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20. November 2018 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Bernd Graf aus Neustadt

ist neuer ZDRK-Präsident

Am 10. Juni 2018 fand in Niefern die Jahreshauptversammlung des ZDRK statt. Nachdem am 23. Juli 2017 unser ZDRK-Präsidenten und 1. Vorsitzenden des Landesverbandes Bayern, Erwin Leowsky plötzlich und unerwartet verstarb, war wohl einer der wichtigsten Tagungspunkte der Versammlung die Wahl eines neuen ZDRK-Präsidenten.

Unter der Leitung einer Wahlkommission, bestehend aus Johann Vrielink, LV Weser-Ems, Peter Hölzer, LV Westfalen und Mike Hennings, LV Sachsen-Anhalt wurde in geheimer Wahl abgestimmt.

Mit großer Mehrheit wurde Bernd Graf, LV-Vorsitzender Rheinland-Pfalz, zum neuen Präsidenten des ZDRK gewählt.

 

 
Der bisherige Kommissarische Präsident Ulrich Hartmann, LV-Vorsitzender Württemberg-Hohenzollern, scheidet aus dem Präsidium aus, da er sich bei den anschließenden Wahlen zum ZDRK-Schriftführer auch nicht mehr für dieses Amt  zur Verfügung stellte. Hier wurde Peter Kalugin, LV-Vorsitzender Mecklenburg-Vorpommern, einstimmig gewählt.
  
Die erste Amtshandlung von Bernd Graf als Präsident des Zentralverbandes Deutscher Rassekaninchenzüchter e.V., war sein ganz persönlicher Dank an Ulrich Hartmann für seine Arbeit als kommissarischer Präsident und Schriftführer des ZDRK. Hierfür gab es für Hartmann Standing Ovations.

 
 
 

Die Kaninchengenetik ist sein Steckenpferd


Unser diesmaliges Züchterportrait führt uns nach Neustadt an der Weinstraße ins schöne Rheinland-Pfalz. Hier lebt Bernd Graf zusammen mit seiner Frau Evi und seiner Tochter Elena. Wie es der Begriff „Weinstraße“ bereits zum Ausdruck bringt, handelt es sich hier um eine Region die fest mit dem Weinanbau verbunden ist. Neustadt und seine neun Weindörfer sind die zweitgrößte Gemeinde Deutschlands, in denen in der wundervollen Kulturlandschaft und intakten Umwelt Weinanbau betrieben wird.

In einem großen Haus mit eigenem Garten lebt hier die Familie Graf bereits seit vielen Jahren. Zu Beginn diesen Jahres durfte Bernd in seinen wohlverdienten Vorruhestand gehen und kann sich nun mit noch mehr Zeit und Liebe seinem Hobby der Rassekaninchenzucht widmen. Nach seinem BWL-Studium an der Universität in Mannheim hat Bernd fast 30 Jahre im Software-Unternehmen SAP gearbeitet und war hier als Softwareberater, Produktentwickler und Geschäftsentwickler tätig.

Versteckte Leidenschaft für das Kaninchen

Zusammen mit einer Schwester und zwei Brüdern wuchs Bernd bei seinen Eltern in Neustadt auf. Sein Vater leitete ein 120-köpfiges Unternehmen, welches im Fahrzeugbau tätig war. Als Kind und Jugendlicher war Bernd viel im Unternehmen seines Vaters und lernte bereits früh, welche Aufgaben und auch welche Verantwortung man als Mensch in einer leitenden Position zu übernehmen hat. Doch woher kommt nun seine Leidenschaft für die Kaninchenzucht? Als Kind besaß Bernd selbst keine Kaninchen, doch der Nachbar hielt einige „Stallhasen“. Die Tiere in den Stallungen direkt nebenan besuchte er häufig und mit 15 Jahren kam dann das Verlangen nach eigenen Tieren. Beim Besuch seiner ersten Kaninchenschau, der Vereinsschau des P 33 Lachen-Speyerdorf, entdeckte er dann die Rasse, die es schließlich sein sollte – das Angorakaninchen weiß RA.

Der LV-Obmann für Angorazucht war in diesem Verein und versorgte ihn mit den notwendigen Ausgangstieren. Mit 16 jungen Jahren begann Bernd so seine Laufbahn als Rassekaninchenzüchter. Was er bis zum damaligen Zeitpunkt jedoch nicht wusste, war, dass er in einer gewissen Art und Weise doch etwas „vorbelastet“ ist im Bezug auf die Kaninchenzucht. Denn sein Opa war bereits um 1930 im dortigen Verein als Kaninchenzüchter Mitglied. Daher war es nur eine Frage der Zeit bzw. der Generation, wann die Flamme für das Hobby Rassekaninchenzucht wieder entfachte.

Ansprechend fand er nicht nur die Schönheit des Angoras, sondern auch ohne die Schlachtung eines Tieres einen wirtschaftlichen Ertrag zu haben – durch die Produktion der Wolle. „Ein Kilogramm Angorawolle der ersten Sorte brachte damals über 200 DM“, erinnert Bernd sich gerne und ergänzte, dass dies zweifellos sein Taschengeld aufbesserte. Gern erinnert sich Bernd auch an seine erste Ausstellung mit den Angorakaninchen. Die Einlieferung zur damaligen Schau fand am Sonntagmorgen statt. Um seine Eltern nicht so früh wecken zu müssen, brachte er seinen Angora mit seinem Mofa zur Ausstellung. Früh morgens startete Bernd mit seinem Mofa, nachdem das Angorakaninchen in der Satteltasche – quasi eine Art Transportbox – am Mofa verstaut war. Gegen 5:30 Uhr traf er dann bei der Ausstellungshalle ein und musste leider noch rund zwei Stunden warten, bis die ersten Vereinsmitglieder eintrafen. Denn Bernd war viel zu früh. Er war schon sehr aufgeregt, konnte in der Nacht kaum schlafen und wollte unbedingt pünktlich zur Einlieferung vor Ort sein. Daher nahm er diese recht lange Wartezeit in Kauf und war mächtig stolz, sein erstes Angorakaninchen (ein Einzeltier) auf einer Jungtierschau präsentieren zu können. Heute fährt er seine Tiere selbstverständlich mit dem Auto zu den Ausstellungen und hat sein Zeitmanagement optimiert.

Kaninchenzucht brachte positive Effekte während der Schulzeit

Bernds besonderer Interessensschwerpunkt liegt in der Erforschung und praktischen Anwendung der Mendelschen Erbgesetze am Kaninchen – damals wie auch heute. Bereits in der 10. Klasse des Gymnasiums referierte er über die Kaninchengenetik und erhielt hierdurch viel Aufmerksamkeit sowie eine sehr gute Beurteilung, sowohl im Deutschunterricht als auch im Biologieunterricht. In der Oberstufe wurde das Referat noch durch eine praktische Anschauung des intermediären Erbganges anhand von Farbenzwergen blaumarderfarbig unterstrichen. „Selbst noch einige Jahre nach meinem Abitur waren Schulklassen bei mir am Kaninchenstall, um sich ein Bild der Mendelschen Erbregeln in der Praxis zu verschaffen“, teilte Bernd mit. Somit kann hier festgehalten werden, dass die Rassekaninchenzucht durchaus auch während der Schulzeit positive Effekte bringen kann und hier und da zur möglichen Aufbesserung von Schulnoten in Form von Referaten oder praktischen Vorführungen führen kann.

Züchterischen Erfahrungen

Mit rund 8 Buchten startete er als Teenager mit der Zucht seiner Angora. Im Jahre 1978 wechselte er die Rasse und konzentrierte sich fortan auf Zwergrassen. Zunächst hielt er Farbenzwerge weißgrannenfarbig schwarz, welche er vom Zuchtfreund Pirmin Braun erhielt. Die Zucht der Zwergwidder thüringerfarbig begann er mit den ersten Tieren vom Zuchtfreund Günter Becker. Im Laufe seiner über 40-jährigen Züchterlaufbahn züchtete er bei den Farbenzwergen die Farbenschläge blaumaderfarbig, wildfarben, schwarz, luxfarbig, siamesenfarbig sowie perlfehfarbig. Die Farbenzwerge perlfehfarbig waren für fast 10 Jahre seine Hauptrasse und er konnte sich über zwei Bundessieger sowie dreimal in Folge über den Deutschen Meister freuen.

Zwergwidder, japanerfarbig

Parallel züchtete er Zwergwidder in verschiedenen Farbenschlägen: siamesenfarbig, thüringerfarbig-weiß, wildfarben-weiß, wildfarben, rhönfarbig sowie als Hauptrasse lange Jahre die Zwergwidder thüringerfarbig. Seit 1993 bis heute beherbergen die Zwergwidder japanerfarbig seine Stallungen. Hier war Bernd maßgeblich an der Herauszüchtung dieser Rasse beteiligt und errang mehrere ZDRK-Medaillen während der Neuzüchtungsphase. Im Rahmen der Herauszüchtung der Zwergwidder japanerfarbig konnte nachgewiesen werden, dass die in der Literatur gebräuchliche Beschreibung des Erbfaktors „bj“ nicht zu den praktischen Erfahrungen passen konnte. Der Japaner-Faktor ist demnach entweder ein völlig eigenständiger, dominanter Erbfaktor oder dominiert zumindest über dem Faktor „B“ und müsste demnach mit „BJ“ bezeichnet werden. Diese Theorie wurde von Bernd im Jahre 1990 im DKZ veröffentlicht und löste viele zustimmende Zuschriften aus. In der Folge wurde diese Aussage von dem anerkannten Fachmann für Kaninchengenetik, Dr. Gerhardt Hochstrasser, untersucht und im Jahre 2000 im DKZ bestätigt. Auch hier wird nochmals deutlich, mit welcher Leidenschaft sich Bernd mit der Vererbungslehre auseinandersetzt.

Bei der Zucht seiner Zwergwidder legt er besonders viel Wert auf die Positionen Köperform, Typ und Bau sowie das Fellhaar. „Mich reizt es von oben die Punkte zu bekommen – optimal nach dem passenden Gewicht mit einer 19,0 in der Körperform und einer 14,0 im Fellhaar. Denn im Bezug auf die Farbe und Zeichnung bei meinen Zwergwiddern japanerfarbig ist ohnehin jeder Wurf eine Überraschung“, schildert Bernd. „Mir ist der Typ wichtig, denn es handelt sich hierbei – wie es der Name „Zwergwidder“ bereits zum Ausdruck bringt – um die Verzwergung eines Widders.“ Dies ist bei einem Farbenzwerg anders. Hier steht die „Farbe“ im Vordergrund und wird auch in zwei separaten Positionen bewertet – nicht wie bei einem Zwergwidder japanerfarbig. „Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Rassen“, betont er. Des Weiteren erwähnt Bernd, dass es bei der Japanerzeichnung wichtig ist, dass bereits von der Wirbelsäule ausgehend die Farbe schwarz vorhanden sein muss, um die gewünschte vollständige nach unten durchgehende Streifenbildung zu erhalten.

Verbesserungspotential bei seinen Zwergwiddern sieht Bernd derzeit in der Position „Fellhaar“. Hier ist doch hin und wieder etwas langes Fellhaar oder eine fehlende Dichte zu beobachten. In den Positionen Körperform, Typ und Bau sowie in der Kopfbildung habe sich die Rasse bereits gut entwickelt und braucht sich nicht zu verstecken.
  
Neben seinen Zwergwiddern beschäftigt sich Bernd seit 2003 mit den Zwergsatin rot. Auch hier war er aktiv an der Herauszüchtung dieser Rasse beteiligt und konnte während der Neuzüchtungsphase viele Auszeichnungen entgegennehmen. Sein Ziel ist es hier, Zwergsatin mit einem hervorragenden Satinglanz zu züchten. Aber auch hier legt er wieder großen Wert auf die Positionen 2 und 3 – denn das „Grundgerüst“ muss passen. Optimierungsbedarf sieht er bei dieser Rasse derzeit in den recht dunklen, fast schwarzen Ohrenrändern. Durch den Satinfaktor wird dies bei dem Farbenschlag rot deutlich verstärkt und muss durch gezieltes Einlenken in die Zucht verdrängt werden. Während wir über die Zwergsatin sprachen, erwähnte Bernd, dass wir weitaus mehr Züchter dieser Rasse im ZDRK hätten, wenn diese Rasse in den Hermelin und Farbenzwergclubs organisiert wäre. Da es sich bei dieser Rasse aber eindeutig um eine Haarstrukturrasse handelt, ist die Zuordnung in die Klasse „Haarstrukturrassen“ erforderlich und korrekt .

Auf die Frage, welche Rassen ihm noch gefallen, antwortete er eindeutig: „Es gibt keine Rasse die mir nicht gefällt.“ Einen gewissen Reiz haben für ihn jedoch die exotischen Farbenschläge der Zwergrassen – sprich die man eher selten auf Ausstellungen antrifft. Des Weiteren gefallen ihm die Löwenköpfchen auch sehr gut.

Wir kamen auch noch kurz auf das Thema Schlachten und Verzehren von Kaninchen zu sprechen. Bernd brachte hier zum Ausdruck, er esse gerne „Kaninchen italienisch“. Bei seinen Zwergwidder japanerfarbig fallen natürlich fehlfarbende Tiere, die er für rund 20 Euro an Halter abgibt. Mit diesem Geld geht er dann zusammen mit seiner Familie beim Italiener essen – eine humorvolle Interpretation zum Ausdruck „Kaninchen italienisch“.      

Die Zucht seiner Zwergwidder und Zwergsatin

Bernds gut belüftete Stallanlage mit einem großen Fenster in Richtung der Weinberge findet in seiner Garage, direkt im Haus Platz. „Frische Luft ist mir sehr wichtig“, betont er. Um eine optimale Stallhygiene zu gewährleisten, verwendet er des Weiteren ein Zusatzeinstreu namens Klinofix zur Verminderung von Ammoniakgeruch und Fliegenbefall, zusätzlich neben Hanf und Stroh als Einstreu. Bernd ist hier in der glücklichen Situation, dass seine Frau Evi dieses Klinofix-Einstreu direkt vertreibt und das Produkt sozusagen permanent die Qualität in seiner Stallanlage unter Beweis stellen muss.
Als Baumaterial für seine 48 Kaninchenställe verwendete Bernd wasserfeste Siebdruckplatten und eine besondere Konstruktion der Türen. Denn diese bestehen aus einem verzinkten Eisenbogen und haben keinen Holzrahmen. Dies war ihm sehr wichtig, um seinen Tieren möglichst helle Buchten anbieten zu können. Die Futternäpfe und Tränken sind von außen an den Türen angebracht, sodass diese durch nichts in der Bucht verunreinigt werden können.

In die Zucht startet Bernd bei seinen Zwergwiddern japanerfarbig mit rund 10 Häsinnen und zwei bis drei Rammlern. Dies ist notwendig, betont Bernd, da, wie einleitend bereits genannt, die Farbe und die Zeichnung ein reines Zufallsprodukt sind. Er erinnert sich gerne an eine Verpaarung zweier Zwergwidder, die in Bezug auf Farbe und Zeichnung keine Ausstellungskandidaten gewesen wären, aber beim ersten Wurf wundervolle Jungtiere hervorbrachten. Mit dem Versuch diesen Glückstreffer nochmals zu wiederholen scheiterte er aber – denn im zweiten Wurf war nicht ein Aussteller dabei. Da bei diesem Farbenschlag nicht selten fehlfarbende Jungtiere fallen, ist es Bernd wichtig, die verantwortungsvolle Abgabe solcher Tiere zu gewährleisten. Das heißt, solche Tiere werden nach eingehender Beratung in die Hände liebevoller Halter im Regelfall paarweise abgegeben.

Mit zwei Rammlern und fünf Häsinnen startet er mit seinen Zwergsatin rot in die alljährliche Zuchtsaison und kann auch hier eine gute Selektion der Jungtiere durchführen, da sie bei Haltern sehr beliebt sind. Nicht selten werden Sie wegen des schönen rotbraunen Farbtons von Kindern gerne mit Eichhörnchen verglichen.

Der Impfschutz seiner Tiere ist Bernd elementar wichtig. Daher ist auch sein gesamter Bestand geimpft gegen RHDV-1 und RHDV-2. In diesem Zusammenhang hat sich Bernd als Landesvorsitzender auch im letzten und in diesem Jahr intensiv mit dem zuständigen Ministerium und niedergelassenen Tierärzten erfolgreich um eine Impfmöglichkeit für Kaninchen aller organisierten Züchter in Rheinland-Pfalz eingesetzt.  Sofern es die Lage in der näheren Umgebung erfordert, wird auch gegen Myxomatose geimpft. 

Heu aus dem Schwarzwald

Bei der Fütterung seiner Zwerge legt Bernd viel Wert auf nicht zu energiereiches Futter. Als Basisfutter füttert er seinen Tieren spezielle Pellets für Zwerge. Während der Absetzphase erhalten seine Jungtiere ein Strukturmüsli, welches bei ihm einen möglichen Jungtierverlust fast gegen Null laufen lässt. Durchgängig haben seine Tiere Zugang zu frischem und qualitativ hochwertigem Heu. Hier scheut er keine Kosten und Mühen und nimmt zur Beschaffung viele Kilometer auf sich, um bei einem Landwirt im Schwarzwald ein Heu mit vielen Kräutern für den gesamten Verein zu erwerben. Leider ist dieses Jahr die Heuernte wohl etwas gering ausgefallen und die Beschaffung wird zunehmend schwieriger. Als Leckerli füttert er die sogenannten Bricks.

Bei Verdauungsschwierigkeiten schwört Bernd neben Haselnusszweigen oder Obstbaumzweigen auf einen Geheimtipp: frisches Oregano aus dem eigenen Garten. Bei der Verweigerung der Aufnahme von Pellets bekäme er in den meisten Fällen die Fressunlust durch das kräuterhaltige Heu aus dem Schwarzwald wieder in den Griff. Sollte selbst dies nicht greifen, wird zusätzlich Oregano aus dem eigenen Garten gegeben, das seiner Erfahrung nach verdauungsfördernd und appetitanregend wirkt.

Auf Ausstellungen präsent

Bernd ist selbstverständlich auch auf vielen Ausstellungen als Aussteller und – sofern es die Zeit hergibt – auch als Besucher zugegen. „Momentan nehmen die Arbeiten rund um den neuen Standard viel Zeit in Anspruch. Es ist in gewisser Weise eine Art Halbtagsjob, den ich aktuell zur Recherche und Ausarbeitung des Standards benötige.“

Dennoch ist er auf den Vereinsschauen, Kreisverbandsschauen, Landesverbandsschauen sowie Bundes- und Bundesrammlerschauen und gelegentlich auch auf Europaschauen als Aussteller dabei. Zuletzt war er auf der Europaschau in Metz (FR) als Kontaktmann des ZDRK für rund 6.000 Tiere verantwortlich und als Ansprechpartner vor Ort.  

Viel als Preisrichter unterwegs

Im Alter von 30 Jahren trat Bernd der Preisrichtervereinigung Rheinland-Pfalz bei und legte 1994 seine Prüfung zum Preisrichter mit „sehr gut“ ab. Besonderen Wert bei den Bewertungen legt er darauf, auf positive Merkmale auch bei der Alttierbewertung mit Kommentaren einzugehen. Darüber hinaus freut er sich, wenn der Aussteller/die Ausstellerin während der Bewertung anwesend ist, um über seine Einschätzung zur Qualität der Tiere sprechen zu können – sofern es die Zeit zulässt. Dies ist insbesondere bei Fehlersituationen zuchtlenkend hilfreich.

Häufig wird Bernd aufgrund seiner Ämter in den letzten Jahren immer öfter als Obmann eingesetzt, freut sich aber auch die direkte Bewertung am Tier auf beispielsweise einer Lokalschau durchführen zu können. Pro Jahr liegt er im Durchschnitt bei rund 20 Bewertungen.

Konzentration auf´s Wesentliche

Bernd ist es wichtig, den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren – und dies betrifft auch die Anzahl an auszuführenden Ämtern.

Im Jahre 1983 Jahre gründete er den KZV P 149 Neustadt e.V. und ist seit Gründung bis zum heutigem Tag 1. Vorsitzender.

Seit 1991 bekleidete der das Amt des Kreisverbandsvorsitzenden des KV Mittelhaardt e.V. Dieses Amt legte er 2015 nieder, da er im gleichen Jahr zum Redaktionsleiter der ZDRK-Standard-Fachkommission gewählt wurde (Mitglied seit 2007) und gleichzeitig eine Nachfolgerin für den KV-Vorsitz gefunden werden konnte.



2011 wurde Bernd zum 1. Vorsitzenden des LV Rheinland-Pfalz gewählt und gab somit das zuvor ausgeführte Amt des 2. Vorsitzenden ab.
Des Weiteren ist er seit mehreren Jahren Mitglied im Hermelin und Farbenzwerg-Club Rheinland-Pfalz – ‘100% de geilschde Club‘ – sowie im Satin-Club und Widder-Club Rheinland-Pfalz.

Ehrungen

Zu den Ehrungen teilt Bernd mit, dass er sich persönlich nicht viel aus Ehrungen mache und sich aber immer für andere sehr freue, wenn er Ehrungen durchführen kann. Dennoch ist er stolz darauf, bereits zum Meister im ZDRK sowie zum Ehrenvorsitzenden des Kreisverbandes Mittelhaardt e.V. ernannt worden zu sein. Weitere Ehrungen wie zum Beispiel die Silberne und Goldene Ehrennadel im LV Rheinland-Pfalz wurden ihm ebenfalls zuteil.

Zuchtfreundschaften

Bernd hat zu vielen Mitgliedern in unserem Verband eine sehr enge Verbindung und immer ein offenes Ohr. Mit Erwin Leowsky hat er einen sehr guten Freund verloren, welches ihm nach wie vor sehr nahe geht.

Der LV-Vorstand und all seine Mitglieder arbeiten super zusammen und es gilt das Motto: „WIR sind der Landesverband.“ Es gäbe keinen Chef, sondern man arbeite als Team eng und zielführend zusammen. Ebenfalls eng verbunden ist Bernd mit vielen Züchtern auf Vereins- und Kreisverbandsebene, sowie mit allen Preisrichterkollegen. Besonders gut befreundet ist er mit Walter Hornung – und dies bereits seit vielen Jahren.

„Sein besonnenes Nachdenken über die Kaninchenzucht war für mich immer sehr lehrreich und hilft mir noch heute bei Entscheidungen in der Standard-Fachkommission des ZDRK. Auch heute steht mir Walter als wichtiger Berater auf Anfrage zur Seite.“ Ein großes Vorbild ist Bernd sein Vor-Vorgänger sowohl als Landesvorsitzender als auch als Geschäftsführer der Standard-Fachkommission im ZDRK, Arno Dietrich, der sein äußerst wertvolles Wissen und seine reichhaltigen Erfahrungen auch heute noch in vielen gemeinsamen Sitzungen im Landesverband einbringt.  Bernd ist es wichtig, in ständigem konstruktiven Austausch unser schönes Hobby, die Kaninchenzucht, weiter voran zu bringen.

Jugend- und Clubarbeit sind elementar für unsere Zukunft

Wir gingen auf die Themen Jugend- und Clubarbeit ein. Bernd brachte zum Ausdruck, dass es bei der Jugendarbeit sehr wichtig sei, es den Jugendlichen während ihrer Zeit in der Jugendgruppe so schön und interessant wie nur möglich zu machen. Denn, es ist während der Zeit rund um die Ausbildung, Familiengründung und einem eventuellen Hausbau nicht für jedermann möglich, das Hobby Rassekaninchenzucht weiter auszuüben. Doch nach dieser Zeit erinnert sich dann der damals Jugendliche gerne an die Zeit im Rassekaninchenzuchtverein zurück und kommt hoffentlich mit Begeisterung und Interesse wieder. Zum Generationswechsel in den Vereinen gehört dann natürlich auch, den Jüngeren mehr Verantwortung zu übertragen und sie helfend zu unterstützen. Junge Züchterinnen und Züchter bringen nicht selten Fähigkeit mit, mit denen wir in der modernen Gesellschaft Schritt halten können, wenn wir sie richtig einsetzen. 

„Die Clubs im ZDRK sind eines der wichtigsten Organe unseres Verbandes“, betont Bernd. „Hier wird fachliche Kaninchenzucht betrieben.“ Dies wird aktuell durch seine enge Zusammenarbeit mit den Clubs bezüglich des neuen Standards auch bestätigt. Er konnte wie erwartet feststellen, dass sehr intensiv in diesem Organ gearbeitet wird. Dies sei elementar wichtig für unsere Zukunft.

Verbindung zwischen Beruf und Berufung im Hobby

Auf die Frage, welche Verbindung sein Beruf zu unserem Hobby hat, musste Bernd nicht lange überlegen und hatte eine aussagekräftige Antwort parat. „Es ist der Gegensatz und die Gleichheit in Einem. Der Gegensatz ist ganz klar darin erkennbar, dass ich es in meinem Beruf mit einem Softwareprodukt zu tun hatte und es sich bei meinem Hobby um ein Lebewesen handelt. Doch die Gleichheit besteht darin, auch in unserem Hobby zuhören zu können, Anforderungen aufzunehmen, diese umzusetzen und Lösungen nach außen hin transparent zu machen – so wie es aktuell bei den Arbeiten rund um den neuen Standard der Fall ist. Wir entwickeln uns als Marke „Rassekaninchenzucht Deutschland“, und dies ist nichts anderes als Geschäftsentwicklung (englisch: Business Development).“ Es ist somit erkennbar, dass durchaus Parallelen zwischen dem Beruf und unserem Hobby da sind. So bringt Bernd, wie viele andere Züchter, seine   beruflichen Fähigkeiten gerne sinnvoll in die Rassekaninchenzucht mit ein.

Tanzen ist eine weitere Leidenschaft

Seine Familie toleriert sein Hobby und unterstützt ihn zu jeder Zeit. Hierfür ist er sehr dankbar – speziell seiner Frau und seiner Tochter. Immer dann, wenn Bernd nicht Zuhause ist, versorgt seine Tochter seine Tiere sowie ihre eigenen – die Zwergwidder siamesenfarbig. Jede Woche geht Bernd jedoch einer weiteren Leidenschaft zusammen mit seiner Frau nach – dem Tanzen. Dieser Termin wird auch an noch so stressigen Tagen nicht abgesagt und Bernd und Evi lassen, nachdem sie das Tanzbein geschwungen haben, bei einem gemütlichen Essen und einem Glas Wein im Restaurant ihres Vertrauens mit Freunden den schönen Abend ausklingen.

Die Zukunft im Blick

Unser Hobby Rassekaninchenzucht muss mit viel Freude und Spaß gelebt werden und nach außen getragen bzw. mitgeteilt werden. Daher macht es wenig Sinn permanent nur seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen und alles reflexartig für schlecht zu erklären. In einen solchen Verein, in dem nur noch gejammert wird, wird wohl kaum jemand eine neue Mitgliedschaft anstreben. Konstruktive Kritik ist dabei notwendig und erwünscht, um gute Vorschläge einzubringen und somit das Potential auf Verbesserung auszuschöpfen. Konstruktive Kritik heißt aber auch, realistische Vorschläge mitgeben, wie etwas besser zu machen ist und die Bereitschaft zu zeigen, sich dafür einzusetzen. Somit entsteht Zufriedenheit mit unserem Hobby und die positive Grundeinstellung, die wir zeigen müssen um Neumitglieder zu gewinnen.

„Die Zukunft im Blick“ – so lautet Bernds Motto. Stets am Ball bleiben und aufkommende Probleme eher als Herausforderungen zu sehen, die es zu meistern gilt. Dies treibt Bernd an. Da wundert es auch nicht, dass das Motto seines Ortsvereins, dem KZV P149 Neustadt e.V. lautet: „Immer eine Hasenlänge voraus“.

Bernd setzt sich sehr intensiv für unser Hobby ein – speziell in der Standard-Fachkommission im ZDRK. Ihm gilt für seinen zielbewussten Einsatz ein großer Dank. Wir wünschen dir, deiner Frau und deiner Tochter weiterhin viel Gesundheit und nach wie vor viel Freude und Erfolg in der Rassekaninchenzucht.


Ralf Adams

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