdaulichen Fasern, Trinkwasser hochdosiert mit Apfelessig, Kokzidiosekuren in Abständen und Vermeidung von Stresszuständen gerade in der Absetzphase die Enterocolitis besiegt werden kann. Vorausgesetzt ist natürlich, dass wir für die Zucht nur Tiere verwenden, bei denen wir ein stabiles Immunsystem erwarten dürfen.

Alle, und oftmals sehr kostspielige Forschungen der Wissen­schaft nach einer Medizin zur Vorbeugung und auch zur Bekämpfung von Darmerkrankung haben bisher nicht viel gebracht und werden auch in Zukunft alleine nicht aus­reichen, die Seuche erfolgreich und endgültig zu bekämpfen. Wir Kaninchenzüchter mit unserer großen praktischen Erfahrung, werden dabei viel zu wenig einbe­zogen, und deshalb müssen wir Züchter uns selber helfen und Ursachenforschung betreiben.

Ich hoffe, dass ich mit meinen Untersuchungen und Erpro­bungen dazu einen Beitrag geleistet habe! Ich bin über­zeugt davon, dass wir so die Enterocolitis, auch weitgehend ohne Medizin, künftig in den Griff bekommen.

Theodor Ulpts

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