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17. Juli 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

16. EE-Preisrichterschulung 2019

Hervorragende Fachvorträge begeisterten die Teilnehmer und bei sommerlichen Temperaturen um die 20 Grad verbrachten die Seminarteilnehmer viel Zeit unter freiem Himmel. So wurde die 16. EE-Preisrichterschulung der Sparte Kaninchen in Berching zu einer ganz besonderen Veranstaltung.


 
Die Stadt Berching, zwischen Ludwigskanal und Main-Donau-Kanal gelegen, war bei schönstem Frühlingswetter für ein paar Tage das Zentrum der europäischen Rassekaninchenzucht; sie liegt ja auch im Herzen Bayerns, am Rande der Frankenalb und des ruhigen Altmühltals.

Kleinstadt verzaubert die Teilnehmer mit ihrem Charme

Egal ob beim Erkunden der mittelalterlichen Stadt mit ihrer imposanten Stadtmauer, beim Flanieren an den Kanälen oder in den Parks, beim Relaxen an gemütlichen und heimlichen Orten oder nur an einem der vielen sonnigen Plätze (der örtlichen Gastronomie), für viele war es Fortbildung und Urlaub zugleich. Die kleine Stadt des Oberpfälzer Juras entführte ihre Gäste mit ihrem Charme in eine kurze Zeit der Erholung und Entschleunigung.

Teilnehmerrekord

Für das von Freitag bis Sonntag angesetzte Seminar reisten insgesamt 178 interessierte Gäste, Preisrichter mit ihren Begleitpersonen, aus 22 Ländern an. Somit hatten die Zuchtfreunde vom KZV B731 Berching e.V. und die eingebundenen Preisrichterkollegen alle Hände voll zu tun. Immerhin trafen ja die ersten Gäste schon kurz vor 9 Uhr am Freitagmorgen in Berching ein und wurden von Markus und Elke Grillenbeck im Hotel-Gasthof Dallmayr herzlich empfangen. Zusammen mit der Unterstützung durch die Kollegen Jasmin Groß, Patrick Elting, Peter Wörtmann und Mirjam Popp wurden letzte Vorbereitungen gegen Mittag abgeschlossen, so dass dann die späteren Anmeldungen reibungslos über die Bühne gehen konnten. Hierbei unterstützten zudem die Kollegen Wolfgang Vogt, Detlef Beckers sowie Jürgen Engelmann und so erfolgte mit den Kollegen aus Bayern, Baden-Württemberg und aus dem Rheinland die Verteilung der Seminarteilnehmer auf die Berchinger Hotels und Pensionen unkompliziert und sehr schnell.

Rasante Entwicklung

Diese Tagung mit Schulung der Kaninchenpreisrichter begann vor 16 Jahren in Luxemburg in einem überschaubaren Kreis mit 25 Preisrichtern. „Damals konnte sich noch keiner vorstellen, dass es sich so entwickeln würde“, zeigt sich der Schweizer Urban Hamann, EE-Sekretär der Sparte Kaninchen, positiv überrascht, denn in diesem Jahr gab es mit 175 Anmeldungen ein deutliches Rekordergebnis. Und er freut sich sehr über das enorme Interesse seiner internationalen Preisrichterkollegen. Doch diese Entwicklung hat auch ihre Grenzen. Als Mitorganisator der letzten Schulung 2018 in Dänemark weiß er um die große Herausforderung, die eine solche Veranstaltung mit sich bringt.

Diese Ansicht teilt auch der DPV-Vorsitzende und stellvertretende EE-Spartenleiter Wolfgang Vogt in seiner Begrüßung: „… So schön das auch auf den ersten Blick klingen mag, kommt mit einer derartigen Anzahl jeder Veranstalter auch an seine Grenzen. Darüber hinaus muss die Veranstaltung auch so handelbar bleiben, dass auch die gewollten Ziele der Bewertung der Preisrichter auf einem möglichst gleichen Niveau zu erzielen, durch die europäischen Weiterbildungen auch erreicht werden können.“

Markus Grillenbeck bei seiner Begrüßungsrede
 
 DPV-Vorsitzender und stellv. Spatenleiter
 der EE Wolfgang Vogt begrüßt die Teilnehmer

Deshalb zeigten sich er und auch der Spartenvorsitzende Rainer Retschitzegger aus Österreich sichtlich erleichtert, als sie im März letzten Jahres mit Markus Grillenbeck noch kurzfristig den „richtigen Mann“ finden konnten.

Und die Stadt Berching ist für sie längst keine Unbekannte mehr, denn sie ist als europäische Verbandsmitte inzwischen regelmäßiger Veranstaltungsort der Spartensitzungen und der EE-Standardkommission: „Wo sonst gibt es eine derartige Dichte an sehr guter Gastronomie und idealen Veranstaltungsräumen auf engstem Raum – und in solch herrlicher Kulisse“ schwärmten nicht nur sie.

Beinahe 2000 km Anreise

Der Startschuss für das Schulungswochenende fiel dann am Freitagabend mit der Begrüßung der bereits anwesenden Seminarteilnehmer und Bekanntgabe des Tagungsprogramms. Anschließend lud man zu einem gemeinsamen Abendessen ein; selbst für die wegen Flugverspätung eingetroffenen Gäste gab es später noch Mitternachtssnacks.

Trotz der weiten Anreisen verweilten einige Teilnehmer bis spät in die Nacht beim Wiedersehen mit Freunden. Die weiteste Anreise hatten wohl die Gäste aus Finnland und Rumänien mit ungefähr 2000 km einfache Distanz, die auch mal komplett nur mit dem Auto zurückgelegt wurde.
Der Hauptteil des Seminars - die Preisrichterschulung mit theoretischen und praktischen Schulungsteilen - erfolgte dann am Samstag.

Internationale Schulung

Am frühen Samstagmorgen ging es - ausgestattet mit Schulungsunterlagen in drei Sprachen - „einmal quer durch die Stadt“ in das Pettenkoferhaus, was schon auch für manch neugierige Blicke sorgte. Hier fanden dann die verschiedenen Schulungseinheiten statt, zu denen Berchings zweite Bürgermeisterin Gerlinde Delacroix die zahlreichen Teilnehmer recht herzlich willkommen hieß.

Mit Präsentationen auf zwei Leinwänden (deutsch und englisch) stellten die Rassespezialisten aus Deutschland, Detlef Beckers, Markus Eber und Patrick Elting die ausgewählten Kaninchenrassen den Preisrichtern vor und gingen dabei auch auf geschichtliche Hintergründe sowie die jeweilige Herauszüchtung ein. Doch der Schwerpunkt lag auf den rassespezifischen Feinheiten und den dazugehörigen Bewertungskriterien. Hier nun ein kleiner Einblick:

Sallander – zimtfarbiger Milchkaffee?

Den Start machte Detlef Beckers mit der Vorstellung der noch jungen Rasse Sallander. Obwohl sie schon seit 1975 in den Niederlanden anerkannt sind, schafften sie erst 2012 die Aufnahme in den Europastandard. Zudem überraschte der Vortragende die interessierten Preisrichter mit der sehr gut aufbereiteten Fragestellung zum Thema „Deckfarbe“: Mit guten Foto-Vergleichen und entsprechenden Detailbildern wurde die im Europastandard gewählte Farbbeschreibung „zimtfarbig (Milchkaffee)“ einmal genauer unter die Lupe genommen; Infolge der Fragestellung und einhergehender Diskussion wird sicherlich noch eine intensive Aufarbeitung sowohl in den Ländern als auch in der Standardkommission zu erwarten sein.

Thüringer

Bei den Thüringern hingegen wusste Referent Markus Eber vor allem die feinen Unterschiede zwischen idealen und schwächeren Merkmalen bezüglich der Deckfarbe und Abzeichen aufzuzeigen. Er ging vor allem auf die Rußfarbe ein, welche intensiv sein soll, aber nicht scharf abgrenzende Abzeichen bewirken darf.

Und auch hier gibt es eine „unglückliche“ Farbbeschreibung bei den leichten Fehlern. Denn eine „nicht der angegebenen Farbbezeichnung entsprechende Deck- und Bauchfarbe“ kann kein leichter Fehler sein; andernfalls könnte man z.B. auch einen weißen, quasi „sallanderähnlichen“ Thüringer ausstellen. Zu guter Letzt gab er noch den wichtigen Hinweis auf öfter mal fehlende Spürhaare, die ebenfalls ein Ausschlusskriterium sind.

Rhönkaninchen

Auch im letzten Vortrag von Patrick Elting ging es natürlich bei dieser wegen ihrer aparten Zeichnung auffallenden Rasse vor allem um die Rassemerkmale. Dabei sollte der eigenen Position „Kopf und Ohren“ einfach mehr Bedeutung geschenkt werden, denn wie auch die Bilder belegten, gibt es hier schon viele vorzügliche Vertreter, so dass keine Zugeständnisse gemacht werden sollten.

Zu größerer Diskussion führten dann die Ausführungen zu den Themen Zeichnung und Farbe, wo sicherlich die ein oder andere Sichtweise „einfach auch etwas ein persönlicher Geschmack“ ist. Vor allem die Fehler bzgl. großer oder leerer Farbfelder, sowie der Zeichnung an Kopf, Ohren und Läufen sollten noch mehr beachtet werden; allerdings auch die Farbe an sich, bei der immer noch andersfarbige Nuancen und Anflüge erkennbar sind. Doch mittels einer sehr guten Argumentation und sehr gutem Bildmaterial waren am Ende alle Preisrichter hervorragend für die nachfolgende praktische Schulung vorbereitet.

Praktische Team- und Gruppenarbeit

Nach einer längeren Mittagspause ging es mit der praktischen Schulung weiter. Dabei wurden die Schulungsinhalte in 5 bis 6 Personen zählende Teams anhand einer Bewertung am Tier angewandt und anschließend in 6 Schulungsgruppen besprochen. Diese Form fand sehr großen Zuspruch, da hier die Themen und Fragen intensiver besprochen werden konnten und es trotzdem in einem zeitlich akzeptablen Rahmen blieb. Hier spielte das tolle Wetter so gut mit, so dass einige Teams ihre Kaninchen unter blauem Himmel in Augenschein nehmen konnten und auch so manche Gruppenbesprechung im Freien stattfand.

Nach dem Abschlussgespräch ging es gemeinsam in den Hans-Kuffer-Park und man hielt diese Tagung traditionell mit einem Gruppenfoto fest. Dies sorgte bei den vorbeigehenden Berchinger Bürgern und Urlaubsgästen für große Augen, denn „so viele Weißkittel auf einem Haufen“ ließen manche Fragen offen.

Gemütlicher Ausklang mit Freunden

Aufgrund des guten Zeitmanagements, mit der gut angelegten theoretischen Schulung am Vormittag und dem praktischen Teil am Nachmittag, blieb allen Teilnehmern noch genügend Zeit, sich das kleine Städtchen anzusehen oder sich mit Zuchtfreunden und Kollegen in den sonnigen Biergärten auszutauschen. Am Abend verwöhnten uns nochmals die Wirtsleute vom Hotel-Gasthof Dallmayr mit einem tollen Buffet, ehe schon in der Nacht die ersten Freunde wieder ihre Heimreise antreten mussten. Und selbst am nächsten Tag ließen es viele schön ruhig angehen und ein paar Kollegen verbrachten den herrlichen Sonntag sogar für noch paar weitere Stunden mehr in Berching, ehe sie am späten Nachmittag die Heimreise antraten.

Für mich und meine Zuchtfreunde war es eine tolle Erfahrung mit einem wunderschönen und geselligen Kameradschaftsabend; diese Veranstaltung wird uns noch lange in bester Erinnerung bleiben wird. Diese grenzübergreifende Veranstaltung mit europäischem Fokus auf das Hobby Rassekaninchenzucht ist schon etwas ganz Besonderes – und hoffentlich auch eine Inspiration für eine weitere harmonische Zusammenarbeit.Herzlichen Dank allen Helfern und Mitstreitern für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung bedanken. Mit Rückblick auf eine schöne Veranstaltung in Berching blicken wir alle schon freudig auf die nächste EE-Preisrichterschulung, die dann schon zum 17. Mal bei unseren tschechischen Zuchtfreunden in Solenice stattfinden wird.   

 

Markus Grillenbeck

 

 

Sehr geehrte Preisrichterkolleginnen und Preisrichterkollegen,

mit noch frischen und positiven Eindrücken von der Europaschau in Herning treffen wir uns bereits vom 22. - 24.03.2019 zur 16. EE-Preisrichterschulung in Deutschland wieder. Die Schulung findet im bayrischen Berching statt, welches schon mehrfach Sitzungsort der EE-Standardkommission/Sparte Kaninchen war.

Interessant werden sicherlich die Fachbeiträge zu den deutschen Rassen Thüringer und Rhönkaninchen sowie der Trendrasse Sallander.

Wie bereits angekündigt erfolgen die Anmeldungen länderweise. Bitte meldet euch deshalb direkt bei euren nationalen Kontaktpersonen.
 

Auf ein Wiedersehen in Berching
Rainer Retschitzegger
 

Programm


 

Anreise

Die Kleinstadt Berching liegt im Herzen Bayerns, zwischen Nürnberg, Ingolstadt und Regensburg.
 
Die nächsten Flughäfen sind der Airport Nürnberg (ca. 70km) und der Flughafen München (ca.
110km).

Anreisen mit dem Zug sind bis Bahnhof Neumarkt (Oberpfalz) (ca. 20km), Kinding (ca. 20km) oder
Allersberg (Rothsee) (ca. 30km) ebenso möglich.

Die Transfers zwischen Berching und den Flughäfen/Bahnhöfen sind selbst zu organisieren.

Ansprechpartner vor Ort

Markus Grillenbeck
Am Rain 4
92334 Erasbach
+49 8462 90 50 99

Infos Unterkünfte

Die Teilnehmer werden in Hotels/Pensionen in der Altstadt untergebracht. Alle Veranstaltungen können somit bequem zu Fuß erreicht werden (max. 300m)

Es wurden 80 Zimmer mit 160 Betten reserviert. Dabei stehen uns auch mehrere 3-Bett- und 4-Bettzimmer (z.B. Ferienwohnung) zur Verfügung und können gerne gruppenweise angefragt werden.

Nach Möglichkeit sollte bereits bei der Anmeldung der/die Zimmerpartner mitangegeben werden. Die Übernachtung (inkl. Frühstück) erfolgt in der Regel in Doppelzimmer- bzw. Mehrbettzimmerbelegung und Mittag- und Abendessen sind in den Schulungskosten in Höhe von
160,--€ enthalten.

Einzelzimmer können frühestens nach der kompletten Anmeldung und nur gegen Aufpreis (30,--€)
vergeben werden.

Die Anmeldefrist ist bereits abgelaufen

Die Anmeldungen (separates Formular) gehen länderweise bis 20.01.2019 an

Urban Hamann
St. Martinsweg 8
CH-4242 Laufen
+41 793 757 881
Urban.hamann@bluewin.ch

Die Anmeldungen aller deutscher Teilnehmer sind bis 20.01.2019 zu senden an

Wolfgang Vogt
Dierath 13
42799 Leichlingen
+49 2175 71 687
ww.vogt@t-online.de

Schulungskosten

Die Schulungskosten betragen pro Person 160,--€ und müssen mit der
Anmeldung auf dieses Konto einbezahlt werden.

Kontoinhaber:
Kaninchenzuchtverein B731 Berching e.V.
BIC: GENODEF1FYS
IBAN: DE80 7606 9449 0006 4365 10
REFERENZ: EE-Europaschulung 2019 - „Preisrichtername“

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