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19. Oktober 2017 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

75 Jahre Rassekaninchenherdbuchzucht Westfalen

Das Herdbuch ist eine vom Zuchtverband geordnet, geführte, beglaubigte Zusammenstellung von Abstammungsnachweisen von Zuchttieren, Stämmen oder Tierfamilien. Die Herdbuchzucht hat ein Interesse möglichst viel zu dokumentieren und möglichst qualitativ hoch und vor allem gleichwertige Nachkommen zu züchten.
 
Der Vorstand des Westfälischen Herdbuch: v. links vorne Friedhelm Luhmann, 2 Vors. Peter Siebert; Beisitzer  Mitte Janina Fleige Kasse    1. Vors. Michael Halbe   hinten  Zuchtbuchführer Michael Schütz und Schrift.  Martin Seuthe am 01.04.2017 auf der JHV in Dortmund- Scharnhorst, Zur alten Eiche. Es fehlt der Körrichter Gerd Kuhnert gesundheitsbedingt.

In der Großviehzucht (Rinder und Pferde) wurde schon sehr früh unter dem Namen Herdbuch eine Elitezucht aufgebaut. Der Name Herdbuch war der Begriff für die Schönheit und Leistung dieser Tiere,  was dann auch in der Rassekaninchen Zucht 1942 eingeführt wurde. In der Rassekaninchen Zucht konzentrierte man sich jedoch auf die sogenannte Stammzucht. Ein markanter Vater der dem Standarderscheinungsbild möglichst nahe kommt, belegt möglichst viele Häsinnen die seinem Erscheinungsbild in sehr großer Zahl entsprechen. Insofern ist in der Herdbuchzucht ein ausgeglichener Wurf immer einem von 93,0 bis 97,0 Pkt. Wurf vorzuziehen. Es gibt bereits Zuchtbücher aus dem 2. Jahrtausend v. Chr.

In  Deutschland seit 1838 das Rinderzuchtbuch und seit 1842 das Pferdezuchtbuch, und ein Rassekaninchenzuchtbuch seit 1942 in Westfalen. Bereits ab 1928 wurden in Westfalen Kaninchen gekört, insbesondere Rammler.  Heute führen z.B. auch verschiedene Zoos Zuchtbücher über aussterbende oder bedrohte Tierarten. Das Führen von Zuchtbüchern ist in der heutigen Zeit mehr als wichtig geworden, auch wir Rassekaninchenherdbuchzüchter sind inzwischen dazu übergegangen unsere Daten in einer Cloud in Zusammenarbeit mit der Fa. Breedersoft zu hinterlegen  und unser gemeinsames Ziel sollte es auch sein, dass der gesamte ZDRK und all seine Untergliederungen darauf Zugriff haben und dort Ihre Tiere eingeben. Ein Zuchtbuch für alle. 

Einführung in die Rassekaninchenzucht - Ein Natur und Freizeiterlebnis
für die ganze Familie

Klein, Leistungsstark, Sanftmütig, Form und Farbenreich, das sind die passenden Worte, um die Rassekaninchenzucht treffend zu charakterisieren.
Wie beliebt die Rassekaninchenzucht ist und das Sie einen hohen Leistungsstand erreicht hat, davon kann sich der interessierte Besucher auf den vielzähligen Ausstellungen auf Bundes-, Landes-, Kreis-, und Ortsebene im Laufe eines Jahres überzeugen und sich ein eigenes Bild machen. Stehen doch auf der Bundeskaninchen Schau 24.000 Rassekaninchen und davon ca. 1000 in der Herdbuchabteilung.

In Notzeiten wurden gerade in den Industriellen Ballungsräumen, in zahlreichen Hinterhöfen und Schrebergärten Kaninchen gehalten um den kargen Speiseplan durch ein hochwertiges Fleischprodukt zu bereichern. Sicherlich hat das Kaninchen so mancher Familie über die ärgste Hungersnot in Kriegs und Nachkriegsjahren geholfen. Dies mag mit Hilfe einiger Zahlen unterstrichen werden: Zu Beginn des Ersten Weltkrieg lag die Anzahl der Kaninchen zwischen 2,5 und 3 Millionen und stieg auf 14 -15 Millionen. Im Herbst 1918  viel sie dann wieder und 1944 wurden 40 Millionen Kaninchen in Deutschland geschätzt. Immer wenn Menschen durch Hungersnöte geplagt wurden, war das Kaninchen der Retter in der Not. 

Schon um 1890 gründete sich die ersten Kaninchenzuchtvereine in Westfalen und 1909 wurde der Landesverband westfälischer Kaninchenzüchter gegründet um durch planmäßige Zucht eine geeignete Kombination zwischen Schönheitsidealen der einzelnen Rassen und Fleischreichtum zu erhalten. Im Gegensatz zur heute waren früher bei der Versorgung der Großfamilie die großen Rassen gefragt und allseits beliebt.

Heute stehen für die meisten Rassekaninchenzüchter zweifelslos ideelle Werte im Vordergrund. Sie sehen in der Rassekaninchenzucht eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die einerseits Muße und Entspannung bietet und gleichsam durch ausgeprägtes Vereinsleben einen intensiven Erfahrungs-austausch und Kontaktpflege zwischen Jung und Alt schafft.

Heute stehen die mittelschweren und kleinen Rassen verstärkt im Mittelpunkt der Rassekaninchenzüchter. Eine wesentliche Ursache für diesen Trend ist die durch Wohnungs- und Straßenbau sich stetig verschlechternde Unterbringungs-möglichkeit der Kaninchen im eigenen Garten zu nennen. Die kleinen Rassen benötigen weniger Platz und Futter und bereiten damit geringe Entsorgungsprobleme, was Einstreu und Exkremente anbelangt.

Aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren heraus haftet dem Kaninchen noch bei vielen Menschen der Status „Arme Leute Essen“ an. Erfreulicher Weise ist aber auch hier eine Änderung des Verbraucherverhaltens festzustellen, was in einer zunehmenden Nachfrage nach Kaninchenfleisch zum Ausdruck kommt. Handelt es sich dabei doch um ein leicht verdauliches, proteinreiches mageres und cholesterinarmes Fleisch, was den Forderungen des gesundheitsbewussten und Fitness orientierten Verbraucher von heute sehr entgegen kommt.  

Vor der Gründung des westf. Herdbuch

Am 06.06.1909 wird der Landesverband als Provinz Westfalen gegründet.
1917 gründen die Frauengruppen (HuK) in Westfalen ihre eigene Abteilung im Landesverband Westfalen.

Am 20.05. 1928 in Siegen gibt der LV Vorsitzende u.a. bekannt das in Hamm von der Landwirtschaftskammer eine Lehr und Versuchsanstalt gegründet werden soll, ferner soll diese in der praktischen Kaninchenzüchterförderung unterstützen. Die Versuchsanstalt wurde später von den Herdbuchzüchtern insbesondere aber den Angora Züchtern genutzt.

Am 06.Dez. 1930 berichtet Frau Schlüter als Verbandszuchtbuchführerin, dass bis zum 1.12.1930 im Verband 9.630 Kaninchen eingetragen sind und 52 Rammler gekört wurden.

Es konnte so kein Rammler, der  in der heutigen Zuchtgruppe 3 ausgestellt wird,  und ggf. eine sehr hohe Bewertung bekam, zur Zucht eingesetzt werden. Sehr gute Einzeltiere, sogenannte Blender waren für die damalige Zucht nicht geeignet und wurden dazu nicht freigegeben. Zur Zucht wurden nur Leistungsstarke Tiere eingesetzt, vorzugsweis gekörte Tiere.



Diese beiden Bücher von 1938 über die Wirtschaftsrassen und über die Kleintierzucht haben entscheidenden Anteil an der Gründung der Herdbuchabteilungen in der Rasse Kaninchen Zucht in Deutschland. Darin sind bereits die Ziele der Leistungszucht z. B. bei Angora festgeschrieben.

Gründung 1942 in Halle / Saale


Das westfälische Kaninchenherdbuch wurde 1942 in Halle an der Saale, als erstes Kaninchenherdbuch in Deutschland gegründet von dem Züchter Karl Kreilkamp aus Bocholt.  Er stellte in Halle an der Saale auf einer der ersten Körschauen überhaupt, 1942 eine Sammlung Helle Großsilber aus. Er erhielt vom damaligen LV Vorsitzenden Friedrich Blank für die Gründung einer Herdbuchabteilung die Kommissarische Leitung übertragen. Also war es eine Gründung per Anordnung.

Seit 1928 wurden in Westfalen insbesondere Rammler gekört und in sogenannten Deckstationen kostengünstig eingesetzt.
Dies war erst möglich geworden, nachdem in den Jahren zuvor,  in Westfalen (seit 1928)  auch ständig Rassekaninchen gekört worden waren, so war die Grundlage in Westfalen bereits  früh dafür geschaffen. Aus den Körschauen wurden später die Herdbuchschauen.

Am 02.02.1943 fand eine Zusammenkunft der interessierten westfälischen Herdbuchzüchter statt.

Zum 1. Herdbuchobmann wählten Sie Karl Kreilkamp. Die Normalhaar Kaninchen waren zu diesem Zeitpunkt  im Herdbuch nicht zugelassen, das Herdbuch bestand ausschließlich  nur aus Angorakaninchen.  
Man kann nun streiten war 1942 oder 1943 das Gründungsjahr des Kaninchen Herdbuch in Westfalen.

Die erste Reichskörschau fand  am 06. + 07.02.1943 in Leipzig statt. Es handelte sich damals um Stämme die aus 2,4 Tieren, also 2 Rammlern und 4 Häsinnen bestanden. 

Die ersten Herdbuchabteilungen wurden  gegründet:
1942 in Westfalen
1945 in Kurhessen
1946 im Rheinland
1946 in Hessen Nassau

1947 Gründung der ZDK Herdbuchabteilung

Vermutlich aus den bereits genannten Landesverbänden. In den ersten Satzungen ist verankert, das eine Körung nur am Stall vorzunehmen ist. Hierbei kann man vor Ort auch eine saubere und Tierschutzgerechte Zuchtanlage bescheinigen und auf züchterische Mängel direkt Einfluss nehmen. Ferner ist ein Überblick über eine ausgeglichene Zucht möglich. Ein Thema was auch in der heutigen Zeit immer noch beim Herdbuchzüchter aktuell ist.
Insofern sind die Herdbuchzüchter bereits seit vielen
Jahren Tierschützer in der Kaninchenzucht. Kaninchen werden am Stall des Züchters gekört, Kein Stress für die Tiere.

Erste Angora  Leistungsschau in Dortmund in der  Magerviehhalle

Am 13/14.09.1958 fand dann die erste Angora  Leistungs-Schau in Dortmund in der Halle des Magerviehhofes statt. 59 Aussteller zeigten 313 Angorakaninchen, davon bereits 177 in den Leistungsklassen. Das war auch gleichzeitig die erste eigene LV Herdbuchschau in Westfalen, nach dem bereits 1952 in Recklinghausen 7 Zuchtfreunde 57 Kaninchen in der Leistungszucht vorstellten auf dieser Schau wurden insgesamt von 80 Ausstellern 404 Kaninchen gezeigt.


Goldene und silberne Ehrennadel für 15- und 25-jährige Mitgliedschaft


Erste Herdbuchschau gemeinsam mit Normal- und Kurzhaar

Im Jahr 1958 begann Westfalen mit der ersten eigenständigen Herdbuchschau in der Magerviehhalle in Dortmund.

Am 03.05.1959 beschlossen die Herdbuchobleute im ZDK zwei Schauformen:

Schauform 1
7 Tiere = Stammvater mit 2 x 3 Nachkommen von 2 verschiedenen Häsinnen.

Schauform 2
6 Tiere =  mit 2 x 3 Nachkommen von 2 verschiedenen Häsinnen, jedoch derselbe Stammvater.

Heute sind diese Schauformen im weitesten Sinne noch vorhanden, sie lauten heute:

8 Tiere = Stammvater mit 1x3 und 1x4  Nachkommen von 2 verschiedenen Häsinnen oder 2 x 4  Nachkommen von 2 verschiedenen Häsinnen oder 1 x 4 Nachkommen und 2 x 2 Nachkommen von 2 verschiedenen Häsinnen.

1960 wurden auf der LV Herdbuchschau und Angora Leistungsschau auch 107 Normalhaar und Kurzhaarkaninchen vorgestellt  In der Abteilung Angora standen 700 Tiere zur Schau.
               
Erich Kirse stellt 1978 den Herdbuchzüchtern Westfalens das von Ihm entworfene Herdbuch Logo von Westfalen vor

Es wurde geschaffen im Jahr 1978 vom 1. Vorsitzenden Erich Kirse.
Das Wappen des Westfälischen Rasse- Kaninchenherdbuch
erklärt sich wie folgt:

Die Buchstaben W + H für Westfälisches Herdbuch. Aus dem W schauen ein weißes Angorakaninchen sowie ein farbiges Kaninchen, heißt insofern dann:

Westfälisches Kaninchen Herdbuch. Im Buchstaben H ist die Lippische Rose unten sowie das Pferd aus dem Landeswappen Westfalen. Mit Gold und Silberkranz wird es von verdienten Zuchtfreunden gerne getragen.
Es ist in all den  Jahren, in Deutschland auch zu einem Gütezeichen geworden.

Das Westfälische Kaninchen Herdbuch wird beim Amtsgericht Münster unter der Nr. 2845  am 04.08.1986 eingetragen.

Münster wurde deshalb gewählt weil die Geschäfts- Kassen und Zuchtbuchführung von der Landwirtschaftskammer Westfalen übernommen wurde. Die LWK  Westfalen besetzte  auch zwei  Vorstandsämter im Westfälischen Kaninchen Herdbuch, die nicht gewählt sondern durch den Vorstand ernannt wurden, und von der Mitgliederversammlung bestätigt werden mussten. 

Abschrift (Auszüge) aus einem Artikel der Zeitung Kaninchen aus 7 / 1996 Referat von Walter Sator LV Hessen Nassau,  dem damaligen ZDK Herdbuch Obmann, gehalten auf Haus Düsse im Rahmen der JHV im LV Westfalen

Im Jahre 1942 so kann man nachlesen, wurde im LV Westfalen die erste Herdbuchabteilung gegründet  und bereits ein Jahr später, die erste Reichskörschau in Leipzig durchgeführt. Wer und wie viele Züchter sich daran beteiligt haben, konnte W. Sator nicht ermitteln, denn die Nachkriegswirren erstickten nicht nur die gerade fußfassende Herdbuchzucht, sondern vernichteten auch zahlreiche  Aufzeichnungen. Im Jahre 1946 gründete sich ein HB – Abteilung im Rheinland und im August 1946 auch eine in Hessen Nassau. Wieso gerade Herdbuch und wofür, das wurde damals gefragt und diese Frage stellen sich auch heute noch viele Zuchtfreunde.

Dieser Name drängte sich förmlich auf. Denn die Großviehzucht hatte bereits unter dem Namen Herdbuch eine Elitezucht geschaffen. Dort war das Wort Herdbuch  der Top Begriff und Garant für die Schönheit von Tieren. Das galt für die Pferde wie auch für die Rinderzucht in Deutschland. Was sprach also dagegen, diese Zuchtform auch bei den Rassekaninchen einzuführen. War es doch stark verpflichtend. Gerade nach dem Krieg gab es nicht mehr viel Rasse  und Klasse in Deutschland. Den hungernden Menschen war es egal ob ein Rasse-kaninchen oder eine Kreuzung im Kochtopf schmorte. Gerade durch diese Einstellung gab es immer weniger rassereine Zuchten. Auch die Anzahl der Züchter war sehr stark zurückgegangen. Umso höher muss man gerade heute von diesen Pionieren der Rassekaninchenzucht sprechen, Sie suchten sich Gleichgesinnte und motivierten diese zur Mitarbeit in der Herdbuchzucht  um das noch sehr wenig vorhandene zu erfassen, um  es zu erhalten und neu zu beleben. Sie hatten richtig erkannt, dass es noch brauchbares Erbgut gab, aber die Zeit drängte, dies zu erhalten und vor allem zu festigen. So ist nachzulesen das sich 1947 die Herdbuchabteilungen zu einem Übergeordeten  Verband auf ZDK Ebene zusammen schlossen und einheitliche Richtlinien einführten.

Dabei viel immer wieder ein bemerkenswerter Satz auf:

Die Kaninchen Herdbuch Zucht hat die Aufgabe, erbfeste Zuchttiere zu züchten, die zur Verbesserung  der allgemeinen  Landeszucht beitragen. Dabei müssen sich die bewährten wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungen über neuzeitliche Zucht und Haltungsmethoden angewendet werden.

Eine für michb(Michael Halbe 2017), wie auch für W. Sator (1996)  eine bedeutungsvolle Feststellung und Erkenntnis bereits 1947 und Ihre Gültigkeit ist bis heute  erhalten worden und hat nach wie vor die volle Anwendung in der Herdbuchzucht verdient. Weiter Erwähnenswert scheint es aus der Gründerzeit  zu sein, dass ein Herdbuchzüchter mindestens 30 Buchten  vorzuweisen hatte und das für diese ¬Tiere die im Herdbuch gezüchtet wurden, auch  eine ausreichende Futtergrundlage belegt werden konnte.
War kein Grund als Eigentum vorhanden, so musste der Herdbuchzüchter  Wiesen, Felder, Gräben oder etwas gleich Wertiges über langjährige Pachtverträge gesichert nachweisen. Letztgenannte Forderung ist heute (2017) überholt. Sie ist aber auch ein Beweis dafür, wie sich die Zeiten geändert haben. Damals kurz nach den Kriegen hatte natürlich die Futtergrundlage einen hohen Stellenwert, auch schon unter dem Gesichtspunt  der damaligen Tierschutzrichtlinien.  Der Zuchtfreund von heute braucht das alles nicht mehr, Ihm reicht ein dicker Geldbeutel für die Futtermittel, die auf dem Markt angeboten werden.

Die damalige Grundversorgung nach Fleisch, Fell und Wolle ist heute nicht mehr Zeitgemäß. Heute widerspricht das äußere Erscheinungsbild fast aller Rassen dieser Einstellung der Anfangszeit.

Ein Tier mit viel Fleisch und Fett, ist schwer in Einklang zu bringen  mit der Forderung nach Schönheit.  Ein Tier mit Schönheit erfüllte nicht die Anforderungen an Fleisch und Fett. Hier musste das damalige  Herdbuch ansetzen. Mann versteifte sich nicht auf Einzeltiere, wie mit der heutigen Zuchtgruppe 3 in der Allgemeinen  Abteilung, sondern man begann mit der Stamm oder Vaterzucht. Man setze auf einen Stammvater und dessen Nachzucht von möglichst vielen Häsinnen genau wie bei der Großviehzucht. Ein markanter dem Standarderscheinungsbild möglichst nahe gekommenem Stammvater sollte mit möglichst vielen Häsinnen, viele Junge zeugen, die dem Erscheinungsbild des Vaters möglichst nahe kommen.  Nur so war ein Vergleich über die Vererbungskraft eines Rammlers nachweisbar. Und so suchte man dann unter diesen  Aspekten das Interesse  der Züchter an der Herdbuchzucht zu wecken.

Als Aufhänger galt der Slogan:

„Leistung und Schönheit“

der den Kern der Einstellung traf und auch 2017 noch Gültigkeit hat.

Wie ist es um die Zukunft des Westfälischen Rasse- Kaninchenherdbuches im Jahre 2009 bestellt?

Ist das Westfälische Rasse-Kaninchen-Herdbuch am Ende sogar Pleite?

Finanzielle Mittel wurden stark gekürzt

  • Veränderungen bei der Landwirtschaftskammer
  • Westfalen und Rheinland = LWK NRW durch Fusion.
  • Neue Verträge notwendig erheblich höhere Kosten.
  • Zuschuss Landwirtschaftsministerium ausgelaufen.
  • Dadurch neue Beschlusslage im Verband notwendig

Viele Euro jährlich weniger zur Verfügung, kann sich das Westfälische Herdbuch nicht leisten. Deshalb Geschäftsführung ab 01.01.2010 in eigener Regie vorher durch LWK Westfalen Hans Wilhem Fastenrath übernimmt Funktionen der LWK (Zuchtbuch und Kasse) als Geschäftsführer.


H-W Fastenrath Halver mit seinen Widdern

Umsetzung der ZDRK Herdbuch Richtlinien


Im letzten Jahr 2010  wurde der Antrag, auf Umsetzung der ZDRK-Richtlinien im Westfälischen Kaninchenherdbuch e. V. nur für eine Probezeit von einem Jahr genehmigt.

Nun auf der JVH 2011 soll über eine endgültige Umsetzung des Antrags entschieden werden. Nach einer heftigen Diskussion kam es zur offenen Abstimmung. 18 „JA Stimmen“ standen „4 Nein“ und drei Stimmenthaltungen gegenüber, hiermit gab es ein klares Votum für diesen Antrag.

Weiterhin beschließt die Mitglieder-versammlung einstimmig, neben dem jetzt bestehendem Jahresbeitrag von 22,00 € einen Grundbeitrag für die Körung pro Zuchtbetrieb in Höhe von 20,00 € zu erheben. Dieser Beitrag ist von jedem Herdbuchbetrieb zu bezahlen, ob er die Körung in Anspruch nimmt oder auch nicht. Zusätzlich fällt dann an Körgebühren vor Ort an. 1 Euro pro gekörtes Tier an.

Durch diesen Beschluss fängt das Westfälische Rassekaninchenherdbuch die Kosten auf und Arbeitet auf einer Plus minus 0 Linie die nächsten Jahre Kostendeckend.  



Nachteile für Angora ohne Herdbuch?

Diese Frage stellten sich die Angora Züchter die kein Mitglied im Westfälischen Kaninchen Herdbuch sind, jedoch in der eigenständigen Angora Abteilung Mitglied waren. Seit Mitte der 1960 er Jahren warenen Herdbuch und Angora in zwei Abteilungen  aufgeteilt. Die Abteilung Angora wurde jedoch vom LV Vorstand Westfalen 2012 geschlossen. Betroffen davon, waren insbesondere
die Angora Leistungszüchter, die kein Mitglied im Herdbuch Westfalen waren.

Auf der JHV des Westfälischen Herdbuchs teilte der LV Vorsitzende R. Schwarzelmüller den anwesenden Herdbuchzüchtern mit das mit Datum vom 31.03.2012 die bisher im weitesten Eigenständige Abteilung Angora Leistungszucht aufgelöst werden muss. Die Angoraleistungszucht kann in der Herdbuchabteilung Westfalen weitergeführt werden.


Der Geschäftsführer, Willi Fastenrath konnte 2013 den 1. Vorsitzenden, Michel Halbe, für seine 15-jährige Vorstandsarbeit im Westfälischen Herdbuch mit der ZDRK Herdbuch Medaille auszeichnen

Starke Beteiligung des Westfälischen Rassekaninchen Herdbuch Westfalen an der Zuchtbuch Cloud


Orginaltext aus der Abschrift des 1 Vorsitzenden Westfalens M. Halbe

Einmalige Programmierkosten von ca. x.xxx €, Zahlung in zwei Raten. 1 Rate von 50 %  kurzfristig aus der Herdbuchkasse des ZDRK, dafür entfällt die Schulung am 13 /14.09.2014. Falls die Zahlung der zweiten Rate durch den ZDRK nicht getätigt wird oder sich verzögert, hat sich die Herdbuchabteilung Westfalen bereit erklärt, in Vorkasse zu treten und bekommt bei Ablehnung durch Seiten des ZDRK’s die Kosten zum gegebenen Zeitpunkt aus der Kasse der Herdbuchabteilung des ZDRK zurück. Werbung im Zuchtprogramm ist möglich, dadurch trägt sich das Programm später ggf. selbst. Um die Übernahme der Kosten (ZDRK)  kümmert sich Wolfgang Wüst persönlich.

Die Herdbuchabteilung Westfalen ging als Pilot 2014 auf den Weg und wickelte bereits am 04.Dez. 2014 in Herten sowohl die Herdbuchschau als auch die im Okt 2014  stattgefundene Körung im LV Westfalen über dieses neue  Zuchtprogramm ab. Insbesondere die Berechnung der Körnote wird von diesem Zuchtprogramm übernommen. Vorhandene grobe  Fehler konnten schnell behoben werden.  Es ist ein Garant für den Verwandschaftsgrad, und sollte auf alle Vereine Clubs und LV  runtergebrochen werden. Ein Zuchtbuch für alle in Form dieser Cloud. Einfache Ermittlung von Zahlen, Daten, Fakten  keine zusätzlichen Erfassungen. Einmal Eingeben alles drin.

Im Jahr 2014 / 2015  wurde im ZDRK das Thema Sachkunde in der Rassekaninchenzucht aufgenommen. Ein Thema was für einen Herdbuchzüchter völlig selbstverständlich ist.  Denn ohne Sachkunde sollte man grundsätzlich kein Tier halten.

Diese Tiere waren am 31.12.2015 in die Zuchtbuch Cloud eingegeben worden.

Anzahl nach Landesverband zum 31. Dez 2015
Weser- Ems: 1180
Westfalen-Lippe: 865
Rheinland: 829
Mecklenburg-Vorpommern: 795
Württemberg-Hohenzollern: 650
Hannover: 589
Rheinland-Pfalz: 549
Sachsen-Anhalt: 476
Rheinland -Nassau: 439
Baden: 381
Berlin Mark Brandenburg: 359
Schleswig-Holstein: 353
Bremen: 240
Saarland: 125
Kurhessen: 24
Thüringen: 17
Sachsen: 7
Bayern: 0
Hamburg: 0
Hessen-Nassau:0

Die 1. Allgemeine Herdbuch Ausstellung Westfalens fand in Wenden - Hünsborn am 27. + 28.11.2016 statt.  384 Rassekaninchen und 37 Erzeugnisse aus der Rasse-kaninchenzucht konnten bewundert werden.

Wer mehr wissen möchte kann eine 150-seitige Chronik beim Vorsitzenden bestellen. Kosten 15,- Euro plus Porto
 

Vors. Michael Halbe
Westfälisches Rassekaninchen Herdbuch

 

Quelle = 75 Jahr Chronik des Westfälisches Rassekaninchen Herdbuch e.V.
Bilder im Besitz vom Vorsitzenden

 

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