Die Niederlande präsentierten zum 6. Mal in Folge den Internationaler Tag der Zwerge in Veenendaal
Am Samstag, den 1. März 2008 war das sechste Mal in Folge der „Internationale Tag der Zwerge“. Der „Tag der Zwerge“ wird organisiert vom größten niederländischen Spezialclub, dem Nationalen Hermelin- und Farbenzwergclub incl. Hasenzwerge.
Foto Peter Rolfes
Foto Peter Rolfes
Foto G. Dermois
Morgens in aller Früh warteten bereits die ersten Züchter vor den Türen der Veenendaalhalle im gleichnamigen Ort. Nachdem die Käfignummern im Ausstellungsbüro abgeholt wurden, wurden die 863 Zwerge nach einer Endkontrolle in die Käfige gesetzt. Dann begann ein langer Tag, der für viele wie im Flug verging!
Der Tagesablauf bot genügend Aktivitäten, um einen den ganzen Tag zu unterhalten. Für Viele ist der „Tag der Zwerge“ ein Widersehen mit alten Bekannten. Bei der Ankunft wurden eine Menge Hände geschüttelt und dann die Zucht der vergangenen Saison miteinander besprochen. Vor allem das jährliche Treffen zwischen den niederländischen und ausländischen Züchtern macht diese Show besonders. In diesem Jahr gab es Anmeldungen aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland. Die deutschen Aussteller kommen aus dem ganzen Land. Eine Reise aus Bayern, Schleswig-Holstein, Thüringen und Westfalen ist für die deutschen Züchter nicht zu viel verlangt.
Auf dem Weg in die Punktevergabe
Foto Gerda Nijenhuis
Um 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende Raimond Kamps die Show. Er begrüßte Alle recht herzlich, besonders die Preisrichter aus England, Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Nach einer etwas chaotischen Phase, in der Preisrichter, Zuträger und Schreiber zusammen fanden, begann dann schließlich die Bewertung. In der niederländischen Klasse werden die Tiere zum dritten Mal nach Punkten bewertet. Die "Übung" mit der Punktevergabe ist jetzt vorbei. Die Tiere aus den Niederlanden werden in diesem Jahr offiziell nach Punkten bewertet. Am Anfang gab es einige Unklarheiten, aber nachdem die ersten Tiere bewertet waren, bekamen die meisten Preisrichter, Zuträger und Schreiber Gefallen daran. Der Start der Internationalen Klasse verlief glatter. Die Preisrichter, die in diesen Klassen bewerteten, hatten mehr Erfahrung mit dem Europäischen Punkte-System, dass bei der Bewertung verwendet wurde. In der Internationalen Klasse wurden die Tiere von zwei Preisrichtern bewertet.
Obmänner K. Bochtentin und G. Dermois Foto Gerda Nijenhuis
Die niederländischen Richter bewerteten in Zusammenarbeit mit einem deutschen, englischen oder belgischen Richter. Dies gab nette Szenen, weil die Sprachbarriere manchmal auch für etwas Verwirrung sorgte. Für diese Probleme wurden zwei Obmänner ernannt. In diesem Jahr wurde noch einmal Klaus Bochentin und Gezinus Dermois die Ehre erteilt. Bei Unstimmigkeiten bei der Bewertung, versucht Sie Rat zu geben um so auf eine angemessene Bewertung für das bewertete Tier zu kommen.
Englische Bewertung
Foto G. Dermois
Zusätzlich zu den nationalen und internationalen Bewertung, gab es auch eine englische Bewertung. Die englischen Preisrichter haben eine besondere Art zu bewerten. Sie bewerten die Tiere nach Stellung und Aussehen. In diesem Jahr wurden die Tiere der Internationalen Klasse durch 4 anwesende Englisch Preisrichter bewertet. Die Hasenzwerge wurden in diesem Jahr zum ersten Mal von einem Niederländisch/ Englisch Team inspiziert. Für den internationalen Charakter der Show war dies ein willkommener Beitrag. Während der englischen Bewertung kann es daher sein, dass für ein Tier, dass in einer regulären Bewertung ein NB (nicht befriedigend) wegen eines Ausschlussfehlers macht, in der englischen Bewertung als das beste Tier platziert wird. Bei der englischen Bewertung kommen die Tiere nicht eins nach dem anderen, sondern mit sechs Tieren zugleich auf dem Tisch. Die Preisrichter vergleichen die Tiere und das Beste aus der Serie blieb jedes Mal auf dem Tisch. Am Ende der Bewertung kam ein Farbenzwerg Otter schwarz von Jaco Toledo als Sieger nach vorn. Jaco's Tiere machten wie bereits in den vergangenen Jahren einen guten Eindruck bei den englischen Preisrichtern. Jaco gewann ebenfalls einen Preis in der Gruppe Wildgrau. Dieses Mal mit einer Wild- und Hasengrau.
Die Endbewertung und Spannung überall…
Foto G. Dermois
Mittlerweile ist die Überprüfung der nationalen Klasse abgeschlossen, und es war an der Zeit die Ehrenpreise für diese Klasse zu verteilen. Die Jury der Nationalen Klasse bestand aus den Herren Van 't End und Lune. Die Tiere wurden nach Rasse und Farbenschlag zugetragen. Erst die Hasenzwerge, gefolgt von Hermelin und dann die Farbenzwerge.
Foto Peter Rolfes
Bei den Gewinnern der einzeln genannten Gruppen werden die Tiere zusammengelegt. So können die schönsten Farbenzwerge bestimmt werden. Nach der Endbewertung kam der Hasenzwerg von HJ Houpst, das Hermelin Rotauge von J. Jipping und der Farbenzwerg chinfarbig von J. Koetsier als Gewinner hervor. Die gleiche Jury gab auch eine Endbewertung über die Tiere, die von unserer Jugend kamen. Als bestes Tier wurde hier der Farbenzwerg eisengrau von Gerjon Groeneveld bewertet.
Foto G. Dermois
Unmittelbar nach dem Finale der National Klasse war das Finale der Internationalen Klasse. Die verantwortlichen Preisrichter für diese Bewertung waren die Herren Dermois, Pauwels und H.P. Rickert. Als schönste Tiere kamen das Hermelin Rotauge von Hartmut Henschen und der Farbenzwerg Chinchilla von Jan Koetsier nach vorn. Bei der Jugend gewann der Hermelin Rotauge von Gerard Bakker.
Nachdem die Sieger der einzelnen Klassen bekannt wurden, begann die Ermittlung des Tagessiegers. Preisrichter K. Bochentin, W. White, Mc Dermott, M. Cook und der P Lune hatten die schwierige Aufgabe den Tagessieger des „Tages der Zwerge“ 2008 zu bestimmen. Letztendlich entschied man sich ziemlich einstimmig sich für den oben genannten Chinchilla Farbenzwerg von Jan Koetsier, gefolgt von dem Rotauge Hermelin von Hartmunt Henschen. Für Jan Koetsier war dies nach der „Kleindierenexpo“ sein zweiter Hauptpreis in diesem Jahr. Jan Koetsier beweist hiermit, ebenso wie sein Chinchilla Züchterkollege den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Viele Stunden der Diskussion über die Rasse tragen nun Ihre Früchte.
Jan Kobes Preis: Kopf, Hinterpartie und Fell
Foto G. Dermois
Ein wiederkehrendes Element bei den „Tag der Zwerge“ ist der Preis Jan Kobes. Jan Kobes war in der Vergangenheit vor allem bekannt für seine Aussprache "auf einem guten Zwerg muss ein Kopf, eine Hinterpartie und ein Fell sitzen." Im Gedenken an diesen historischen Worten wird jedes Jahr in einer der drei Kategorien dieser besondere Preis vergeben. Dieses Jahr war die Position Fell an der Reihe. Preisrichter Jan Balder, der während der „Tage der Zwerge“ Abschied nahm, hatte die Ehre, das Tier mit dem besten Fell von den Tieren aus zu suchen. Das erste Kaninchen, das auf den Tisch kam, ging letztlich mit dem Preis von Jan Kobes hervor. Ein junger, männlicher Hermelin Rotauge von Combinatie Kelderman erhielt allen Lob von Jan Balder. Die Dichte des Fells war entscheidend. Jan Balder durfte das Podium natürlich nicht ohne Dankesworte von Präsident Raimond Kamps verlassen. Raimond Jan dankte für sein jahrelanges uneigennütziges Engagement und überreichte ihm eine Urkunde mit einem entsprechenden Text.
Verkauf
Foto Peter Rolfes
Zuvor war der Verkauf der Tiere ein spektakulärer Teil des Tages. Im Jahr 2008 hat die Ausstellungsleitung beschlossen, den Verkauf per Auktion abzuschaffen. Der Hauptgrund war, dass es für jeden möglich sein sollte ein Tier zu kaufen. In den letzten Jahren waren die Preise so ordentlich hoch, das die Preise für viele unbezahlbar waren. In diesem Jahr war das Verkaufbüro von 9.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit war es möglich, um auf das für sich ausgewählte Tier zu bieten. Um 15.00 Uhr wurde das Verkaufsbüro geschlossen und der Höchstbietende wurde stolzer Besitzer eines neuen Tieres.
Züchterabend oder fokkersavond
Nach einem gelungenen Abbau der Käfige, welches ohne die Hilfe der Mitglieder des VPKV nicht so schnell verlaufen wäre, nahm man Abschied von den Menschen in Veenendaal. Die Zusammenarbeit mit den V.P.K.V. verlief auch in diesem Jahr bemerkenswert. Der Tag war aber noch nicht vorüber…
Foto Gerda Nijenhuis
…der nächste Punkt auf dem Programm war der "Züchterabend", wie unsere östlichen Nachbar das nennen. Um dies zu ermöglichen und dafür zu sorgen, dass man nicht in der Nacht und zu einer unmöglichen Zeit nach Hause muss, buchte man vom Spezialclub aus ein Hotel. Nach einer Auffrischung, die wohl auch nach so einen langen, aber gemütlichen anstrengenden Tag wohl notwendig war, machte sich die Gruppe mit einem Touristikbus auf nach Amersfoort, wo der Züchterabend stattfand. Der Abend begann recht ruhig. Aber als gegen 20.00 Uhr der Bus mit den internationalen Gästen ankam, begann der Saal ein wenig aufzutauen. Nach angenehmen Gesprächen über den Verlauf des Tages und ob man möglicherweise zufrieden oder nicht zufrieden war mit den Ergebnissen, welche Tiere den Stall im Moment bevölkern und diverse Diskussionen auf dem Zuchtgebiet füllten den Abend mit Gesprächsstoff. Dies natürlich Alles bei einem Snack und ein Getränk.
Foto Gerda Nijenhuis
Als einem "Snack" kann man das umfangreiche Mahl, welches von den Mitarbeitern der A.K.V zubereitet wurde, eigentlich nicht bezeichnen. Wirsingkohl, Sauerkraut, braune Bohnenhäppchen, Specklapjes, Stücke von Blutwurst, Reis und Pommes für die Kinder füllen das Buffet. Wer jemals bei A.K.V. gegessen hat weiß, was er durch seine Abwesenheit verpasst hätte. Nach dem Abendessen wurde die Musik ein wenig lauter. Die Gespräche in Deutsch, Englisch und Niederländisch gingen hin und her. Und in der Tat die Ersten versuchten ein Tänzchen, während anderswo in der Halle eine Reihe von Menschen über ein hierfür speziell mitgebrachtes Kaninchen diskutierten. Jeder gab seine Meinung kund und so fand man heraus, wie die Tiere in den verschiedenen Ländern am Besten aussehen müssen. Eine wunderbare Möglichkeit, die Kenntnisse zu erweitern. Unterdessen stand Jan Koetsier in der Mitte des Interesses, denn der große Gewinner dieses „Tages der Zwerge“ stand in der Mitte von Jan de Vries und Raimond Kamps auf der Tanzfläche während "We are the Champions" von Queen aus den Lautsprechern klang. Jeder sang voller Inbrunst mit. Nicht nur englische Musik, sondern auch die deutschen Schlager taten Gutes. Und nicht zu vergessen der Vogeltanz! Alles in allem ein herrlicher Abschluss des abgelaufenen Tages. Um 0.30 Uhr stand der Bus dann wieder vor der Tür. Zeit um Abschied zu nehmen. Es wurden noch verschiedene Vereinbarungen für das folgende Jahr gemacht. Und eine häufige Bemerkung war: "Wir sind im nächsten Jahr sicher wieder dabei."
Frank Eggink
"Die schönsten Zwerge"
1,0 Hermelin Blauauge 96,5 Zuchtgem. K. und M. Bochentin