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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Englischen Schecken thüringerfarbig-weiß

Rassekaninchen des Jahres 2014

Die Englischen Schecken thüringerfarbig-weiß gehören laut dem Standard des ZDRK zu den kleinen Rassen und sind die kleinste der dort aufgeführten Punktschecken-Rassen. Sie haben ein Normalgewicht von über 2,5 kg, das Mindestgewicht beträgt 2,0 kg und das Höchstgewicht 3,25 kg. Sie zeichnen sich durch ihre besondere Schönheit und Eleganz aus und bilden bei den Ausstellungen stets einen Anziehungspunkt sowohl für die Züchter als auch für die Besucher der Schauen. Neben dem Farbenschlag thüringer-weiß sind noch die Farbenschläge schwarz-weiß, blau-weiß und dreifarbig (weiß-schwarz und gelbrot) zugelassen.
 
Die Englischen Schecken thüringerfarbig-weiß sind spalterbig. Durch den sogenannten Scheckenfaktor wird die Anzahl der ausstellungsfähigen Jungtiere erheblich reduziert. Die in der Theorie angewandten Mendelschen Gesetze teilen die Spalterbigkeit auf in 50 Prozent Typenschecken, 25 Prozent Nichtschecken und 25 Prozent Weißschecken. Nach dem deutschen Tiersschutzgesetz dürfen nur Typenschecken mit Nichtschecken verpaart werden. Eine Verpaarung von Typenschecken mit Typenschecken ist nicht erlaubt. Für die Züchter dieser aparten Rasse ist der Zuchterfolg nicht planbar, da bei den gescheckten Tieren bedingt durch Zeichnungsfehler die Anzahl der letztlich ausstellungsfähigen Jungtiere im Vergleich zu einfarbigen Rassen nicht sehr hoch ist.
 
 
Der Körper ist leicht gestreckt, zeigt feine Gliedmaßen und die ebenmäßig verlaufende Rückenlinie sollte hinten gut abgerundet sein. Der Kopf darf nicht so dicht am Rumpf angesetzt sein wie dies bei den kurzgedrungenen Rasen der Fall ist. Die Ohren sind nicht zu grob im Gewebe und entsprechen in ihrer Länge dem Körper des Tieres. Die Häsin sollte insgesamt etwas feiner gebaut und wammenfrei sein.
 
Das Fellhaar sollte nicht ganz mittellang, dicht in der Unterwolle sowie eine feine und gleichmäßige Begrannung aufweisen. Daneben ist auf eine gute Behaarung der Ohren zu achten.

Die Zeichnnung, die aus der Kopf- und der Rumpfzeichnung besteht, stellt bei dieser Rasse das charakteristische Rassemerkmal dar und hierauf sollte sich der Züchter vorrangig konzentrieren.
 
Die Kopfzeichnung besteht aus dem ausgeprägten Schmetterling, den gleichmäßig breiten Augenringen, den freistehenden runden oder ovalen Backenpunkten sowie den Ohren, die an der Wurzel scharf abgegrenzt sind und die entsprechende Zeichnungsfarbe aufweisen.
 
Die Rumpfzeichnung wird gebildet durch den Aalstrich, die beidseitigen Ketten, die dieser Rasse eigen sind sowie den Seitenflecken. Der Aalstrich ist ca. 2 cm breit und beginnt direkt hinter den Ohren und reicht gleichmäßig über den Rücken bis zur Blumenspitze. Die Kettenzeichnung läuft fein punktiert, mehrreihig, schräg oder leicht gewölbt von den Ohrwurzeln bis zu den Weichen, wo sie durch größere Punkte in die Seitenflecken übergeht. Die Seitenflecken sollen klein sein, einzeln frei stehen und die Lenden- und Schenkelpartie bedecken.

Die Grundfarbe der Englischen Schecken thüringerfarbig-weiß besteht aus einem reinen Weiß, während die Zeichnungsfarbe gelblichbraun und mit einem rußigen Schleier, der am Kopf und an den Ohren am stärksten in Erscheinung tritt, versehen ist. Die Augenfarbe sollte braun bzw. leicht rot durchscheinend sein.

Englische Schecken wurden erstmals um 1885 bei einer Ausstellung in England gezeigt. Die Tiere hatten jedoch keine festen erkennbaren Zeichnungsmuster. 1900 wurden sie als Rasse in den englischen Standard aufgenommen und haben seitdem eine festgelegte Beschreibung der Zeichnungspunkte. Zu dieser Zeit wurden die ersten Tiere nach Deutschland gebracht. Bereits 1902 wurde in Bamberg der erste deutsche Schecken-Club gegründet und dabei wurde der erste deutsche Standard für diese Rasse entworfen. Während des Dritten Reiches zählte man die Tiere auf Beschluss der Reichsfachgruppe zu den Sportrassen und sie wurden zu Seltenheiten. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde diese Rasse dann noch seltener.
Mittlerweile sind die Englischen Schecken auf vielen Ausstellungen zu sehen und beweisen immer wieder, dass sie mit einfarbigen Rassen auf sehr hohem Zuchtniveau konkurrieren können.
 

Bericht Wolfgang Elias, ZDRK-Referent für Öffentlichkeitsarbeit
  
 

Wahl zum „Rassekaninchen des Jahres“ 2014

Der Sieger der Aktion „Rassekaninchen des Jahres“ 2014 steht fest: Mit etwas über zwanzig Prozent wurden die Englischen Schecken thüringerfarbig-weiß auf den ersten Platz gewählt.

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