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28. Juli 2016 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Mögliche Haltungsformen für Kaninchen

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Stall und Umwelt


Nutzungsrichtung und Nutzungsintensität bestimmen hauptsächlich das für die jeweilige Kaninchenhaltung mögliche Haltungsverfahren, die durch die jeweilige Stalleinrichtung (Haltungssystem) weiter modifiziert werden können. Grundsätzlich sollte die Unterbringung den Schutz vor Witterungseinflüssen, natürlichen Feinden und Ungeziefer gewährleisten. Bei der Stallhaltung in geschlossenen Räumen sind besondere Maßnahmen zu ergreifen, um gewisse Rahmenbedingungen des Stallklimas, insbesondere hinsichtlich Luftfeuchtigkeit und Schadgaskonzentration einhalten zu können. Alle anfallenden Arbeiten sollten problemlos und rationell zu erledigen sein.
 
Buchtenhaltung
 
Bei Rassekaninchenzüchtern ist die Haltung der Tiere in klassischen Buchten mit Eintreu am Verbreitesten. Die Buchten können sowohl als Innen-, als auch als Außenstallanlage aufgebaut werden. Insbesondere bei der Anlage des Außenstalls sind die Wahl des Standorts und seine Ausrichtung für eine optimale Kleinklimagestaltung entscheidend, die durch geeignete Sträucher unterstützt werden kann. So sollte beispielsweise die geschlossene Rückfront zur Hauptwetterseite ausgerichtet werden. Die Vorderfront sollte in Ost bzw. Südostrichtung liegen, damit insbesondere im Sommer die Tiere nicht der starken Mittagssonnenstrahlung ausgesetzt werden.

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Außenstallanlage Johann Demske 
  
Wie aus der Praxis ersichtlich sind zahlreiche Varianten für die Gestaltung der Außenstallanlage möglich. Ist ein Neubau oder die Umgestaltung einer bestehenden Anlage geplant, sollte jede Gelegenheit wahrgenommen werden, sich verschiedene Lösungsmöglichkeiten bei Zuchtkollegen anzuschauen. Durch die Haltung auf Einstreu sind größere Maße der einzelnen Buchten im Gegensatz zu Käfigen mit Rostboden notwendig. Der Boden sollte wasserundurchlässig sein und ein leichtes Gefälle (2 bis 10 %) nach hinten aufweisen. Durch einen Schlitz in der Rückwand kann der Urin ablaufen und in querverlaufenden Rinnen aufgefangen werden, wodurch eine trockene Aufstallung unterstützt wird. Alternativ eignet sich die Ausstattung der Zuchtanlage mit Kotschubladen. Zur flexiblen Erweiterung des Platzangebots zum Beispiel für die Wurfkiste haben sich verschließbare Schlupföffnungen in den Buchtentrennwänden bewährt.

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Außenstallanlage Dathe















Die Haltung von Wirtschaftskaninchen wird ausschließlich in Innenställen betrieben. Durch die besser kontrollierbaren Umweltbedingungen wird eine ganzjährige Jungtierproduktion bei geringerem hygienischen Risiko und niedrigerem Futterverbrauch ermöglicht. Aber auch in der Rassezucht sind Innenstallanlagen von Vorteil, da sich Faktoren wie Temperatur und Licht durch entsprechende technische Einrichtung steuern lassen. Abhängig vom Tierbesatz kann eine Be- und Entlüftungsanlage zur Einhaltung der Mindestnormen der Luftqualität erforderlich sein.

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Gehegehaltung Harm Söchtig

Gehegehaltung
 
In der praktischen Kaninchenzucht sind zahlreiche Variationen der Gehegehaltung verbreitet. Unter Gehege kann man alle Haltungssysteme zusammenfassen, in denen die Kaninchen nicht in Käfigen oder Buchten untergebracht sind, abhängig von der Größe spricht man auch von Abteilen oder Boxen. In der Regel erfolgt die Gehegehaltung als Bodenhaltung. Die Freilandhaltung von Kaninchengruppen in großzügigen Gehegen ist die älteste und artgerechteste Haltungsform, die aufgrund ungenügender Reproduktionsleistungen für die gewerbliche Mastkaninchenhaltung ungeeignet ist. Dem Züchter hingegen ermöglicht es die Beobachtung aller Bewegungs- und Verhaltensabläufe bei seinen Tieren. Gerade Häsinnen in der Zuchtruhe nehmen ein großzügiges Platzangebot gerne wahr, durch die Bewegung wird eine günstige Zuchtkondition gefördert. Bei Jungkaninchen entwickeln sich durch die Bewegung schöne, wohlproportionierte Muskeln. Jedoch sollten geschlechtsreife Rammler aus der Gruppe genommen werden, um das Risiko von Verletzungen bei Kämpfen zu minimieren. Aus diesem Grunde ist auch für Schautiere die Einzelhaltung besser geeignet. Da bei dieser Haltungsform Innenparasiten begünstigt werden, ist die regelmäßige Verwendung von Futter mit Coccidiostatikum empfehlenswert. Geeignete Unterschlüpfe wie Schutzhütten und –wenn im Gehege auch Jungtiere erzeugt werden sollen– Niströhren oder –boxen schützen die Tiere vor Regen, Wind und starker Sonnenstrahlung.












   
In der Freilandhaltung sind sie zwingend notwendige Stalleinrichtungen, aber auch in Gehegen in Stallgebäuden bereichern sie tierartgemäß die Umwelt des Kaninchens und werden gerne angenommen. Zum Schutz vor Greifvögeln und anderen Raubtieren ist die Abdeckung des gesamten Geheges empfehlenswert. Neben den stationären Gehegen werden insbesondere bei der Hobbyhaltung auch mobile Gehege verwendet. Mit deren Hilfe kann dem Kaninchen je nach Untergrund eine Art Weidehaltung ermöglicht werden. Durch den Wechsel der genutzten Fläche wird der Infektionsdruck deutlich reduziert. Die Größe von Gehegen richtet sich nach der eingesetzten Tierzahl und wird nach oben nur durch technische Möglichkeiten begrenzt. So können zum Beispiel in einem Stallraum einzelne Buchten durch Trennwände aus Holz, Mauerwerk o.ä. aufgebaut werden. Insbesondere bei Häsinnen mit ihrem Nachwuchs hat sich diese Haltungsform bewährt, da die Entwicklung und Gesundheit der Jungtiere durch die Bewegungsmöglichkeiten gefördert werden. Die Haltung ist auch auf Tiefstreu, beispielsweise zur Gruppenhaltung von Jungtieren zur Aufzucht und Mast möglich. Durch den Einbau eines Rostbodens im Bereich der Futterautomaten und Tränken wird ein Großteil der Exkremente außerhalb des Zugangsbereichs der Tiere separiert, wodurch das Infektionsrisiko gesenkt werden kann. Insbesondere bei hohen Tageszunahmen (= hohe Eigenproduktion an Wärme) und hohen Stalltemperaturen werden Roste mit breiten Auflageflächen aufgrund der besseren Abkühlung auch gerne als Liegefläche genutzt.

 

Fotos kleintiernews.de

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