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16. Dezember 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Deilenaar

Beliebteste Rasse

Trotz einer diesmal sehr geringen Beteiligung an der Wahl haben die Wähler entschieden und den Sieger der diesjährigen Aktion „Rassekaninchen des Jahres“ bestimmt: Mit hauchdünnem Vorsprung (16,00 Prozent aller abgegebenen Stimmen) wurden die Deilenaar auf Platz 1 gewählt. Dahinter folgen die Weißen Wiener (15,87 Prozent) und Platz 3 belegen die Lux-Rexe (14,80 Prozent).

Über die Siegerrasse

Das Ursprungsland der Deilenaar ist Holland. Erzüchtet wurde dieses Kaninchen 1930 vom Züchter G.W.A. Ridderhof aus der Stadt Deil (Deilenaar = niederländisch „Deilener“) aus hasenfarbigen Riesenkaninchen und Lohkaninchen.

Bereits 1940 wurde die Rasse dort anerkannt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie dann auch nach Deutschland importiert und Züchter aus dem Rheinland und aus Westfalen befassten sich zunächst mit dieser Rasse. 1975 erfolgte die Anerkennung in Deutschland und sie wurden in den Standard aufgenommen. In der ehemaligen DDR versuchte man die Rasse durch den Einsatz von Kleinchinchilla, Sachsengold und Lohkaninchen neu herauszuzüchten. Hier erfolgte die Anerkennung im Jahr 1985.

Die Deilenaar sind unter den „Kleinen Rassen“ im ZDRK-Standard eingeordnet. Das Idealgewicht liegt bei über 2,75 bis 3,25 kg, wobei das Mindestgewicht 2,25 kg und das Höchstgewicht 3,25 kg beträgt.

Der kurze, breite und gedrungene Körper ist ebenmäßig und gut abgerundet. Der ausgeprägte Kopf mit den kurzen, stabilen Ohren sitzt dicht am Körper. Die Häsinnen sind wammenfrei, jedoch ist bei älteren Häsinnen (über zwölf Monate alt) ein Wammenansatz zugelassen. Die Tiere sollten eine gewisse Bodenfreiheit zeigen.

Das Fellhaar ist mittellang, gut begrannt und mit sehr guter Dichte versehen. Die Ohren sind ebenfalls gut behaart.

Die kräftig leuchtend rotbraune Deckfarbe reicht bis zu den Flanken herunter. Bei der Brust und den Vorderläufen wird die gleiche Farbe gefordert. Das Kinn und die Bauchdeckfarbe sind lohfarbig.

Da es sich hier um eine Rasse mit sogenanntem Wildfarbigkeitsfaktor handelt, haben die Tiere lohfarbige Kinnbacken- und Naseneinfassungen, leicht angedeutete Augeneinfassungen, eine cremefarbige Blumenunterseite sowie kräftig schwarz geränderte Ohreneinfassungen.

Die flockige Deckfarbe tritt durch die büschelartig zusammenstehenden schwarzen Grannenhaare gut in Erscheinung. Auch die Blumenoberseite ist gesprenkelt. Die Krallenfarbe wird dunkelhornfarbig gefordert, die Augen sind dunkelbraun. Eine schwache Schattierung, schwache Sprenkelung der Blumenoberseite, Bindenansätze sowie helle Seiten werden je nach Intensität als leichte bzw. schwere Fehler gewertet. Auch wird bei der Farbe der Blumenunterseite bei Farbabweichungen differenziert. Eine weiße Durchsetzung wird je nach Intensität ebenfalls als leichter bzw. schwerer Fehler geahndet. Zweierlei oder pigmentlose Krallen und andere als die geforderte braune Augenfarbe werden als schwerer Fehler bewertet.

Die Zwischenfarbe soll sechs bis acht Millimeter breit und abgegrenzt sowie leuchtend rost- bis rotbraun sein. Eine nicht abgegrenzte, verschwommene oder schwache Zwischenfarbe stellt einen leichten Fehler, eine zu breite oder zu schmale Zwischenfarbe einen schweren Fehler dar. Auch eine fehlende Zwischenfarbe an den schattierten Körperstellen wird als schwerer Fehler laut Standard gesehen.

Die Unterfarbe ist blau und macht etwa die Hälfte der Haarlänge aus. Die blaue Bauchunterfarbe wird nur im Brust- und Schoßbereich gefordert. Eine etwas helle, farblich abweichende oder durchsetzte Unterfarbe wird je nach Intensität als leichter bzw. schwerer Fehler bewertet. Eine fehlende Unterfarbe im Brust- und Schoßbereich ist ein schwerer Fehler, eine am Bauch durchgehende blaue Bauchunterfarbe stellt jedoch keinen Fehler dar.

Im Bereich des ZDRK werden die Deilenaar derzeit auf einem sehr hohem Niveau gezüchtet. In sehr vielen Zuchten gibt es mit geringen Abweichungen kaum züchterische Probleme. Etwas eckige Hinterpartien und leicht lose Fellhaut sind hier und da schon mal ein Negativkriterium bei den Bewertungen. Auch eine leichte Verjüngung tritt hin und wieder auf. Im Fellhaar gibt es in der Regel keine nennenswerten Beanstandungen. Das größte Augenmerk wird auf die Rassekriterien (Positionen 4 bis 6) gelegt, wo es um die Farbanforderungen (Deckfarbe und Schattierung sowie die Zwischen- und Unterfarbe) geht. Hier sind in manchen Zuchtlinien geringe Probleme vorhanden, in den Spitzenzuchten sind die Rassewerte jedoch als Aushängeschild zu sehen.


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Michael Meise

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