ZeitschriftE-Paper kleintiernewsSchnupperabo kleintiernews 3 Monate
deutschnederlandsenglish
30. Juni 2016 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Wohnen mit Zwergkaninchen

Die Ankunft im neuen Heim und die Eingewöhnung in eine andere Umgebung sind für die Zwergkaninchen eine aufregende Angelegenheit. Sie können Ihren kleinen Mitbewohnern helfen, dass diese Zeit möglichst stressfrei verläuft.

 


 
 

Einzug der Zwergkaninchen

Im neuen Heim sollte schon das fix und fertig eingerichtete Gehege für die neuen
Mitbewohner bereit sein. Setzen Sie die Tiere vorsichtig hinein und gönnen Sie ihnen nun Ruhe. Schon bald werden die kleinen Neugiernasen ihr Gehege erkunden und sich auf die Suche nach etwas Leckerem machen.
 
Kaninchen sind Fluchttiere, die versuchen, sich bei Gefahr durch schnelles Weglaufen in Sicherheit zu bringen, möglichst in ihren Bau. Haben Sie keine Gelegenheit dazu, drücken sie sich in einer Art Schreckstarre auf den Boden in der Hoffnung, dass der Feind sie nicht sieht. Das sollten Sie im Umgang mit ihren pelzigen Untermietern berücksichtigen und deswegen vor allem in den ersten Tagen alles vermeiden, was die Kaninchen erschrecken könnte: laute Geräusche, schnelle Bewegungen in Gehegenähe, sich über das Gehege zu beugen oder die Begegnung mit anderen Heimtieren.
 

Wohnen mit Kaninchen
Ideenreich-heimelig-charmant
Heike Schmidt-Röger. 2009
64 S., 57 Farbf., 10 Tab., kart.
ISBN 978-3-8001-5665-8
€ 7,90
Zur Kontaktaufnahme hocken Sie sich am besten vor dem Gehege auf den Boden und sprechen ruhig zu den Tieren. Wenn die kleinen Angsthasen sich dabei in ihrem Häuschen verstecken, ist das ganz normal. Holen Sie sie nicht heraus, sondern bieten Sie ihnen einen besonders leckeren Happen aus der Hand an, etwa ein Stück Möhre, etwas Petersilie oder Eisbergsalat. Diesen Leckerbissen können die Kaninchen nicht lange widerstehen – und schon haben Sie wichtige Freundschaftspunkte gesammelt.
 
Nehmen Sie sich jeden Tag Zeit, Ihre Kaninchen zu beobachten, sie mit Leckereien zu füttern und sie so an sich zu gewöhnen. Ihr Vertrauen sprechen die Kaninchen Ihnen aus, indem sie sich in Ihrer Anwesenheit entspannt im Käfig aufhalten, fressen oder sogar schlafen.
 
Bei der Handfütterung können Sie nun auch erste Streichelversuche unternehmen: Kraulen Sie zuerst hinter den Ohren und wenn die Tiere das zulassen, können Sie ganz allmählich über den ganzen Körper streicheln. Fühlen die Tiere sich dabei wohl, können Sie sie auch mit den Händen umfassen.
 

Hochheben und tragen

Vermeiden Sie Hektik und sprechen Sie die Tiere wie gewohnt ruhig an. Fassen Sie dabei nicht zu fest zu, aber trotzdem so sicher, dass das Tier nicht fallen kann. Jungtiere hochheben: Umfassen Sie die Brust mit einer Hand, Zeige- und ggf. Ringfinger zwischen den Vorderbeinen geben Stabilität. Die restlichen Finger umschließen den Brustkorb so weit es geht. Mit der anderen Hand stützen Sie den Po.
 
Ausgewachsene Kaninchen: Fassen Sie es zur Sicherheit am Nackenfell. Stützen Sie zum Hochheben mit der anderen Hand den Po. Auf keinen Fall sollten Sie ein Kaninchen nur am Nackenfell hochheben – das tut weh!
 
Tragen: Halten Sie das Kaninchen auf einem Arm vor der Brust. Die andere Hand legen Sie auf den Rücken und halten dabei das Nackenfell fest.
 

Revierverhalten

„My home is my castle“ – frei nach diesem Motto verteidigen Kaninchen ihr Revier unerbittlich gegen Eindringlinge und fechten heftige Kämpfe um die Rangfolge aus. Bei wild lebenden Kaninchen haben die in einem Kampf unterlegenen Tiere die Möglichkeit, sich außer Reichweite des Gegners in Sicherheit zu bringen. Leben die Langohren auf begrenztem Raum, können sie sich dem Kontrahenten nicht entziehen. Die Folge ist, dass es bei einer Vergesellschaftung nicht selten zu blutigen Verletzungen kommt. Mit sorgsamer Vorbereitung können Sie den Tieren unnötigen Stress ersparen und viel dazu beitragen, dass sie letztendlich doch noch dicke Freunde werden.

Aller Anfang ist schwer – Vergesellschaftung...

Führen Sie die Tiere auf neutralem und beiden unbekanntem Terrain zusammen, etwa im Flur, im Badezimmer oder in einem aus mobilem Gitter bestehendem Auslaufgehege in der Küche. Nachdem beide Kaninchen zusammengesetzt wurden, werden sie sich früher oder später jagen und besteigen, um ihre Rangordnung zu klären. Dabei kann es unterschiedlich heftig zugehen: Oft fliegen Haare, die entweder von den Tieren vor lauter Stress abgeworfen oder vom Kontrahenten ausgebissen werden, und es geht laut zu, manchmal wird auch geknurrt und gekratzt. Dieses Gerangel kann mit Pausen mehrere Tage dauern.
 
Trennen Sie die Tiere nicht, es sei denn, ein Kaninchen hat eine blutende Wunde. Verwenden Sie dann dicke Handschuhe zur Trennung, sonst werden auch Sie gebissen. Ist für 24 Stunden Ruhe eingekehrt, können Sie den Tieren Freilauf in der ganzen Wohnung gewähren. Ein gutes Zeichen ist es, wenn es dann für einige Stunden keine Auseinandersetzungen mehr gibt und die Langohren die gegenseitige Nähe tolerieren, z. B. miteinander kuscheln, gegenseitige Körperpflege betreiben oder zusammen an einem Haufen Heu mümmeln. Erst dann können die Kaninchen gemeinsam in ihr neues Gehege einziehen.
 
Quarantäne muss sein
  • Bringen Sie das neue Kaninchen in einem separaten Raum unter – ohne Sicht- oder Riechkontakt zum vorhandenen.
  • Reinigen Sie sich nach jedem Kontakt mit dem neuen Tier oder dessen Gehege die Hände, ggf. desinfizieren und Kleidung wechseln.
  • Lassen Sie eine Kotprobe des neuen Tieres vom Tierarzt auf Krankheiten untersuchen und achten Sie auf Krankheitsanzeichen.

Trautes Heim

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie das Gehege an einem anderen Platz aufbauen. Reinigen Sie das gemeinsame Gehege so gründlich mit Essigwasser, dass es nach Möglichkeit nicht mehr nach dem bisherigen Bewohner riecht, richten Sie es mit neuem Zubehör ein und ordnen Sie die Einrichtungsgegenstände anders an als vorher. Setzen Sie nun den Neuzugang zuerst hinein. Erst nach ein bis zwei Stunden kommt Ihr alteingesessenes Tier dazu.In den ersten Tagen und Wochen kann es immer wieder einmal zu kurzen Auseinandersetzungen kommen, die aber schnell wieder beendet sein sollten. Wenn die Tiere ihre Aktivitäten aufeinander abstimmen, zusammen fressen und kuscheln, haben sie Freundschaft geschlossen.
 

Wenn es nicht klappt

Es kann vorkommen, dasseine Vergesellschaftung scheitert – die Tiere passen dann einfach nicht zusammen. Trennen Sie sie und bitten Sie einen Fachmann um Unterstützung bei der Wahl eines neuen Partners.
 

Aus: Schmidt-Röger, Wohnen mit Kaninchen

 

 

Wohnen mit Kaninchen
Ideenreich - heimelig - charmant
Heike Schmidt-Röger. 2009
64 S., 57 Farbf., 10 Tab., kart.
ISBN 978-3-8001-5665-8
€ 7,90

Bestellung hier 

 

  
    

 

 

Zurück