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17. Mai 2012 |
Tipps für Anfänger Schaukalender

Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA

 
 

Zu Besuch bei Rexzüchtern in Lewisville, Texas

Im Mai 2008 haben wir die Koffer gepackt und sind für zwei Wochen in die USA geflogen, genauer gesagt in den Bundesstaat Texas. Dort haben wir mehrere Kaninchenzüchter besucht, sehr interessante Gespräche geführt, viele Fotos geschossen, Filmmaterial mitgebracht und eine Menge über die Zucht in den USA erfahren.

Gestartet haben wir unsere Reise von Hannover aus. Von dort ging es mit dem Flieger nach Amsterdam und nach einem kleinen Aufenthalt direkt weiter nach Dallas. Die vorausgesagten Wetterprognosen für Texas trafen auch fast zu. Bei der Landung nachmittags in Dallas war es mit etwa 35°C nur noch etwas wärmer als erwartet. Mit dem Mietwagen waren wir in unserem Urlaub ganz
flexibel, jedoch an die Autofahrten in Dallas musste man sich zuerst gewöhnen. Die Highways waren teilweise zehnspurig und an den Knotenpunkten gab es riesige verschlungene Brückensysteme, die den Verkehr in alle Richtungen weiterbrachten.

Die Besuche bei den Kaninchenzüchtern hatten wir von zu Hause geplant und entsprechende Kontakte geknüpft. Da wir selber Rexkaninchen im Stall haben, war das Interesse besonders groß, auch in Texas Rexzüchter zu treffen.
 
Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA
 
Und so haben wir das Ehepaar Wava und Ron Roye kennengelernt, die uns sehr geduldig eine Menge über ihre Zucht mit den Rexen und das Engagement
 
im Amerikanischen Verband erzählt haben. Wir haben die beiden in Ihrem Haus in Lewisville, ca. 12 Meilen von Dallas entfernt, besucht. Ron züchtet seit 31 Jahren Weiß-Rexe und ist der Rasse bis heute treu geblieben. Wava hat früher Castor-Rex und Broken Castor (castorfarbig-weiß-gescheckt) gezüchtet. Heute züchten sie gemeinsam die Weiß-Rexe.
 
Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA

Für die Rexzucht haben sich die beiden immer stark gemacht. Ron ist Präsident
Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA
  
In der Hauptvereinigung der Amerikanischen Rexzüchter, dem National Rex Rabbit Club bekleidete Ron in den Jahren 1988 bis 1992 und 2001 bis 2002 das Amt des Präsidenten. Außerdem haben die beiden schon an der Organisation der Show des Amerikanischen Verbandes ARBA mitgearbeitet.
 
Auch in der Zucht sind die beiden sehr erfolgreich. So haben sie auf nationaler Ebene 1993 in Washington das beste Rexkaninchen ausgestellt. Außerdem haben sie auf den nationalen Rexshows viele Male große Preise gewonnen. Mit Stolz präsentiert uns Ron seine Trophäensammlung.
 
Ron hat uns mit seiner witzigen und offenen Art durch die Zuchtanlage geführt. Er hat im Verhältnis zu anderen Züchtern mit seinen 60 Käfigen eine eher kleine Zucht.
 
Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA

Die Haltung der Tiere bei den hochsommerlichen Temperaturen, die sich über Monate in Texas hinziehen, war uns vor dem Besuch noch ein Rätsel. Bei den Temperaturen um ca. 35°C waren wir gespannt, wie die Kaninchenzucht dann überhaupt möglich ist.
 
Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA
Die Kaninchen werden auf Rosten gehalten und sitzen in Käfigen. Eine Haltung auf Stroh ist eher unbekannt. Und in beiden Gängen der Zuchtanlage stand jeweils eine etwa 1 Kubikmeter große Klimaanlage, die den ganzen Stall herunterkühlt. Diese Anlagen laufen fast non-stop. Nur nachts können diese für ein paar Stunden abgeschaltet werden. Den Stromverbrauch dafür kann man sich kaum ausmalen.

Für die tragenden Häsinnen werden Wurfboxen mit Hobelspäne, die oben offen sind, in die Käfige gestellt. So kann man diese Wurfkisten zur Nestkontrolle immer einfach aus dem Käfig nehmen und die Jungtiere begutachten.
 
Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA

Die 60 Einzelkäfige waren mit Weiß-Rexen verschiedener Alterstufen besetzt.
 
Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA
 
Da war es sehr interessant, mit Ron einige Tiere anzuschauen und zu besprechen. Für das warme Klima waren die Felle der Tiere spitzenklasse.
 
Nur die Vorstellungen zu Körperform und Bau sind mit unseren deutschen Standart überhaupt nicht zu vergleichen. Die gewisse Bodenfreiheit, wie sie bei uns gewünscht wird, ist nach dem amerikanischen Standard nicht gefordert. Die Tiere werden flach auf den Tisch positioniert.
 
Wava und Ron Roye, Rexzüchter USA
Wenn die Tiere Wammen haben, wird es nicht als Problem angesehen. Auch die insgesamt lose Fellhaut oder Beinwammen gelten nicht als Ausschlussfehler. Ron meinte, dass es gar nicht möglich sei, das wegzuzüchten. Man muss an der Stelle ganz klar feststellen, dass der amerikanische Standard doch ganz andere Forderungen hat als der deutsche und jede Zucht hat so auch ihre speziellen Feinheiten.
 
Was die Fütterung angeht, so haben doch viele Züchter ihr Geheimrezept. Ron erläuterte, dass die Tiere manchmal schlecht fressen, wenn sie von den Ausstellungen zurückkommen. Dann hat er ein besonderes Heilmittel. Die Blätter eines Baumes, den er mir in der Nachbarschaft gezeigt hat – ein Black Jack Oak Tree – eine Schwarzeiche, deren Blätter die Tiere besonders gerne fressen. Er hat immer ein paar Säcke getrocknete Blätter auf Vorrat. Damit lassen sich die Kaninchen meistens ohne Probleme zum Fressen animieren und sind dann schnell wieder fit.

Die Gespräche bei Wava und Ron haben uns die Rexzucht in den USA ein großes Stück näher gebracht und die Diskussion über die Tiere und die Zucht haben trotz kleiner Sprachbarrieren viel Spaß gemacht. An dieser Stelle bedankt sich keintiernews.de noch einmal bei Familie Roye.

 

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