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23. März 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

80 Jahre RKZV S799 Dölzig und Umgebung 2017

Der Kaninchenzuchtverein S799 Dölzig e.V. hat seinen Sitz in Schkeuditz (OT Dölzig) und ist Mitglied im Kreisverband des Rassekaninchenzüchter Leipzig e.V., gehört zum Landesverband sächsischer Rassekaninchenzüchter e.V. und feierte gebührend sein 80. Jubiläum.



Wir danken der Zuchtfreundin und Vorsitzenden des Vereins Iris Werner für diese wunderschöne Ansprache und diesen wunderbar geplanten sehr schönen Abend.

Es wurden die bronzene Ehrennadel sowie die silberne Ehrenadel an die Zuchtfreunde vergeben.

Wie hat mal alles angefangen?

Im Frühjahr 1936 gründeten die Dölziger Frank Schiffmann, Walter Jäger, Hugo Siebeck, Reinhold Rahn, Arno Fuchs, Richard Lehne und Richard Walter den Kaninchenzuchtverein S799 Dölzig. Sie wählten Richard Rahn zum Vorsitzenden, Arno Fuchs zum Kassierer und Richard Lehne zum Schriftführer. Während des zweiten Weltkrieges wurde Richard Walter Vorsitzender des Vereins.

Durch die Auswirkungen des Krieges kam die Arbeit des Vereins fast völlig zum Erliegen, aber nicht der Idealismus die Arbeit nach dem Krieg fortzusetzen. Die ersten Anfänge gab es schon 1946 durch mehrere Zuchtfreunde. Am 4. Dezember 1947 fand die erste Versammlung statt. Im Protokoll ist folgendes zu lesen:

Der Zuchtfreund Walter eröffnete 20 Uhr die Versammlung mit folgender Tagesordnung:

1. Rückblick auf die Zuchtarbeit der Nachkriegsjahre

2. Neuwahl des Gesamtvorstandes

3. Verschiedenes

Die Versammlung wählte Ernst Mehlgarten zum neuen Vorsitzenden. Der monatliche Beitrag pro Mitglied betrug 0,20 Reichsmark. Versammlungstermin war Freitag nach jedem 1. des Monats. Die Versammlung wurde von 17 Mitgliedern besucht.

Der Neubeginn war schwer, die Züchter und der Verein hatten nur geringe finanzielle Mittel. Im Protokoll vom 2 Juli 1948 ist zu lesen: „Der Kassenbestand nach der Währungsreform beträgt 5 Mark.“ Es ging aber trotzdem schnell voran. 1948 wurden 413 Rassekaninchen in 10 verschiedenen Rassen ins Zuchtbuch eingetragen, auch die Mitgliederzahl erhöhte sich. 1949 betrug sie 60 Züchter. Innerhalb der nächsten Jahre verringerte sie sich wieder auf durchschnittlich 40 Mitglieder. Heute sind es 34 Vereinsmitglieder aus Dölzig und den umliegenden Städten und Gemeinden.

Im Verein gab es von Anfang an nur reinrassige Tiere. Dies war ein guter Start für große züchterische Erfolge. Es war keine Seltenheit das Kaninchen von Zuchtfreunden des Vereins S799 Dölzig auf DDR- Sieger-und Bundesschauen Staatsehrenpreise und Siegertitel errangen. Staatsehrenpreise erhielten die Zuchtfreunde Erich Dietze, Hugo Kündiger und Gerhard Wohlers und Siegertitel die Zuchtfreunde Harry Künzel, Gerhard Wohlers, Bernd Pinkert und die Zuchtgemeinschaft Eberhardt. Der Zuchtfreund Gerhard Wohlers war Meister der Rassekaninchenzucht der DDR und die Zuchtfreunde Rolf Bormann, Dirk Kühne, Thea Kühne, Monika Antrack und Lothar Eberhardt gehören Clubs an.

Grundlage für diese Erfolge war und ist die gute züchterische Arbeit aller Zuchtfreunde des Vereins, die jährlich ihren Höhepunkt bei der Durchführung der Ausstellung fand.

Die erste Tischbewertung fand im November 1948 statt und eine weitere im November 1949. Am 8. Januar 1950 folgte die erste Lokalschau. Von da an fanden die Schauen mit wenigen Ausnahmen jährlich statt. Höhepunkte waren außer den Wettbewerbsschauen 4 Jungtierschauen und 5 Kreisschauen.

Seit 1978 können die Schauen mit eigenen Ausstellungskäfigen durchgeführt werden.

Ein besonderer Anreiz für alle Zuchtfreunde war und ist der Vereinswettbewerb, der seit 1952 durchgeführt wird. Begonnen hat es damit dass der Zuchtfreund mit den besten 5 Einzeltieren Sieger wurde. Später wurde Sieger wer die beste Geschwistersammlung bestehend aus 3 bzw. 4 Tieren hatte.

Zur Gründung 1936 regierten die Nationalsozialisten und es mussten „Wirtschaftsrassen“ gezüchtet werden. Der Krieg und die Nachkriegszeithinterließen ihre Spuren. 40 Jahre DDR prägten den Verein mit vielen schönen Höhepunkten. Es gab einen neuen Rassestandard und das Vereinskennzeichen wurde von S799 in L83 geändert. In der DDR gab es keine Vereine, sondern Sparten.

Mit der Wende 1989 gab es wieder einen Neubeginn. Der Verein musste sich ins Vereinsregister eintragen lassen und bekam sein altes Vereinskennzeichen S799 zurück. Die Gemeinnützigkeit musste beantragt werden und die Vereinskasse wurde halbiert. Dies war alles mit viel Bürokratie verbunden.

Seit 1990 gibt es die Vereinsfreundschaft mit den Kaninchenzüchtern des Vereins K129 aus Obervorschütz, einem Ortsteil der Stadt Gudensberg, in Hessen. Bei gemeinsamen Ausflügen kamen sich die Vereine näher und diese Freundschaft hält nun schon 25 Jahre. Dafür bedankt sich die S799 recht herzlich beim Vereinsvorsitzenden der K129 Roland Krippner und hofft auf ein noch recht langes Bestehen dieser tollen Freundschaft und darauf das noch viele gemeinsame Feste gefeiert werden können.

Was machte diesen Verein zu dieser Gemeinschaft deren 80 jähriges Jubiläum wir heute feiern können?

Die S799 Dölzig hatte Glück immer einen sehr gut arbeitenden Gesamtvorstand zu haben. Vorsitzende waren die Zuchtfreunde Richard Rahn 1936, Richard Walter bis 1947, Ernst Mehlgarten bis 1961, Waldemar Siebeck bis 1974, Harry Künzel bis 2010 und Iris Werner amtierend.

Ein großes Fest und einen besonderen Höhepunkt gab es 2001, mit der Weihe der repräsentativen Vereinsfahne zum 65-jährigen Vereinsjubiläum.

Der Kreisverband Leipzig gratuliert an dieser Stelle noch einmal recht herzlich und wünscht den Vereinsmitgliedern der S799 Dölzig alles erdenklich Gute und hofft auf ein niemals endendes Bestehen dieses wundervollen Vereins.

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