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25. Mai 2017 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

RHDV-2 - Deutsche Zulassung von „Filavac VHD K C+V“

Das Team von kleintiernews hat sich anlässlich des schweren Ausbruchs der aggressiven Variante der RHD zur Aufgabe gemacht, die Züchterschaft innerhalb des Zentralverbandes Deutscher Rassekaninchenzüchter e.V. umfangreich rund um das sensible Thema „RHDV-2“ aufzuklären und selbstverständlich stets auf dem aktuellsten Stand halten. So gaben wir im August 2016 insgesamt 40.000 Sonderbroschüren mit allen wichtigen Fakten rund um RHDV-2 in die deutschlandweite Verteilung.

Der Ausbruch dieser Viruserkrankung hat unendlich vielen Kaninchen das Leben gekostet und es trugen sich tragische Bilder in den Anlagen vieler Züchter zu. So musste händeringend eine Möglichkeit zum Schutz unserer geliebten Rassekaninchen gefunden werden, denn bis zu dem Zeitpunkt gab es in Deutschland keinen Impfstoff, der RHDV-2 Impfantigen enthielt. 

Gemäß § 11 Absatz 6 Nr. 2 TierGesG  bestand jedoch die Möglichkeit, Impfstoffe, die RHDV-2 Impfantigen enthielten und im Ausland für die entsprechende Indikation zugelassen waren, per Ausnahmegenehmigung anzuwenden. Dies musste vom behandelnden Tierarzt bei der jeweils zuständigen obersten Landesbehörde entsprechend beantragt werden. Dieser Weg ist jedoch ab sofort nicht mehr von Nöten.

MR-Verfahren positiv entschieden

Damit der Impfstoff der Firma Filavie die nationale (deutsche) Zulassung erhalten kann, wurde das Verfahren zur gegenseitigen Anerkennung (MR-Verfahren) gewählt. Voraussetzung hierfür ist, dass für den Impfstoff bereits eine gültige Zulassung in einem anderen Mitgliedstaat (hier Frankreich) vorliegt. Im Rahmen dieses MR-Verfahrens prüft das Paul-Ehrlich-Institut im ersten Schritt die vorliegenden Bewertungsberichte zur Qualität, die Unbedenklichkeit sowie die Umweltverträglichkeit und Wirksamkeit des Tierarzneimittels um eine nationale Zulassung nach dem Tiergesundheitsgesetz (TierGesG) und der Tierimpfstoff-Verordnung erteilen zu können. Bereits am 27. Januar 2017 wurde über die Qualität und Wirksamkeit des Impfstoffes positiv entschieden, so Gilbert Magant von der Firma Filavie aus Frankreich.
 
Im zweiten Schritt erfolgt die Überprüfung der Texte für die deutsche Verpackung, da immunologische Tierarzneimittel, die in Deutschland vermarktet werden sollen, gemäß § 35 und § 36 Tierimpfstoff-Verordnung in deutscher Sprache zu kennzeichnen sind. Ferner ist jedem dieser Mittel eine Packungsbeilage (Gebrauchsinformation) beizufügen. Dr. Luc Goossens, Betriebsleiter der Firma Ecuphar, erklärte, dass bereits die Registrierungsnummer vom Paul-Ehrlich-Institut erteilt und Texte für die deutsche Verpackung überarbeitet wurden.

  
Dr. Luc Goossens, Betriebsleiter der Firma Ecuphar, teilte uns mit, dass der Impfstoff Filavac VHD K C+V formal in Deutschland zugelassen wurde. Die Firma Ecuphar kann somit den Impfstoff für den Deutschen Mark einführen und mit den abgestimmten Verpackungen zur Chargenprüfung dem PEI vorgelegt werden.

In Deutschland wird der Filavac VHD K C+V Impfstoff durch das pharmazeutische Unternehmen Ecuphar GmbH aus Greifswald vertrieben werden. Der Impfstoff wird selbstverständlich nur an tierärztliche Praxen und Kliniken ausgeliefert u
nd wird voraussichtlich Ende April verfügbar sein.  
 

Schutz vor RHDV-1 und RHDV-2

Bei dem Filavac VHD K C+V handelt es sich um einen Impfstoff, der gegen beide Varianten der RHD schützt. Der französische Impfmittelhersteller Filavie empfiehlt in Gebieten mit hohem Infektionsdruck, die Jungtiere bereits im Alter von 4 Wochen erstmalig zu impfen und ab der 10. Lebenswoche eine Wiederholungsimpfung durchzuführen. In Gebieten oder Beständen, wo kein hoher Infektionsdruck herrscht, genügt die einmalige Impfung im Alter von 10 Wochen. Die Dauer der Immunität beträgt 12 Monate. Jedoch sollte bei hohem Infektionsdruck das Impfintervall auf ein halbes Jahr verkürzt werden.



Laut Information von Filavie erfolgt bei der Herstellung eine ständige Qualitätskontrolle über die Reinheit des Impfstoffes und somit ist ein hoher europäischer Qualitätsstandard garantiert.

Wir empfehlen auf diesem Wege allen Züchterinnen und Züchtern ihre Tiere so früh wie möglich zu impfen, um einem erneuten Ausbruch im Zuchtjahr 2017 vorzubeugen.

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