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20. November 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Veröffentlichungen des ZDRK

Wir informieren!

Nach offizieller Genehmigung des ZDRK werden wir Fachbeiträge, Änderungen des Standard und der Allgemeinen Ausstellungsbedingungen oder weitere Informationen des ZDRK nach Veröffentlichung in unserem Fachorgan der Kaninchenzeitung hier für Euch bereitstellen.

Zudem findet Ihr viele weitere wertvolle Informationen und Tipps zur Rassekaninchenzucht unter der Rubrik Tipps für Profis...
  
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Bericht zur EE-Tagung in Kolding/Dänemark 2018

 
 Unsere deutsche Deligation v.li.: Markus Eber,
 Ulrich Hartmann, Wolfgang Vogt und Peter
 Kalugin
 

Vom 09.05. bis 13.05.2018 fand die Tagung des Europäischen Verbandes für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen und Caviazucht im Hotel Comwell in Kolding, eine dänische Kommune im Osten Jütlands, statt. Vertreter aus ganz Europa wurden zu diesem EE-Europakongress vom EE-Präsidenten Gion P. Gross und den dänischen Clubvorsitzenden Niels Rasmussen, Carsten Philipsen, Alfred Kirk, Christina Vildershøj und Bo Pedersen aufs herzlichste eingeladen.

Bereits am Mittwoch reiste das EE-Präsidium, der Tierschutzbeirat und die Standardkommission an, denn am Donnerstag stand die Präsidiumssitzung und die Sitzungen der fünf Standardkommissionen sowie des Tierschutzbeirates auf der Tagesordnung. Am Nachmittag erfolgte die Anreise der Delegierten der Länder, die um 19:00 Uhr offiziell empfangen wurden.
 
Gruppenbild aller Teilnehmer der EE-Tagung

Spartensitzung Kaninchen

Am Freitag, den 11.05.2018 wurden die fünf Spartensitzungen im Tagungshotel durchgeführt. In der Sparte Kaninchen waren insgesamt 30 Delegierte aus 14 Mitgliedsnationen anwesend. Als Gäste konnten zudem Vertreter aus Litauen und die Fachzeitschrift kleintiernews mit Martina Gerker als Vertreterin des offiziellen Fachorgans der EE, begrüßt werden.

Die Teilnehmer der Spartensitzung Kaninchen

Nach Feststellung der Anwesenheit und Genehmigung der Niederschrift der EE-Tagung vom 27. Mai 2017 in Eger (Ungarn) teilte der kommissarische Präsident der Sparte Kaninchen, Rainer Retschitzegger unter Punkt 5 der Tagesordnung mit, dass Geldüberweisungen für Rassebezogene Europaschauen bitte zukünftig pünktlich erfolgen sollen. Er hob die Korrespondenz diesbezüglich mit dem ZDRK, hier federführend mit Bernd Graf, hervor, bei dem es immer reibungslos funktioniert.

Es folgte der Bericht der Präsidiumssitzungen, die bereits am Vortag abgehalten wurden und das Verlesen der Tagesordnung der Generalversammlung, hierzu gab es keine Rückmeldungen. 

EE-Preisrichterschulung

Rainer Retschitzegger bedankte sich zunächst bei Urban Hamann und Carsten Philipsen für die Übernahme und Durchführung der EE-Preisrichterschulung, an der insgesamt 140 Preisrichter in der Sparte Kaninchen teilgenommen haben. Es ist sehr erfreulich, dass die Beteiligung an einer derartigen Schulung stetig wächst. Die nächste EE-Preisrichterschulung wird im kommenden Jahr in Deutschland stattfinden.

DPV-Vorsitzender Wolfgang Vogt übernahm das Wort und erklärte den Delegierten den geplanten Ablauf der Schulung. Sie wird in Berching in der Oberpfalz vom 22. bis 24.03.2019 stattfinden. Die Organisation übernehmen Markus Grillenbeck und Patrick Elting, zusammen mit dem Kaninchenzuchtverein B 731 Berching e.V.. Unterstützt wird die Veranstaltung zudem durch den Deutschen Preisrichterverband sowie durch den Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter e.V.. Die Anmeldungen sowie die Überweisungen der Gebühren sollen zukünftig über eine Kontaktperson der jeweiligen Länder erfolgen. Auf dem Schulungsprogramm stehen voraussichtlich die Rassen Sallander, Rhönkaninchen und Schwarzgrannen. 

Bericht der Standardkommission

Die Standardkommission tagte mit insgesamt 6 Personen. Da der Europastandard hinsichtlich der Gewichte, der Ohrenlängen sowie der neu aufgenommenen Rassen überarbeitet werden muss, ist die Standardkommission zu dem Entschluss gekommen, dass es einen neuen Europastandard geben wird, allerdings nicht vor 2021.

Aufgrund unseres leider viel zu früh verstorben Erwin Leowsky mußte hier ein Nachfolger gefunden werden. Einstimmig wurde Markus Eber aus Deutschland aufgenommen, somit sind nun wieder 7 Mitglieder in der Standardkommission vorhanden. Hierzu gratulierte Rainer Retschitzegger ganz herzlich. Zudem musste auch der Vorstand der Standardkommission neu gewählt werden, da Rainer Retschitzegger seine Funktion als Vorsitzender niedergelegt hatte. Zum neuen Vorsitzenden wurde Roland Olinger aus Luxemburg einstimmig gewählt ebenso wie sein neuer Stellvertreter Yvon Weissenbacher aus Frankreich. Auch hierzu gratulierte Rainer Retschitzegger ganz herzlich und bedankte sich nochmals für die hervorragende Zusammenarbeit. Die nächste Sitzung der Standardkommission wird vom 28. bis 30.09.2018 in Deutschland stattfinden.

Neuer Europastandard

Rainer Retschitzegger berichtete, dass insgesamt noch 57 Europastandards vorhanden sind sowie 100 Ergänzungsblätter. Somit ist es auch erforderlich einen neuen Europastandard zu fertigen.

Rainer Retschitzegger erklärte, dass beispielsweise die Positionen 1 und 2 wechseln werden in Anlehnung an den neuen Deutschen Rassestandard, somit wird in der Position 1 das Gewicht bewertet und in der Position 2 die Körperform. Wolfgang Vogt ergänzte, dass es jedoch kein gänzlich neues Konstrukt werden wird. Dinge die vorher gut waren, sollen auch gut bleiben und werden dementsprechend auch so übernommen. Es sei denn aus der Mitgliedschaft kommen Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge, die die Standardkommission überdenken und dann ggfs. einarbeiten muss. Aus diesem Grund wäre die Standardkommission für die Mitarbeit der Länder sehr dankbar.

Rassebezogene Europaschauen 2019

Rainer Retschitzegger erklärte, dass immer wieder Anträge auf Rassebezogene Europaschauen gestellt werden. Das Antragsformular hierfür kann auf der Homepage der EE unter der Sparte Kaninchen heruntergeladen werden. 
Für die Durchführung einer Rassebezogenen Europaschau können sich Sondervereine/Vereine aus den EE-Mitgliedsverbänden bei der Sparte Kaninchen bewerben. Diese Bewerbung muss bis zum 15. Januar des Vorjahres schriftlich beim Vorsitzenden der Sparte Kaninchen vorliegen. Für Ausstellungen, die im Januar oder Februar stattfinden, gilt das gleiche Vorjahr, wie für die Ausstellungen der vorangegangenen Herbstsaison. Für die Vergabe ist die Spartenversammlung an der darauffolgenden EE-Tagung zuständig. Erst nach erfolgreicher Vergabe ist die Gebühr direkt an den Kassierer der Sparte Kaninchen zu überweisen. Nach Abschluss der Schau ist dem Vorsitzenden und dem Kassierer ein Ausstellungskatalog zuzuschicken.


 
Ulrich Hartmann verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Rassebezogene Europaschauen eine Bereicherung der Ausstellungs-landschaft seien. Gerade in Deutschland freue man sich über weitere Meisterschaften. Er betonte jedoch, dass es nicht immer einfach sei, gerade im Hinblick auf die Durchführung von Clubvergleichs-schauen diese mit den Rassebezogenen Europaschauen zeitlich unter einen Hut zu bringen. Des Weiteren führte er aus, dass es seine persönliche Bitte an das Gremium der EE sei, ob die Untergrenze von derzeit 20 Tieren nicht etwas angehoben werden könnte, um die Wertschätzung eines Europameistertitels anzuheben. 20 Tiere europaweit gesehen, seien seiner Auffassung nach, eine relativ niedrige Grenze.

Urban Hamann erklärte, dass dieses Thema das Gesamtregelwerk betreffen würde, da es für alle Sparten gilt. Somit kann die Tierzahl bei den Kaninchen für die Vergabe eines Europameisters und Europachampions nicht einfach angehoben werden.

Weiter erklärte Urban, dass die meisten Rassebezogenen Europaschauen in Deutschland von den Clubs durchgeführt werden und gerade in Deutschland auch die meisten EE-geschulten Preisrichter vorhanden sind. Urban Hamann findet es persönlich jedoch sehr schade, dass von diesen speziell geschulten Preisrichtern die wenigsten bis gar keine auf einer Rassebezogenen Europaschau verpflichtet werden. Er nannte hier als Beispiel die Rassebezogene Europaschau der Rhön, Schwarzgrannen und Japaner. Auf der Rassebezogenen Europaschau der Rexkaninchen unter der Leitung von Bernd Graf hingegen wird in vorbildlicher Art und Weise von EE-geschulten Preisrichtern bewertet. Diesbezüglich müssten die Regularien nach Auffassung von Urban Hamann angepasst und dann auch entsprechend kontrolliert werden.

Alle eingereichten Anträge für Rassebezogene Europaschauen im Zuchtjahr 2019 wurden genehmigt und vergeben und sind auf der Homepage der EE nachzulesen. Der Antrag von Bulgarien wurde abgelehnt.

Wahlen

Die Sitzung wurde durch eine kleine Stippvisite des EE-Präsidenten Gion P. Gross sowie des Ehrenpräsidenten Urs Freiburghaus und der Generalsekretärin der Esther Huwiler unterbrochen. Gion P. Gross begüßte alle Anwesenden im Namen des Präsidium und übernahm das Wort. Kurzerhand wurde dann auch der Tagesordnungpunkt „Wahlen“ vorgezogen. Gion leitete die Wahlen damit ein, dass es eigentlich kein erfreulicher Anlass ist, wenn man einen Ersatz für ein verstorbenes Vorstandsmitglied wählen muss. Dennoch ist er froh, dass Kandidaten vorhanden sind, die bereit sind in die Fußstapfen von Erwin Leowsky zu treten. Fristgerecht wurden zwei Kandidaten für den Vorsitz in der Sparte Kaninchen angemeldet. Dies waren einerseits durch den Rassezuchtverband Österreichischer Kleintierzuchtverband, Rainer Retschitzegger und andererseits durch den Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter e.V., Wolfgang Vogt.

 

Im Laufe der Zeit bekam jedoch Gion P. Gross einen Anruf von Wolfgang Vogt, wo er mitteilte, dass er seine Kandidatur als 1. Vorsitzender der Sparte Kaninchen zurückziehe und für den 2. Vorsitzenden kandidieren möchte. Gemäß Satzung konnten an diesem Tag keine weiteren Kandidaturen angemeldet werden. So wurden einstimmig Rainer Retschitzegger zum 1. Vorsitzenden und Wolfgang Vogt zum 2. Vorsitzenden in der Sparte Kaninchen gewählt. Gion P. Gross gratulierte beiden recht herzlich. Rainer Retschitzegger und Wolfgang Vogt bedankten sich bei den Delegierten für deren entgegengebrachtes Vertrauen. Beide freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit im Sinne der europäischen Rassekaninchenzucht. 

Der neue Vorstand der Sparte Kaninchen v. li: Wolfgang Vogt, Urban Hammann und Rainer Retschitzegger

Europaschau 2018 in Dänemark


Die Europaschau findet in diesem Jahr vom 06. bis 11.11.2018 in Herning statt. Auf dieser Schau dürfen alle Rassen ausgestellt werden, auch die, die nicht im Europastandard aufgeführt sind, wichtig ist hier eine gültige Musterbeschreibung in Deutsch, Englisch oder Französisch. Zu beachten ist, dass in dem Fall kein Europameister und Europachampion in dieser Rasse vergeben werden kann.

Ein interessantes Thema war sicherlich auch die Impfbestimmung auf der Europaschau in Dänemark. Verantwortlich für diese Bestimmungen ist nicht die EE, sondern der ausrichtenden Verband, der sich selbstverständlich an die Vorgaben des Veterinäramtes halten muss. Eine Impfpflicht zur RHDV-1 und RHDV-2 existiert in Dänemark nicht. Eine entgültige Regelung diesbezüglich wird in Kürze veröffentlicht. Sowohl die Ausstellungsleitung als auch die EE sind sich einig, dass das Tierwohl und die Tiergesundheit an oberster Stelle stehen und so möchte man seiner Verantwortung genüge tragen. Dies kann beispielsweise anhand eines vom Hoftierarzt ausgestellten Gesundheitszeugnisses erfolgen, analog zur vergangenen Europaschau in Metz.

 

 

Generalversammlung

Am Samstag um 08:30 Uhr ging es mit der Generalversammlung weiter, zu der Präsident Gion P. Gross insgesamt 116 Delegierte aus 28 Ländern sowie 6 Sponsoren und Gäste aus Litauen und Portugal herzlich Willkommen hieß.

Sein besonderer Gruß ging an den Ehrenvorsitzenden Urs Freiburghaus und allen weiteren anwesenden Ehrenmitgliedern der EE, hier speziell Ditlev Duus aus Dänemark, das zweitälteste Ehrenmitglied. Ganz herzlich begrüßte Gion P. Gross den Hauptsponsor der EE, die Firma Mifuma, hier stellvertretend Herrn Jürgen Vedder und Frau Karin Jansen, die Firma Stengel (Goldsponsor) sowie die Firma kleintiernews als offizielles Fachorgan der EE und hier stellvertretend die Geschäftsführerin Frau Martina Gerker, die ebenfalls ein Sponsoring der EE übernommen hat.  

Seit der letzten Generalversammlung haben uns leider viele Mitglieder für immer verlassen, mit denen man auch über die Landesgrenzen aufrichtige Freundschaften pflegen durfte. Stellvertretend für alle verstorbenen Ehrenmitglieder und Mitglieder nannte Gion P. Gross den ehemaligen Vorsitzenden der Sparte Geflügel Ehrenvorsitzende des BDRG, Wilhelm Riebniger und den ehemaligen Vorsitzenden der Sparte Kaninchen und Präsidiumsmitglied, Erwin Leowsky. Es wurde den Kollegen in größter Anerkennung, für all das, was sie für die Kleintierzucht getan haben gedankt. Die Schweigeminute begleitete Gion P. Gross mit folgenden Worten:

„Der Tot kann uns von Menschen trennen, die zu uns gehörten. Aber er kann uns nicht das nehmen, was uns mit ihnen verbindet!“

Es folgte die Feststellung der Anwesenheit und der Stimmberechtigung mit 89 Stimmkarten sowie die einstimmige Annahme der Niederschrift der EE-Tagung vom 27.05.2017 in Eger. 

Bericht des Präsidenten

Endlich wieder Kleintierausstellungen mit Geflügel hat Gion P. Gross in seiner Einleitung erwähnt, mit wenigen Ausnahmen, die für die Organisatisatoren besonders in den Niederlanden sehr schmerzhaft waren, konnten in dem vergangenen Jahr wieder viele Ausstellungen durchgeführt werden. Kleintierausstellungen bei denen die Resultate unseres züchterischen Schaffens und unsere Arbeit zum Erhalt genetischer Ressourcen und alter bäuerlichen Kulturgut zeigen konnten.

Die RHDV-2 und die Vogelgrippe haben der EE zwar einige Mitglieder gekostet, aber bei weitem nicht so viele wie zu befürchten war. Die Kleintierzüchter lassen sich ihr Hobby nicht durch solche Rückschläge kaputt machen. Dies freut Gion P. Gross sehr und stimmt ihn zuversichtlich, dass unsere Freizeitbeschäftigung in einer Zeit der Überalterung und des Mitgliederschwundes bestehen bleibt.

Euphorie wäre jedoch fehl am Platz. Es muss weiterhin für den Erhalt unseres Hobbys gekämpft werden. Immer neue Forderungen im Bereich des Tierschutzes machen die Zucht und das Ausstellungswesen in einigen Ländern nicht einfacher.

Sicherlich sind wir alle Spezialisten in der Kleintierzucht, dennoch laufen wir auch schnell der Gefahr betriebsblind zu werden. Aus diesem Grund sollte man die Tiere, egal in welcher Sparte, auch mit den Augen eines Außenstehenden betrachten, denn findet er nicht beispielsweise die Ohren eines Englischen Widders für übertrieben, oder die Hauben eines Haubenhuhnes zu überdimensioniert, weil es kaum noch sehen kann, oder ist die Nacktheit eines Meerschweinchens Quälerei? Schönheit ist eben Geschmacksache. Und wir haben ja auch Rassestandards, an denen wir laufend arbeiten und dafür sorgen, dass keine all zu starken Übertypisierungen entstehen. Doch diese Dinge haben wir selbst in der Hand. Was nützt der beste Standard, wenn er nicht angewendet wird?

Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt!

Mit diesem Satz läutete Gion P. Gross zu der finanziellen Situation  der EE ein. Die Finanzen der EE dürfen heute als gesund betrachtet werden. Große Sprünge sind jedoch nicht möglich. Nicht vergessen dürfen wir auch, dass unsere Finanzen nur so lange gesund sind, wie die Europaschauen durchgeführt werden können – bei einer Absage einer solchen, sieht es dann schon wieder düster aus.

Seit Jahren verzichtet das Präsidium auf tageweise Aufwandsentschädigungen für Tagungen, lediglich die Hotelkosten werden übernommen. Dies ist jedoch bei der Standardkommission nicht der Fall, sie bezahlen vieles aus eigener Tasche. Ziel der EE war es schon immer, ihnen zumindest einen kleinen Teil ihrer Aufwendungen zurückzahlen zu können, denn sie gehören zu den wichtigsten Mitgliedern innerhalb des Verbandes. Aus diesem Grund wird das Präsidium eine moderate Erhöhung des Mitgliedsbeitrages auf 150 € pro Jahr und Sparte beantragen, was auch im späteren Verlauf der Generalversammlung mit 55 zu 14 Stimmen genehmigt wurde.

Im Anschluss wurde noch einmal kräftig die Werbetrommel für die diesjährige Europaschau gerührt , damit wir in Herning eine einmalige Arten- und Rassenvielfalt bewundern dürfen. Nur alle drei Jahre kann man Europameister werden, einen Europachampion stellen. In diesem Jahr ist das wieder möglich.

Berichte des Präsidiums


Nach diesen Worten folgte der ausführliche Bericht der General-sekretärin Esther Huwiler und der einzelnen Spartenvorsitzenden sowie des Schatzmeisters. Interessant wurde es dann beim Vortrag des Beirates für Tiergesundheit und Tierschutz durch den Vorsitzenden Prof. Dr. Hans-Joachim Schille aus Deutschland. Die Ausstellungssaison 2017/2018 war frei von Seuchenzügen, die die Arbeit und das Ausstellungswesen gravierend beeinflusst haben. Allerdings, und das müssen wir sehr ernst nehmen, traten in verschiedenen Ländern nach Jahrzehnten wieder Fälle von New Castle Desease auf. Es gab Fälle von Influenza und RHDV-2 sowie zahlreiche Fälle der Jungtaubenkrankheit. Nach wie vor reagieren die Behörden der Länder unterschiedlich. Der Beirat der EE kann bei Entscheidungen nur beratend tätig sein, er hat kein Weisungsrecht. Da die Politik nur bei bestehendem Druck reagiert, ist die erwartete Novelle der Vogelgrippe ausgeblieben.
 
Ein generelles Problem in Europa sieht Prof. Dr. Schille darin, dass einerseits in den Ländern die geltenden Rechtsnormative für Haltung und Zucht von Kleintieren immer fordernder, anspruchsvoller und detaillierter werden. Andererseits tun die Länder jedoch nichts oder nur sehr wenig in Bezug auf Hilfeleistung für die Züchter und ihre Organisationen bei der Umsetzung dieser Vorschriften wie z.B. Bereitstellung und Zulassung von Impfstoffen. Dieses generelle Problem kann jedoch nur dann gelöst werden, wenn alle Mitgliedsverbände sich in ihren Ländern engagieren und in ihren Länderregierungen Druck auf die für Europa zuständigen Gremien machen.

Wahlen

Es folgte die Wahl des Vizepräsidenten. Istvan Rohringer stellte sich erneut zur Wahl und wurde einstimmig wiedergewählt. Generalsekretärin Esther Huwiler sowie Rainer Retschitzegger, 1. Vorsitzenden der Sparte Kaninchen, wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt. Wolfgang Vogt hat sein Amt als 2. Revisor zurückgegeben, da er zum 2. Vorsitzenden der Sparte Kaninchen gewählt wurde, aus diesem Grund wurde Markus Eber einstimmig zum 2. Revisor gewählt. Igor Cegovnik rückt von 2. Revisor als 1. Revisor nach. Jean-Maurice Tièche aus der Schweiz wurde einstimmig als Ersatzrevisor gewählt.

 
Ehrungen


Zu neuen EE-Ehrenmitgliedern wurden Joseph Rey-Bellet aus der Schweiz und Zdzislaw Borawski aus Polen ernannt.



Aufnahme neuer Mitglieder


Die Türkei wurde einstimmig in der Sparte Geflügel aufgenommen. Litauen hat im Jahr 2017 einen Antrag zur Aufnahme in der Sparte Kaninchen gestellt, jedoch war der Antrag nicht vollständig, sodass erst im nächsten Jahr über die Mitgliedschaft abgestimmt werden kann. Das Präsidium hat jedoch diesem Land eine Sondergenehmigung für 2018 erteilt, somit können Züchter aus Litauen an der Europaschau in Dänemark teilnehmen, erklärte Esther Huwiler.

Der Verband Portugal/Spanien wurden im Jahr 2015 gegründet und hat derzeit 52 Mitglieder. Auch sie können erst in der nächsten Generalversammlung aufgenommen werden, können jedoch auch mit einer Sondergenehmigung auf der Europaschau in Dänemark ausstellen.

San Marino hat im März in der Sparte Tauben einen Aufnahmeantrag gestellt, auch über diesen wird im nächsten Jahr abgestimmt.

In Serbien gibt es mehrere Verbände, was gegen die Statuten der EE verstößt. In Eger haben alle Verbände eine Vereinbarung unterzeichnet, dass sie ihre Verbände auflösen und einen neuen Einheitsverband gründen werden. Dies ist erfolgt, somit wurde der Antrag auf Neuaufnahme des Einheitsverbandes Serbien in der EE gestellt und von der Generalversammlung stattgegeben.

Es folgte eine Vorschau über die Europaschau in Dänemark. Die nächste EE-Tagung wird vom 29.05. bis 02.06.2019 in Kroatien stattfinden.

 

Martina Gerker
 

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