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5. Dezember 2020 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Abgesagt: 34. Bayernschau 2020

Verehrte Züchter und Mitglieder,
liebe Freunde unseres Verbandes,

das Jahr 2020 ist ein außergewöhnliches Jahr. Die Corona-Pandemie hat uns seit März im Griff und ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Unser Ministerpräsident und Schirrherr, Herr Dr. Markus Söder eröffnete seine Ansprache am 10. August 2020 mit den Worten “…Corona ist da, Corona bleibt da und Corona wird wieder deutlich stärker werden...“. Ferner „... kann er sich derzeit eine Veranstaltung mit 13.000 Besuchern nicht vorstellen...“. Die Konferenz der Gesundheitsminister lehnten am 10.08.2020 das Hygienekonzept der DFL ab, sodass die Bundesligaspiele vorerst ohne Zuschauer bleiben.

Anstatt nach Rücknahme der Vorgaben (Abstandsgebot, Maskenpflicht, Verbot von Großveranstaltungen, Zugangsbeschränkungen, etc.) zu demonstrieren, sollten wir uns besinnen und versuchen die Bedrohung gemeinsam zu meistern. Letztendlich geht es darum, unsere Mitmenschen und sich selbst zu schützen. Nur gemeinsam, mit Rücksicht auf und Respekt für den Anderen haben wir eine Chance weiterhin so gut durch die weltweite Pandemie zu kommen.

Die Ausstellungsleitung der 34. Bayernschau 2020 hat sich mit dem Thema beschäftigt und eine Risikoeinschätzung durchgeführt.

Unsere Landesverbandsschau zählt aufgrund der Besucheranzahlen zu den Großveranstaltungen. Hier gibt es noch ein Veranstaltungsverbot bis 31. Oktober 2020. Die Erfahrung aus den vergangenen Wochen zeigt, dass dieses „bis-Datum“ keine Aussagekraft hat. Mit einer Verlängerung ist aufgrund der momentanen Situation zu rechnen.

Mit Auflagen wie Abstandswahrung (1,5 m zum Nächsten), namentliche Erfassung der Besucher mit Uhrzeit und Kontaktdaten oder gar eine Zugangsbeschränkung mit 1 Person je 10 qm Ausstellungsfläche werden wir rechnen müssen.

Wir haben regelmäßig, neben unseren Züchtern aus Bayern, Besucher aus ganz Deutschland und dem Ausland. Ist es verantwortungsvoll, alle diese Menschen der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen? Unsere Züchter sind das Wertvollste, das wir haben und müssen geschützt werden.
 
Was könnten bzw. müssten wir tun, um die Landesverbandsschau gem. den zu erwartenden Vorgaben durchzuführen? Grundvoraussetzung ist die Genehmigung der Großveranstaltung!
 

  • Wir geben jedem Züchter feste Einlieferungs- und Ausstellungszeiten vor.
  • Wir beschränken die Tierzahlen, um genügend Abstand zwischen den   Gehegen zu erhalten
  • Wir lassen nur die entsprechend zugelassene Anzahl von Besuchern in die Halle.
  • Wir registrieren das Kommen und Gehen alle Besucher mit Namen und Kontaktdaten.
  • Wir verzichten auf die Bewirtung unserer Gäste.
  • Unsere Mitarbeiter leben damit, keine Kontrolle über eine evtl. Infektion zu haben.
  • Der Auf- und Abbau der Gehege kann nur in kleinen, getrennten Teams durchgeführt werden.


Ist das eine Landesverbandsschau, wie wir sie uns vorstellen?
Wollen wir eine derartige Belastung für Aussteller, Mitarbeiter und Gäste?
 

  1. Es ist praktisch nicht möglich, dem Aussteller Einlieferungs- und Ausstallungszeiten (z.B. 11.30 bis 12.00 Uhr) fest vorzugeben; u.a. sprechen Arbeitszeiten, Sammeltransporte, etc. dagegen.
  2. Bei einer reduzierten Tieranzahl verliert die Schau an Attraktivität und Zuspruch. Ggfs. muss eine Tierzahlbegrenzung definiert werden.
  3. Beim Einlass von gleichzeitig max. 500 Personen ist es unverantwortlich, die wartenden Gäste vor den Hallen in der Kälte stehen zu lassen. Wir können nicht mal sagen, ob und wann sie in die Hallen dürfen. Für eine entsprechende Abstandshaltung außerhalb der Hallen sind ebenfalls wir verantwortlich.
  4. Wie werden sich die wartenden Besucher verhalten?
  5. Die Logistik, jeden Gast zu registrieren ist nur mit sehr hohem Aufwand umsetzbar.
  6. Viele unserer Gäste sind sehr lange unterwegs und benötigen eine Versorgung mit Getränken und Speisen. Nicht zuletzt ist dies auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor unserer Schau.
  7. Viele Freunde, die zum Stammpersonal zählen und auf die wir angewiesen sind, haben schon signalisiert, dass sie dieses Jahr aufgrund des Risikos nicht zur Verfügung stehen werden.
  8. Personal für den Auf- und Abbau zu finden ist jetzt schon sehr mühsam. Aufgrund der Vorgaben müssen diese auch zeitversetzt arbeiten, was einen kontrollierten und zügigen Abbau wesentlich erschwert.


Wir haben uns mit den zuständigen Behörden und dem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten abgestimmt und um eine Einschätzung zur Durchführung unsere Landesverbandsschau gebeten. Die Antworten fielen eindeutig aus.

Können wir von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die seit Jahren, sogar Jahrzehnten dabei sind, verlangen, eine Woche das Risiko einzugehen, sich durch ihre Hilfsbereitschaft im Ehrenamt einer Infektion auszusetzen? Sehr viele davon zählen zur gefährdeten Personengruppe.

Nach Bewertung aller Fakten durch die komplette Ausstellungsleitung und auch zum Schutz und zur Planungssicherheit unserer Züchter mussten wir bereits jetzt eine Entscheidung treffen. Schweren Herzens und aber mit einem positiven Blick in die Zukunft geben wir bekannt:

Die 34. Bayernschau wird auf das Jahr 2022 verschoben!
Im Jahr 2020 findet keine Landesverbandsschau in Bayern statt!

Wir hoffen, Ihr könnt unsere Entscheidung nachvollziehen. Die Durchführung der 34. Bayernschau wäre aufgrund der derzeitigen Fakten unverantwortlich. Es geht um die Gesundheit unserer Züchter, Freunde und Gäste. Sie sind das wertvollste was wir haben und müssen uneingeschränkt geschützt werden.

Wir verbleiben in züchterischer Verbundenheit
mit der Bitte, bleibt gesund

 

Eure Landesverbandsvorstandschaft
im Namen der kompletten Ausstellungsleitung
Bernd Polster
Josef Bründl
Rudolf Wagner
Gerald Fröse

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