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28. August 2016 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Wichtige Futtermittel für Kaninchen

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Frisches Wasser, Heu, Stroh, Mischfutter, Grünfutter und Saftfutter


Kaninchen sollten grundsätzlich und in jeder Lebensphase frisches Wasser zur freien Verfügung haben. Das Wasser kann in einem Wassernapf oder eine Wasserflasche angeboten werden. Bei der Verwendung von Tränken muss sichergestellt werden, dass auch Jungkaninchen diese erreichen können. Das Wasser von bester Trinkwasserqualität sollte täglich gewechselt werden. Für eine verbesserte Hygiene kann das Wasser mit einem speziellen Tränkezusatz angereichert werden, um durch die Ansäuerung die Ausbreitung von schädlichen Keimen und Algen zu verhindern. Kaninchen bevorzugen frisches Wasser. Wenn sich das Trinkwasser tagsüber erwärmt, geht die Wasseraufnahme zurück. Daher sollte man die Trinkgefäße abends auffüllen.

Zum Rauhfutter werden Heu und Stroh gezählt, die zwar weniger gut verdaulich als andere Futtermittel, aber durch den hohen Rohfasergehalt unverzichtbar für die gesunde Ernährung von Kaninchen sind. Zusammen mit Grün- und Saftfutter werden Raufutter in der Kaninchenernährung auch als Grund- oder Grobfutter bezeichnet. Heu stellt die Basis der Kaninchenfütterung dar, weil mit Heu die artgerechte Ernährung des Kaninchens sichergestellt wird und sollte stets zur freien Verfügung angeboten werden. Durch den ständigen Nachschub wird eine schnelle Darmpassage gefördert. Die lang andauernde Futteraufnahme und das Zermahlen des Heus fördern den gesunden Abrieb der nachwachsenden Zähne. Hochwertiges Heu enthält unterschiedlichste Gräser und Kräuter. Der Schnittzeitpunkt sollte Mitte bis Ende der Blüte gewählt werden, damit auf der einen Seite der Rohfasergehalt hoch genug ist, auf der anderen Seite aber der Energie- und Eiweißgehalt noch nicht zu stark gesunken ist. Vor der Einlagerung muss das Heu gut abgetrocknet sein. Gutes Heu duftet frisch und würzig. Staubiges, muffiges oder gar schimmliges Heu darf nicht verfüttert werden.
 
Mischfutter können im Handel erworben oder selbst gemischt werden. Bei der Eigenmischung muss stets darauf geachtet werden, dass das Kaninchen kein Übermaß an Zucker und Kohlenhydraten erhält. Beliebte Komponenten in der Praxis sind Hafer, Haferflocken, gequetschte Gerste, Leinsamen und Sonnenblumenkerne. Weizen und Roggen dürften wegen der Gefahr der Verkleisterung an Kaninchen nicht verfüttert werden. Die im Handel erhältlichen Pelletfutter sind daher besser geeignet, weil bei Futtern mit hoher Qualität alle Ansprüche des Kaninchens berücksichtigt werden. Zudem sind sie mit zahlreichen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen in den entsprechenden Verhältnissen ausgestattet. Pelletierte Mischfutter sind in der Regel aus Luzerne, Körnerfrüchten und Nebenprodukten der industriellen Nahrungsmittelverarbeitung zusammengesetzt. Bei hochwertigen Mischfuttern wird Luzerne von konstant hoher Qualität eingesetzt.

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Bei der Ernte wird das Schnittgut direkt geborgen, so dass die Luzerne den Boden nicht berührt und dadurch frei von Erdanhang ist. Bei Luzerne oder Grünmehl minderer Qualität sind häufig hohe Rohaschegehalte zu beobachten, die durch Erdanhang bei unsachgemäßer Ernte verursacht werden und die Verdaulichkeit für das Kaninchen verschlechtern. Die verwendete Luzerne sollten die Futterfirmen direkt nach der Ernte schonend in speziellen Anlagen trocknet und pressen. Da sich im Jahresverlauf die Protein- und Fasergehalte nachwachsender Luzerne ändern, sollten für die Qualitätsfutter verschiedene Luzernepartien so gemischt werden, dass ein für Kaninchen ideales Nährstoffverhältnis eingestellt wird. Die Lagerung der Luzerne sollte dann in speziellen Siloser folgen, so dass über das ganze Jahr eine gleich bleibende Qualität der hochwertigen Nährstoffe gesichert ist. Zahlreiche Kontrollen bei der Ernte, der Trocknung und der Lagerung garantieren die hohe Produktqualität. Ein Alleinfutter deckt bei alleiniger Verabreichung den Nähr- und Wirkstoffbedarf der Tiere komplett ab. Im Gegensatz wird ein Ergänzungsfutter immer in Kombination mit anderen Futtermitteln entsprechend der Fütterungsempfehlung eingesetzt. Der Bedarf der Kaninchen variiert nach Größe, Rasse, Haltungsbedingungen, Alter sowie Eigen- und Zuchtleistung.

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Petersilie

Unter Grünfutter werden alle oberirdischen grünen Pflanzenteile zusammengefasst. Dazu gehören Gräser, Kräuter und Blätter mit einem hohen Wassergehalt. Blätter und Triebspitzen sind eiweißreicher, leichter verdaulich und werden lieber gefressen als Stengel und ältere Pflanzen. Zur Vorbeugung von Verdauungsbeschwerden oder gar der Trommelsucht ist es wichtig, nur einwandfreies Saftfutter anzubieten. Die Tiere müssen langsam und mit kleinen Gaben an frisches Grünfutter gewöhnt bzw. auf dieses umgestellt werden. Grünfutter sollte möglichst frisch verfüttert werden. Bei Lagerung oder gar Erhitzung führt es zu Fehlgärung im Verdauungstrakt des Kaninchens.
  
Zu den Saftfuttern gehören neben Silage und Wurzelfrüchten, Küchen- und Gartenabfälle auch Obst und Gemüse mit mittlerem bis hohem Wassergehalt. Durch den Konservierungsprozess besitzt die Silage einen etwa 10 % niedrigerer Nährstoffgehalt als das betreffende Grünfutter. Die hochverdaulichen Wurzelfrüchte sind im Allgemeinen eiweißärmer als Grünfutter. In der Praxis verbreitet ist die Verfütterung von Möhren.

 

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