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15. September 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Die Körnote Herdbuch- und Leistungszucht

Zusammensetzung der Körnote

Herdbuch und Leistungszucht im ZDRK

Viele Züchter fragen sich (oft berechtigt): Wieso bekommen die Herdbuchzüchter bei den Landes- und Bundesschauen in der Herdbuchabteilung auf den ausgestellten Stamm (acht Tiere) noch eine Körnote von meist 40 Punkten zu den Bewertungspunkten hinzugerechnet?

Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle einen kleinen Einblick als Hilfe für den Nichtherdbuchzüchter geben. Die genauen Bestimmungen sind nachzulesen auf Seite 7 der neu überarbeiteten Richtlinien der Abteilung Herdbuch und Leistungszucht im ZDRK.

Körnote des Rammlers

Zuerst möchte ich die Zusammensetzung der Körnote des Rammlers erklären. Bei allen Ausstellungen wird nur die Körnote des Rammlers zu der Bewertung seiner Nachzucht hinzugerechnet.

Zusammensetzung der Körnote

Die Position 1 erfasst seine Abstammung. Er erhält hier maximal 10 Punkte, wenn sein Abstammungsnachweis die Eltern, Großeltern und Urgroßeltern lückenlos nachweist, wenn als sieben Vorfahren von jeder Elternseite aufgeführt sind. Fehlt in der letzten Generation (Urgroßeltern) auch nur ein Tier, werden nur noch 8 Punkte vergeben. Hier wird ersichtlich, wie wichtig es ist, dass ein Herdbuchzüchter vor Abschluss eines Zukaufs klärt, ob von dem Tier ein lückenloser Abstammungsnachweis vorhanden ist.

In Position 2 wird die Aufzuchtleistung und Vererbung des Rammlers aufgeführt. Da aber der Rammler mit der Aufzuchtleistung einer Häsin nicht das Geringste zu tun hat, wird diese Position für den Rammler freigehalten, um nach Körung seiner gezeugten Jungen verrechnet zu werden, so dass er die gleichen Leistungspunkte und Prädikate erhält wie in Position „Ausgeglichenheit“ (die nachfolgend noch beschrieben wird).

Die Position 3 betrifft das Preisrichterurteil bezüglich des Rammlers selbst. Diese wird nur eingesetzt, wenn das Tier bei einer Körung oder Herdbuchausstellung bewertet wurde. Erreicht es die Note „hervorragend“, bekommt es die Höchstbewertung von 10 Punkten. Bei einer Bewertung im Bereich „sehr gut“ gibt es nur 8 Punkte. Um für alle Herdbuchabteilungen Gleichheit zu schaffen, wurde beschlossen, bei einer Bewertung mit „hervorragend“ die maximale Punktzahl zu vergeben.

Die Position 4 dagegen ist für den Rammler das Erkennungszeichen seiner Vererbungskraft und wird Ausgeglichenheit genannt. Sie kommt für den Rammler in Frage, wenn er mindestens, zwei Häsinnen erfolgreich belegt hat und diese Nachzucht von mindestens zwei Häsinnen aufgezogen, gekennzeichnet und bei einer Körung dem Körrichter vorgestellt wurde. Das Bewertungsergebnis der Körung von diesen zwei Würfen wird je Wurf addiert und durch die Tierzahl des Wurfes dividiert. Aus den Tabellenwerten der Herdbuchrichtlinien ist dann zu ersehen, ob der Durchschnitt das Prädikat „vorzüglich“, „sehr gut“ oder nur „gut“ ergibt. Erreichen beide vorgestellten Würfe des Rammlers die Note „vorzüglich“, ist die maximale Note in der Ausgeglichenheit erreicht. In dieser Position werden hier zweimal 10 Punkte vergeben: einmal für die offen gehaltenen Punkte in Position 2 (Vererbung des Rammlers) und zum anderen in Position 4 (Ausgeglichenheit), d.h. für die ausgeglichene Bewertung der Wurfgeschwister. Hat der Rammler mehrere Häsinnen belegt und sind seine Nachkommen bei der Körung bewertet worden, werden die beiden besten Würfe herangezogen.

Körnote der Häsin

Bei den Häsinnen verhält er sich in Position 1 „Abstammung“ wie zuvor beim Rammler aufgeführt.
 
Die Position 2 „Aufzuchtleistung“ kommt voll zum Tragen, wenn die Häsin mindestens zwei Würfe im Jahr aufgezogen hat. Wurden diese zwei Würfe nach den Richtlinien gekennzeichnet und bei der Körung vorgestellt, wird der beste Wurf in Anrechnung gebracht. Umfasst der Wurf sieben Junge und mehr (bei Zwergrassen fünf Jungtiere), erhält die Häsin hier volle 10 Leistungspunkte. Wie bereits erwähnt hat der Rammler damit nichts zu tun. Hat die Häsin allerdings nur einen Wurf aufgezogen, entfällt bei ihr diese Position ganz.

In Position 3 „Preisrichterurteil“
ist bei der Häsin auch die eigene Bewertung ausschlaggebend. Bei ihr zählt bereits die Körperbewertung im ersten Jahr, wenn diese nach Punkten erfolgte. Sie behält diese Bewertung ihr Leben lang. Sie muss auch später dem Körrichter nicht mehr vorgestellt werden.

In Position 4 „Ausgeglichenheit“ ist bei der Häsin wie beim Rammler zu verfahren. Hier werden die zwei besten Würfe berechnet (ebenfalls nach der Tabelle der Herdbuchrichtlinien). Die vorgestellten Tiere werden als Alttiere nach dem Standard des ZDRK bewertet. Die Bewertung kann jedoch nur erfolgen, wenn die Nachzucht von mindestens zwei Häsinnen vorgestellt wird.

Wir hoffen, dass diese Betrachtung nun dem einen oder anderen Züchter einen kleinen Einblick in die Herdbuchzucht und die Vergabe der Körnote ermöglicht.

Hans Heiko Böger

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