deutschnederlandsenglish
24. Juli 2014 |
Tipps für Anfänger Kaninchenrassen Schaukalender

Bewertung von Rassekaninchen auf der Ausstellung

bewertung,rassekaninchen,kaninchenausstellung,preisrichter
1,0 Havanna Rex
97,5 Bundessieger
BRS Kassel 2009

Zuchtziel, Preisrichter und die Beurteilung

Der organisierte Züchter züchtet Rassekaninchen mit dem Ziel, dem im Standard formulierten Zuchtziel möglichst nahe zu kommen. Der Züchter selektiert im laufenden Zuchtjahre Tiere aus, die seiner Meinung nach nicht dem Zuchtziel entsprechen. Von den verbleibenden Rassekaninchen wählt der Züchter noch einmal seine aus seiner Sicht schönsten Exemplare aus und zeigt diese in Form von Sammlungen (Wurfgeschwister aus einem oder zwei Würfen bzw. ein Elterntier mit 3 Nachkommen) aber auch als Einzeltier auf Ausstellungen, um diese von Preisrichtern bewerten zu lassen. Ziel ist dabei nicht primär die Vergabe von Preisen, sondern die Bewertung der Tiere nach den Anforderungen des Standards.
 
Preisrichter sind erfahrene Züchter, die nach einer Ausbildung über meistens 3 bis 4 Jahren vom Anwärter über den Hilfspreisrichter in der Lage sind, Rassekaninchen zu beurteilen. Die Ausbildung erfolgt in regionalen Preisrichtervereinigungen, die sich fast identisch mit den Bundesländern gebildet haben. Der Dachverband der Preisrichtervereinigungen ist der Deutsche Preisrichterverband (DPV).
 
bewertung,rassekaninchen,kaninchenausstellung,preisrichter
Preisrichter Europaschau Hermelin- und Farbenzwerge Club Oktober 2010
 
Die Ausbildung ist mit der Preisrichterprüfung, die sich in einen theoretischen und praktischen Teil gliedert, zunächst beendet. Allerdings ist es Aufgabe des Preisrichters, sich durch eigenständiges Studium von Fachliteratur und der Fachzeitschrift auf dem Laufenden zu halten und an den regelmäßigen Schulungen der einzelnen Preisrichtervereinungen teilzunehmen. Ansonsten verliert der Preisrichter die Befähigung zur Bewertung der Rassekaninchen. Die Anzahl der Schulungen der einzelnen Regionalverbände ist unterschiedlich und nicht vorgeschrieben. Wichtig ist, dass in den Schulungen neben einem Erfahrungsaustausch die Neuerungen in der Bewertung der Rassenkaninchen vermittelt werden und dies durch zielgerichtetet theoretische und praktische Schulungsarbeit gewährleistet wird. Die Preisrichter üben ihre Tätigkeit gegen ein kleines Honorar in der Regel an Wochenenden, aber auch an den Arbeitstagen vor Beginn einer Ausstellung aus. Die Abstimmung und Vereinbarung mit Familie und Beruf ist gerade in der heutigen Zeit außerordentlich wichtig und für eine gute Preisrichterarbeit unentbehrlich. Daher muß ständig nach geeigneten Züchtern gesucht werden, um diese für die Preisrichtertätigkeit zu gewinnen. Insofern ist es nicht nur die Bewertungsarbeit, sondern auch der Kontakt mit den Züchtern, das Wecken von Interesse an der Tätigkeit als Preisrichter mit dem Ziel der Förderung der Rassenkaninchenzucht.

bewertung,rassekaninchen,kaninchenausstellung,preisrichter

Alttierklassen
 
Die für die Ausstellungen verwendeten Bewertungsurkunden des ZDRK für die Bewertung der Alttierklassen beinhalten ein 100-Punktesystem, aufgeteilt in sieben Positionen. Die Positionen umfassen Gewicht, Körperform, Typ und Bau, das Fellhaar, verschiedene rasseabhängige Merkmale und den Pflegezustand. Je nach Ausprägung werden vom Richter Punkte vergeben, immer in Relation zur vollen Punktzahl bei Erreichen des „Idealzustands“. Die Bestimmungen für die Durchführung von Bewertungen im Standard des ZDRK schreiben vor, dass größere Punktabzüge in den einzelnen Positionen in den Bewertungsgrundlagen zu begründen sind. Danach sind Bemerkungen bei Punktabzügen notwendig, wenn in den Positionen 2 bis 5 mehr als ein Punkt abgezogen wird, Position 1 und 6 bei einem Punkt und mehr und in der Position 7 ist jeder Abzug genau zu begründen. Die Benennung von Mängeln eines Tieres ist für den Züchter hilfreich zur Verbesserung seiner Zucht.
 
Abhängig von der erreichten Gesamtpunktzahl werden folgende Wertnoten vergeben (Stand 1.3.2010):
 

97,0 bis 100 Punkte = vorzüglich
96,5 Punkte = hervorragend
94,0 bis 96 Punkte = sehr gut
92,0 bis 93,5 Punkte = gut
90,0 bis 91,5 Punkte = befriedigend
unter 90,0 Punkte = nicht befriedigend


Ein Tier wird grundsätzlich mit „nicht befriedigend“ bewertet, wenn es das vorgeschriebene Mindestgewicht nicht erreicht oder das festgelegte Höchstgewicht überschreitet und wenn es in der Position 2 weniger als 15 Punkte, in den Positionen 3, 4 und 5 weniger als 11 Punkte, in der Position 6 weniger als 6 Punkte und in der Position 7 weniger als 3 Punkte erhält.
Zu den häufigsten Fehlern, die mit n.b. (nicht befriedigend) bewertet werden, gehören schwere Zahnfehler, verschlossene Ohrmuscheln, Flügelhaut, weiße Flecken in der Decke, zweierlei Krallenfarben, Spaltpenis, Einhodigkeit und schiefe oder vollständig versteifte Blume. Leichte Fehler wie eine etwas verkürzte Blume führen zu Punktabzügen. Die Blume besteht in der Regel aus sieben gut tastbaren Schwanzwirbeln. Häufige leichte Fehler sind, etwas loses Brustfell, verjüngte Form, leichte Kuhhessigkeit und etwas durchsetzte Ohrenränder. Der Züchter muss jedes Tier auf Fehler überprüfen. Die unzureichende Schauvorbereitung wird mit vermeidbarem Punktabzug in Position 7 geahndet. Hierzu gehören am häufigsten: Krallen nicht geschnitten, Geschlechtsecken nicht gereinigt, Verfilzungen nicht entfernt und Stallschmutz am Tier. Tiere, die offensichtlich erkrankt sind gehören auf keine Ausstellung. Diese werden mit o.B. (ohne Bewertung) ausgeschlossen. Unlesbare Tätowierungen führen auch zum Ausschluß.

bewertung,rassekaninchen,kaninchenausstellung,preisrichter

Jungtierklassen
 
Zur Bewertung in den Jungtierklassen sind nur Tiere des laufenden Zuchtjahres vom 3. Lebensmonat an bis zum vollendeten 8. Lebensmonat zugelassen. Die Ermittlung des Alters erfolgt durch die Tätowierung. Da bei den Alttierklassen keine Altersbegrenzung festgelegt ist, können Tier unter acht Monaten auch in der Alttierklasse gemeldet werden. Die Bewertung der Jungtiere kann wichtige Hinweise zur Selektion der Zuchttiere bzw. Ausstellungstiere liefern. Die Wertnote zeigt nur eine aktuelle Momentaufnahme, da sich das Jungtier noch entwickelt und sich dabei verändern kann.
Die Bewertung der Jungtierklasse erfolgt als Prädikatbewertung mit Hilfspunkten. Die Tiere werden unter Berücksichtigung des jeweiligen Alters beurteilt in den Merkmalen Entwicklung von Körperform, Typ und Bau, Fellhaar, Pflegezustand und besondere Rassemerkmale wie Farbe und Zeichnung, insofern diese schon feststellbar sind.
 
Jungtiere erhalten eine Gesamtbeurteilung mit folgenden Wertnoten:
 

sehr gut
gut
befriedigend
nicht befriedigend


Die Bewertung erfolgt über positive Bemerkungen in den Positionen 2 bis 6 sowie über negative Bemerkungen in allen sieben Positionen. Erhält ein Tier sowohl positive als auch negative Bemerkungen, so werden diese miteinander verrechnet. Die Bemerkungen sind Hilfspunkte zur Differenzierung bei der Preisvergabe, die nach folgenden Vorgaben gewertet werden:
 
bei 5 positiven Bemerkungen (= Position 2 bis 6 und ohne negative Bemerkung in Position 1 und 7) = sg 7
bei 4 positiven Bemerkungen = sg 6
bei 3 positiven Bemerkungen = sg 5
bei 2 positiven Bemerkungen = sg 4
bei 1 positiven Bemerkung = sg 3
bei einer positiven und einer negativen Bemerkung = g 2
bei 1 negativen Bemerkung = g 1
bei 2 negativen Bemerkungen = g 0
bei 3 und mehr negativen Bemerkungen = b 0
 

Expertenteam Kaninchen
Muskator Werke GmbH
c/o Jürgen Vedder
Otto-Hahn-Straße 40
68169 Mannheim
Tel: 0621-3224560
www.ovator.de
 

Zurück