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19. September 2019 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

15. überregionale Clubvergleichsschau der Feh- & Lux Züchter im ZDRK 2012

Eine Schau der "Superlative"

Am zweiten Wochenende war es wieder einmal so weit. Feh-, Lux- und Separator Züchter aus dem gesamten ZDRK Gebiet trafen sich am 13. und 14. Oktober im ostthüringischen Städtchen Rositz um dort ihre Clubvergleichsschau durchzuführen. Ich denke hier von einer außerordentlich gelungenen Schau berichten zu können. Unsere thüringischen Zuchtkollegen haben das gehalten was wir von ihnen erwartet haben, eine Schau der „Superlative“. Eine wunderschöne Ausstellungshalle, viele thüringische Spezialitäten zum Verzehr und sehr freundliche Gastgeber. Die 15. Vergleichsschau war im wahrsten Sinne des Wortes eine Werbung für unsere Arbeitsgemeinschaft und unsere Rassen. Rositz war eine der größten Industriegemeinden Ostthüringens und in der Vergangenheit durch den Braunkohlebergbau und die Chemieindustrie stark geprägt. Schauort war das wunderschöne Kulturhaus „Völkerfreundschaft“, die unserer Schau einen würdigen Rahmen verlieh. Züchter aus zehn Landesverbänden zeigten 420 Kaninchen der Rassen Marburger Feh, Perlfeh, Separator sowie Luxkaninchen.

Im Einzelnen sind dies:

Marburger Feh 160 Tiere
Perlfeh 148 Tiere
Separator 52 Tiere
Luxkaninchen 60 Tiere

Ich denke, dass wir mit diesem Meldeergebnis sehr zufrieden sein konnten. Lediglich zehn Tiere wurden in diesem Jahr weniger ausgestellt als 2011 in Annweiler. Leider konnte man das „heimliche Ziele“, die 500 er Grenze nicht knacken. Grund hierfür war mit Sicherheit, dass der Ausstelllungsort im östlichsten Zipfel von Thüringen lag. Unsere Züchter aus dem Rheinland und Saar hatten eine sechs stündige Anreise zu bewältigen. Hierfür den allerhöchsten Respekt. Allen Züchtern, die nicht angereist sind kann ich an dieser Stelle nur sagen, „Ihr habt was verpasst“.
 
Die Bewertung fand am Freitagmorgen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bewertet wurden die Tiere im A-B-C-D Modus. Als Obmann fungierte der sehr erfahrene Preisrichter Alfons Födisch. In zwei vierer Gruppen wurden die zur Schau gestellten Kaninchen bewertet. Die Kollegen stellten 20 Tiere mit dem Prädikat vorzüglich heraus. Dies sind 4,76 Prozent der gezeigten Tiere. Davon wurden sechs mal 97,5 und einmal 98,0 Punkte vergeben. Doch auch sehr interessant finde ich, dass es in diesem Jahr wieder ein Perlfeh ist, der mit 98,0 Punkten bewertet wurde. Somit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Sind die Marburger Feh schlechter geworden? Oder haben die Perlfehzüchter ihr Niveau so angehoben, dass sie mittlerweile mit den Marburger Feh problemlos mithalten können.
 
Altenburg mit einer 1000 jährigen Geschichte
Während die Preisrichterkollegen unsere Kaninchen bewerteten machten unsere Züchter einen sehr interessanten Stadtrundgang. Altenburg ist eine 1025 alte Residenzstadt mit einem mittelalterlichen Stadtkern.


  
Typisch hierfür ist das Rathaus. Auf dem Rundgang sahen wir alle Sehenswürdigkeiten dieser wunderschönen Stadt. Darunter die roten Spitzen, das Residenzschloss der Großherzöge von Sachsen Altenburg und natürlich auch das Skatmuseum. Altenburg ist der Geburtsort des Skatspiels, sowie auch Wirkungsstätte des Reformators Martin Luther.
Am Nachmittag ging es eilig in die Halle, denn alle Aussteller waren schon gespannt wie ihre Tiere abgeschnitten haben. Zum Mittag bot der veranstaltende Club eine weitere Spezialität aus Thüringen an. Es gab Muzbraten mit Kartoffelsalat.
Am Freitagabend trafen sich die Züchter, um die Altenburger Destilliere und Liqueur- fabrik zu besichtigen. Auf einem Rundgang durch das Museum erfuhren die Teilnehmer alles über die Geschichte des Alkohols. Die Altenburger Destilliererei stellt über 100 Produkte her. Beim Verköstigen vom klaren Korn über Absinth bis hin zum Marzipanliquer konnten unsere Züchter ihre Trinkfestigkeit unter Beweis stellen. Diese Veranstaltung rundete einen wunderschönen Tag ab.

Festabend mit Kaiser Barbarossa
Am Samstagabend fand in unserem Hotel der Festabend unter dem Motto „Barbarossaabend“ statt. Es war zweifellos ein weiterer Glanzpunkt dieser Veranstaltung. Als Ehrengäste konnte der Ausstellungsleiter Carsten Steffes den Landverbandsvorsitzenden Peter Papst mit Gattin, den Landesclubobmann ……., die Ortsbürgermeisterin der Gemeinde Rositz………. sowie den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Feh und Lux Züchter im ZDRK, Jörg Hess begrüßen. Ein Highlight waren die Auftritte von Kaiser Barbarossa mit dem stärksten Mann Thüringens. Dieser trat bereits in der Sat1 Sendung „Supertalent“ auf. Er ist Inhaber vieler Rekorde, die im Guinness Buch der Rekorde nachzulesen sind. Die Darbietungen waren sehr spektakulär. So hob er einige unserer Züchter die auf einer Holzplatte saßen mit seinem Mund hoch, verbog Hufeisen mit den Händen sowie mit den Zähnen. Selbstverständlich durfte an diesem Abend die Siegerehrung nicht fehlen, denn die Kaninchenausstellung war nun der Hauptgrund warum die Züchter aus dem gesamten Bundesgebiet nach Thüringen angereist waren.

 Züchterabend  


Tierbesprechung am Sonntag

Traditionell fand am Sonntagmorgen eine Tierbesprechung statt. Ich denke den amtierenden Preisrichtern in Namen der ausstellenden Züchtern eine sehr gute Arbeit bescheinigen zu dürfen.
In den meisten Fällen stimmten die Preisrichterkollegen mit den Vorstellungen der Arbeitsgemeinschaft überein. Ein so großes Diskussionspotential wie teilweise in den vorherigen Jahren war nicht gegeben. Wie in meinem Bericht schon erwähnt hätten sich die Marburger Feh Züchter in der Position Kopf und Ohren eine bessere Differenzierung gewünscht. Alles in allem standen die besten Tiere bzw. besten Zuchtgruppen auch an der Spitze.  

 

 Gesamtclubmeister

Ergbnisse der Schau

Gesamtclubmeister wurde die Zuchtgemeinschaft Dühl mit Ihren Marburger Feh und 773,5 Punkte.

Clubmeister wurde die Zuchtgemeinschaft Netz mit Ihren Perlfeh mit 387,0 Punkte.
 
Die Besten Clubs:
1. Rheinland 1933,0 Punkte 
2. Thüringen 1932,5 Punkte
3. Hannover 1931,0 Punkte 
4. Sachsen 1926,5 Punkte  
5. Saarland 1921,0 Punkte  
 
Separator:
1. Rassemeister Gerd Greunke, Club Hannover, 385,5 Punkte
2. Rassemeister Peter Stammsen, Club Rheinland, 383,0 Punkte
Sieger 1.0  Gerd Greunke, Club Hannover, 97,0 Punkte
Sieger 0,1  Peter Stammsen, Club Hannover, 96,5 Punkte
 
Marburger Feh:
1. Rassemeister Zgm. Dühl, Club Hessen Nassau, 387,0 Punkte
2. Rassemeister Daniel Ott, Club Hannover, 386,5 Punkte
3. Rassemeister Peter Böx, Club Thüringen, 386,0 Punkte
Sieger 1.0 : Uwe Schmidt, Club Thüringen, 97,5 Punkte
Sieger 0,1 : Daniel Ott, Club Hannover, 97,5 Punkte
KLS: Zgm Dühl, Club Hessen Nassau, 97,5 Punkte
Zgm Dühl, Club Hessen Nassau, 97,0 Punkte 
Peter Böx, Club Thüringen, 97,0 Punkte
 
Luxkaninchen:
1. Rassemeister Zgm. Billmann, Club Rheinland, 387,0 Punkte
2. Rassemeister Zgm. Heister, Club Rheinland, 386,0 Punkte
3. Rassemeister Klaus Behrens, Club Hannover, 384,0 Punkte
Sieger 1.0 : Zgm. Heister, Club Rheinland, 97,0 Punkte
Sieger 0,1 : Zgm. Billmann, Club Rheinland, 97,0 Punkte
KLS: Zgm. Heister, Club Rheinland, 97,0 Punkte
 
Perlfeh:
1. Rassemeister Zgm. Netz, Club Rheinland Pfalz, 387,0 Punkte
2. Rassemeister Carsten Steffes, Club Thüringen, 387,0 Punkte
3. Rassemeister Helmut Winter, Club Bayern, 386,0 Punkte
Sieger 1.0 : Heiko Semmel, Club Hessen Nassau, 97,5 Punkte
Sieger 0,1 : Zgm. Netz, Club Rheinland Pfalz, 98,0 Punkte 
KLS: Carsten Steffes, Club Thüringen, 97,5 Punkte
Helmut Winter, Club Bayern, 97,5 Punkte
Zgm. Hanne,r Club Sachsen, 97,0 Punkte

 

 

 

Fazit
Man muss sagen, es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit wenigen kleinen Fehlern. Unsere Zuchtkollegen aus Thüringen haben die Messlatte mit ihrer Veranstaltung sehr hoch gelegt. Zukünftige Veranstalter werden sich hieran messen lassen müssen.
Im Namen aller teilnehmenden Austeller möchte ich Dank an Carsten Steffes und seinem Team sagen. Besonders hervorheben möchte ich hier die Familie Steffes, die uns kulinarisch mit Delikatessen aus der Thüringer Küche verwöhnt hat. So gab es Muzbraten, Aschebrätel, und feinsten thüringischen Kuchen. Danken möchte ich hier auch Roland König und Bernd Frille die stets anwesend und am Werkeln waren.
Zum Schluss kann man nur alle Feh-, Lux- und Separator Züchter aufrufen vom 17. bis 18. Oktober nach Radeberg zu kommen um dort wieder ihre Tiere im Rahmen einer Vergleichsschau zu zeigen und um einige schöne Tage im Kreise der Feh- und Luxzüchter zu verbringen.  

 

"Siegergalerie"

 
 Separator 1,0
 97,0 Sieger
 Gerd Greuke
 Perlfeh 0,1
 98,0 Sieger
 Zgm Netz
 Luxkaninchen 0,1
 97,0 Sieger
 Zgm Billmann
 Marburger Feh 1,0
 97,5 Sieger
 Uwe Schmidt
 Marburger Feh 0,1
 97,5 Sieger
 Danile Ott
 Separator 0,1
 96,5 Sieger
 Peter Stammsen
 
 Perlfeh 1,0
 97,5 Sieger
 Heiko Semmel
 
  
 
Die Rassen in der Übersicht:
 
Separator
Den Anfang machten 52 Separatorkaninchen von neun Ausstellern. Acht Tiere fehlten.   Die Tierzahl hat sich gegenüber Annweiler somit um 4 Tiere reduziert. Die Bewertungen lagen zwischen 92,5 und 97,0 Punkten. Leider wurden hier drei Tiere mit dem Prädikat gut bewertet. Solche Tiere haben auf solchen Schauen eigentlich nichts zu suchen. Ein Tier wurde mit dem Prädikat vorzüglich bewertet. Dies sind 1,9 Prozent der ausgestellten Tiere, was eine sehr realistische Einschätzung der gezeigten Tiere war. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist dies eine Steigerung, da damals kein V-Tier vergeben wurde. Ein Separator wurde wegen einem fehlenden Hoden von der Bewertung ausgeschlossen. Bei den Zuchtgruppen lag die Bewertung zwischen 372,5 und 385,5 Punkten. Von den 13 Zuchtgruppen lagen lediglich zwei unter 380,0 Punkten. Wie die letzten Schauen auch, bekamen mit einer Ausnahme alle Tiere die 20 P in der Position Gewicht. Allerdings waren auch Vertreter dabei, die am untersten Punkt der Gewichtsskala lagen. Ich denke, dass Position 1 um die diese Zeit eigentlich keine Probleme machen dürfte. In Position Körperform, Typ und Bau lagen die Bewertungen zwischen 18,5 und 19,0 Punkten. Hervorzuheben sind hier zwei Rammler von Gerd Greunke, die mit 19,5 bewertet wurden. Mängel die auf der Bewertungsurkunde standen waren lange Form, loses Brustfell und verjüngte Form. Die Bewertungen in der Position 3 lagen zwischen 13,5 und 14,0 Punkten. Einigen Tieren war mit 13,5 noch sehr geschmeichelt. Im letzten Jahr berichtete ich noch von sehr guten Fellen. Wo sind diese Felle? Die Position Kopf und Ohren lag die Bewertung zwischen 13,5 und 14,5 Punkten. Allerdings wurde ein nicht unwesentlicher Teil der Tiere mit 13,5 Punkten in dieser Position bewertet. Wirklich schöne markante Köpfe waren hier nicht zu sehen. Auch hier berichtete ich im letzten Jahr noch von schönen Rassevertretern. In der Position Deckfarbe lag die Bewertung ebenfalls zwischen 13,5 und 14,5 Punkten. Eine Bemerkung auf der Bewertungskarte fiel mir auf. Dort stand „schwache Abzeichen“. Separator sollen im Gegensatz zu den Thüringern keine Abzeichen haben. Ich muss sagen dass mich die Tiere in der Position 5 noch am meisten überzeugen konnten. Bei der     Unterfarbe gab es die wenigsten Punktabzüge. Hier lag die Bewertung zwischen 9,5und 10,0 Punkten.                 
Rassenmeister wurde wie im letzten Jahr Gerd Greunke mit 385,5 Punkten. Man muss sagen, dass seine Tiere wirklich herausgestochen haben. Es folgte Peter Stammsen mit 383,0 Punkten. Den Sieger mit 97,0 Punkten zeigte Gerd Greunke. Paradeposition hier war die Position zwei mit 19,5 P. Die Siegerin kam aus dem Stall von Peter Stammsen. Die Häsin wurde mit 96,5 Punkten bewertet. Weitere sehr gut bewertete Zuchtgruppen zeigten die Zgm. Heister mit 383,0 Punkten, Matthias Michalak und Gerd Greunke mit 382,5 Punkten. Man muss sagen, dass hier noch sehr viel Arbeit zu leisten ist. Mit dem Leistungsniveau der anderen drei Rassen können die Separator nicht mithalten. Man muss aber auch sagen, dass auf Bundes- und Bundesrammlerschauen schon sehr feine Rassenvertreter sitzen und die hier gezeigten Leistungen nicht das allg. Leistungsbild dieser Rasse wiederspiegelte. Es ist schade, dass die Züchter das im letzten Jahr zeigte Niveau nicht halten konnten.
 
Marburger Feh
Es folgten 160 Marburger Feh Kaninchen von 28 Züchtern. Dies sind vier Tiere weniger als in Annweiler. Bei den Marburger Feh Kaninchen stagniert es momentan etwas. Es sind sehr schöne Tiere in den Ausstellungskäfigen zu sehen gewesen aber die „Überflieger“ fehlten mir. Die Bewertungen lagen zwischen 93,5 und 97,5 Punkten. Lediglich ein Tier wurde mit oB sowie ein Tier wegen einer angewachsenen Penisspitze mit nb von der Bewertung ausgeschlossen. Neun Rassevertreter wurden mit dem Prädikat vorzüglich ausgezeichnet. Dies sind 5,63 % der ausgestellten Tiere. Mit 97,5 Punkten wurden drei Tiere besonders hervorgehoben. Bei den Zuchtgruppen lagen die Bewertungen zwischen 378,5 und 387,0 Punkte. Lediglich eine Zuchtgruppe lag unter 380,0 Punkten. In Position Gewicht bekamen bis auf zwei Tiere alle die 20 Punkte. Die Position Körperform, Typ und Bau wurde mit 17,5 bis 19,5 Punkten bewertet. In genau im gleichen Punktebereich lagen wir schon in Annweiler. Tiere mit einer 19,5 er Körperform zeigten: Bernd Frille, Daniel Ott, Peter Böx und Uwe Schmidt. Vier Tiere mit dieser Bewertung sind eigentlich schon etwas wenig. Gerade hier gab es wirklich wenige Vertreter, die mich beim Durchgehen der Reihen sofort überzeugt haben. Was sich deutlich verbessert hat ist die Stellung. Lediglich bei zwei Tieren wurde die fehlende Bodenfreiheit bemängelt. Die Felle wurden mit 13,0 bis 14,5 Punkten bewertet, genau wie in Annweiler. Allerdings wurde die 13,0 nur einmal vergeben. Ich denke, dass sich die Marburger Feh hier am besten entwickelt haben. Vor ein paar Jahren waren die Felle noch wesentlich schlechter. Berits im vergangenen Jahr berichtete ich von sehr guten Fellen. Alleine zehn Tiere wurden mit 14,5 Punkten in der Position 3 belohnt. Dies waren Tiere von der Zgm. Dühl, Daniel Ott, Thomas Wingold (2X), Gerd Greunke, Peter Böx, Karlheinz Kunst, Jörg Hess, Peter Heß und Egon Lösch. Verstärkt aufgefallen sind mir die überstehenden Grannen, dieses Problem ist bei sehr vielen Zuchten zu sehen. Ebenfalls waren ungleiche Haarlängen an den Ohren (Stirnbüschel) festzustellen. Beides haben die Preisrichterkollegen richtigerweise erkannt und auch auf den Bewertungsurkunden vermerkt. Hier muss unbedingt gegengesteuert werden. Beide Probleme sind bereits in Annweiler aufgetreten. In der Position Kopf und Ohren hätten sich die Züchter eine größere Differenzierung gewünscht. Ein Deschawüerlebnis, bereits in Annweiler wurde die Position 4 suboptimal bewertet. Tiere mit einem normalen Kopf und Ohren bekamen 14,0 P ebenso wie Tiere mit starkem Kopf und besseren Ohren. Dies war nicht optimal. Öfters wurden faltige Ohren bemängelt. Dies ist auch ein großes Manko bei dieser Rasse. Sehr oft findet man Tiere mit sehr gut ausgeprägtem Kopf aber faltigen Ohren. Es waren auch Rassevertreter zu begutachten mit wirklich schwachem Kopf. Was auch hin und wieder auf den Bewertungskarten vermerkt wurde. Aufgefallen sind mir Tiere in einer Zuchtgruppe, bei denen die Ohren schon extrem kurz waren und nicht mehr kürzer werden dürfen. Diese passten einfach nicht mehr zum Typ der Tiere. Tiere mit 15,0 Punkten in der Position Kopf und Ohren zeigten die Zgm. Dühl, Karlheinz Kunst und Uwe Schmidt. Drei Tiere mit 15,0 Punkten in Position Kopf und Ohren ist für eine solche Rasse doch einfach zu wenig. Auch wenn man beachtet, dass 7 Tiere die 13,5 in dieser Position bekamen. Teilwiese wurde auf den Bewertungsurkunden „prima Kopf, Ohren jedoch faltig“ vermerkt und mit 13,5 Punkten beurteilt. Dies erschien mir schon ein wenig hart. In der Position Deckfarbe waren sehr feine Rassevertreter zu sehen. Einige wenige Tiere hatten eine melierte Deckfarbe. Die Bewertung lag hier zwischen 13,5 und 15,0 Punkten. Tiere mit Mängeln in dieser Position waren selten. Tiere mit der 13,5 waren hier in der Minderheit. Die volle Punktzahl in Position 5 bekamen Tiere von Klaus Stumm (4X), Daniel Ott (2X) und Thomas Wingold. Das Problem mit der dunklen Augenfarbe verfolgt die Marburger Feh Züchter weiterhin. Einige Tiere neigen zu einer braunen Augenfarbe. Bei einem Tier wurde auf der Bewertungsurkunde eine etwas helle Augenfarbe bemängelt. Als ich mir das Tier näher anschaute stellte ich fest, dass dieses Tier tatsächlich eine extrem helle Augenfarbe hat. Der Deutsche Einheitsstandard sagt   die Augenfarbe ist graublau, was natürlich auch ein wenig Spielraum bietet. Viele führende Züchter dieser Rasse sagten mir, dass dieses Tier eine ideale Augenfarbe hat. Ich persönlich hätte diese Auffälligkeit auch auf der Bewertungsurkunde negativ vermerkt. In der Position 6 bekamen die Tiere zwischen 9,0 und 10 Punkten. Wobei die meisten Tiere zwischen 9,5 und 10 Punkten bekamen. Teilweise wurde eine angedeutete Zwischenfarbe bemängelt. Im letzten Jahr sowie im oberen Bereich meines Berichtes warf ich die Frage auf „Sind unsere Marburger Feh schlechter geworden?“. Die Frage beantwortete ich mit einem klaren nein. Ich denke auch in diesem Jahr sind die Marburger Feh nicht schlechter geworden, in den Positionen drei, fünf und sechs haben sich die Marburger Feh das Niveau des letzten Jahres gehalten oder sogar ein wenig verbessert. Ein Drittel der Tiere wurde mit 18,0 und 18,5 Punkten in Position 2 bewertet, was meiner Meinung nach für eine gut durchgezüchtete Rasse ein wenig zu viel ist. In Position Kopf und Ohr findet man bei vielen Tieren faltige Ohren. Gerade hier konnten mich die wenigsten Tiere richtig überzeugen. Rassemeister wurde die Zgm. Dühl mit traumhaften 387,0 Punkten. Es folgte der zweit platzierte von Annweiler, Daniel Ott mit 386,5 Punkten, Der beste Marburger Feh Züchter von Annweiler PeterBöx wurde mit 386,0 Punkten Drittplatzierter. Uwe Schmidt zeigte den Sieger. Er wurde mit 97,5 Punkten bewertet. Die Position 2 war die Paradeposition dieses Rammlers. Er wurde hier mit 19,5 Punkten bewertet. Die mit 97,5 Punkten bewertete Siegerin kam aus der Zucht von Daniel Ott. Bestechen konnte dieses Tier in Position zwei und drei. Hier wurde es mit 19,5 und 14,5 Punkten bewertet. Klassensieger zeigten die Zgm Dühl (2 X 97,5 und 97,0 P), sowie Peter Böx (97,0 P). Eine hochfeine Zuchtgruppe präsentierte die Zgm Dühl mit 386,5 P. Mit 385,0 Punkten folgten die Zgm. Nörtemann / Rausch, Daniel Ott, Uwe Schmidt sowie Klaus Stumm. Zuchtgruppen mit 384,5 zeigten Bernd Frille, Detlev Porcher, Gerd Greunke, Roland König sowie Egon Lösch. 
 
Perlfeh
Elf Tiere weniger als in Annweiler waren es bei den Perlfeh Kaninchen. Aber mit 148 Tieren wurde trotzdem ein phantastisches Meldeergebnis erzielt. Gezeigt wurden die die Tiere von 22 Züchtern. Die Einzeltiere wurden zwischen 93,0 und 98,0 Punkten bewertet. Fünf Tiere wurden mit dem Prädikat vorzüglich ausgezeichnet. Dies sind 3,34 % der gezeigten Tiere. Drei dieser Tiere wurden mit 97,5 sowie eines mit 98,0 Punkten bewertet. Lediglich ein Tier wurde wegen einer angewachsenen Penisspitze von der Bewertung ausgeschlossen. Die Zuchtgruppen lagen zwischen 379,5 und 387,0 Punkten. Ich denke hier ist eine hohe Leistungsdichte zu verzeichnen. So wurden dreizehn Zuchtgruppen mit 385,0 und mehr Punkten bewertet. Lediglich eine Zuchtgruppe wurde mit weniger als 380,0 Punkten bewertet. Bis auf zwei Tiere bekamen alle Tiere die volle Punktzahl in Position Gewicht. Ich denke hier dürften eigentlich keine große Probleme auftreten, den Perlfehkaninchen sind sehr gute Futterverwerter. Die Position Körperform, Typ und Bau wurde mit 18,0 bis 19,5 Punkten bewertet. Im letzten Jahr bezeichnete ich die Position zwei noch als „den Schwachpunkt“ dieser Rasse. In diesem Jahr wurde der größte Teil der Tiere mit 19,0 Punkten bewertet. Mit 19,5 Punkten wurden Tiere von Helmut Winter, der Zgm. Billmann, Cartsen Steffes, der Zgm. Netz sowie zwei Tiere von Heiko Semmel bewertet. Wenn man die Marburger Feh im Vergleich sieht, ist die Bewertung in Pos. 2 bei den Perlfeh höher. Ich erinnere mich da noch an die Vergleichsschau 2005 in Schweina, dort waren die Unterschiede in der Position zwei noch um einiges deutlicher. Tiere mit extrem wenig Kopfbildung, schmaler Rumpfbreite usw. hat man in diesem Jahr kaum gesehen. Selbstverständlich findet man immer wieder Häsinnen mit etw. losem Brustfell. Gerade bei den Tieren von Januar. Ab und zu wurde auch noch auf etw. eckige Hinterpartien sowie faltigen Ohren hingewiesen. Die Paradeposition bei den Perlfeh ist und bleibt das Fellhaar. Alleine 44 Tiere wurden mit 14,5 Punkten in dieser Position bewertet. In Annweiler wurden 11 Rassevertreter mit dieser hohen Punktzahl ausgezeichnet. Ich denke, dass man gerade hier ein Tier positiv herausstellen kann. Unter diesen Tieren befanden sich beide Siegertiere. In der Position Deckfarbe und Perlung wurden die Perlfeh mit 13,5 bis 15,0 Punkten bewertet. Kritikpunkte waren hier die teilweise etw. dunklen Augenfarben. Je ein Tier das mit der vollen Punktzahl in dieser Position bewertet wurden kam aus der Zucht von Dieter Schümmer sowie von der Zgm. Hanner. Ich finde, dass die Perlfeh in dieser Position ein wenig schlecht weg gekommen sind, da in Rositz einige Tiere mehr mit wunderschöner Perlung saßen. Die Kollegen in Annweiler stellten vier Tiere mit der vollen Punktzahl heraus. Aufgefallen sind öfters Tiere mit schon recht dunklen Augenfarben. Bei einem Tier wurde dies auch korrekterweise auf der Bewertungsurkunde vermerkt. In der Position Gleichmäßigkeit wurden zwischen 13,5 und 14,5 Punkte vergeben. Ich persönlich denke, dass man hier kaum die volle Punktzahl erreichen kann. Gerade in dieser Position bietet diese Rasse eine große Angriffsfläche. Seien es die Binden oder die schwach gesprenkelte Blumenoberseite. Mit diesen Bewertungen können die Perlfehzüchter allerdings schon zufrieden sein. Die bereits oben aufgeführten Probleme waren die häufigsten Gründe für Punktabzüge. Der größte Teil der Tiere wurde mit 14,0 oder 14,5 bewertet, was vollkommen realistisch war. In der Position Zwischen- und Unterfarbe wurden die Perlfeh mit 8,5 bis 10,0 Punkten bewertet. Beim größten Teil der Tiere wurde die Zwischen- und Unterfarbe mit 9,5 Punkten beurteilt. Kritikpunkte hier waren wie so oft die fehlenden Unterfarben am Afterbüschel, bzw. Unterfarbe hellt auf. Bei einem Tier wurde eine schwache Unterfarbe im Genickkeil bemängelt. Leider sahen wir aber auch wieder die Bemerkung „schwache Zwischenfarbe“. Der Deutsche Einheitsstandard besagt, dass die Zwischenfarbe nur angedeutet vorhanden sein muss. Rassemeister bei den Perlfeh wurde die Zgm. Netz. Sie erreichte 387,0 Punkte. Der letztjährige Rassenmeister Carsten Steffes folgte mit ebenfalls 387,0 Punkten auf Platz zwei. Dritter wurde der Helmut Winter mit 386,0 Punkten. Die Siegerin mit der Traumpunktzahl von 98,0 Punkten zeigte die Zgm. Netz. Hierbei handelte es wirklich um ein Tier der Extraklasse. Das Tier zeigte eine wunderbare Stellung, hatte eine phantastische Felldichte sowie eine perfekte Perlung. Hier muss man sagen, ein absolut verdientes Siegertier. Den Sieger stellte Heiko Semmel mit 97,5 Punkten. Der Rammler bestach durch eine phantastische Rumpfbreite, einem vorzüglichen Kopf sowie einer klasse Felldichte. Verdienter weise wurde dieses Tier mit 20-19,5-14,5 bewertet. Ich denke sagen zu können, dass beide Siegertiere ein Aushängeschild für unsere Rasse waren. Klassensieger zeigten Carsten Steffes (97,0 P), Helmut Winter (97,5 P) sowie die Zgm. Hanner (97,0 P). Weitere hochbewertete Zuchtgruppen wurden präsentiert von Günter König ( 386,0 P). Hierfür bekam er die ZDRK Präsidenten Medaille. Mit 385,5 Punkten folgten Hans Graf sowie die Zgm. Hanner. Zuchtgruppen mit 385,0 P zeigten Heiko Semmel, Thomas Wingold (3X), Carsten Steffes (2X) und Matthias Michalak.    
 
Luxkaninchen
Eine Rekordmeldezahl konnten wir bei den Luxkaninchen verzeichnen. Sechzig Rassevertreter wurden von den elf Züchtern nach Rositz gebracht. Ich kann nur sagen Hut ab, die quantitative Entwicklung dieser Rasse geht stetig nach oben. Das ist ein Plus von acht Tieren. Solche Meldeergebnis hat man selbst auf Bundeskaninchenschauen nicht. Aber nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ konnten die Tiere überzeugen. Die Bewertungen lagen zwischen 94,0 und 97,0 Punkten. Insgesamt wurden 4 Tiere mit dem Prädikat vorzüglich bewertet. Dies sind 6,6 Prozent der ausgestellten Luxkaninchen. Bei den Zuchtgruppen lagen die Bewertungen zwischen 380,0 und 387,0 Punkten. Sehr erfreulich ist, dass keine Zuchtgruppe unter 380,0 Punkten lag. Ein Tier wurde wegen einer Geschlechtsmissbildung von der Bewertung ausgeschlossen. Bis auf ein Tier wurden alle Tiere mit 20 Punkten in Position 1 bewertet. Die Körperformen wurden mit 18,0 bis 19,5 Punkten bewertet. Hier hervorzuheben ist ein Rammler der Zgm. Billmann, mit 19,5 Punkten in Position 2. Diese Traumpunktzahl ist für ein Luxkaninchen doch noch immer sehr selten. Trotz diesem Tier ist hier noch sehr viel Arbeit zu leisten. Rammler mit schön ausgeprägten Köpfen findet man leider nur ganz selten. Ebenso sind die Ohren noch sehr oft dünn und faltig. Das größte Manko stellen allerdings die Vorderläufe da. Viele Tiere haben dünne Vorderläufe, die den Tieren auch nicht ermöglichen ein wenig Stellung zu zeigen. Hier denke ist das größte Augenmerk zu legen. Ein Tier mit wunderschöner Stellung ist die Siegerin der Zgm. Billmann. In den Käfigreihen fiel mir noch eine Häsin von Matthias Michalak auf, die ebenfalls eine wunderschöne Stellung zeigte. Auf solche Tiere muss aufgebaut werden!! Bemängelt wurden auf den Bewertungsurkunden oft eckige Hinterpartien sowie lose Brustfelle. Die Position Fellhaar wurde zwischen 13,5 und 14,5 Punkten bewertet. Drei Tiere wurden in dieser Position mit 14,5 Punkten belohnt. Dies ist eine Häsin der Zgm. Bilmann, von Klaus Behrens und Hermann Bies. Bereits im letzten Jahr berichtete ich von „Fellen der Extraklasse“ bei der Zgm. Billmann. Die Position Deckfarbe denke ich bereitet bei den Luxkaninchen keine Schwierigkeiten. Teilweise waren die Tiere noch ein wenig unfertig, was sich dann auf der Bewertungsurkunde als Bemerkung wiederspiegelte. Man muss natürlich auch sehen, dass das zweite Oktoberwochenende noch sehr früh in der Schausaison ist. Welches Tier ist da schon total fertig? Ein Rammler der Zgm. Heister wurde mit der vollen Punktzahl in dieser Position bewertet. Allgemein konnten die Deckfarben der Luxkaninchen überzeugen. Auch die Zwischenfarben konnten überzeugen. So wurden die meisten Tiere mit 14,0 bis 14,5 Punkten bewertet. Eine Häsin von Friedhelm Maas wurde hier mit 15,0 Punkten belohnt. Insgesamt waren viele Tiere mit vorzüglichen Zwischenfarben zu sehen. In der Position Unterfarbe wurden die meisten Tiere mit 9,5 bis 10,0 Punkten bewertet. Ein Tier wurde zu Recht mit 8,5 Punkten in dieser Position bewertet. Die Unterfarbe ist rein Weiß, so sagt es der Standard. Zu achten ist weiterhin auf die Unterfarbe im Brustbereich. Auch hier soll die Unterfarbe Weiß sein.            Rassemeister mit einer für diese Rasse Traumpunktzahl von 387,0 Punkten wurde die Zgm. Billmann. Man muss einfach sagen, dass es sich hierbei um die führende Zucht in dieser Rasse handelt. Nicht umsonst sind Monika und Heinz Billmann auch auf Bundesschauen immer vorne dabei. Ihnen am nächsten kam die Zgm. Heister mit 386,0 Punkten. Auf Platz drei folgte Klaus Behrens mit 384,0 Punkten. Die beiden erstplattzierten stellten auch die Siegertiere. Den Sieger zeigte die Zgm. Heister, die Siegerin kam aus der Zucht der Zgm. Billmann. Die Siegerin bestach durch ein prima Fell sowie durch sehr gute Rassenmerkmale. Der Sieger hatte seine Glanzpunkte besonders in der Körperform sowie in der Deckfarbe. Beide Siegertiere wurden mit 97,0 Punkten bewertet. Einen Klassensieger zeigte zudem die Zgm. Heister, dieser wurde ebenfalls mit 97,0 Punkten bewertet. Weitere sehr gut bewertete Zuchtgruppen zeigten Matthias Michalak mit 384,0 Punkten. Somit war er punktgleich mit dem Drittplatzierten. Die Tiere von Klaus Behrens hatten bessere Werte in der Position 2. Zuchtgruppen, die mit 383,0 Punkten bewertet wurden zeigten Carsten Steffes, die Zgm. Nörtemann/Rausch sowie nochmals Klaus Behrens. Als Fazit kann man sagen, dass es mit dieser Rasse stetig bergauf geht. Nicht steil aber stetig und für alle Mitglieder der AG sichtbar. Was sich bei dieser Rasse in den letzten Jahren getan hat ist schon enorm. Auf der Vergleichsschau 2009 schwärmte ich bereits von dieser Rasse. Damals hoffte ich, dass es keine „Eintagsfliege“ ist. Im letzten Jahr schrieb ich „nein es ist keine Eintagsfliege“. Heute sage ich die Rasse ist die Rasse mit der größten Entwicklung in den letzten Jahren qualitativ sowie quantitativ.       
 
© Heiko Semmel

 

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